Aktuelle Aktionen und Veranstaltungen

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Christliche Initiative Arbeit

Nachdem die amerik. Carrier Gruppe im April 2005 mitgeteilt hat, dass sie die Kühlgeräteproduktion von Kostheim nach Tschechien verlagern möchte, entstand im Caritaskreis der Gemeinde Kostheim Maria Hilf der Wunsch die von Kündigung betroffenen Arbneitnehmer zu unterstützen. Paralell wurde von Seiten des Sozialpfarramtes der ev. Kirche und vom Referat Berufs- und Arbeitswelt der kath. Kirche mit dem Betriebsrat der Fa. Linde kontakt aufgenommen, um Solidarität und Unterstützung anzubieten.

Die Beteiligten schlossen sich im Mai/Juni 05 zur ?Christlichen Initiative Arbeit" zusammen. Im Rahmen einer Betriebsversammlung am 18.11.05 präsentierte sich die Initiative den Mitarbeitern des Kostheimer Lindewerks.

Beratungsgespräche

Auf dem Gelände der Linde-KT wurde der ?Christlichen Initiative Arbeit" ein Büroraum zur Verfügung gestellt. Jeden Donnerstag werden dort in der Zeit von 13.00 - 15.00 Uhr (Schichtwechsel) Beratungsgespräche angeboten. Während die PEAG als Transfergesellschaft vorwiegend Fragen der beruflichen Weiterentwicklung beantwortet und die IG Metall Informationen zum Arbeitsrecht gibt, ist es Ziel der Initiative, ein seelsorgliches Angebot zur Verfügung zu stellen. Ängste und Sorgen, Wut und Trauer sind Themen um die es im Gespräch gehen kann. Der Raum wurde etwas gestaltet, das Angebot findet seit Jahresanfang statt.

Treff für Arbeitssuchende und von Arbeitslosigkeit Bedrohte

Ab dem 25. Januar 06 findet im Cafe Regenbogen der ev. Stephanusgemeinde ein Treff für Arbeitssuchende und von Arbeitslosigkeit Bedrohte statt. Dieser Treff richtet sich zwar in erster Linie an Mitarbeiter/innen von Linde, er ist aber auch für andere Arbeitssuchende offen. Ziel ist, miteinander ins Gespräch zu kommen und Betroffene miteinander in Kontakt zu bringen. Ausserdem soll nach neuen Wegen gesucht werden.

Transparente an den Kirchen

In nahezu allen kath. und ev. Kirchen in Kastel, Kostheim und Amöneburg wurden Transparente aufgehängt, die Solidarität mit den Betroffenen bei Linde bezeugen sollen. ?Arbeit hat Vorrang vor dem Kapital, Arbeit gehört zur Würde des Menschen, ..." sind Aussagen, die Passanten zum Nachdenken anregen sollen. Gleichzeitig soll mit dieser Aktion auch Öffentlichkeit geschaffen werden.

Klagemauer

Seit dem 17.01.06 ist eine virtuelle Klagemauer im Internet geschaltet. Die Klage ist eine sehr alte Gebetsform, die schon im Alten Testament beschrieben ist. Menschen tragen ihre Sorgen und ihren Kummer, ihr Schicksal vor Gott. Auf der Internetplattform www.klagemauer-arbeit.de können sich Menschen ihren Ärger, ihre Sorgen und Nöte von der Seele schreiben. Die Plattform wurde zwar anlässlich des Arbeitsplatzabbaus bei Linde geschaltet, steht aber allen Arbeitnehmern und Arbeitssuchenden offen. Es besteht die Möglichkeit, seinem Ärger Luft zu machen, sich mit anderen über seine Situation auszutauschen, oder Hilfe und Beratung anzufragen.
Eine konkrete Klagemauer, aus Steinen soll auf dem Linde Werksgelände aufgebaut werden. Dort können alle Mitarbeiter von Linde ihre Klage auf Zettel schreiben und zwischen die Steineschieben.

