Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 15, 21. April 2010
Bischöfliche Pressestelle Mainz, Leiter: Tobias Blum, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz
Postanschrift: Postfach 1560, 55005 Mainz, Tel. 06131/253-128 oder -129,
Fax 06131/253-402, E-Mail: pressestelle@bistum-mainz.de
Berichte
260 Teilnehmer beim Tag der Priester und Diakone
Interview mit Domorganist Albert Schönberger
Neymeyr verlieh Missio canonica an 44 Religionslehrer
Treffen der katholischen Schulleiter mit Lehmann
Lungenzentrum des KKM zertifiziert
Weihbischof Guballa würdigte Notfallseelsorge
Vorschau
Soirée mit den Kardinälen Lehmann und Kasper (3.5.)
Dokumentation
Missbrauchsvorwürfe gegen Priester im Auslandsdienst
Berichte
Die Frage nach Gott hat die erste Priorität
Rund 260 Teilnehmer beim Tag der Priester und Diakone mit Kardinal Lehmann
Mainz, 19. April 2010: Kardinal Karl Lehmann beim Tag der Priester und Diakone im Gespräch mit Domkapitular em. Ernst Kalb (rechts).
© Bistum Mainz / Blum
Mainz. „Es ist nach meinem Dafürhalten heute mit hohem Abstand die erste Priorität, aufrichtig und radikal diese Frage nach Gott zu stellen und auszuhalten." Das sagte der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, am Montag, 19. April, in seinem Auftaktreferat beim Tag der Priester und Diakone des Bistums Mainz. Die Kirche dürfe sich nicht damit begnügen, als Institution in ihren Strukturen und Einrichtungen „zu funktionieren". „Alles andere, was wir tun, bemisst sich in seinem Gewicht daran, wie weit es durchlässig wird und bleibt auf die Grundfrage, ob Gott lebt." Lehmanns Referat stand unter der Überschrift „Priester im 21. Jahrhundert". Zu dem Treffen im Erbacher Hof in Mainz waren rund 260 Priester und Diakone aus dem Bistum gekommen.
Der Kardinal wies darauf hin, dass die Gottesfrage über die Jahrhunderte „immer mehr in die Zonen des Privaten und Intimen abgedrängt" worden sei, „sodass die meisten sich wundern, warum das Dokument für die Maßstäbe des Zusammenlebens der Menschen in unserem Land, das Grundgesetz, in der Präambel mit den Worten beginnt: ‚Im Bewusstsein seiner Verantwortung vor Gott...'." Gerade deshalb müsse die Frage „in aller Öffentlichkeit und aller Offenheit" besonders im europäischen Horizont erörtert werden, sagte der Kardinal. Wörtlich sagte er: „Was der Grund für Glaube und Kirche darstellt, nämlich die Offenbarung Gottes für unsere Welt, verschwindet immer mehr hinter den humanen und kulturellen, karitativen und pastoralen Aspekten der Kirche. Während die Institution immer mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht, entzieht sich Gott selbst immer stärker. Die Religion wird unsichtbar, während ihre institutionellen Kristallisationen immer auffälliger werden."
Die Verantwortung für die Verkündigung bedürfe „eines grundsätzlichen neuen Ernstes", sagte Lehmann. „Wir haben unglaubliche Chancen in jedem Gottesdienst und in jeder Predigt, im Bildungswesen und in der Glaubensunterweisung aller Formen, um entschieden die befreiende Botschaft Jesu anzusagen." Als Christ und gerade als Priester und Diakon könne man nur überzeugt aus dem Glauben leben und ihn auch anderen mitteilen, „wenn man immer wieder Gott selbst wie im Feuer begegnet". Und weiter: „Wer nicht täglich immer wieder in die verborgene Tiefe des Gotteswortes eintaucht und sich davon prägen lässt, dem fehlt die immer wieder neu zu lernende Fähigkeit, das Evangelium als Frohe Botschaft, die wirklich unser Leben verändert, an den Hörer zu bringen."
