Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 21, 10. Juni 2010

Bischöfliche Pressestelle Mainz, Leiter: Tobias Blum, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz
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Berichte

Lehmann und Banzer stellten Erzieher-Kampagne vor
Edwin Burger beigesetzt
Kardinal würdigte Theologen Erik Peterson
Kapelle der Mainzer Dominikaner eingeweiht
Pfarreienfusion in Dieburg

 

Vorschau

Kabinettausstellung über „Päpstin" Johanna (16.6.-1.10.)
Erste Absolventen von Abitur-Online (11.6.)
Weihbischof Guballa spricht über Pfarrer von Ars (17.6.)

 

Berichte

Banzer und Lehmann stellten Kampagne für den Erzieherberuf vor

Motto: „Große Zukunft mit kleinen Helden - Werde Erzieherin/Erzieher"

Mainz-Kostheim, 7. Juni 2010: Vorstellung der Erzieher-Kampagne in St. Kilian in Mainz-Kostheim (v.l.n.r.): Pfarrer Gottfreid Scholz, Kita-Leiterin Ulrike Weißenberger, Familienminister Jürgen Banzer, Kardinal Karl Lehmann und Pressesprecherin Gesa Krüger mit Kinder der Einrichtung.

Mainz-Kostheim, 7. Juni 2010: Vorstellung der Erzieher-Kampagne in St. Kilian in Mainz-Kostheim (v.l.n.r.): Pfarrer Gottfreid Scholz, Kita-Leiterin Ulrike Weißenberger, Familienminister Jürgen Banzer, Kardinal Karl Lehmann und Pressesprecherin Gesa Krüger mit Kinder der Einrichtung.

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Mainz-Kostheim. Bei der Vorstellung der hessischen Kampagne für den Erzieherberuf hat der hessische Familienminister Jürgen Banzer darauf hingewiesen, dass die Kirchen „die wichtigsten freien Träger" im Kindergartenbereich sind. Bei der Pressekonferenz am Montag, 7. Juni, in der Kindertagesstätte St. Kilian in Mainz-Kostheim zeigte er sich dankbar, dass die Kirchen mit dem Land in dieser Frage „Hand in Hand gehen". Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, bezeichnete die Sorge um Kinder als „eine besonders herausragende Aufgabe der Kirche". Er nehme immer wieder wahr, „mit welch großer Freude die Erzieherinnen und Erzieher ihre Arbeit verrichten". Insgesamt werde der Beruf nicht so geschätzt, „wie er es verdient hätte", sagte Lehmann.

Pfarrer Gottfried Scholz verwies auf die Schwierigkeiten, Erzieher für die Kindertagesstätte in Mainz-Kostheim zu finden. „Heute sind wir froh, wenn wir auf eine teure Anzeige hin ein paar Bewerbungen bekommen." Die Leiterin der Kindertagesstätte St. Kilian, Ulrike Weißenberger, machte deutlich, dass es immer schwieriger werde, Menschen für den Beruf zu gewinnen. Vor allem die Tatsache, dass es in der fünfjährigen Ausbildungszeit keine Vergütung gebe, „können sich viele Familie heute kaum noch leisten", sagte Weißenberger.

Im Folgenden dokumentieren wir den Wortlaut der gemeinsamen Presseerklärung des Hessischen Ministeriums für Arbeit, Familie und Gesundheit und des Bistums Mainz:

 

Familienminister Jürgen Banzer und Kardinal Karl Lehmann stellen
in Mainz-Kostheim Werbe- und Imagekampagne für den Erzieherberuf vor
GROSSE Zukunft mit kleinen HELDEN - Werde Erzieherin/Erzieher

Mainz-Kostheim, 7. Juni 2010: Familienminister Jürgen Banzer (hinten links) und Kardinal Karl Lehmann mit den Kindern der Kindertagesstätte St. Kilian in Mainz-Kostheim.

Mainz-Kostheim, 7. Juni 2010: Familienminister Jürgen Banzer (hinten links) und Kardinal Karl Lehmann mit den Kindern der Kindertagesstätte St. Kilian in Mainz-Kostheim.

