Orientierte Versammlung
Die Orientierte Versammlung ist ein Raumkonzept für Kirchenbauten, das durch seine Anordnung der liturgischen Orte die volle, bewusste und tätige Teilnahme (actuosa participatio) unterstützen will, wie sie vom Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) gefordert wird. Hauptmerkmal der Orientierten Versammlung ist eine Mittelachse, auf der sich Altar, Ambo (Lesepult) und Priestersitz befinden. Um diese Mittelachse herum versammelt sich die Gemeinde. Der Ambo steht dabei an der offenen Seite der Gemeinde gegenüber; der Altar steht in der Mitte der Versammlung. Der Priester richtet sich also bei den Gebeten am Altar zusammen mit der Gemeinde zur offenen Seite des Raumes, in der Regel nach Osten und das Kreuz aus. Bei Lesung und Predigt am Ambo stehen Lektor bzw. Priester der Gemeinde gegenüber.
Die Bonifatius-Kapelle des Mainzer Priesterseminars ist der erste Kirchenraum im Bistum Mainz, bei dem das Raumkonzept der so genannten Orientierten Versammlung umgesetzt wurde. Kardinal Karl Lehmann weihte die Kapelle am 19. Oktober 2008 ein. Entwickelt wurde das Konzept der Orientierten Versammlung von Baudirektor Johannes Krämer, Dezernent für Bau- und Kunstwesen im Bischöflichen Ordinariat.
tob (MBN)