Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 36, 30. September 2009

Bischöfliche Pressestelle Mainz, Leiter: Tobias Blum, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz
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Berichte

2.000 Messdiener beim Diözesanministrantentag 
Giebelmann sprach bei Kundgebung von Milchbauern 
„Tag der Religionslehrer" im Mainzer Dom  
Heckwolf bei Mainzer „KinderUni"  
Kotzur sprach über Lettner im Mainzer Dom 
Diözesantag für Betriebs- und Personalräte 
Literarische Texte über den Mainzer Dom vorgestellt 
Neubau für Mainz-St. Stephan und Willigis-Schule  
Beck besuchte Bruder Konrad-Stift  
Giebelmann in Stiftungsbeirat berufen  
Spende für „Aktion Schutzengel"  
Bistum Mainz unterstützt polnisches Priesterseminar

Vorschau

Zweiter „Tag der Kindertagesstätten" (30.9.) 
Ausstellung 400 Jahre Maria Ward-Schwestern (1.10.)  
Guballa führt Janik als neuen Klinikseelsorger ein (2.10.) 
Pro Jugend 2000 feiert Prayerfestival (2.-4.10.)  
Neymeyr verleiht Kardinal Volk-Preis (3.10.) 
Lehmann segnet Grabstätte von Pfarrer Landvogt (5.10.)

MBN vor 40 Jahren

Religionsunterricht in Hessen drastisch beschnitten

 

Berichte

Ich hab´ keinen Heiligenschein - kann ich trotzdem heilig sein?

2.000 Messdiener beim Diözesan-Ministrantentag anlässlich des Domjubiläums

Mainz, 27.9.2009: Zum Diözesanministrantentag waren rund 2.000 Messdiener aus dem ganzen Bistum in den Mainzer Dom gekommen.

Mainz, 27.9.2009: Zum Diözesanministrantentag waren rund 2.000 Messdiener aus dem ganzen Bistum in den Mainzer Dom gekommen.

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Mainz. Der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, hat die Ministrantinnen und Ministranten des Bistums dazu aufgerufen, weiterhin Gott zu suchen, „auch wenn es auf diesem Weg Zweifel, Umwege und Schwierigkeiten" gebe. Lehmann äußerte sich anlässlich des Auftaktgottesdienstes zum Diözesan-Ministrantentag im Mainzer Dom am Sonntag, 27. September. Ministranten seien „als Dienende nahe am Altar und nahe am Wort Gottes", sagte der Kardinal weiter. „Wer Gott dient und ihm nahe ist, kann leichter die Schwierigkeiten des Lebens ertragen", betonte er.

Zu dem Tag, der unter dem Motto „Ich hab´ keinen Heiligenschein - kann ich trotzdem heilig sein?" stand, waren rund 2.000 Messdienerinnen und Messdiener aus dem ganzen Bistum nach Mainz gekommen. Der Diözesan-Ministrantentag fand anlässlich des Jubiläums „1.000 Jahre Mainzer Willigis-Dom" statt und beschäftigte sich in Anlehnung an das Leitwort des Domjubiläums „Denn der Tempel Gottes ist heilig - und das seid ihr!" (1 Kor 3,16) mit dem Thema „Heilig sein".

In seinem Grußwort im Tagesheft hatte Lehmann den Messdienerinnen und Messdienern im Bistum Mainz für ihren Dienst und ihr Engagement gedankt. „Wer im Gottesdienst ministriert, dient Gott und macht der Gemeinde eine Freude. Wer im Gottesdienst ministriert, sucht nach Gottes Spuren in seinem Leben, nach Jesus Christus selbst, der uns trägt und immer Kraft und Hoffnung schenkt", schrieb Lehmann. Und weiter: „Wenn Ihr auf Jesus schaut, ihm dient und nachfolgt, Verantwortung übernehmt für Euch und andere, dann versucht Ihr tatsächlich, ein wenig heilig zu sein. Dann sorgt Ihr dafür, dass man in unserer Welt etwas von Gott spüren kann, dass die Welt ein kleines bisschen besser und heiliger wird - und das ganz ohne Heiligenschein."

„Markt der Möglichkeiten" auf den Domplätzen

Nach dem Gottesdienst mit Kardinal Lehmann fand auf den Plätzen am Mainzer Dom ein „Markt der Möglichkeiten" mit rund 40 verschiedenen Angeboten statt. Dazu waren Stände mit Informationen und Aktionen zur Bundestagswahl aufgebaut, außerdem Sportstände, Kreativangebote, ein Münzprägestand sowie verschiedene Essens- und Informationsstände. Die Aktionen wurden unter anderem von den Mitgliedsverbänden des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) durchgeführt. Außerdem fanden Führungen durch den Mainzer Dom und die Domsakristei statt.

Im Rahmen des Bühnenprogramms wurden auch die Gewinner des Ministranten-Filmwettbewerbs gekürt, der in diesem Jahr zum ersten Mal durchgeführt wurde. Die Messdienergruppen des Bistums Mainz waren im Vorfeld des Diözesantages dazu aufgerufen worden, die Frage „Was ist dir heilig?" filmisch umzusetzen. Den 1. Preis gewann die Ministrantengruppe Mainz-St. Peter, den 2. Preis die Gruppe aus der Pfarrgemeinde St. Jakobus und Heiliger Thomas von Aquin, Langen, und den 3. Preis gewannen die Ministranten der Pfarrgemeinde St. Peter aus Bürstadt. Der Jury gehörten unter anderen die ZDF-Moderatorin Gundula Gause und Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr, Bischofsvikar für Jugendseelsorge, an. Die Filme wurden vor dem Gottesdienst erstmals vor großem Publikum gezeigt. Den Abschluss des Tages bildete um 16.30 Uhr eine Vesper mit Weihbischof Neymeyr im Mainzer Dom.

Dank von Ministerpräsident Beck

Auch der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck nahm an dem Gottesdienst zum Diözesan-Ministrantentag teil. Er dankte am Ende der Feier den Mädchen und Jungen für ihr ehrenamtliches Engagement in den Pfarrgemeinden. Die mehr als 10.000 Ministrantinnen und Ministranten im Bistum Mainz würden nicht nur die Priester im Gottesdienst unterstützen, sondern seien auch in den Gemeinden bei sozialen Aktionen oder Freizeitaktivitäten tätig. „Die Ministrantenarbeit ist ein wichtiger Baustein kirchlicher Jugendarbeit", sagte Beck. Die kirchliche Jugendarbeit schaffe nicht nur Gemeinschaftserlebnisse, sondern helfe auch jungen Menschen, ihren eigenen Weg zu finden und dabei Verantwortung für sich und andere zu übernehmen.

am (MBN)

 

Verlust der Existenz droht

Giebelmann sprach bei Kundgebung der Milchbauern in Mainz

Mainz, 25.9.2009: Generalvikar Dietmar Giebelmann sprach bei der Kundgebung der Milchbauern in Mainz.

Mainz, 25.9.2009: Generalvikar Dietmar Giebelmann sprach bei der Kundgebung der Milchbauern in Mainz.