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„Es gibt kaum eine wichtigere und schönere Aufgabe, als Kinder von klein auf beim Heranwachsen zu begleiten und ihnen zu helfen, ihre Interessen und Begabungen zu entdecken und zu entfalten. Deshalb ist auch der Beruf der Erzieherin und des Erziehers etwas ganz Besonderes. Mit der landesweiten Kampagne ‚Große Zukunft mit kleinen Helden - Werde Erzieherin/Erzieher' wollen wir auf die Attraktivität dieses Berufsfelds aufmerksam machen und mehr Menschen dafür interessieren", erklärte der hessische Familienminister Jürgen Banzer am Montag, 7. Juni, anlässlich der Vorstellung der Kampagne in der katholischen Kindertagesstätte St. Kilian in Mainz-Kostheim.

Aktuell und in den kommenden Jahren existiere ein kontinuierlich hoher Bedarf an Fachkräften in Kindertageseinrichtungen. Vor diesem Hintergrund habe das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit eine Werbe- und Imagekampagne für den Erzieherberuf entwickelt, um die Träger der Einrichtungen dabei zu unterstützen, geeignetes Personal zu finden. „Ich freue mich, dass wir die Kirchen für die Unterstützung dieser Kampagne gewinnen konnten - sie sind neben den Kommunen nicht nur die größten Einrichtungsträger, sondern engagieren sich auch in der Aus- und Fortbildung", sagte der Minister.

Kardinal Lehmann sagte, dass die Kindertageseinrichtungen für das Bistum Mainz ein zentraler pastoraler Ort seien und die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich der Herausforderung stellen, die Neugier der Kinder zu fördern und ihre Fragen aufmerksam aufzugreifen.

Er zitierte die Pastoralen Richtlinien für die Katholischen Kindertageseinrichtungen, welche die zentralen Grundlagen der Erziehung, Bildung und Betreuung im Bistum Mainz sind: „Die Erwachsenen treten als unterstützende Begleiter im Selbstwerdungsprozess der Kinder auf". Und weiter: „Der Träger verpflichtet sich bei der Auswahl des Personals darauf zu achten, dass dieses in Bezug auf Fachlichkeit, Persönlichkeit und christliche Grundhaltung geeignet ist, in der Kirche beheimatet ist und die Glaubens- und die Lebensvollzüge der katholischen Kirche mitträgt."

Mit Stand zum Stichtag 1. März 2009 befanden sich von den 3.849 Kindertageseinrichtungen in Hessen 468 in katholischer Trägerschaft (etwa 12 Prozent). Mit den 677 Kindertageseinrichtungen in evangelischer Trägerschaft (18 Prozent) beläuft sich der Anteil der kirchlichen Kindertageseinrichtungen in Hessen auf etwa 30 Prozent aller Tageseinrichtungen in Hessen.

Die Anzahl der pädagogischen Fachkräfte in katholischen Tageseinrichtungen für Kinder in Hessen beläuft sich auf rund 5.350. In Trägerschaft der evangelischen Kindertageseinrichtungen arbeiten etwa 7.900 pädagogische Mitarbeiter/innen. Landesweit werden in katholischen Kindertageseinrichtungen in Hessen etwa 32.000 Kinder erzogen, gebildet und betreut. Zusammen mit den evangelischen Einrichtungen erreichen die kirchlichen Träger fast 74.000 Kinder.

Im hessischen Gebietsanteil des Bistums Mainz sind 140 Kindertagesstätten in katholischer Trägerschaft. Etwa 1.300 pädagogische Mitarbeiter/innen arbeiten in den katholischen Kitas. Dort werden täglich rund 10.000 Kinder gebildet, erzogen und betreut.

Erheblicher Fachkräftebedarf in Kindertageseinrichtungen

Mainz-Kostheim, 7. Juni 2010: Vorstellung der Erzieher-Kampagne in der Kita St. Kilian (v.l.n.r.): Pfarrer Gottfried Scholz, Leiterin Ulrike Weißenberger, Familienminister Jürgen Banzer und Kardinal Karl Lehmann.

Mainz-Kostheim, 7. Juni 2010: Vorstellung der Erzieher-Kampagne in der Kita St. Kilian (v.l.n.r.): Pfarrer Gottfried Scholz, Leiterin Ulrike Weißenberger, Familienminister Jürgen Banzer und Kardinal Karl Lehmann.