Interreligiöses Gebet

Am 02.02.2006 findet zwischen 13.45 und 14.15 Uhr ein Interreligiöses Gebet in der Werkshalle 2 von Linde für alle Linde-Mitarbeiter/innen statt. Die ursprüngliche Planung eines ökumenischen Gottesdienstes wurde verändert, da bei Linde auch zahlreiche muslimische Mitarbeiter beschäftigt sind. Das Gebet wird daher neben den Akteuren der christlichen Initiative auch mit Vertretern der islamischen und der jüdischen Gemeinde vorbereitet. Inhaltlich wird es bei diesem Gebet um die Klagemauer gehen.

Referat Berufs- und Arbeitswelt
im Bistum Mainz
Thomas Domnick
Welschnonnengasse 2-4
55116 Mainz
06131/6270-843
Betriebsseelsorge@Bistum-Mainz.de


"Tag der Arbeitswelt"

Mitarbeiter des Dekanates Rüsselsheim besuchten Standort Groß-Gerau der Südzucker AG

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Groß-Gerau. 20 haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter aus dem Dekanat Rüsselsheim haben am Mittwoch, 12. Oktober, den Standort Groß-Gerau der Südzucker AG besucht. Dieser so genannte "Tag der Arbeitswelt" findet einmal jährlich im Dekanat statt; Einladende waren der Betriebsseelsorger der Regionalstelle Rüsselsheim, Hans Zinkeisen, und der Dekan des Dekanates Rüsselsheim, Pfarrer Norbert Kissel. Im Rahmen des Besuches besichtigten die Teilnehmer die Werksanlagen, informierten sich über die Zuckerfabrik in Groß-Gerau und die Südzucker AG und diskutierten mit Vertretern der Geschäftsleitung und des Betriebsrates die aktuelle Lage auf dem EU-Zuckermarkt.

125.000 Tonnen Zucker im Wirtschaftsjahr 2005/2006

Seit 1884 wird in Groß-Gerau Zucker aus Zuckerrüben hergestellt. Während der Erntezeit der Zuckerrüben (September bis Dezember), der so genannten Kampagne, werden pro Tag rund 9.300 Tonnen Zuckerrüben angeliefert, das entspricht einer Menge etwa 810.000 Tonnen in einer Kampagne. Für das Wirtschaftsjahr 2005/2006 gehe man davon aus, dass im Werk Groß-Gerau 125.000 Tonnen Zucker hergestellt werden, sagte der Werksleiter der Zuckerfabrik, Dr. Arnd Reinefeld. Diese Menge decke den Jahres-Zuckerbedarf von 3,3 Millionen Bundesbürgern. Am Standort Groß-Gerau seien 125 Mitarbeiter angestellt, davon 18 Auszubildende. Für die Kampagnenzeit 2005 seien zudem 27 Aushilfskräfte eingestellt worden. Die Zuckerfabrik in Groß-Gerau ist ein Standort der Südzucker AG, ein deutscher Ernäherungskonzern mit Sitz in Mannheim. Er zähle zu den weltweit größten Zuckerproduzenten aus Zuckerrüben, erläuterte Reinefeld. Bei der Südzucker AG, die neben elf Zuckerfabriken in Deutschland über Standorte unter anderem in Frankreich, Belgien, Österreich, Tschechien, Polen, Rumänien und Moldawien verfügt, seien 17.500 Mitarbeiter beschäftigt; der Umsatz des Unternehmens betrage 4,8 Milliarden Euro. In einem Jahr produziere die Südzucker AG 5,1 Millionen Tonnen Zucker, rund ein Fünftel der gesamten Produktion in der EU.

Diskussion um neue EU-Zuckermarktordnung

Ausführlich diskutierten die Besucher die möglichen Auswirkungen der neuen Zuckermarktordnung in der EU. Im Zuge dieser Neuordnung soll unter anderem der institutionelle Zuckerpreis ab dem Wirtschaftsjahr 2006/2007 in zwei Jahresschritten um 40 Prozent gesenkt werden. Für die Landwirte soll es dafür Ausgleichszahlungen geben. Inwieweit diese Neuerungen Auswirkungen auf das Werk in Groß-Gerau haben, ließ Reinefeld offen. Jeder Standort sei auf dem Prüfstein, sagte er, er wisse um das "unsichere Gefühl" der Mitarbeiter.