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Mainz. Auf einer Kundgebung der rheinland-pfälzischen Milchbauern am Freitag, 25. September, in Mainz hat der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, den Bauern seine Unterstützung zugesagt. Er wies darauf hin, dass Bauernfamilien, die seit Jahrzehnten für die Versorgung der Bevölkerung arbeiteten, durch die zu niedrigen Milchpreise in ihrer Existenz bedroht seien. „Als Kirche können wir mahnen und eindringlich bitten: Der Gesetzgeber muss helfen, denn diese Bauern prägen auch unsere Landschaft mit," sagte er zu den rund 60 versammelten Milchbauern, die aus der Eifel und dem Hunsrück vor dem Landwirtschaftsministerium in Mainz zusammen gekommen waren.

Die rheinland-pfälzischen Milchbauern begrüßten die kirchliche Unterstützung. „Politiker werden mehr darüber nachdenken, wenn sich die Kirche zu Wort meldet", sagte Franz Josef Etscheid aus Neustadt/Wied. „Hinzu kommt, dass die Kirche auch Menschen erreichen kann, die diesem Thema bisher nicht zugehört haben," fügten zwei Milchbäuerinnen aus Idar-Oberstein hinzu.

dk (MBN)

 


Pollak: Christen müssen „in" bleiben

„Tag der Religionslehrer" im Mainzer Dom / Gottesdienst mit Kardinal Lehmann

Mainz, 25.9.2009: Rund 500 Religionslehrer waren zum 'Tag der Religionslehrer' in den Mainzer Dom gekommen.

Mainz, 25.9.2009: Rund 500 Religionslehrer waren zum "Tag der Religionslehrer" in den Mainzer Dom gekommen.

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Mainz. Der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, hat darauf hingewiesen, dass anlässlich des Domjubiläums nicht „1.000 Jahre alte Steine" gefeiert würden. „Wir bekennen uns mit diesem Jubiläum vielmehr zu einer Gemeinschaft des Glaubens über die Jahrhunderte hinweg", sagte Lehmann in einem Gottesdienst im Mainzer Dom am Freitag, 25. September. Der Gottesdienst war Auftakt des „Tags der Religionslehrerinnen und Religionslehrer". Der Tag, der unter der Überschrift „Steine sprechen vom Leben - Glaube im Dialog mit der Zeit" stand, fand im Rahmen des Jubiläums „1.000 Jahre Mainzer Willigis-Dom" statt und wurde vom Dezernat Schulen und Hochschulen im Bistum Mainz veranstaltet. An ihm nahmen rund 500 Religionslehrerinnen und Religionslehrer aus dem Bistum Mainz teil, die sowohl von kirchlichen als auch von staatlichen Schulen kamen.

Weiter betonte der Kardinal, dass das Jubiläum auch von „1.000 Jahren Gotteslob" zeuge. „Der Mainzer Dom ist nicht ein Museum - trotz seiner Kunstschätze. Er ist zuerst ein Haus Gottes, wo ihn die Menschen loben und preisen", sagte Lehmann. Gott brauche keine Kirchen, aber die Menschen brauchen Kirchen, damit Gott auch sichtbar einen Platz unter ihnen habe. Im Mainzer Dom habe jede Zeit ihre Zeichen hinterlassen, hob der Kardinal hervor. „Wir dürfen darauf vertrauen, dass auch uns der Geist Gottes in neue Zeiten leitet", sagte Lehmann. Er rief darüber hinaus die Religionslehrer dazu auf, den Glauben „in unsere Zeit zu transferieren".

Impulsreferat von Dr. Gertrud Pollak

In ihrem Impulsreferat zum Thema des Tages betonte die Dezernentin für Schulen und Hochschulen, Ordinariatsdirektorin Dr. Gertrud Pollak, dass der Glaube immer im Dialog mit der Zeit und ihren Menschen gestanden habe. „Christen brauchen Orte des Gebets, aber sie können sich nie in eine weltlose Innerlichkeit zurückziehen. Christen müssen ,in' bleiben", sagte sie. Auch im elften Jahrhundert nach Gründung des Mainzer Domes brauche das Bistum Mainz „überzeugte und flexible Christen, die Dynamik ausstrahlen, Kraft und Bewegung - Frauen und Männer, deren Leben von einer offenen Dialogbereitschaft geprägt ist". Gleichzeitig müssten Christen in der heutigen Gesellschaft ihr Christsein „neu verstehen und zu leben versuchen. „Wer sein Eigenes nicht immer neu selbstkritisch erobert und ehrfürchtig sich auch Andersartiges ertastet, taugt nicht als Dialogpartner in einer multikulturellen Gesellschaft", betonte Pollak. Gefragt sei eine „geerdete Religiosität", die „im schnelllebigen Wandel unserer Zeit Bodenhaftung" gebe.

Auch die Rahmenbedingungen für Unterricht und Religionsunterricht seien heute „von nie dagewesener Pluralität", hob Pollak hervor. Gleichzeitig betonte sie, dass es im Religionsunterricht nicht um eine Glaubensunterweisung gehe, „die Gott und Welt säuberlich auseinander hält". „Wenn junge Menschen aus den gewachsenen Wurzeln des Glaubens wirklich Orientierung finden sollen und Anleitung, verantwortlich zu handeln, brauchen wir eine Theologie, in der die Liebe zu Gott und zu seiner Schöpfung zusammen gehört. Jugendliche sollen Gott und die Welt lieben lernen und sie mit den eigenen Fähigkeiten konkret gestalten", sagte sie.

Religionslehrer erlebten, dass es für Heranwachsende kaum noch möglich ist, „sehr selbstverständlich einen Weg zu Gott oder ein traditionell akzeptiertes Menschenbild mit klaren Konturen und Werten als nachahmenswert zu entdecken und anzunehmen". Pollak forderte die Religionslehrerinnen und -lehrer dazu auf, für die Schülerinnen und Schüler „Dialogpartner" zu sein. „Mit unserer menschlichen Zuwendung sagen wir: ,Ich bin da' und bezeugen in unserer Person, was wir selbst erfahren haben: den Gott des Lebens", sagte sie.

Workshops am Nachmittag

Nach dem Gottesdienst hatten die Religionslehrerinnen und -lehrer Gelegenheit, an über 20 verschiedenen Workshops mit religionspädagogischen Fachleuten über das Tagesthema ins Gespräch zu kommen oder sich in unterrichtspraktischen bzw. spirituellen Angeboten Impulse für den Schulalltag zu holen. Die Workshops standen unter den Überschriften „Dialog mit der Zeit", „Steine sprechen", „Glaube im Dialog", „Glaube in Bewegung" sowie „Sprechen vom Leben". Den Abschluss bildete eine Vesper mit Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr, Bischofsvikar für Jugendseelsorge.

am (MBN)

 

Gotteshaus und Pferdestall

Domdekan Heckwolf sprach bei der „KinderUni" über 1.000 Jahre Willigis-Dom

Mainz. Auf dem Programm der „KinderUni"-Vorlesungen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz stand eine ganz besondere Veranstaltung: Anlässlich des Domjubiläums „1.000 Jahre Mainzer Willigis-Dom" referierte Domdekan Prälat Heinz Heckwolf über die Geschichte des Mainzer Doms. Die Vorlesung für „Nachwuchsforscher im Alter von acht bis zwölf Jahren" fand am Samstag, 26. September, im größten Hörsaal auf dem Universitätscampus statt. Gleich zu Beginn hatte der Domdekan eine Menge Fragen: Was wissen die Kinder über den Namenspatron des Doms, den heiligen Martin? Wie schwer und wie alt sind die Glocken im Westturm? Wie hoch ist der Dom? Doch es gab auch einiges zum Erzählen: Während der Vorlesung mit dem Titel „Gotteshaus und Pferdestall" machte Heckwolf an verschiedenen Stationen in der 1.000-jährigen Geschichte des Doms Halt und erklärte, was sich an dem Gebäude in all den Jahren verändert hat.

