Männerseelsorge des Bistum Mainz
Wir, das Referat Männerseelsorge, sind die Fachstelle für Männerarbeit im Bistum Mainz.
Als solches bieten wir Männern verschiedene Möglichkeiten, sich mit der Vielfalt männerspezifischer Themen, Fragestellungen und Problemen auseinanderzusetzen.
Wir begrüßen sie auf unserer Homepage und wünschen ihnen viel Spaß beim Durchstöbern.
Eindrücke vorausgegangener Veranstaltungen:
Aus dem Bauch heraus
Workshop der Männerseelsorge vermittelt die Kraft des Trommelns
Von Norbert Fluhr

Zur Mitte kommen und zum eigenen Rhytmus finden: Das lernten Männer in einem Trommelworkshop im Haus St. Gottfried in Ilbenstadt mit Musiktherapeut Rainer Maria Müller (Mitte). Dazu eingeladen hatte die Männerseelsorge des Bistums Mainz.
© Norbert Fluhr 2009
Trommeln kann jeder. Das rhythmische Schlagen verströmt Lebensfreude, löst Emotionen und Aggressionen aus, fördert die non-verbale Kommunikation. Erfahrungen, die zwölf Teilnehmer eines Workshops der Männerseelsorge im Haus St. Gottfried in Ilbenstadt machten.
Dumpf prasseln die Schläge auf die Djemben und Congas. Die Fenster scheinen zu vibrieren. Die Spielfreude der zwölf Trommler ist unverkennbar. Für Werner Kahlau aus Griesheim und Alfred Weierich aus Aschaffenburg keine ungewohnten Klänge. „Berührungsängste" sind den beiden fremd, denn zum zweiten Mal haben sie sich für das Kreativseminar angemeldet.
„Wir machen hier keinen Wettbewerb"
Walter Massoth weiß seit Jahren die faszinierende Klangfülle einer Trommel zu schätzen. Der Bürstädter hat seine eigene Djembe, die er liebevoll mit einem Flausch an der Oberfläche geschmückt hat, zum Workshop mitgebracht. Musikalische Vorkenntnisse sind aber nicht erforderlich, macht Musiktherapeut Rainer Maria Müller gleich zu Beginn deutlich. Das Gemeinschaftsgefühl der Männergruppe ist bedeutsam, fördert die Dynamik. Wer kurz aus dem Rhythmus gerät, steht nicht unter Druck. „Wir machen hier keinen Wettbewerb", sagt Müller, der in Reborn, ganz in der Nähe von Meisenheim, ein Studio und ein Atelier eingerichtet hat. Die Menschen seien in unserem Kulturkreis von Strukturen geprägt. Beim Trommeln sei es aber bedeutsam, „aus dem Bauch heraus etwas klingen zu lassen, um die zurückkommende Kraft in uns zu spüren."
Zur Mitte kommen, zum eigenen Rhythmus finden, heißt Müllers Credo. Eine Botschaft, die bei den Männern ankommt. Das gemeinsame Spiel verbindet, „erdet" jeden Einzelnen. Ein therapeutischer Ansatz, denn Veränderungen werden spürbar. Im Grunde gebe es nur drei Gefühle, erläutert der Männerreferent des Bistums Mainz, Hubert Frank: Freude, Trauer und Angst. Emotionen, die bei den Teilnehmern unterschiedliche Wirkungen auslösen. Wichtig ist nur eins: „Bleibt bei euch - findet in diesem Moment euren eigenen Rhythmus."
Drei Taktmaße sind keine Hexerei
Es ist ein gruppendynamischer Prozess des Sich-Einlassens auf das Ungewisse - so wie im Lebensalltag, in dem der Mensch vor wichtigen Entscheidungen steht. Drei Taktmaße sind keine Hexerei. Müller demonstriert dies: Dem dumpfen Bass-Schlag in der Mitte der Trommel folgt ein offener Schlag, der von einem Slag, dem peitschenartigen Randschlag, abgerundet wird. Ausgelassenheit zeigen die Trommler beim Samba, im Zwei- Viertel-Takt wiegen die Männer die Instrumente. Dabei kommt es zu spontanen phonetischen „Überlagerungen". Der Fachmann nennt dies Polyrhtythmik. Beim anschließenden Reaggae folgen die Männer den Anweisungen von Müller fast spielerisch. Nur der zweite und vierte Schlag wird betont, die Zwischenschläge sind die off-Beats.
Dass sich die Männer binnen kurzer Zeit zu einer eingeschworenen Gemeinschaft verfestigt haben, zeigt sich am Abend beim Lagerfeuer. „Wir müssen uns erden", sagt Frank. Den festen Boden unter den Füßen spüren die zwölf Trommler, auch wenn einige im Crescendo der Trommel-Performance einen Freudentanz um das offene Feuer vollführen.
(Aus: Bistumszeitung Glaube und Leben, Nummer 46, 15.11.2009)

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