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„Die Sicherung des Fachkräftebedarfs in Kindertageseinrichtungen ist eine grundlegende Voraussetzung zum quantitativen und qualitativen Ausbau der frühkindlichen Bildungs- und Betreuungsangebote in Kindertageseinrichtungen", erklärte Familienminister Jürgen Banzer. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für unter Dreijährige ab 2013, kleinere Gruppen und eine Stärkung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der Kindertageseinrichtungen sorgten für einen erheblichen Bedarf an zusätzlichen Fachkräften. In den 3.849 Kindertageseinrichtungen in Hessen seien derzeit rund 41.000 Personen tätig. Das Hessische Ministerium für Arbeit, Familie und Gesundheit gehe davon aus, dass durch den Ausbau der Angebote in Kindertageseinrichtungen mit einem Mehrbedarf an sozialen Fachkräften in Kindertageseinrichtungen von 6.000 bis 8.000 Personen für die kommenden Jahre zu rechnen ist.

Mit der Kampagne wolle die Landesregierung verschiedene Zielgruppen ansprechen: Junge Frauen mit Mittlerer Reife oder Abitur ebenso wie junge Männer mit diesen Schulabschlüssen, die in Kindertageseinrichtungen bislang deutlich unterrepräsentiert sind, zudem Quereinsteiger, die aus einem anderen Beruf in den Erzieherberuf wechseln möchten, ferner in besonderer Weise auch Interessenten mit Migrationshintergrund, die ihre interkulturelle Erfahrung einbringen können. „Es gibt viele Wege in den Erzieherberuf. Deshalb möchte ich jedem, der daran Interesse hat, empfehlen, sich zum Beispiel von den Fachschulen beraten zu lassen, ob für ihn der Einstieg möglich ist", sagte Familienminister Jürgen Banzer.

Familienminister Banzer wies darauf hin, dass diese Kampagne „GROSSE Zukunft mit kleinen HELDEN - Werde Erzieherin/Erzieher" nur ein Teil der Initiative der Landesregierung zur Sicherung des Fachkräftebedarfs in Kindertageseinrichtungen in Hessen darstellt. So hat die Landesregierung bereits frühzeitig und bedarfsgerecht auf den zu erwartenden Fachkräftebedarf reagiert. So verwies Jürgen Banzer auf eine in den vergangenen Jahren ansteigende Zahl von Studierenden als Konsequenz des Ausbaus des fachschulischen Ausbildungsangebotes. Die Zahl der Studierenden an den 29 Fachschulen für Sozialpädagogik sei in den letzten fünf Jahren von 4.084 auf 4.881 Personen und damit um fast 20 Prozent angewachsen. Die Zahl der männlichen Studierenden stieg von 487 auf 674 an.

Kardinal Lehmann wies auf Ergebnisse einer eigenen Arbeitsgruppe zum Thema „Personalgewinnung" hin, die hierzu derzeit ebenfalls Maßnahmen abstimmt. Insbesondere bedarf es eines Ausbaus der Vernetzung von Ausbildung und Praxis, einer altersgerechten Personalentwicklung und auch der grundsätzlichen Perspektive innerhalb des Berufes, um das Berufsfeld attraktiv erscheinen zu lassen..

Mehr gesellschaftliche Anerkennung für den Erzieherberuf

„Die hohen Anforderungen in Kindertageseinrichtungen müssen sich in einer höheren gesellschaftlichen Anerkennung für die Arbeit der Erzieherinnen und Erzieher niederschlagen. Aus diesem Grund soll die Kampagne nicht nur für den Beruf der Erzieherin/des Erziehers werben, sondern auch deutlich darauf hinweisen, dass die Tätigkeit in Kindertagesstätten ein attraktives und zukunftsorientiertes berufliches Arbeitsfeld darstellt", unterstrich Jürgen Banzer.

Kardinal Lehmann erinnerte auch an die erforderlichen Rahmenbedingungen, die einen jungen Menschen dazu ermuntern, eine Berufswahl zu treffen. Insbesondere im Arbeitsfeld Kindertageseinrichtungen sind die Herausforderungen nicht zu leugnen, wie zum Beispiel auch eine fünfjährige Ausbildung, hohe Alltagsbelastung und eine stark geforderte Flexibilität im Eingehen auf die Wünsche von Eltern und Bedarfe von Kindern.