Mit auf die Wand projizierten Bildern und kleinen Schauspieleinlagen erlebten die Kinder im Vorlesungssaal eine kleine Zeitreise. Als Orientierungshilfe diente eine große Uhr, auf der nicht wie gewöhnlich die Uhrzeit, sondern Jahreszahlen abzulesen waren. Heckwolf blickte in seiner Vorlesung bis in das 8. Jahrhundert zurück, als der Mönch Bonifatius den christlichen Glauben nach Germanien brachte und das Land in Bistümer teilte. Seit Bonifatius gebe es daher schon das Bistum Mainz, auch wenn es heute längst nicht mehr so groß sei wie damals, sagte Heckwolf.

Als sich der große Zeiger der Uhr auf das Jahr 975 drehte, erzählte Heckwolf, dass damals Erzbischof Willigis mit dem Bau des Mainzer Domes begann. Aber als das Gotteshaus dann im Jahr 1009 endlich fertig gestellt war, sei es kurz vor oder nach der Einweihung abgebrannt und man habe von Neuem mit der Arbeit beginnen müssen. Zu allem Übel blieb es nicht bei diesem einen Brand: Im Laufe der Jahre mussten die Menschen noch öfter ansehen, wie der Dom in Flammen stand und wegen Brandschäden erneuert oder umgebaut werden musste. Es sei auch nicht so, dass der Dom immer für Gottesdienste genutzt wurde. „Im Dom lagen Stroh und Mist, wo sonst Weihrauch ist", sagte Heckwolf. Denn während der französischen Besatzung wurde der Dom zum Pferdestall umfunktioniert. Und kurze Zeit später wurde ein Schlachthaus aus dem Gebäude, das eigentlich gebaut wurde, um Gottesdienste zu feiern.

Um den Kindern zu zeigen, wie es um den Dom an seinem „1.000 Geburtstag" steht, wurde zum Abschluss ein kurzer Film gezeigt. Neben Gottesdienstausschnitten war auch der Domdekan bei seiner Arbeit zu sehen. So konnten sich die Kinder ein Bild davon machen, wer „der Mann aus dem Dom", wie sich Heckwolf selbst vorstellte, überhaupt ist. Zum Abschluss wurde mit Jungen und Mädchen aus dem Domchor das Lied „Guten Morgen, liebe Sonne" angestimmt. Und mit einer Einladung Heckwolfs an die Kinder, ihn einmal im Dom zu besuchen, endete die einstündige Kinder-Vorlesung.

lk (MBN)

 

Mainzer Dom war durch Einbauten untergliedert

Kotzur sprach über die Lettner und Chorschranken des Mainzer Domes

Mainz. „Wer den Mainzer Dom nur anhand seiner steinernen Hülle interpretiert, ohne seine Ausstattung zu berücksichtigen, wird dieses Bauwerk zwangsläufig missverstehen." Das sagte Dr. Hans-Jürgen Kotzur, Direktor des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums und Diözesankonservator des Bistums Mainz, in seinem Domvortrag am Montag, 28. September, im Erbacher Hof in Mainz. Der Vortrag Kotzurs stand unter der Überschrift „Trennend - Verbindend - Raumprägend. Die Lettner und Chorschranken des Mainzer Domes und ihre Wirkung auf die Raumbilder". Die Reihe der „Domvorträge im Jubiläumsjahr" findet anlässlich des Jubiläums „1.000 Jahre Mainzer Willigis-Dom" statt; sie wird von der Bistumsakademie Erbacher Hof in Kooperation mit dem Mainzer Domkapitel veranstaltet.

Kotzur führte in seinem Vortrag aus, dass der Mainzer Dom im Laufe der Jahrhunderte immer wieder seine Gestalt verändert habe. Allerdings seien die zahlreichen Veränderungen, die im Inneren des Domes stattgefunden haben, „wesentlich unspektakulärer". „Dabei sind sie eigentlich die spannenderen, da sie in viel höherem Maße etwas über die Menschen und den Zeitgeist der vergangenen Epochen erzählen", sagte er. Denn im Gegensatz zum Außenbau seien die Veränderungsmaßnahmen im Inneren „primär von zweckmäßigen Erwägungen und praktischen Überlegungen des kirchlichen Alltags" angetrieben gewesen: „Sie waren mit dem Leben in der jeweiligen Gegenwart verknüpft und daher flüchtiger. Gleichwohl spielen sie für das Verständnis einer mittelalterlichen Kathedrale eine genau so bedeutende Rolle wie der Außenbau." Heute seien mittelalterliche Kirchen „üblicherweise leergeräumt". Sei seien aber einstmals „höchst dynamische Mehrzweckbauten" gewesen, die durch eine „Vielzahl von Einbauten und Ausstattungsstücken in einzelne Funktionsbereiche gegliedert waren, die jenen liturgischen Nutzungen entsprachen, die uns heute meist nicht mehr bekannt sind". Das gelte auch für den Mainzer Dom, unterstrich Kotzur, „bei dessen Anblick wir uns nicht darüber hinweg täuschen dürfen, dass er wie nahezu alle Kathedralen, Klosterkirchen und Pfarrkirchen durch eben solche Einbauten untergliedert war - insbesondere durch Lettner und Chorschranken".

Im Rahmen seines Vortrages führte Kotzur aus, dass besonders die liturgisch bedeutsamen Raumteile wie der West- und Ostchor des Domes im Laufe der Jahrhunderte mehreren Veränderungen unterworfen waren. Eine große Rolle spielten dabei die Lettner und Chorschranken, die den Bereich der Kleriker von dem der Laien trennten. „Insgesamt besaß der Dom zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert vier nachweisbare Chorabschrankungen, die höchst unterschiedlich ge-staltet waren", sagte Kotzur. Die Lettner hätten „in hohem Maße raumprägend und raumdefinierend" gewirkt und ganz entscheidend den Eindruck bestimmt, den ein Besucher vom Mainzer Dom erhielt. Kotzur stellte anschließend in seinem Vortrag die allesamt zerstörten Einbauten vom 13. bis 17. Jahrhundert und Rekonstruktionsversuche ausführlich vor.