Wandel der volkskirchlichen Strukturen
Kardinal Lehmann erläuterte den gegenwärtigen Übergang der Kirche „von einer volkskirchlichen Struktur zu einer modifizierten Gestalt, die noch keinen überzeugenden Namen hat". Und weiter: „In jedem Fall ist es eine Kirchlichkeit, die stärker von der Entscheidung der einzelnen Person abhängt." Dies führe zu stärkeren Differenzierungen in der Seelsorge. So hätten beispielsweise pastorale Bräuche, die sich auf geschlossene Gruppen beziehen, ein geringeres Gewicht. „Entscheidend wird aber die Wegbegleitung sowohl von Gruppen als auch von Einzelnen." Wörtlich sagte Lehmann: „Hier ist jeweils mit großer Klugheit abzuwägen, was beibehalten werden kann, eventuell in transformierter Form, oder wo neue Wege begangen werden müssen." Für ein leichteres Verständnis dieses Wandels sei es notwendig, diesen Prozess aktiv mitzuverfolgen und zu gestalten: „Die Pastoral muss die janusköpfige Situation annehmen und zugleich nach vorne und nach rückwärts schauen und aus dieser Zusammenschau selbst genauer den eigenen Standort und die eigene Gangart bestimmen. Wenn dies geschieht, dann kann man bei allen Problemen, die sich ergeben, gelassener mit der konkreten Situation und ihren Spannungen umgehen."
Öffentliches Bild der Kirche ist oft einseitig
Mainz, 19. April 2010: Zu der traditionellen Begegnung im Erbacher Hof waren rund 260 Priester und Diakone aus dem Bistum Mainz gekommen.
© Bistum Mainz / Blum
Der Kardinal machte auch deutlich, dass das öffentliche Bild der Kirche oft einseitig sei und nur einige wenige Aspekte der gesamten Wirklichkeit der Kirche enthalte. Wörtlich sagte er dazu: „Es geht dabei weitgehend um die institutionelle Erscheinung in einigen kritischen Brennpunkten. Manchmal gewinnt man den Eindruck, die bekannten Dauerbrenner unserer kirchlichen Alltagsdiskussion seien wichtiger als der Glaube an Gott selbst und die Nachfolge Jesu Christi. Die Fragen nach Empfängnisverhütung und ‚Pille', Ehepastoral und Zölibat, Stellung der Frau in der Kirche und Frauenordination, Pädophilie und Kirchensteuer, Geschiedenen Wiederverheirateten und gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften scheinen für viele ‑ übrigens in allen Bereichen und an allen Fronten ‑ zu einem unerträglichen Maßstab des Katholischen allein zu werden, der bald wichtiger erscheint als das Credo. Natürlich verbergen sich dahinter elementare Probleme, denen man nicht ausweichen kann. Aber sie dürfen nicht zu Stolpersteinen werden, die uns das tägliche Leben erschweren und die Luft nehmen. Wenn wir diese Probleme angehen, dann geschieht dies aus dem Bestreben heraus, wieder mehr ins Offene und Freie zu gelangen, von wo aus die genannten Probleme wieder ihre normalen Dimensionen bekommen."
