MBN vor 40 Jahren
Für 9. bis 11. Oktober 1970 wird ein bundesweites Treffen zum Jubiläum „Zehn Jahre Freiwilliges Soziales Jahr" in Mainz angekündigt. Das Treffen, zu dem die Teilnehmer des so genannten „Jahres für den Nächsten" eingeladen waren, stand unter der Überschrift „Soziales Engagement des Jugendlichen - Alibi unserer Gesellschaft - Sandkastenspiele oder ein Beitrag zur Humanisierung der menschlichen Beziehungen?". In den ersten zehn Jahren seit Bestehen hätten bundesweit rund 15.000 junge Menschen in den beiden Kirchen ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert.
Weiter heißt es in den MBN: „Das Freiwillige Soziale Jahr für den Bereich der Katholischen Jugendarbeit besteht seit zehn Jahren und lief zunächst unter dem Namen ‚Jahr für die Kirche'. Jährlich verlassen Jugendliche ihren Beruf oder schieben die Berufsausbildung auf, um in den Einrichtungen der Kinder-, Alten- und Krankenpflege zu arbeiten. Während dieser Dienst in der Öffentlichkeit meist unter dem Aspekt des Arbeitskräftemangels in den sozialen Einrichtungen gesehen wurde und man auf diesem Wege Nachwuchs für die Krankenpflege zu gewinnen suchte, sieht der Bund der Deutschen Katholischen Jugend in dem Freiwilligen Sozialen Jahr eine hervorragende Möglichkeit, ein Modell außerschulischer Jugendarbeit zu praktizieren. Von dieser Vorstellung getragen, soll das Freiwillige Soziale Jahr zwei Zielen dienen: Der Persönlichkeitsbildung des jungen Menschen und der Befähigung junger Menschen, zur Veränderung gesellschaftlicher Bedingungen beizutragen. Die Verantwortlichen der kirchlichen Jugendarbeit wollen somit aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Freiwilligen Sozialen Jahres die Wandlung in der Zielsetzung des sozialen Dienstes vor der Öffentlichkeit in der geplanten Großveranstaltung in Mainz darstellen. Zugleich soll diese Einrichtung in ihrer Motivation, Methode und Organisation einer kritischen Prüfung unterzogen werden."
Mainzer Bistumsnachrichten vom 18. August 1970 (Nr. 7/1970)