Noch weitere Domvorträge im Jubiläumsjahr

Im Laufe des Jubiläumsjahrs finden noch weitere Domvorträge statt: Zwei Vorträge zu den Grabdenkmälern des Mainzer Doms stehen am Dienstag, 6. Oktober, auf dem Programm: Zuerst referiert Dr. habil. Verena Kessel, Bonn, über das Thema „Zur Memorialfunktion im Mittelalter"; mit „Bestattungs- und Gedächtniskultur im Barock" ist dann der anschließende Vortrag von Dr. Luzie Bratner, Mainz, überschrieben. Den letzten Vortrag am Montag, 9. November, hält Dr. Clemens Kosch, Paderborn, zu dem Thema „Die Sakraltopographie des Hochmittelalters im Mainzer Dom - Vergleiche zu weiteren oberrheinischen Domen". Beide Veranstaltungen beginnen um 19.00 Uhr im Ketteler-Saal des Erbacher Hofes.

am (MBN)

 

Giebelmann: „Betriebliche Mitbestimmung bleibt ein hohes Gut"

Diözesantag für Betriebs- und Personalräte im Erbacher Hof in Mainz

Mainz, 23.9.2009: Auch der Prälat Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann würdigte die Arbeit der Betriebsräte.

Mainz, 23.9.2009: Auch der Prälat Mainzer Generalvikar Dietmar Giebelmann würdigte die Arbeit der Betriebsräte.

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Mainz. Der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, hat die betriebliche Mitbestimmung als ein „hohes Gut und wichtigen Teil unserer Gesellschaft" bezeichnet. „Immer wieder unterstützen deswegen auch die beiden christlichen Kirchen die Wahlen der Arbeitnehmervertreter und betonen den hohen Stellenwert betrieblicher Mitbestimmung im Kontext der Bedeutung von Erwerbsarbeit", sagte Giebelmann in seinem Grußwort anlässlich des Diözesantags für Betriebs- und Personalräte am Mittwoch, 23. September, im Erbacher Hof in Mainz. Der Tag, der vom Referat Berufs- und Arbeitswelt im Bistum Mainz veranstaltet wurde, stand unter der Überschrift „Fluch und Segen der Mitbestimmung. Betriebs- und Personalräte vor den Herausforderungen der Krise".

Um sich für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einzusetzen, brauche es „menschliche Stärke, Sachverstand, Ausdauer und Kommunikationsvermögen", sagte Giebelmann weiter. „Auch verlangt es Zusammenarbeit und mitunter ein starkes Nervenkostüm im Umgang mit Konflikten, die zum Tagesgeschäft von Betriebs- und Personalräten gehören", betonte der Generalvikar. Er dankte den Betriebs- und Personalräten für ihren Dienst, „der nicht selten mit einem sehr hohen persönlichen Aufwand" verbunden sei. Giebelmann unterstrich, dass Betriebs- und Personalräte eine Vielzahl von Erfahrungen bei der Wirtschaftskrise gemacht hätten: „Kurzarbeit, Standortverunsicherung und drohender Arbeitsplatzverlust sind einige der Stichworte, mit denen Sie täglich direkt konfrontiert werden", sagte er. Daher sei insbesondere „in einer Zeit hochgradiger Verunsicherung" konkrete Mitbestimmung für viele Menschen ein Segen, sagte der Generalvikar.

Mainz, 23.9.2009: Rund 90 Betriebs- und Personalräte waren in den Erbacher Hof gekommen.

Mainz, 23.9.2009: Rund 90 Betriebs- und Personalräte waren in den Erbacher Hof gekommen.

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Im Rahmen des Tages hielt unter anderen Paul Schobel, Arbeiterpriester und ehemaliger Leiter der Betriebsseelsorge im Bistum Rottenburg-Stuttgart, ein Statement zum Thema „Fluch und Segen der Mitbestimmung. Ein Spannungsverhältnis". Andreas Priebe, Leiter des Referats Arbeitsrecht in der Abteilung Mitbestimmungsförderung der Hans Böckler-Stiftung, thematisierte in seinem Impulsreferat die Chancen und Grenzen des Betriebsverfassungsgesetzes. Im zweiten Teil der Veranstaltung wurden vier Workshops angeboten. Sie standen unter den Überschriften „Die Macht der Medien? Betriebsratsarbeit und die mediale Berichterstattung", „Kurzarbeit - Rettungsinstrument auf Zeit. Chancen und Grenzen", „,Mensch' Betriebsrat. Betriebsräte im Umgang mit Höchstanforderungen und Überlastung" sowie „Zwischen Zugeständnis und Widerstand. Betriebsräte als Hoffnungsträger und Prügelknaben".

Hans-Georg Orthlauf-Blooß von der Regionalstelle Mainz/Rheinhessen des Referats Berufs- und Arbeitswelt berichtete am Ende der Tagung, dass die Situation für die Betriebsräte in den vergangenen Monaten schwieriger und „existenzieller" geworden sei: „Die Betriebsräte müssen bei Rationalisierungsmaßnahmen mit entscheiden, wer gehen muss. Und sie kennen die Kolleginnen und Kollegen, die gehen müssen". Gleichzeitig habe der Tag deutlich gemacht, wie wichtig Mitbestimmung sei, aber auch, wie schwierig sie geworden sei.

am (MBN)

 

„Und über all dem der Dom!"

Texte über den Mainzer Dom in der Literatur vorgestellt

Darmstadt. Das Jubiläum „1.000 Jahre Mainzer Willigis-Dom" findet auch außerhalb der Bischofsstadt starke Beachtung. Dies belegte ein Vortragsabend am Dienstag, 22. September, im Katholischen Bildungszentrum NR 30 in Darmstadt zum Thema „Und über all dem der Dom! Der Mainzer Dom in der Literatur". Der Vorsitzende der Elisabeth Langgässer-Gesellschaft Darmstadt, Karlheinz Müller, der das Langgässer-Zitat als Titel gewählt hatte, und seine Frau Dagmar, die ebenfalls dem Vorstand angehört, präsentierten Textbeispiele aus der Literatur, die sich mit dem Mainzer Dom befassen.

Am Anfang standen Verse von Hanns Dieter Hüsch: „Um den Dom kommt keiner rum." Eine Passage aus Karl Simrocks „Malerisches und romantisches Rheinland, 1838-41" erinnerte an die Zweckentfremdung des Domes zum „Fouragemagazin" durch die Franzosen nach dem Brand von 1797 und den geplanten Abriss, den der Präfekt Jean Bon St. André durchsetzen wollte. Müller erinnerte weiter daran, dass Otto III. den nichtadeligen Willigis im Kloster Corvey entdeckt, nach Mainz gebracht und dort das Missfallen des Adels ausgelöst hatte. Darauf geht das Gedicht „Willegis" von August Kopisch aus dem Jahr 1837 ein: „Der war ein Wagnersohn: Sie malten ihm zum Hohn mit Kreide Räder an die Wand...doch es nahm Willegis an dem Schimpf kein Ärgernis."

