Enzyklika

Eine Enzyklika ist ein kirchliches Rundschreiben (von griechisch „kyklos“, zu deutsch „Kreis“). Seit Papst Benedikt XIV. (1740 bis 1758) versteht man unter einer Enzyklika ein gedrucktes Lehrschreiben des Papstes. Es richtet sich in der Regel an die ganze Kirche, manchmal auch an „alle Menschen guten Willens“ – so zuerst bei Papst Johannes XXIII. im Jahr 1963 in seiner Friedensenzyklika „Pacem in terris“. Gegenstand einer Enzyklika sind Fragen der Glaubens- und Sittenlehre, der Philosophie oder der Sozial-, Staats- und Wirtschaftslehre.

Enzykliken, die normalerweise in lateinischer Sprache veröffentlicht werden, werden nach ihren Anfangsworten zitiert, die meist auch den Inhalt anklingen lassen. Sie gelten, soweit sie sich an die Gesamtkirche wenden, als Ausdruck der obersten Lehrgewalt des Papstes, stellen aber keine unfehlbare Lehräußerung dar. Enzykliken wollen Antworten auf Fragen der Zeit geben. Seit Ende des 19. Jahrhunderts haben die Päpste mehr als 100 Enzykliken veröffentlicht. Papst Johannes Paul II. hat während seiner 26-jährigen Amtszeit 14 Enzykliken verfasst. Die erste Enzyklika von Papst Benedikt XVI. trägt den Titel „Deus caritas est“ („Gott ist die Liebe“). Sie wurde am 25. Januar 2006 veröffentlicht. Zwar haben Enzykliken nicht den Status einer „Regierungserklärung“, trotzdem ist die erste Enzyklika eines Pontifikates oft programmatischen Inhalts.

Berühmt wurde beispielsweise die 1937 in deutscher Sprache veröffentlichte Enzyklika „Mit brennender Sorge“ von Papst Pius XI., mit der er sich gegen die nationalsozialistische Ideologie wandte. Bahnbrechend war auch die Enzyklika „Rerum novarum“ (1891) von Papst Leo XIII., mit der die katholische Soziallehre begründet wurde.

am (MBN)