Bis Ende 2011 angelegte Werbe- und Imagekampagne

Im Rahmen der bis Ende 2011 angelegten Kampagne wird

  • mit Werbeträgern (z.B. Großplakaten mit drei Motiven, Plakaten A1 mit vier Motiven, zwei zielgruppenspezifischen Flyern, Postkarten mit drei Motiven, Aufklebern, Linienbuswerbung),
  • mit einer Website (http://www.grosse-zukunft-erzieher.de/),
  • mit der Schaltung von Anzeigen und im Rahmen von Direct-Mailings (z.B. an Teilnehmer/innen in Freiwilligendiensten in Hessen; Besitzer/innen einer Jugendleiter/innen-Card),
  • mit Informationsständen und -aktionen (z.B. Promotionstand beim Hessentag, Infotour an Realschulen),
  • im Rahmen von Aktionen mit Kooperationspartnern (z.B. Gestaltung von Plakatwänden durch eine Kindertageseinrichtung, Filmwettbewerb an Fachschulen für Sozialpädagogik)
  • über den Beruf der Erzieherin / des Erziehers und dessen Rahmenbedingungen (Ausbildung, Zugänge, Verdienst u.a.) informiert und für das Kampagnenziel geworben.

tob (MBN)

 

Edwin Burger beigesetzt

Kardinal Lehmann würdigt langjährigen Redakteur von „Glaube und Leben"

Mainz. Edwin Burger, der fast drei Jahrzehnte als Redakteur die Mainzer Bistumszeitung „Glaube und Leben" in Wort und Bild geprägt hat, ist am Dienstag, 8. Juni, unter großer Anteilnahme von Verwandten, Freunden und Kollegen auf dem neuen Friedhof in Mainz-Weisenau beerdigt worden. Zuvor war seiner in einem Sterbeamt in St. Alban in der Mainzer Oberstadt gedacht worden. Burger war am 31. Mai im Alter von 59 Jahren in Mainz gestorben. Er war nach seinem Volkswirtschaftstudium am 1. November 1980 Redakteur bei „Glaube und Leben" geworden. Burger hinterlässt seine Frau Marianne und seinen 18-jährigen Sohn Christian.

Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat Burger in einem Beitrag für „Glaube und Leben" (Ausgabe vom 13. Juni) gewürdigt: „Unsere Kirchenzeitung ist in den letzten 30 Jahren ohne ihn undenkbar. Darum werden wir ihm über das Grab hinaus dankbar verbunden bleiben", schreibt der Kardinal darin. Lehmann hebt auch sein Wirken als Fotograf hervor: „Vor allem auch mit seinen Fotos, die er mit dem besonderen Blick für aufschlussreiche Motive einfing, hat er die Berichterstattung der Bistumszeitung lebendig und anschaulich geprägt." Weiter schreibt er: „Edwin Burger war in sympathischer Weise neugierig, aber auch stets vornehm zurückhaltend. Er war freundlich und vertrauenswürdig. Ohne Scheuklappen stand er zu seiner Kirche."

tob (MBN)

 

Lehmann: Die Beschäftigung mit Erik Peterson lohnt sich

Vorstellung einer Neuerscheinung zum 120. Geburtstag des Theologen

Mainz, 7. Juni 2010: Vorstellung des Sonderbandes der Erik Peterson-Edition (v.l.n.r.): Professor Hans-Ulrich Weidemann, Dr. Barbara Nichtweiß und Kardinal Karl Lehmann.

Mainz, 7. Juni 2010: Vorstellung des Sonderbandes der Erik Peterson-Edition (v.l.n.r.): Professor Hans-Ulrich Weidemann, Dr. Barbara Nichtweiß und Kardinal Karl Lehmann.

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Mainz. Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat einen Sonderband der Edition der „Ausgewählten Schriften" des Theologen Erik Peterson (1890-1960) vorgestellt. Bei einer Akademiesoirée am Montagabend, 7. Juni, im Erbacher Hof würdigte er Peterson als „herausragenden Historiker", bei dem es auch nach Jahrzehnten noch Vieles zu entdecken gebe. Anlass war der 120. Geburtstag von Erik Peterson am gleichen Tag.

