Liturgie: Was ist das? 

Liturgie bezeichnet christliche Rituale zur Verehrung Gottes und zur Erlösung und Rettung des Menschen. Die Liturgie umfasst das gesamte gottesdienstliche Geschehen: Gebet, Lesung und Verkündigung, Gesang, Gestik, Bewegung und Gewänder, liturgische Geräte, Symbole und Symbolhandlungen, die Spendung von Sakramenten und Sakramentalien.
Liturgie stellt die konkrete Gemeinde hinein in außergewöhnliche raum-zeitliche Bezüge: zur Vergangenheit, wie sie biblische Texte erzählen; zu allen anderen Menschen auf der Welt, die an Christus glauben; zur Zukunft, in der einst Gottes Reich umfassend verwirklicht sein wird.

Liturgie: Das Jenseits berühren

Wenn Christen zum Gottesdienst zusammenkommen, setzen sie darauf, dass in der Liturgie Gott selbst handelt und jeden so annimmt, wie er ist. Sie glauben an einen Gott, der an die Menschen glaubt. Die Liturgie dient nicht irgend welchen Interessen und ist auch an keine Vorleistungen gebunden. Vielmehr gibt sie einem Gott Raum, der die Menschen zum Wir der Freien und Erlösten herausruft und sie mit dem Himmel in Berührung bringt.

Liturgie: Im Diesseits feiern

Wie können solche Erfahrungen heute im Umfeld säkularer Erlebniswelten und Rituale im christlichen Gottesdienst eröffnet werden?
Wie können die großen und in der christlichen Tradition gewachsenen liturgischen Formen lebendig gefeiert werden?
Wie kann die Liturgie dem differenzierten Lebensgefühl von heute gerecht werden?
Wie können neue Formen entstehen, die dem Wandel der Zeit Rechnung tragen, ohne im Zeitgeist aufzugehen?
Fertige Lösungen gibt es dafür nicht, doch viele ermutigende Versuche.

Liturgie: Mit Menschen gestalten

Das Liturgiereferat macht sich mit Liturgiekreisen auf den Weg, die sich mit solchen Fragen auseinander setzen und bietet dazu Kurse an. Es vermittelt Referentinnen und Referenten für eine spezielle liturgische Qualifizierung und begleitet Gemeinden und Gruppen, die einen Prozess der liturgisch-spirituellen Erneuerung gehen möchten.

 

Gedanken zur Liturgie 

  • Wo darf ich so sein, wie ich bin - mit meiner Lebensgeschichte, mit dem, was mir gelungen ist und mit dem, woran ich gescheitert bin?
     
  • Wie kann ich über mich hinauskommen, die Enge meines Alltags aufbrechen und erfahren, dass ich mehr bin als nur ein Rädchen im Räderwerk der Gesetzmäßigkeiten und Verläufe?
     
  • Wie kann ich angesichts von Leid und Tod leben? Was gibt mir Vertrauen in den Lebensgrund?
     
  • Wo gibt es einen Ort, an dem ich erfahren kann, dass ich einzigartig bin und nicht durch andere ersetzt werden kann?
     
  • Was lässt mich den Himmel spüren, in dem meine Visionen und Träume Raum finden und den ich nicht selbst herstellen muss?
     
  • Auf diese Fragen gibt es keine einfachen Antworten. Es gibt aber eine Praxis, mit ihnen umzugehen: Die Feier des Gottesdienstes.
Spür den Himmel