Abschließend erinnerte Lehmann daran, dass beständige Erneuerung zum Grundverständnis von Kirche gehöre. „Darum brauchen wir auch einen aufrichtigen und unverkrampften Umgang mit Schwächen und Fehlern in der Geschichte und in der Gegenwart der Kirche." Es gebe nicht viele Institutionen, die sich in ihrer Geschichte auch zu ihren Fehlern bekennen würden. „Wenn wir wissen, dass wir selbst zu den Mittelmäßigen und Versagenden gehören, dann fällt es uns leichter, auch diese Schwäche der Kirche anzunehmen." Und weiter: „Die Kirche ist Gottes Kraft in menschlicher Schwäche. Damit werden Fehler und Sünden nicht gerechtfertigt, auch nicht theologisch verbrämt. Sie ist für viele in diesem Erscheinungsbild Anlass zur Anfechtung und Prüfung des Glaubens. Wer freilich keine Praxis des Glaubens mehr kennt und keine lebendige Teilnahme am Leben der Kirche ausübt, hat geringe Chancen, in der menschlichen Schwäche auch die Kraft Gottes erkennen zu können. Er sieht nur Versagen und Schande. Wer mit den Augen des Glaubens sieht, der sieht jedoch, dass Gott selbst in vielen oft verborgenen Positionen in seiner Kirche am Werk ist. So wie man am Kreuz nicht nur den Gemarterten sehen darf, so darf man auch nicht die Kirche in ihr menschliches Elend allein einschließen. Aber das Kreuz wird nur ein Zeichen der Auferstehung, wenn wir in der Nachfolge des Herrn umkehren und mit ihm den neuen Weg gehen."
Arbeitskreis zur Missbrauchsdebatte
Am Nachmittag diskutierten die Teilnehmer in neun Arbeitskreisen miteinander. Der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, stellte dabei im Haus am Dom zusammen mit dem Justiziar des Bistums, Professor Dr. Michael Ling, den Umgang des Bistums mit Fällen von sexuellem Missbrauch vor. Giebelmann räumte ein, dass die aktuelle Missbrauchsdebatte „für die Kirche zu einem hohen Verlust von Glaubwürdigkeit und Vertrauen geführt hat". Derzeit könne man jedoch noch nicht verlässlich sagen, wie sich die Austrittszahlen entwickeln. Während Kirchenaustritte oft kurzfristig erfolgten, seien die Wiedereintritte meistens längerfristig motiviert. In diesem Zusammenhang wies er darauf hin, dass es im ersten Quartal dieses Jahres rund 300 Wiedereintritte und Erwachsenentaufen im Bistum Mainz gegeben habe. Giebelmann machte deutlich, dass das Bistum alle Fälle von Missbrauch der Staatsanwaltschaft meldet, um das transparente Vorgehen deutlich zu machen. Zu den vorrangigsten Aufgaben gehöre derzeit jedoch die Sorge um die Opfer. Er habe in den letzten Wochen mehrere Gespräche mit Opfern gehabt.
tob (MBN)
„Die Domorgel ist meine ,Alte Dame' geworden"
Domorganist Albert Schönberger tritt in den Ruhestand / Verabschiedung am 25. April
Der scheidende Mainzer Domorganist Albert Schönberger am Spieltisch der Domorgel. Das Bild stammt von einer Orgelführung aus dem Jahr 2006.
© Bistum Mainz / Blum
Mainz. Nach über 25 Jahren Tätigkeit als Dompfarrorganist und Domorganist am Mainzer Dom tritt Albert Schönberger in den Ruhestand. Schönberger wird am Sonntag, 25. April, um 15.00 Uhr im Rahmen der Vesper im Mainzer Dom verabschiedet. Sein letztes Konzert gibt er am Samstag, 22. Mai, um 18.00 Uhr im Mainzer Dom. Im Interview äußert sich Schönberger zu seiner künstlerischen Arbeit in Mainz.
MBN: Welche „Beziehung" hat sich in den 25 Jahren zwischen Ihnen und der Mainzer Domorgel entwickelt?
Albert Schönberger: Es ist eine besondere Beziehung: Die Domorgel ist zu meiner „Alten Dame" geworden. Ihrem jugendlichen Charme bin ich schon vom ersten Tag an total erlegen.
MBN: Erinnern Sie sich noch daran, als Sie zum ersten Mal am Spieltisch der Mainzer Domorgel saßen?
Schönberger: Die ungemeine Größe der Orgel, die 885 einzelnen Bedienungselemente und das alles in der Weite des Domes war einfach auf- und anregend zugleich.