Zusammen mit Dr. Barbara Nichtweiß und Professor Hans-Ulrich Weidemann stellte Lehmann den Band „Ekklesia. Studien zum altchristlichen Kirchenbegriff" vor, der Vorträge von Peterson zum Verständnis der Kirche im frühesten Christentum enthält, die Peterson zwischen 1926 und 1928 in Bonn gehalten hat. Weidemann ist Professor für Neues Testament an der Universität Siegen sowie Herausgeber von Petersons Auslegung des Ersten Korintherbriefs und Mitherausgeber des aktuellen Sonderbandes. Nichtweiß ist Gesamtherausgeberin der Peterson-Edition und Leiterin der Abteilung Publikationen im Bischöflichen Ordinariat Mainz. Die Begrüßung hatte Professor Dr. Peter Reifenberg, Direktor der Bistumsakademie Erbacher Hof, übernommen.

In seiner Ansprache warb Lehmann dafür, auch im ökumenischen Gespräch mehr Augenmerk auf die Tatsache zu legen, dass Peterson Konvertit war. Der evangelische Theologe war 1930 in die katholische Kirche aufgenommen worden. Wörtlich sagte der Kardinal: „Ich bin fest davon überzeugt, dass Erik Peterson uns unheimlich viel zu sagen hat, weil er beide Seiten kennt. Seine Unabhängigkeit und Integrität bieten für die Ökumene eine größere Chance als man denkt. Deshalb ist es notwendig, ihn von beiden Seiten her zu entdecken. Dann fallen auch manche Fronten weg."

„Ein Meister des Überblicks"

Kardinal Lehmann hat in dem Band in einem eigenen Beitrag auf „die Fruchtbarkeit seiner Überlegungen" hingewiesen. In dem Text „Apostolizität der Kirche und apostolische Sukzession. Kleines Fragment aus dem Gespräch mit Erik Peterson über die heutige ökumenische Verständigung" schreibt der Kardinal über Peterson: „Er kann ungeheuer differenzieren, aber ist auch ein Meister des Überblicks und des theologischen Grundinteresses. Diese selten gewordene Eigenschaft kann uns auch heute noch fruchtbare Einsichten schenken. Darum lohnt es, sich mit Erik Peterson noch immer oder wieder neu zu beschäftigen."

Hinweis: Erik Peterson, Ekklesia. Studien zum altchristlichen Kirchenbegriff. Herausgegeben von Barbara Nichtweiß und Hans-Ulrich Weidemann. Mit einem Beitrag von Kardinal Karl Lehmann. Echter-Verlag, Würzburg 2010, Ausgewählte Schriften: Sonderband, 220 Seiten, 19,80 Euro. ISBN 978-3-429-03286-9.

tob (MBN)

 

Kardinal Lehmann weihte Kapelle der Mainzer Dominikaner ein

Künstlerische Gestaltung durch den Heilbronner Glaskünstler Raphael Seitz

Mainz, 4. Juni 2010: Kardinal Karl Lehmann bei der Altarweihe in der Hauskapelle der Mainzer Dominikaner, rechts Pater Sebastian Annas.

Mainz, 4. Juni 2010: Kardinal Karl Lehmann bei der Altarweihe in der Hauskapelle der Mainzer Dominikaner, rechts Pater Sebastian Annas.

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Mainz. Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat die Hauskapelle des Dominikanerklosters in der Mainzer Neustadt eingeweiht. Bei der Altarweihe am Freitag, 4. Juni, dankte Lehmann den Dominikanern für ihr Wirken im Bistum Mainz, „und besonders dafür, dass sie den Standort in Worms so eindrucksvoll wiederbelebt haben". Es sei „ein besonderes Geschenk", dass die Dominikaner ihr Studentat nach Mainz verlegt hätten, sagte Lehmann. In seiner Predigt betonte er, dass das ganze Haus dadurch ausgezeichnet werde, dass es in der neuen Kapelle „Herz und Mitte" habe. Er erinnerte daran, dass der Altar Christus symbolisiere. Bei einem „Tag der offenen Tür" konnte die Kapelle am Sonntag, 6. Juni, besichtigt werden.

