Halloween

Halloween ist ein ursprünglich heidnisches Fest, mit dem die keltischen Druiden das Ende des Sommers feierten. Im 9. Jahrhundert wurde es christianisiert und mit dem Fest Allerheiligen in Verbindung gebracht. „All Hallows Eve“ bezeichnete den Vorabend des Allerheiligen-Festes (1. November). Irische Auswanderer machten das Fest im 19. Jahrhundert in den USA populär. Von dort ist es in säkularisierter Form wieder nach Europa zurückgekehrt, das heißt, die Verbindung mit christlichem Gedankengut ist nicht mehr sichtbar. Es ist die Situation entstanden, dass ein ursprünglich heidnisches, später christianisiertes Fest nach seiner Säkularisierung neu danach verlangt, wieder mit christlichem Geist gefüllt zu werden - wenn man es denn in der Kirche bzw. in der kirchlichen Jugendarbeit beheimaten will.

Halloween, durch geschickte Marketing-Strategen aus den USA mit wachsendem Erfolg auch in Europa populär gemacht – ähnlich wie die Blumenverkäufe zum Valentinstag – hat heute mehr den Charakter von Spaß- und Grusel-Unterhaltung. Deshalb hat es zunächst keinen Bezug zum kirchlichen Leben, zumal es als neu eingeführtes Pseudo-Brauchtum gewachsene Traditionen wie das Totengedenken zu Allerheiligen oder die St. Martinsfeiern verdrängt. Dies gelingt vielleicht deshalb, weil deren Sinn von vielen nicht mehr verstanden wird.

Die Kirche betrachtet Halloween als eine Problemanzeige. Sie sieht die Gefahr, dass die Menschen in einer Spaß- und Erlebnisgesellschaft von den ernsten Lebensfragen, z. B. nach Leben und Sterben, Tod und Trauer abgebracht und mit einer seichten Oberflächlichkeit immer neuer Events abgespeist werden. Spaß allein reicht nicht aus. Immer mehr Menschen entdecken, dass hinter einer totalen „Verspaßung“ letztlich nur eine totale Kommerzialisierung steckt.

Deshalb die kirchlichen Bedenken gegenüber Halloween. Der Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte des Bistums Mainz, Dr. Eckhard Türk, erklärt dazu: Es gelte, den Menschen in der ruhigen Jahreszeit entdecken zu helfen, „woraus man wirklich leben kann und was auch durchs Dunkle trägt“. Das sei das Ziel der kritischen Haltung der Kirche zu Halloween. Aus dieser Sicht gibt es eine Vielzahl von Versuchen im kirchlichen Raum, die Popularität von Halloween zu nutzen und die Kinder und Jugendlichen über diesen Ansatz anzuregen, sich mit dem Fest Allerheiligen und dem Leben nach dem Tod auseinander zu setzen. Zugleich will die Kirche zeigen, dass das St. Martinsfest das authentische Lichtfest der Christen auf dem Weg zum Advent und zu Weihnachten ist.

Wenn katholische Kinder- und Jugendgruppen die Halloween-Mode mitmachen, wird dies nicht untersagt. Es wird den Verantwortlichen jedoch nahe gelegt, daran anknüpfend die Sinnfrage zu stellen und sich die Botschaften des Allerheiligenfestes und des Festes St. Martin mit seinem Brauchtum in Erinnerung zu rufen. Bloße Halloween-Grusel-Spaß-Veranstaltungen sollten nicht den Anspruch erheben, im kirchlichen Raum beheimatet zu sein.

Sk (MBN)