Prälat Adam Gottron, der in den 1920er Jahren Kaplan und Religionslehrer in Darmstadt und später Religionslehrer und Honorarprofessor in Mainz war, kam mit einer „Geschichte aus dem Mainzer Dom" zu Wort. Der französische Schriftsteller Victor Hugo malt in seinem vierbändigen Rheinbuch von 1845 ein romantisch-düsteres Bild des Domes: „Spitzbogen-Arkaden mit zertrümmertem Fensterwerk....Grabsteine, wie Glasscheiben von Haubitzen zerschmettert, steinerne Ritter, das Gesicht zerschlagen...die Lumpen einer alten Frau trocknen hier am Seil, Bretterverschalungen flicken die Granitmauer, düstere Einsamkeit, tiefe Schwermut...so sieht heute der erzbischöfliche Kreuzgang zu Mainz aus." Ähnlich düster die Beobachtung von Alfred Döblin auf seiner Reise nach Mainz 1946. „Die arme zerbrochene Stadt...es ist unheimlich und man kann es nicht lange ertragen, wenn man an die Toten denkt, die hier liegen."

Einen Kontrast zu den düsteren Domschilderungen bot „Das Haus des Mainzer Doms" des früheren Mainzer Stadtschreibers Hanns-Josef Ortheil. Er beschreibt die Kathedrale im Ambiente des Marktes als Haus der Geborgenheit und der Lebensbejahung, in dem der Besucher sich in der Gemeinschaft der Heiligen wohlfühlen kann und den Dom gut gelaunt wieder verlässt. Mit Anna Seghers „Das siebte Kreuz" ist der Mainzer Dom nach den Worten Müllers in die Weltliteratur eingegangen. Der aus dem KZ Osthofen geflohene Georg bringt sich im Dom, in dem er eine Nacht verbringt, in Sicherheit, fühlt sich aber von den steinernen Gestalten der Grabdenkmäler an den Dompfeilern beobachtet und geängstigt. Ähnlich dicht schildert Carl Zuckmayer in der „Fastnachtsbeichte" die besondere Atmosphäre des Domes.

Im Zentrum des Literaturabends standen Texte von Elisabeth Langgässer. Die in Alzey geborene Dichterin hatte in Darmstadt ihre Kinder- und Jugendjahre verbracht. So las Dagmar Müller Auszüge aus dem Roman „Grenze: Besetztes Gebiet" von 1932 aus dem Kapitel „Franzosenkind". Die Heldin Anna, die den Dom besucht, trägt autobiografische Züge der Autorin, die 1929 ihre uneheliche Tochter Cordelia zur Welt brachte und im selben Jahr nach Berlin übersiedelte. Im Dom „kommt Anna zu dem Bild der Immerwährenden Hilfe, einer goldenen Maria, die schräge schwarze Augen und ein Kind in langem Röckchen hat". Im Text „Kalte Reise in die Fassenacht", veröffentlicht im Merianheft von 1946, schreibt Langgässer: „Wenn von dem Dom selbst gar nichts mehr stünde als die Fundamente des Ostchors, so könnte sich aus ihrem Gefels der ganze Dom in die Höhe atmen und mit dem Dom die zerstörte Stadt."

Sk (MBN)

 

Giebelmann: „Wir betreten heute Neuland"

Erster Spatenstich für einen Neubau für Willigis-Gymnasium und Pfarrei St. Stephan

Mainz, 24.9.2009: Erster Spatenstich für einen Neubau des Bischöflichen Willigis-Gymmasiums und der Pfarrgemeinden St. Stephan und St. Ignaz

Mainz, 24.9.2009: Erster Spatenstich für einen Neubau des Bischöflichen Willigis-Gymmasiums und der Pfarrgemeinden St. Stephan und St. Ignaz

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Mainz. Erstmals gehen im Bistum Mainz eine Schule und eine Pfarrei eine bauliche Kooperation ein: Auf dem Gelände der dem Mainzer Willigis-Gymnasium benachbarten Pfarrei St. Stephan wird ein Neubau errichtet, der sowohl ein neues Pfarrheim für die Gemeinden St. Stephan und St. Ignaz als auch einen Unterrichts- und Mensabereich für den Willigis-Schulverbund umfassen wird. Aus diesem Anlass fand am Donnerstag, 24. September, auf dem Baugelände der erste Spatenstich für den Neubau statt.

Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann unterstrich, dass die Diözese mit diesem gemeinsamen Bauvorhaben „Neuland" betrete. Mit dem Bau werde die „Perspektive des Bischöflichen Willigis-Gymnasiums" als eine der wichtigen Schulen in Trägerschaft des Bistums Mainz gesichert, sagte der Generalvikar. Die neuen Raumkapazitäten des Willigis-Gymnasiums sind für den Ausbau zur Ganztagsschule notwendig. Giebelmann betonte, dass das Bistum Mainz „in einer Zeit, in der die Einnahmen der Kirche auch aus den Mitteln der Kirchensteuer zurückgehen" in Kinder und Jugend investiere; er verwies in diesem Zusammenhang auch auf den Neubau des Bischöflichen Jugendamtes.

Die Pfarrei erhält neue Gemeinderäume, darüber hinaus entstehen Räume für eine Gruppe der Pfadfinderschaft St. Georg. Die Mensa wird von Schule und Pfarrgemeinde gemeinsam genutzt. Stefan Schäfer, Pfarrer der Gemeinden St. Stephan und St. Ignaz, sagte, dass er nicht nur auf ein nachbarliches Nebeneinander zwischen Schule und Pfarrei, sondern auch auf ein „fruchtbares Miteinander" mit dem Willigis-Schulverbund hoffe. Der Neubau sei zudem eine „pastorale Weichenstellung". „Wir öffnen uns bewusst für andere Lebensräume", betonte Schäfer. Der Neubau entsteht auf dem Gelände des bisherigen Kindergartens, der im Sommer 2008 planmäßig geschlossen wurde. Das Gebäude entsteht nach Plänen des Architekturbüros AV1 aus Kaiserslautern; die Arbeiten sollen im Sommer 2010 abgeschlossen sein. Die Kosten für den Bau betragen 3,9 Millionen Euro.

am (MBN)

 

Beck besuchte Bruder Konrad-Stift

Begrüßung durch Generalvikar Giebelmann

Mainz, 25.9.2009: Ministerpräsident Kurt Beck (3.v.r.) zu Besuch im Bruder Konrad-Stift. Er wurde unter anderem von Generalvikar Dietmar Giebelmann (2.v.r.) und Generaloberin Schwester Odilia Schmidt S.M. (4.v.r.) begrüßt.

Mainz, 25.9.2009: Ministerpräsident Kurt Beck (3.v.r.) zu Besuch im Bruder Konrad-Stift. Er wurde unter anderem von Generalvikar Dietmar Giebelmann (2.v.r.) und Generaloberin Schwester Odilia Schmidt S.M. (4.v.r.) begrüßt.