MBN: Wie lautet Ihre Bilanz nach einem Vierteljahrhundert am Mainzer Dom?
Schönberger: Mein Ansinnen war und ist es bis heute, Musik mit Liturgie und Theologie zu verknüpfen. Ich will auf die Menschen zugehen und sie neugierig auf Gott und Kirche machen. Es ist wichtig, dass Gottesdienstbesucher auch Lust auf Konzerte haben und umgekehrt, Konzertbesucher Lust auf Gottesdienste. Ich glaube, dass dieser Kreislauf zustande gekommen ist. Darüber bin ich wirklich glücklich.
MBN: An was erinnern Sie sich besonders gerne?
Schönberger: Ganz klar stehen da für mich die herzlichen, offenen und bewegenden Begegnungen mit unserem Bischof, Kardinal Karl Lehmann, aus denen immer neue Spielfreude und Impulse für meine kirchenmusikalische Arbeit erwuchsen. Hier sage ich von Herzen: „Vergelt's Gott!". Dann sind da aber auch die „leisen Begegnungen im Stillen": Einmal konnte ich während meines Übens im Dom einem sehr kranken Menschen durch mein dezentes, leises Probieren im Dom wirklich helfen, seine Sprache wiederzufinden. Ein anderes Mal überraschte mich ein Obdachloser überfallartig im Dom, dass er Keyboard spielen könne - tatsächlich konnte er es. Und da sind die vielen Menschen aus aller Welt, die man (auch durch Orgelmusik) auf das Eigentliche im Gotteshaus, das sie gerade besuchten, aufmerksam machen konnte.
MBN: Welche Bedeutung hat für Sie Kirchenmusik im Gottesdienst?
Schönberger: Kirchenmusik ist ohne Liturgie undenkbar. Umgekehrt erfährt die Liturgie durch die Kirchenmusik eine besondere Betonung. Die Musik ist voll in den Prozess der Verkündigung des Evangeliums eingebunden. Ich bin glücklich, dass wir das Zweite Vatikanische Konzil erleben durften, das eine breite Fülle an Anregungen und Vertiefungen gerade auch in der Beziehung Liturgie-Musik in sich birgt. Wir haben noch viel davon auszukosten und sollten diese offenen Chancen nutzen.
MBN: Sie gelten als großer Improvisator - worin liegt die Kunst einer guten Improvisation?
Schönberger: Die Kunst liegt darin, im spontanen Moment eine klare Melodie und wohlgeformte Harmonien zu entwerfen, die die Hörer sofort in die entsprechende Thematik hereinnehmen. Es muss beinahe druckreif sein, will man sich durch diese unmittelbare Musik mitteilen.
MBN: Haben Sie auch einen Lieblingskomponisten?
Schönberger: Oh ja! Mozart! Einfach himmlisch, wie er immer wieder neue und so wunderbare Melodien geschaffen hat. Umwerfend schön.
MBN: Sie sind auch als Komponist bekannt geworden. Woran arbeiten Sie gerade?
Schönberger: An einer Stephanus-Messe und an einem Ave Verum. Zudem gibt es ein Auftragswerk, das sich mit dem heiligen Albertus Magnus auseinandersetzt.
MBN: Am 25. April werden Sie verabschiedet. Haben Sie schon Pläne für Ihren Ruhestand?
Schönberger: Erst einmal muss ich damit umgehen lernen, nicht mehr so im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses zu stehen. Aber das Musizieren endet nicht wirklich am 25. April. Mein letztes Domkonzert gebe ich am Samstag vor Pfingsten, 22. Mai, um 18.00 Uhr. Es steht unter den Themen „Mutter Kirche" und „Heiliger Geist". Der Mainzer Maler Rolf Hennes wird Zeichnungen und Gemälde beisteuern, ein Trompeter und ein Gitarrist werden mich musikalisch unterstützen. Dies wird mein endgültiger Abschied aus Mainz sein.
