Pastoralreferent/in ist ein relativ junger kirchlicher Beruf. Es gibt ihn in Deutschland seit etwas mehr als 30 Jahren. Seine Entstehung verdankt sich dem Impuls des
II. Vatikanischen Konzils, das die Verantwortung und Teilnahme der Laien an der Sendung der Kirche betont und neu herausgestellt hatte.
In Deutschland wurde dieser Impuls von der Gemeinsamen Synode der Bistümer in der Bundesrepublik Deutschland aufgegriffen und weiter entwickelt. In ihrem Beschluss "Dienste und Ämter" sagt sie: "Von der jedem Christen unmittelbar durch Taufe und Firmung gegebenen Sendung sind die pastoralen Dienste im engeren Sinn zu unterscheiden. In ihnen nehmen Laien, von den Bischöfen ausdrücklich beauftragt, in bestimmten Sachbereichen am amtlichen Auftrag der Kirche teil" (3.1.2).
Mit Beginn der siebziger Jahre wurde zunächst vereinzelt und ab 1973 in verstärktem Maße der Beruf Pastoralreferent/in in deutschen Diözesen eingeführt. Häufig wurden Pastoralreferent/inn/en in der Gemeindeseelsorge eingesetzt, weil dort die Personalnot am größten war. Später wurde der Einsatz dann differenzierter, zumal die deutschen Bischöfe in ihrem Rahmenstatut von 1978 als den eigentlichen Ort für den Einsatz der Pastoralreferent/inn/en nicht die Gemeinde, sondern die überpfarrliche Seelsorge und die Sonderseelsorge bezeichneten. Entsprechend diesem Statut sind in
einigen Diözesen Pastoralreferent/inn/en überwiegend in der kategorialen Seelsorge eingesetzt, nach wie vor nehmen sie aber in vielen Diözesen auch Aufgaben in der Gemeindeseelsorge wahr.
Im Bistum Mainz gibt es den Beruf Pastoralreferent/in seit 1973. Inzwischen umfasst die
Berufsgruppe 159 Personen, davon 91 Männer und 68 Frauen.
Der Schwerpunkt des Einsatzes liegt in der kategorialen Seelsorge.
Seit den achtziger Jahren, als sehr viele Theologiestudierende den Beruf Pastoralreferent/in anstrebten, wurde das Einsatzfeld Schule im Bistum Mainz sehr stark ausgeweitet. Der Anteil der Pastoralreferent/inn/en, die im Religionsunterricht und in der Schulseelsorge eingesetzt sind, ist im Vergleich zu anderen Bistümern relativ hoch.