An der Feier nahm auch Dominikaner-Provinzial, Pater Dr. Johannes Bunnenberg OP, aus Köln teil. Mit der Einweihung finde „eine wichtige Etappe der jüngeren Geschichte der Dominikaner in Mainz ihren Abschluss", sagte er. Der selbständige Konvent sei mittlerweile das Kloster „mit der größten Brüderschar im deutschsprachigen Raum". Er bedankte sich beim Bistum Mainz für die Unterstützung des Klosters. Der Prior des Mainzer Konventes, Pater Josef kleine Bornhorst OP, hatte die Gäste in der Kapelle begrüßt. Er hoffe, dass das Kloster „ein geistliches Zentrum für Stadt und Bistum" werde, sagte Pater Josef kleine Bornhorst.

Gestaltet wurde die Kapelle von dem Heilbronner Glaskünstler Raphael Seitz. Zwei Seiten des Raumes sind mit Glaswänden verkleidet; außerdem befindet sich der Tabernakel in einer Glasstele. Seitz bezeichnete das umgesetzte Konzept der Kapelle als „lichte Weite, weil das für mich das Wesen der Dominikaner zum Ausdruck bringt". Als Glaskünstler versuche er immer ein Licht zu ermöglichen, „das unsere Sehnsucht zur Hoffnung beflügelt", sagte Seitz.

Mainz, 4. Juni 2010: Ein Blick in die neue Kapelle des Mainzer Dominikaner, die von dem Glaskünstler Raphael Seitz gestaltet wurde.

Mainz, 4. Juni 2010: Ein Blick in die neue Kapelle des Mainzer Dominikaner, die von dem Glaskünstler Raphael Seitz gestaltet wurde.

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„Die Herausforderung für alle bestand darin, aus dem Profanraum des ehemaligen Kindergartens einen Sakralraum zu gestalten, der eine Weite und eine Intimität ermöglicht, und der dem neuen Kloster inmitten der Mainzer Neustadt eine besondere geistliche und künstlerische Komponente aufweist", erläuterte Pater Josef kleine Bornhorst OP. Und weiter: „Die Glaselemente ermöglichen Licht und Weite für den doch relativ kleinen Raum und geben durch einige farbige Lichtstreifen dem Raum eine besondere Stimmung." Gefertigt wurden die Glasarbeiten vom Glasstudio Derix in Taunusstein.

Die Dominikaner hatten den Neubau in der Gartenfeldstraße im Sommer 2008 bezogen. In dem Kloster, das auch Ausbildungshaus der Dominikanerprovinz Teutonia ist, leben zurzeit 17 Brüder, zehn davon gehören dem Studentat an, das heißt sie befinden sich in Ausbildung oder Studium. Das fünfgeschossige Haus ist damit voll belegt. In Mainz werden die Dominikaner erstmals 1257 urkundlich erwähnt, wo sie zunächst bis 1789 ansässig waren. Nach über 200 Jahren kehrte der Orden im Jahr 1993 nach Mainz zurück, wo die Gemeinschaft zunächst die Pfarrseelsorge von St. Bonifaz übernahm. An die lange Tradition der Dominikaner in Mainz erinnert noch die Dominikanerstraße in der Nähe des Staatstheaters.

Hinweis: http://www.dominikaner-mainz.de/

tob (MBN)

 

 

 

 

Pfarreienfusion in Dieburg

Generalvikar Giebelmann überreichte Urkunde bei Pfarrfest.

Dieburg. Die Pfarrgemeinden St. Peter und Paul sowie St. Wolfgang in Dieburg haben sich zum 1. Juni zu einer Pfarrgemeinde zusammengeschlossen. Der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, überreichte die Urkunde über die Fusion der beiden Pfarreien zur Gemeinde St. Peter und Paul beim Pfarrfest am Donnerstag, 3. Juni, in Dieburg an Pfarrer Alexander Vogl. Giebelmann würdigte die Katholische Kirche in Dieburg in ihrer Vielfalt als „ein Markenzeichen". Durch die Fusion sei „zusammengewachsen, was ursprünglich auch zusammen gehörte", sagte der Generalvikar. Pfarrkirche der neuen Pfarrei ist künftig St. Peter und Paul; St. Wolfgang ist Filialkirche. Der bestehende Gesamtpfarrgemeinderat der beiden Gemeinden bildet den Pfarrgemeinderat der neuen Pfarrei bis zur turnusmäßigen Neuwahl im Jahr 2011.