MBN: Was geben Sie Ihrem Nachfolger Daniel Beckmann als Rat mit auf den Weg?
Schönberger: Ratschläge möchte ich keine geben. Er ist ein junger und bereits erfahrener Könner auf seinem Gebiet, ein sehr guter Musiker. Ich freue mich, dass wir ihn für meine Nachfolge finden konnten, und ich nicht unwesentlich daran mitwirken durfte. Ich wünsche ihm viel Glück und Freude und ein schönes Zusammenspiel mit allen Verantwortlichen in Liturgie und Musik. Er wird seine Spur finden.
Albert Schönberger, geboren am 12. Mai 1949 in Augsburg, war nach seinem Studium an der Kirchenmusikschule Regensburg (1966 bis 1970) als Kirchenmusiker in Donauwörth und München tätig. Ein Weiterstudium an der Staatlichen Musikhochschule München (1978 bis 1981) schloss er als Diplomkirchenmusiker ab. 1981 wurde er als Dompfarrorganist und Dozent an das Institut für Kirchenmusik nach Mainz berufen und am 1. März 1985 in der Nachfolge von Monsignore Heino Schneider Domorganist am Mainzer Dom. Von 1983 bis 1994 lehrte Schönberger Orgelliteraturspiel und Orgelimprovisation am Fachbereich Musik an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und nahm 1984 zusätzlich einen Lehrauftrag an der Hochschule für Musik in Detmold an. Er ist Initiator der Orgelmatineen im Mainzer Dom (seit 1986) und verantwortlich für die Orgelkonzerte und Orgelabende im Rahmen der Mainzer Domkonzerte. Zusammen mit Domdekan Heinz Heckwolf entstand die Reihe „Wort & Klang" im Advent. Schönberger hat zahlreiche Tonträger eingespielt (unter anderem beim Label http://www.organophon.de/) und sich auch als Komponist einen Namen gemacht. Stellvertretend für seine Werke seien das Oratorium zu Franz Jägerstätter sowie das „Mainzer Credo" (zu Ehren von Kardinal Karl Lehmann) genannt; beide Werke sind auch auf CD erhältlich.
Hinweis: Weitere Informationen auch auf der Internetseite des Bistums Mainz sowie unter http://www.albertschoenberger.com/
am (MBN)
Missio canonica an 44 Religionslehrerinnen und -lehrer verliehen
Gottesdienst in der Ostkrypta des Mainzer Domes mit Weihbischof Neymeyr
Mainz. Der Mainzer Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr hat am Dienstag, 20. April, die Missio canonica an 44 Religionslehrerinnen und -lehrer aus dem südlichen Teil des Bistums Mainz verliehen. Neymeyr überreichte die Urkunden bei einem Gottesdienst in der Ostkrypta des Mainzer Domes. Die Missio canonica ist die kirchliche Bevollmächtigung für Religionslehrer. Ohne diese Sendung darf kein Lehrer katholischen Religionsunterricht erteilen. Die Eucharistiefeier war Abschluss einer Tagung des Dezernates Schulen und Hochschulen mit den Religionslehrern, die von Montag, 19., bis Dienstag, 20. April, im Erbacher Hof in Mainz stattfand.
Neymeyr forderte die Lehrerinnen und Lehrer in seiner Predigt auf, ihren Schülern als Glaubenszeugen zu begegnen. Weiter sagte er: „Als Religionslehrerin und Religionslehrer können Sie das nicht nur, Sie sollen es auch. Die Schüler sollen merken und spüren, dass Sie Menschen sind, die nach Gott suchen, die auf Gott hoffen, die von Gott Lebensfülle erwarten, um sie so vielleicht neugierig oder durstig zu machen auf das Leben, das uns Jesus Christus vermittelt. Ich bin davon überzeugt, dass diese Sehnsucht nach Gott in jedem Menschen steckt, bei manchen ganz verschüttet, aber der Durst nach Gott steckt in jedem Menschen."
tob (MBN)
Lehmann: Dankbar für große Schultradition des Bistums
Treffen der Schulleiter der katholischen Schulen mit dem Kardinal
Mainz, 15. April 2010: Kardinal Lehmann (vordere Reihe, vierter von rechts) zusammen mit Generalvikar Giebelmann und Schuldezernentin Pollak im Kreise der Schulleiter aus dem Bistum Mainz.