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Mainz. Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck hat am Freitag, 25. September, das Bruder Konrad-Stift in Mainz besucht. Er wurde unter anderem von Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann, Generaloberin Schwester Odilia Schmidt S.M. sowie von der Leiterin des Hauses, Schwester Devota Lanius S.M., begrüßt. Im Verlauf seines Besuches fanden auch Gespräche mit den Heimbewohnern statt.

am (MBN)

 

 

 

 

 

 

 

 

Giebelmann in Stiftungs-Beirat berufen

Alexander Karl-Stiftung fördert Wissenschaft und Forschung

Mainz. Der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, ist für fünf Jahre in den Beirat der Alexander Karl-Stiftung berufen worden. Das wurde nach der konstituierenden Sitzung des Beirates am Samstag, 26. September, in Mainz bekannt gegeben. Die Alexander Karl-Stiftung wurde im Juli 2000 von dem Mainzer Unternehmer Alexander Karl gegründet; sie dient der Förderung von Wissenschaft und Forschung auf den Gebieten der Betriebswirtschaftslehre, der Rechtswissenschaft und der Medizin. Weitere Mitglieder des Beirates sind unter anderen der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Professor Dr. Georg Krausch, sowie der Mainzer Bürgermeister Norbert Schüler.

am (MBN)

 

Spende für die „Aktion Schutzengel"

Schülerinnen der Georg Forster-Gesamtschule sammelten während Projektwoche

Mainz. Fünf Schülerinnen der Georg Forster-Gesamtschule Wörrstadt haben im Rahmen ihrer Projektwoche Geld für die „Aktion Schutzengel" von Missio gesammelt. Gemeinsam mit zwei Lehrerinnen übergaben sie eine Spende in Höhe von 110 Euro am Montag, 28. September, im Bischöflichen Ordinariat an Schwester Annette Fleischhauer SSpS von der Missio-Diözesanstelle des Bistums Mainz. Schwester Annette hatte die Jugendlichen während ihrer Projektwoche besucht und sie über die Situation von jungen Mädchen in Bolivien und Nigeria informiert. Die „Aktion Schutzengel" ist eine Aktion des katholischen Missionswerks Missio. Sie unterstützt Projekte, die sich gegen Sextourismus und Kinderprostitution einsetzen.

am (MBN)

 

Bistum Mainz unterstützt polnisches Priesterseminar

Generalvikar Giebelmann empfing Bischof Wiktor Skworc zum Gespräch

Mainz, 25.9.2009: Generalvikar Dietmar Giebelmann (r.)empfing Bischof Wiktor Skworc zum Gespräch im Bischöflichen Ordinariat

Mainz, 25.9.2009: Generalvikar Dietmar Giebelmann (r.)empfing Bischof Wiktor Skworc zum Gespräch im Bischöflichen Ordinariat

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Mainz. Das Bistum Mainz wird sich am Ausbau des Priesterseminars der polnischen Diözese Tarnow finanziell beteiligen. Das sagte der Mainzer Generalvikar, Prälat Dietmar Giebelmann, bei einem Gespräch mit dem Bischof des Bistums Tarnow, Wiktor Skworc, am Freitag, 25. September, im Bischöflichen Ordinariat in Mainz. Aus der Diözese Tarnow stammen einige junge Priester, die im Bistum Mainz tätig sind. Weiteres Thema des Gespräches war die allgemeine Lage der Katholischen Kirche in Polen. Skworc wies zudem darauf hin, dass es in seinem Bistum weiterhin eine Vielzahl von Priesterberufungen gebe.

am (MBN)

 

 

 

 

 

 

Vorschau

Zweiter „Tag der Kindertagesstätten" (30.9.)

Veranstaltung steht unter dem Motto „1.000 Kinder feiern 1.000 Jahre Mainzer Dom"

Mainz. Am Mittwoch, 30. September, wird der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, um 10.30 Uhr rund 850 Kinder aus katholischen Kindertagesstätten des Bistums Mainz im Mainzer Dom begrüßen. Anlass ist der zweite „Tag der Kindertagesstätten", der unter der Überschrift „1.000 Kinder feiern 1.000 Jahre Mainzer Dom" steht. Bereits am 13. Mai dieses Jahres hatte ein „Tag der Kindertagesstätten" im Mainzer Dom stattgefunden, für den mehr als 1.700 Kinder angemeldet waren. Da beim ersten „Tag der Kindertagesstätten" nicht alle Kinder teilnehmen konnten, wird nun ein zweiter Termin im Jubiläumsjahr „1.000 Jahre Mainzer Willigis-Dom" angeboten. Im Bistum Mainz gibt es 207 Kindertagesstätten, in denen rund 15.000 Kinder betreut werden.

Nach der Begrüßung durch Kardinal Lehmann und Domdekan Prälat Heinz Heckwolf wird es unterschiedliche Angebote für die Kinder wie Domführungen, Orgelerkundungen, Kinderkatechesen oder Offenes Singen geben. Der Tag endet um 14.15 Uhr mit einer Kindersegensfeier mit Weihbischof Dr. Werner Guballa und den Mitgliedern des Mainzer Domkapitels. Der zweite „Tag der Kindertagesstätten" wird vom Caritasverband für die Diözese Mainz sowie vom Bischöflichen Ordinariat Mainz organisiert.

Hinweis: Weitere Informationen beim Caritasverband für die Diözese Mainz e.V., Referat Kindertagesstätten, Clemens Frenzel-Göth, E-Mail: clemens.frenzel-goeth@caritas-bistum-mainz.de, Tel.: 06131/2826276

am (MBN)

 

400 Jahre Maria Ward-Schwestern (1.10.)

Ausstellung in der Mainzer Maria Ward-Schule

Mainz. Im Foyer der Mainzer Maria Ward-Schule wird am Donnerstag, 1. Oktober, um 12.00 Uhr eine Ausstellung zum 400-jährigen Gründungsjubiläum der Maria Ward-Schwestern eröffnet. Die Gründung der Congregatio Jesu durch Maria Ward wird auf das Jahr 1609 datiert. Die Maria Ward-Schule möchte anlässlich des Jubiläums „der Persönlichkeit und dem Wirken Maria Wards in besonderer Weise gedenken", wie es in einer Mitteilung der Schule heißt. Die Oberin der Congregatio Jesu in Mainz, Schwester Edelgardis Kunkel CJ, wird in die Ausstellung einführen.

Hinweis: Maria Ward-Schule, Ballplatz 1-3, 55116 Mainz, Telefon: 06131/260122, E-Mail: ward@mainz-online.de, Internet: www.mws-mainz.de. Weitere Informationen zu Maria Ward unter www.mariaward.de  

am (MBN)

 

Janik neuer Klinikseelsorger (2.10.)

Feierstunde mit Weihbischof Werner Guballa

Mainz. Am Freitag, 2. Oktober, wird der Mainzer Weihbischof Dr. Werner Guballa im Rahmen einer Feierstunde um 14.00 Uhr im Hörsaal der Chirurgie Pfarrer Jürgen Janik als neuen Leiter der Katholischen Klinikseelsorge an der Universitätsmedizin Mainz und Pfarrer für die Klinikpfarrei St. Rochus in sein Amt einführen. Gleichzeitig wird der Vorgänger Janiks, Pfarrer Dr. h.c. Erhard Weiher, verabschiedet; Weiher wird weiterhin als Pfarrvikar in der Klinikseelsorge tätig sein. Verabschiedet wird auch der bisherige Pastoralreferent der Katholischen Klinikseelsorge, Hartwig von Papen, dessen Nachfolger Pastoralreferent Norbert Nichell sein wird. Außerdem wird der Dekan des Dekanates Mainz-Stadt, Pfarrer Markus Kölzer, den neuen Klinikseelsorger am 4. Oktober, um 18.00 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes in der katholischen Klinikpfarrei (Haus 204) in sein Amt einführen.

am (MBN)

 

Prayerfestival (2.-4.10.)