Stichwort: Betriebsseelsorge im Bistum Mainz

"Im Auftrag des Bischofs von Mainz bildet die Arbeitnehmerpastoral eine Brücke zwischen beruflichem Alltag und kirchlichem Leben", heißt es zur Aufgabe der Betriebsseelsorge in der Neukonzeption der Betriebsseelsorge aus dem Jahr 2004. Und weiter: "Sie ist bestrebt, den einzelnen Menschen mit seinen Sorgen und Nöten im Blick zu halten und ihm vorwiegend als arbeitendem Menschen Begleiter zu sein." Die Betriebsseelsorge im Bistum Mainz ist dem Referat "Berufs- und Arbeitswelt" zugeordnet, innerhalb der Zielgruppenseelsorge im Seelsorgedezernat des Bischöflichen Ordinariates. Dem Referat "Berufs- und Arbeitswelt" sind die Fachgebiete "Arbeitswelt und Wirtschaft", "Arbeitnehmer- und Betriebsseelsorge" und "Arbeitslosenseelsorge" zugeordnet. Leiter des Referates "Berufs- und Arbeitswelt", das eng mit den Pfarrgemeinden und den katholischen Sozialverbänden zusammenarbeitet, ist seit dem Jahr 2002 Thomas Domnick.

Die erste Betriebsseelsorge-Stelle wurde 1964 in Rüsselsheim eingerichtet. 1972 kam die Regionalstelle Oberhessen hinzu. Es folgten Offenbach (1974), Mainz (1976) und Darmstadt (1979). Im Jahr 1983 kam die Stelle "Arbeitslosenseelsorge" hinzu. Im gleichen Jahr wurde auch das "Sofortprogramm" ins Leben gerufen, das Betriebe mit 1.500 Euro pro Ausbildungsjahr unterstützt, wenn diese zusätzlich ausbilden oder einem Jugendlichen mit schwierigen Voraussetzungen einen Ausbildungsplatz bieten. Seit 1983 wurden durch Kirchensteuermittel und Spenden über vier Millionen Euro für das "Sofortprogramm" aufgebracht und damit über 770 zusätzliche Ausbildungsplätze gefördert.

Als letzte Regionalstelle wurde 1987 Worms eingerichtet. Im Jahr 2004 wurde die Aktion "SymPaten" ins Leben gerufen. Die Aktion bietet Jugendlichen, die noch keine Ausbildungsstelle gefunden haben, Wegbegleiter beim Übergang von der Schule ins Berufsleben an. In besonderer Weise geprägt wurde die Arbeit der Betriebsseelsorge durch Monsignore Manfred Gärtner, der das Referat "Berufs- und Arbeitswelt" ab 1978 bis zu seinem Tod im Jahr 2000 leitete.

Dem Referat "Berufs- und Arbeitswelt" sind außerdem das "Gelbe Haus Offenbach e.V." und das "Ketteler-Cardijn-Werk e.V." zugeordnet. Das 1984 gegründete "Gelbe Haus" in Offenbach unterstützt junge Menschen beim Übergang von der Schule in den Beruf bei ihrer sozialen und beruflichen Integration. Das Ketteler-Cardijn-Werk in Griesheim wurde 1989 gegründet. Es bietet Menschen nach längerer Arbeitslosigkeit und Sozialhilfebezug die Möglichkeit, ihren Lebensunterhalt wieder durch eigene Arbeit zu bestreiten. Die Einrichtung führt vor allem Renovierungs- und Umbauarbeiten aus und bietet die Pflege von Grünanlagen an. In der Außenstelle Rüsselsheim gibt es einen Bereich Hauswirtschaft.

am (MBN)

Weitere Infos zu den genannten Veranstaltungen bei:

Referat Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz
Welschnonnengasse 2, 55116 Mainz
Tel.: (06131) 6270- 843, Fax: 6270-844
eMail: betriebsseelsorge@bistum-mainz.de

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