Giebelmann zeigte sich dankbar dafür, dass die Fusion auf Initiative der Gemeinden zustande gekommen sei: „Wir sind Ihnen dankbar, dass Sie von sich aus, auch mit der starken Unterstützung von Pfarrer Vogl, diesen Weg gegangen sind. Im Bistum Mainz wollen wir diese Zusammenarbeit nicht von oben verordnen, sondern aus den Gemeinden heraus entwickeln."

Die Zusammenführung der beiden Gemeinden müsse als Teil des Bistumsprozesses „Lebendige Gemeinden in erneuerten pastoralen Einheiten" verstanden werden. Wörtlich sagte er: „Wir bündeln unsere Kräfte, wir konzentrieren die Verwaltung, um die Kräfte für die seelsorglichen Aufgaben frei zu haben." Und weiter: „In diesem Prozess geht es um die Kooperation, um die Zusammenarbeit und die gegenseitige Ergänzung der Gemeinden unter Wahrung der eigenen Geschichte und der eigenen Besonderheit."

Der Generalvikar hob in seiner Ansprache die Chancen der Zusammenarbeit hervor: „Eine Gemeinde mit zwei Kirchen und einer entsprechenden Zahl kirchlicher Zentren hat die Möglichkeit verschiedene geistliche Angebote an ganz unterschiedliche Menschen zu machen. Wir sprechen heute von der Notwendigkeit und von den Aufgaben einer missionarischen Seelsorge, in der wir uns mit gebündelter Kraft den Menschen zuwenden, die die Praxis ihres Glaubens verloren haben, die den Weg zu den Antworten unseres Glaubens noch nicht gefunden haben oder die auf der Suche nach glaubenden Weggefährten sind."

tob (MBN)

 

Vorschau

Ausstellung über die Fabel der „Päpstin" Johanna (16.6.-1.10.)

Darstellungen aus sechs Jahrhunderten in der Mainzer Martinus-Bibliothek 

Mainz. Die Mainzer Martinus-Bibliothek widmet der Fabel über die sogenannte „Päpstin" Johanna von Mittwoch, 16. Juni, bis Freitag, 1. Oktober, eine Kabinettausstellung. Unter der Überschrift „Blumen auf das Grab der Päpstin" werden 87 Exponate aus sechs Jahrhunderten gezeigt, die sich dem geistesgeschichtlichen Phänomen widmen. Die Bücher, Erstausgaben und Illustrationen stammen alle aus dem Bestand der wissenschaftlichen Diözesanbibliothek und spannen einen Bogen vom ersten Auftreten des Motivs im Mittelalter über den wissenschaftlichen Nachweis, dass es eine „Päpstin" Johanna nie gegeben hat, bis zum wieder erwachten Interesse an dem Stoff in den letzten Jahrzehnten.

Eröffnungsvortrag von Dr. Hinkel (15.6.)

Der Direktor der Martinus-Bibliothek, Dr. Helmut Hinkel, wird die Ausstellung am Dienstag, 15. Juni, um 18.15 Uhr mit einem Vortrag eröffnen. Der Eintritt zu Ausstellung und Vortrag ist frei. Bei der Ausstellung wird deutlich, dass die große Mehrzahl der Chronisten des Mittelalters annimmt, dass Johanna aus Mainz stammt. Andere Herkunftsorte wie etwa Ingelheim sind nur marginal.

Entstanden ist die Fabel aus römischen Volkslegenden. Im 13. Jahrhundert gelangte sie in die weit verbreitete Chronik des Dominikaners Martin von Troppau (gestorben 1278) und wurde so in viele Handschriften übernommen und bis ins 16. Jahrhundert für wahr gehalten. Erst als in der Reformation mit der „Päpstin" Johanna die Verderbtheit des Papsttums bewiesen werden soll, bemühten sich Katholiken die „Päpstin" als legendär zu entlarven.

Hinweis: Martinus-Bibliothek - Wissenschaftliche Diözesanbibliothek Mainz - Grebenstraße 8 (Eingang), Augustinerstraße 34 (Post), 55116 Mainz, Tel.: 06131/266-222, Fax: 06131/266-387, E-Mail: martinus.bibliothek@bistum-mainz.de, Internet: www.bistum-mainz.de/martinus-bibliothek - Öffnungszeiten: montags bis freitags von 9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.30 bis 18.00 Uhr

tob (MBN)

Zeugnisverleihung für die ersten sieben Absolventen von Abitur-Online (11.6.)