Veranstaltung von Pro Jugend 2000 e.V.

Mainz. Im Mainzer Willigis-Gymnasium findet von Freitag, 2., bis Sonntag, 4. Oktober, ein Prayerfestival statt, das von Pro Jugend 2000 veranstaltet wird. Im Rahmen des Festivals wird der Mainzer Weihbischof Dr. Werner Guballa am Samstag, 3. Oktober, um 13.30 Uhr eine Katechese zur Vorbereitung auf den Weltjugendtag 2011 in Madrid halten.

Hinweis: Weitere Informationen im Internet unter www.mainz.jugend2000.org

am (MBN)

 

Verleihung des Kardinal Volk-Preises (3.10.)

Tagung zum Abschluss des Wettbewerbs der Jungen Akademie im Erbacher Hof

Mainz. Mit einer Akademietagung von Donnerstag, 1., bis Samstag, 3. Oktober, endet der diesjährige Wettbewerb der Jungen Akademie der Bistumsakademie Erbacher Hof. Rund 120 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufen aus Rheinland-Pfalz und Hessen hatten sich in ihren Beiträgen mit der Frage „Wofür bin ich verantwortlich?" auseinander gesetzt. Der Mainzer Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr, Bischofsvikar für Jugendseelsorge, wird die Preisträger des diesjährigen Wettbewerbs am Samstag, 3. Oktober, um 16.00 Uhr im Ketteler-Saal des Erbacher Hofes auszeichnen.

Eingereicht wurden unter anderem ein Spielfilm, Acrylgemälde, ein Theaterstück, eine Zeitschrift und eine Komposition für Klavier. „Verantwortung ist in Zeiten des Wahlkampfes und angesichts von Situationen sowohl mangelnder als auch geleisteter Zivilcourage in aller Munde. Dadurch hat unsere Wettbewerbsfrage unerwartet eine neue Aktualität bekommen", sagte Studienleiterin Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, die den Wettbewerb der Bistumsakademie Erbacher Hof betreut. Die zehn besten Arbeiten erhalten folgende Preise: 500 Euro (1. Preis), 250 Euro (2. Preis), 125 Euro (3. Preis), Buchpreise (4. bis 10. Preis). Insgesamt sind 28 Schülerinnen und Schüler zur Akademietagung in den Erbacher Hof eingeladen.

Die Arbeiten wurden anonymisiert von einer unabhängigen Jury ausgewählt, der neben Schwarz-Boenneke angehören: Sylvia Koke, Opernsängerin aus Höxter; Dr. Paul Platzbecker, Referent im Pädagogischen Zentrum der vier Bistümer im Land Hessen, Wilhelm-Kempf-Haus, Wiesbaden-Naurod; Dr. Susanne Schäfer, Referentin der Bischöflichen Studienstiftung Cusanuswerk Bonn, und Professor Dr. Bernd Trocholepczy, Inhaber des Lehrstuhls für Religionspädagogik und Mediendidaktik an der Katholischen Fakultät der Johann Wolfgang von Goethe-Universität in Frankfurt.

In Gesprächen mit Vertretern aus Wirtschaft, Medien, Soziales und Kirche werden sich die Teilnehmer im Laufe der Tagung nochmals gemeinsam mit dem Thema Verantwortung beschäftigen. Gesprächspartner der Jugendlichen am Freitagnachmittag sind Sr. Theresia OSCICap, Äbtissin des Klosters der Ewigen Anbetung in Mainz, Prälat Hans-Jürgen Eberhardt, Diözesancaritasdirektor des Bistums Mainz, Tim Gemünden, Juniorchef der Bauunternehmung Karl Gemünden Ingelheim, Hans Günther Mann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mainz, und Dr. Karin Tanz, Referentin der Hörfunkdirektion des Hessischen Rundfunks in Frankfurt/Main. Am Samstagvormittag wird Dr. Anne Barnert, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsprogramms „Aufbruch 1989" am Institut für Zeitgeschichte in Berlin, anhand von in der DDR gedrehten, zum Teil nie gesendeten Filmbeispielen, mit den Teilnehmern der Tagung am Tag der Deutschen Einheit die Frage nach Verantwortung für Geschichte erarbeiten.

Hinweis für die Redaktionen: Pressevertreter sind bei der Preisverleihung am Samstag, 3. Oktober, um 16.00 Uhr im Ketteler-Saal des Erbacher Hofs herzlich willkommen. Rückfragen zum Wettbewerb und zur Tagung bei Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, Tel.: 06131/257-522, E-Mail: bernadette.schwarz-boenneke@bistum-mainz.de

am (MBN)

 

Segnung durch Kardinal Karl Lehmann (5.10.)

Grabstätte von Pfarrer Franz Adam Landvogt neu gestaltet

Mainz. Die Ruhestätte von Pfarrer Franz Adam Landvogt (1889 bis 1953) in der katholischen Pfarrkirche St. Peter in Mainz ist in diesem Jahr renoviert und von Karlheinz Oswald künstlerisch neu gestaltet worden. Der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, wird die Grabstätte am Montag, 5. Oktober, dem Todestag von Pfarrer Landvogt, um 18.00 Uhr im Rahmen einer Heiligen Messe segnen.

Nachdem an der Grabstätte bereits im Jahr 2003 eine Bronzeplastik von Oswald mit der Büste von Pfarrer Landvogt aufgestellt worden war, hat der Mainzer Künstler nun zwei Buntglasfenster gestaltet. Zudem wurde die noch erhaltene Grabplatte in eine Wand eingelassen. Eine kleine Gedenktafel am Eingang des Raumes informiert über Leben und Botschaft Pfarrer Landvogts, der sich während und nach dem Zweiten Weltkriegs als Mainzer „Trümmerpfarrer" für Arme, Kranke, Obdachlose und für die Jugend eingesetzt hatte.

am (MBN)

 

MBN vor 40 Jahren

„Über die Hälfte aller an den Grund-, Haupt- und Sonderschulen des Bistums Mainz erteilten Religionsstunden werden von Geistlichen und Seelsorgehelferinnen bzw. Katechetinnen und zum größten Teil ohne staatliche Vergütung erteilt", meldete die Katholische Nachrichtenagentur (KNA) am 8. Oktober 1969 unter der Überschrift „Religionsunterricht in Hessen drastisch beschnitten". Die Schulabteilung des Bischöflichen Ordinariates hatte sich in einer Stellungnahme auf die Reduzierung des Religionsunterrichtes an den allgemeinbildenden Schulen in Hessen befasst. Danach sollte das Fach ab 1. September 1969 auf zwei Stunden pro Klasse und Woche beschränkt werden. Bemühungen für die dritten und vierten Klassen jeweils drei Stunden pro Woche zu erreichen seien erfolglos geblieben, heißt es weiter.