© Bistum Mainz / Blum
Mainz. „Ich bin stolz und dankbar, dass das Bistum Mainz eine große Schultradition hat, die ich als Bischof vorgefunden habe und die ich fortführen durfte." Das sagte der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, am Donnerstag, 15. April, bei einem Treffen mit allen Schulleiterinnen und Schulleitern von katholischen Schulen im Bistum Mainz. Und weiter: „Die Schule ist und bleibt ein wichtiges Flaggschiff im Bistum Mainz. Imponierend ist dabei besonders die große Vielfalt der Schularten." An dem Treffen in der Mainzer Martinus-Schule/Oberstadt nahm neben dem Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, auch die Dezernentin für Schulen und Hochschulen im Bistum Mainz teil, Dr. Gertrud Pollak. Im Bistum Mainz gibt es insgesamt 26 Schulen aus allen Schularten - also neben Grund- und Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien auch Berufsbildende Schulen und Förderschulen sowie Einrichtungen des Zweiten Bildungswegs - in denen rund 13.000 Schüler unterrichtet werden.
Schule sei „eine große pastorale Chance", sagte der Kardinal. Dabei müsse die Schule zunächst „gute Bildung vermitteln, pädagogisch auf der Höhe sein und eine ganzheitliche Erziehung bieten". „Wenn das geschieht, ist das die Quelle für Vieles, was im Bereich des Glaubens wachsen kann." Es sei „ein hohes Gut, wenn junge Menschen bei uns spüren, dass sie im Mittelpunkt des pädagogischen Handelns stehen", sagte Lehmann. Er würdigte das Leitwort der katholischen Schulen im Bistum - „Den Menschen stärken" - als wichtige und lebendige Richtschnur. Gleichzeitig betonte der Kardinal, „dass man für den Lehrerberuf die Geduld des Reifens braucht". Wörtlich sagte er: „Als Lehrer säen wir zwar, aber in den meisten Fällen werden wir nicht selber ernten."
Lehmann dankte den Schulleitern und den Mitarbeitern des Schuldezernates für ihren engagierten Einsatz und für die gute Umsetzung des katholischen Profils an den Schulen im Bistum. Positiv hob der Kardinal die gute Zusammenarbeit des Schuldezernates mit dem Jugenddezernat des Bistums hervor. „Es ist ein guter Weg in der Begleitung junger Menschen, dass wir hier Lernorte des Glaubens in gegenseitiger Ergänzung anbieten." Im Anschluss an die Rede des Kardinals fand eine Diskussion statt.
tob (MBN)
Erstes Lungenzentrum in Rheinland-Pfalz zertifiziert
Katholisches Klinikum Mainz wurde von Deutscher Krebsgesellschaft überprüft
Mainz. Die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) hat das Lungenzentrum am Katholischen Klinikum Mainz (KKM) als erstes Lungenzentrum in Rheinland-Pfalz und der Region Rhein-Main für seine Qualität zertifiziert. Das am Standort St. Hildegardis-Krankenhaus untergebrachte Lungenzentrum ist damit nach dem Brust- und dem Darmzentrum das dritte nach den Richtlinien der DKG zertifizierte Organzentrum am KKM. Das hat das Klinikum am Donnerstag, 15. April, in einer Presseerklärung mitgeteilt.