Am Ketteler-Abendgymnasium gibt es die ersten Online-Abiturienten in Rheinland-Pfalz

Mainz. Am Freitag, 11. Juni, um 17.00 Uhr, werden die ersten Abiturienten des Schulversuchs Abitur-Online am Ketteler-Abendgymnasium in Mainz ihre Abitur-Zeugnisse erhalten. Im Jahr 2007 starteten das Land und das Bistum Mainz den Schulversuch Abitur-online in Rheinland-Pfalz. In diesem Modell wird die Hälfte des Unterrichts herkömmlich in der Schule erteilt, die andere Hälfte absolvieren die Studierenden in Selbstlernphasen über eine Internetplattform. Auch bei der Internetarbeit werden sie von ihren Lehrkräften betreut.

Nachdem 2009 bereits vier Studierende den Bildungsgang mit der Fachhochschulreife erfolgreich abgeschlossen haben, erhalten nunmehr sieben weitere Absolventinnen und Absolventen das Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife. Sie haben ihre Prüfungen mit deutlich überdurchschnittlichen Ergebnissen abgeschlossen. Dies sei um so mehr
anzuerkennen, betont Schulleiter Dr. Rolf-Jürgen Renard, da in diesem Schulversuch alle - die Studierenden, aber auch die Lehrenden und die Schulverwaltung - schulisches Neuland betreten hätten. Die gute Kooperation und der Gemeinsinn aller Beteiligten hätten dazu beigetragen, Anfangsschwierigkeiten zu überwinden, und hätten somit dieses gute Abschlussergebnis ermöglicht.

„Wir haben auch 2008 und 2009 am Ketteler-Abendgymnasium jeweils neue Jahrgänge in diesen Schulversuch aufgenommen", erläutert Dr. Gertrud Pollak, Dezernentin für Schulen und Hochschulen des Bistums Mainz, die Zukunftsperspektiven des Projekts. „2009 konnten wir sogar erstmals auch einen zusätzlichen Vormittagskurs starten, mit dem wir vor allem junge Frauen in der Familienphase erreichen."

Nach Aussage des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur wird der Schulversuch fortgesetzt, so dass für den 1. August 2010 neue Anmeldungen an der Schule möglich sind. „Mit Abitur-online ermöglichen wir einer weiteren Zielgruppe junger Menschen den beruflichen Aufstieg. Der Schulversuch ist ein weiterer Baustein in den Bemühungen der Landesregierung, die Bildungsperspektiven der Menschen in Rheinland-Pfalz zu verbessern", erläutert Dr. Klaus Sundermann als zuständiger Referatsleiter im Ministerium. Das positive Ergebnis der ersten Online-Abiturientinnen und -Abiturienten mache das Projekt grundsätzlich auch für weitere Standorte interessant.

tob (MBN)

 

Vortrag über den Pfarrer von Ars (17.6.)

Abschluss der Reihe zum Priesterjahr mit Weihbischof Guballa

Mainz. Zum Abschluss der Vortragsreihe der Bistumsakademie Erbacher Hof zum Priesterjahr spricht der Mainzer Weihbischof Dr. Werner Guballa über „Johannes Maria Vianney - Pfarrer von Ars (1786 -1859)". Die Veranstaltung am Donnerstag, 17. Juni, beginnt um 18.15 Uhr mit einer Eucharistiefeier in der Mainzer Augustinerkirche. Gegen 19.00 Uhr besteht Gelegenheit zum Abendessen im Erbacher Hof. Der Vortrag beginnt dann anschließend um 20.00 Uhr in der Augustinerkirche. Die Vortragsreihe zum Priesterjahr, das am 11. Juni zu Ende geht, steht unter der Überschrift „Ihr aber seid ... eine königliche Priesterschaft (1 Petr 2,9)".

Hinweis: Bistumsakademie Erbacher Hof, Grebenstraße 24-26, 55116 Mainz, Tel.: 06131/257-550, E-Mail: ebh.akademie@bistum-mainz.de                                

tob (MBN)