„70 Jahre nach Kriegsbeginn"
Bedrängende Erinnerung, noch immer wirksam
Ab dem frühen Morgen des 1. September 1939 wurde (angeblich) „zurückgeschossen", begannen die militärischen Kampfhandlungen des Zweiten Weltkriegs. Doch der Krieg fing schon viel früher an. Bereits Anfang Februar 1933 hat ihn Hitler vor der Wehrmachtsführung angekündigt. Der gnadenlose Kampf gegen alle, die sich dem NS-System nicht beugen wollten, die Eliminierung der Juden aus dem öffentlichen Leben begannen am ersten Tag nach der Machtübernahme. Sie steigerte sich bis zum rassistischen Vernichtungskrieg. Und: Was systematisch begonnen wurde, wirkt weit über das Kriegsende hinaus nach. Mehr und mehr wächst die Einsicht, dass die seelische Traumatisierung der überlebenden Opfer über Generationen fortwirkt - wie auch das „Erbe" von Tätern und Mitläufern, die verbreitete Blindheit gegenüber den Opfern und der eigenen Schuld an die Nachfahren weitergegeben wird. Die Kapitulation am 8. Mai 1945 setzte zwar den Kampfhandlungen ein Ende, nicht aber dem Fortwirken des Zweiten Weltkriegs, dessen, was ihn ermöglichte und was er auslöste - selbst bei vielen von denen, die erst nach 1945 geboren wurden.
Eine Ausstellung im Dom zeigt wichtige Stationen von den Anfängen vor dem Anfang bis hin zu den Auswirkungen in heutiger Zeit. In einem „Stationengang" werden vielfältige Erfahrungen von Zeitgenossen und ihren Nachfahren ins Wort gebracht, zu denen Domorganist Albert Schönberger eigene Klangräume geschaffen hat.
Begleitende Ausstellung im Dom
Samstag, 24. Januar bis Mittwoch, 28. Januar 2009
9:00 Uhr bis 17:00 Uhr
Eröffnung am Freitag, 23. Januar 2009, 18:00 Uhr