Die vorgesehene Reduzierung werde die durch das Kultusministerium beabsichtigte Kürzung des Stundensolls der Lehrer nur erreichen, „wenn nicht noch mehr Religionsstunden an die kirchlichen Lehrer abgegeben werden". Und weiter: „Dies bedeute aber, dass die Kirche in nicht wenigen Fällen die Arbeitszeitverkürzung der Lehrer personell und finanziell mit auffangen müsse. Eine weitere Belastung der Geistlichen durch Religionsunterricht - sie erteilen nicht selten wöchentlich 13 und mehr Stunden - sei aber nicht vertretbar, wenn die Priester ihre übrigen seelsorglichen Aufgaben erfüllen sollten."An den Grund-, Haupt- und Sonderschulen im Bistum Mainz sind zum Stichtag 1. Februar 1969 wöchentlich 9.000 Stunden Religionsunterricht erteilt worden, geht aus dem Text hervor. Hinzu kamen 4.600 Wochenstunden an den Gymnasien und 1.350 an den berufsbildenden Schulen.

Am 15. Oktober 1969 heißt es in der KNA unter der Überschrift „Mainzer Diözesanrat empfiehlt: Mehr Laien in die Synode" wörtlich: „Nur 22 Vertreter der Diözesanräte als Mitglieder in die für 1972 geplante Synodalversammlung zu entsenden, erscheint dem Mainzer Diözesanrat ‚absolut indiskutabel'". Und weiter: „In einer von der Vollversammlung gebilligten Empfehlung an die Deutsche Bischofskonferenz und das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) schlägt er vor, 110 Vertreter der Diözesanräte (das sind fünf Vertreter je Diözesanrat) von den Diözesanräten für die Synode wählen zu lassen." Außerdem hat der Diözesanrat verschiedene weitere Vorschläge gemacht, unter anderem: „Da die Bischofskonferenz den Beginn der Synode beschließt, möchte der Mainzer Diözesanrat, dass das Ende der Synode von dieser selbst festgesetzt wird, um jeden Anschein eines ‚unbilligen Druckes' auszuschließen." Und weiter: „Der Diözesanrat akzeptiert zwar die Auffassung, die Bischöfe blieben die kirchlichen Gesetzgeber, sie übten dieses Amt aber in der Synode aus, in der sie mitberieten und mitentschieden. Der gute Sinn der Mitgliedschaft‚ und doch wohl auch der Anwesenheit aller Bischöfe' in der Synode erfülle sich nur auf diese Weise, nicht aber durch eine nachträgliche gesonderte Bischofskonferenz." Abschließend heißt es in der KNA-Meldung: „Der Mehrzahl der Mainzer Diözesanräte erschien es unumgänglich, ein eigenes Synodalbüro im Bistum einzurichten, das die von außen kommenden Anregungen und Vorschläge bearbeiten und weiterleiten soll."

In einer Meldung vom 16. Oktober 1969 berichtet die KNA über das Diözesantreffen der Arbeitskreise Betrieb und Verwaltung des Bistums in Königstein. „Die Sorge um die Gastarbeiter und die Gleichstellung der Frau im Berufsleben" seien nach Auffassung der Arbeitskreise „die wichtigsten Aufgaben der Zukunft". An dem zweitägigen Treffen nahm auch Bischof Hermann Volk teil, der an die Arbeitnehmer appellierte, „entschieden an der Lösung sozialer Fragen mitzuarbeiten". Bischof Hermann Volk hat sich in einer am 27. Oktober 1969 veröffentlichten Erklärung gegen „falsche Interpretationen" seiner Äußerungen zum Zölibat in einer Sendung des ZDF gewandt. In der Erklärung betont Volk, er habe „noch nie ein Wort verloren, auch keinen Gedanken, durch welchen der Zölibat in Frage gestellt würde", wie die KNA am gleichen Tag zitiert. Volk war am 19. Oktober 1969 Gast der Sendung „Kirche im Gespräch" zum Thema „Reform und Gegenreform". Mit ihm diskutierten in der 30-minütigen Sendung der Tübinger Dogmatikprofessor Hans Küng, sowie Helmut Gumnior, Kulturredakteur beim Spiegel in Hamburg, und Joachim Videra, Politikredakteur der Saarbrücker Zeitung. Moderator war Karl Volker Schmitt.

Wörtlich heißt es in der KNA-Meldung: „In der ZDF-Sendung, so erklärt Volk, sei er für den Zölibat eingetreten. Er habe allerdings darauf verwiesen, dass man vom Zölibat ebenso wie von einigen anderen Fragen nur in einem ‚größeren, innerlich spirituellen Zusammenhang' sprechen dürfe. Er habe dabei ausführlich die Meinung dargelegt: ‚Man könne wohl den Zölibat nicht allein halten, wir könnten nicht wie Bürger leben, nur ohne Frau, sondern der Zölibat müsste mit anderem verbunden werden, etwa der Armut.' Es sei ‚absurd', betont der Bischof, aus diesen Worten auf eine Infragestellung des Zölibats zu schließen oder ‚einen geheimen Dissensus im deutschen Episkopat' zu konstruieren. Unter zahlreichen Zuschriften, die ihm persönlich nach der Fernsehsendung zugeschickt worden seien, habe auch nur ein Absender seine Worte so falsch gedeutet."Volk reagierte damit unter anderem auf einen KNA-Text vom 22. Oktober 1969. Angesprochen etwa auf die Themen Bischofswahl und Pflichtzölibat, wird Volk mit den Worten zitiert: ‚Diese Fragen sehe ich, aber ich frage nach dem Stellenwert dieser Fragen. Mit Änderungen der Strukturen ist nicht alles zu machen.'" Wörtlich heißt es weiter: „Es kommt seiner Meinung nach auf das Liebesgebot an, das nicht durch Änderungen der Strukturen verwirklicht werden könne. Der Mainzer Bischof betonte in diesem Zusammenhang: ‚Ich bin nicht dagegen, dass die Bischofswahl durch die Laien geschieht.' An anderer Stelle sagte er: ‚Ich spreche nicht dafür, dass der Zölibat bleiben soll, ich spreche aber dafür, dass wir die Fragen nicht isoliert behandeln.'"

Und der KNA-Autor fährt fort: „Das hat noch kein Bischof offiziell gesagt. Und genau an dieser Stelle findet sich die Antwort auf den Sinn solcher Fernsehstreitgespräche, von denen man hoffen sollte, dass sie immer zahlreicher werden. Der Theologe Küng forderte die Information darüber, wie der deutsche Episkopat über kritische Fragen denkt. Mit diesem Wunsch steht er nicht allein. Bischof Volk hat spontan geäußert, wie er über Bischofsfragen und Zölibatfragen denkt. So werden nicht alle seine Kollegen im Episkopat denken. Aber doch viele. Doch niemand erfährt davon. Die Bischöfe treten immer als Bischofskonferenz en bloc in Erscheinung. Welche Einzelmeinung, welches persönliche Engagement dahinter steht, kann nur der einigermaßen Informierte erahnen."