Herzlich willkommen beim Referat Hochschulseelsorge
Die pastoralen Bemühungen der Hochschulgemeinden im Bistum Mainz entfalten sich in den vier Grunddiensten der Kirche: Gemeinschaft ("coinonia"), Verkündigung ("martyria), Gottesdienst ("leiturgia") und Caritas ("diakonia"). Diese Dienst werden in unseren Einrichtungen in vielfältiger Form verwirklicht; einen entscheidenden Faktor bilden hierbei die räumlichen und personellen Möglichkeiten der jeweiligen Gemeinden. So ist neben der Verortung der Hochschulgemeinde, der gegebene Stellenumfang der haupt-amtlichen Mitarbeiter/innen ein prägendes Element: eine Drittel-Stelle (so in Bingen und Worms) oder eine halbe Stelle (Rüsselsheim) verlangt eine stärkere Akzentuierung in der Arbeit, weil Seelsorge im umfassenden Sinn nicht möglich ist.
Dabei bewegen sich die Hochschulgemeinden alle im Spannungsfeld eines Selbstverständnisses zwischen "Gemeinde", als Ort kirchlicher Gemeinschaftsbildung und dem "Forum", das neue Formen der Präsenz von Kirche im Rahmen der Hochschulen sucht. Die Aktionsform des "Forums" bietet die Möglichkeit, Studierende und Lehrende zu gesellschaftlichen, politischen, ethischen und sozialen Themen im Hochschulkontext ins Gespräch zu bringen.
Wahrnehmungen der Hochschulseelsorger/innen im Bistum Mainz
Grundsätzlich erleben die Hochschulseelsorger/innen die Situation der Hochschulseelsorge im Umbruch. Dabei stehen die Erfahrung des Bedeutungsverlustes kirchlicher Präsenz und deren Angebote neben der grundsätzlichen Wertschätzung der Hochschulgemeinden und ihrer Arbeit durch Studierende, Lehrende und Hochschulleitung.
Folgende paradoxe Situationen stehen für diese Erfahrungen:
- Einerseits ist das "Gemeindemodell" für Ehren- und Hauptamtliche unaufgeb-bar, andererseits mangelt es an der Identifikation mit der Hochschulgemeinde vor Ort, vor allem durch Studierende
- Einerseits artikulieren Studierende und Lehrende vielfältige Bedürfnisse (Ver-bindlichkeit, Orientierungshilfe,...), andererseits werden die vorhandenen Angebote nur mäßig genutzt.
Den "Mitgliederschwund", den kleine und große Gemeinden in unter-schiedlicher Weise erleben, sowie den Rückgang von verbindlichem Engagement Studierender innerhalb von KHG/KSG, der in jeder Hochschulgemeinde erfahren wird, verstehen die Hochschulseelsorger/innen als Antrieb, ihre Arbeit angesichts der "Zeichen der Zeit" neu zu bedenken.
Dabei hat die kollegiale Kooperation (Fachkonferenzen der Hoch-schulseelsorger/innen) eine zentrale Bedeutung, ebenso die Ökumene und die Zusammenarbeit mit den Gemeinden vor Ort.
aus: "Hochschulpastoral im Bistum Mainz - Positionen und Perspektiven",
Papier der in der Hochschulpastoral tätigen MitarbeiterInnen der Diözese Mainz aus dem Jahr 2002