„Wir freuen uns sehr über die Zertifizierung", sagt Professor Dr. med. Eckhard Mayer, der gemeinsam mit Professor Dr. med. Cornelius Kortsik das Lungenzentrum leitet. „Mit ihr hat nun auch die Deutsche Krebsgesellschaft als unabhängige externe Seite unsere hohe Behandlungs- und Betreuungsqualität bestätigt." Das KKM gehört damit zu den ersten zehn Kliniken in Deutschland, die offiziell als spezialisierte Lungenkrebszentren durch die DKG ausgewiesen werden.
Das Zertifikat der DKG wird für jeweils drei Jahre vergeben. Danach stellt sich das Lungenzentrum erneut einer Überprüfung durch die Zertifizierungskommission. In jährlichen Überprüfungen wird kontrolliert, ob das Qualitätsniveau kontinuierlich aufrechterhalten wird und das Zentrum den strengen Anforderungen der DKG gerecht wird. Bereits seit 2004 verfügt das KKM über ein Qualitätsmanagementsystem, anhand dessen es die Qualität seiner Gesamtleistung bewertet und transparent macht. Für die Klinik bedeutet dies, dass gewohnte Abläufe und Strukturen durchleuchtet werden, um ein bestmögliches Behandlungs-Ergebnis zu erzielen. „So werden Schwachstellen erkannt und Verbesserungsmaßnahmen ergriffen", erklärt Dr. David Goldberg, Leiter des Qualitätsmanagements am Katholischen Klinikum Mainz.
Hinweis: Weitere Informationen stehen im Internet zur Verfügung unter www.katholisches-klinikum-mz.de/lungenzentrum
tob (MBN)
„Notfallseelsorge ist Element der Gemeindeseelsorge"
Weihbischof Guballa würdigte „Ökumenische Notfallseelsorge Mainz"
Mainz. Der Mainzer Weihbischof Dr. Werner Guballa hat betont, dass die Notfallseelsorge „keine Sonderseelsorge, sondern ein Element der Gemeindeseelsorge" sei. So wie die Gemeindeseelsorge gehöre auch „die Sorge um den Menschen in Not und in unheilen Situationen des zerbrochenen Lebens zum Grundbestand kirchlichen Handelns". Das sagte Guballa am Freitag, 16. April, in seiner Ansprache anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Ökumenischen Notfallseelsorge Mainz. Guballa dankte den Seelsorgern für ihren Dienst, der inzwischen „immer selbstverständlicher" angefordert werde.
Die Ökumenische Notfallseelsorge Mainz war im Jahr 2000 gegründet worden. In dieser Zeit sind die Notfallseelsorgerinnen und -seelsorger fast 400 Mal von der Polizei, den Rettungsdiensten, Notärzten oder der Feuerwehr gerufen worden. Insgesamt gibt es in Mainz neun evangelische und sechs katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger. Der Gottesdienst fand im evangelischen Gemeindezentrum in Mainz-Gonsenheim statt.
tob (MBN)
Vorschau
Akademiesoirée mit den Kardinälen Lehmann und Kasper (3.5.)
Gespräch zum Thema „Leben - Heimat - Sinnerfahrung" im Erbacher Hof
Mainz. Im Rahmen des Jahresthemas „Sinn und Heimat" veranstaltet die Bistumsakademie Erbacher Hof am Montagabend, 3. Mai, um 18.00 Uhr eine Akademiesoirée mit dem Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, und Kardinal Walter Kasper aus Rom. Kurienkardinal Kasper ist seit 1999 im Vatikan Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen; zuvor war er zehn Jahre lang Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart.
Der Abend steht unter der Überschrift „Leben - Heimat - Sinnerfahrung". Im Gespräch mit der SWR-Moderatorin Anke Hlauschka-Bornschein, dem Chefredakteur der Freiburger Herder-Korrespondenz Ulrich Ruh und der Mainzer Philosophieprofessorin Karen Joisten soll es unter anderem um die persönlichen und beruflichen Wurzeln der beiden Kardinäle und ihr Verständnis von Heimat gehen. Den musikalischen Rahmen werden Agnes Langer und Professorin Anne Shih (beide Violine) übernehmen. Es wird um persönliche Anmeldung gebeten.
Hinweis: Bistumsakademie Erbacher Hof, Grebenstraße 24-26, 55116 Mainz, Tel.: 06131/257-521, Fax: 06131/257-525, E-Mail: ebh.akademie@bistum-mainz.de , Internet: http://www.ebh-mainz.de/
tob (MBN)
Dokumentation
Missbrauchsvorwürfe gegen Priester im Auslandsdienst
Gemeinsame Presseerklärung von Bischofskonferenz und Bistum Mainz
Bonn/Mainz. Gegen einen Priester aus dem Bistum Mainz, der dem Schönstatt-Institut der Diözesanpriester angehört und der gegenwärtig in der Deutschen Auslandsseelsorge in Washington D.C. eingesetzt ist, sind Missbrauchsvorwürfe bekannt geworden. Wie durch den Generalrektor des Schönstatt-Instituts in Simmern am 30. März 2010 mitgeteilt wurde, steht der betroffene Priester im Verdacht, in den späten 1980er und frühen 1990er Jahren sexuelle Beziehungen zu weiblichen Jugendlichen und jungen Frauen unterhalten zu haben, die sich ihm in seiner Eigenschaft als Seelsorger der Schönstatt-Mädchenjugend anvertraut hatten. Der Verdacht auf sexuellen Missbrauch von Kindern unter 14 Jahren besteht nicht.
Das Bistum Mainz hat unmittelbar nach Bekanntwerden der Vorwürfe die für den Fall zuständige Staatsanwaltschaft beim Landgericht Darmstadt informiert und auch der Deutschen Bischofskonferenz Mitteilung gemacht. Es hat den betroffenen Priester nach Deutschland beordert und ihn bis zur Klärung der Vorwürfe von seinem Dienst beurlaubt. Auch die Katholische Auslandsseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz hat sich gleichzeitig und mit sofortiger Wirkung von dem betroffenen Geistlichen getrennt. Sie hat den für den Einsatzort des Priesters zuständigen Erzbischof darüber informiert, dass der Priester nicht mehr zur Verfügung steht. Sobald die Anreise per Flugzeug wieder möglich ist, wird ein Vertreter der Katholischen Auslandsseelsorge die Gemeinde besuchen und mit ihr die bestehende Sachlage erörtern.
Nach den dem Bistum jetzt vorliegenden Kenntnissen wusste die Leitung des Schönstatt-Instituts spätestens seit Ende März 2004 über die genannten Verdachtsmomente Bescheid, weil sich eines der Opfer hilfesuchend an das Institut gewandt hatte. Das Bistum Mainz wurde nicht über den konkreten Verdacht informiert. Der Generalrektor der Priestergemeinschaft bat den Bischof von Mainz unter Hinweis auf eine frühere Beziehung des betroffenen Priesters zu einer Frau darum, ihm eine Zeit der Besinnung zu gewähren. Er schlug vor, ihn nicht, wie geplant, im Bistum Mainz einzusetzen, sondern ihm eine Neuorientierung als Auslandspriester zu ermöglichen.
Hätten das Bistum Mainz und die Deutsche Bischofskonferenz bereits im Jahre 2004 von den Vorwürfen Kenntnis erhalten, hätten sie bereits zum damaligen Zeitpunkt die jetzt erfolgten Schritte eingeleitet. Das Bistum Mainz und die Deutsche Bischofskonferenz bleiben in Fällen des Verdachts von sexuellem Missbrauch bei ihrer Linie der konsequenten Aufklärung.
Mainz, 20. April 2010
Hinweis: Die Pressemitteilung wird zeitgleich von der Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz (http://www.dbk.de/) und der Bischöflichen Pressestelle Mainz versandt.
(MBN)

Original

