Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 41, 2. November 2005

Bischöfliche Pressestelle Mainz, Leiter: Tobias Blum, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz
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Berichte

Abraham Geiger-Preis 2006 an Kardinal Lehmann 
25 Jahre Ökumenisches Zentrum in Darmstadt-Kranichstein 
Kardinal Lehmann würdigte „Nostra Aetate“ 
St. Josef-Krankenhaus im Klinikverbund Südhessen 
Qualitätszertifikat für Ketteler-Krankenhaus

Vorschau

200-Jahrfeier des Priesterseminars (5./6.11.) 
Seminarreihe zum Mainzer Dom (ab 7.11.) 
Caritas-Wintersammlung in Hessen (7.-13.11.) 
Romanische Baukunst in Burgund (ab 8.11.) 
50 Jahre Deutsch-Italienischer Anwerbevertrag (12.11.)

Publikationen

Neuerscheinung: „Das Seminar“

Personalien

Würdigung von Maria Luise Thurmaier

Stichwort

Stichwort: Allerheiligen / Allerseelen

 

Berichte

Abraham Geiger-Preis 2006 an Kardinal Lehmann

Würdigung für Offenheit, Mut, Toleranz und Gedankenfreiheit / Verleihung in Berlin

Berlin/Mainz. Der Bischof von Mainz und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, erhält den Abraham Geiger-Preis 2006. In der Begründung der Jury heißt es: „Wir wollen damit im Geiste von ,Nostra Aetate’ und eingedenk des 40. Jahrestages einen vorbildlichen katholischen Kirchenführer auszeichnen und damit die Erfolge des katholisch-jüdischen Gespräches hervorheben.“ Die Preisverleihung findet am 20. März 2006 in Berlin statt.  

Weiter heißt es in der Begründung: „Vor allem gilt es, Kardinal Lehmanns langjähriges Eintreten für Toleranz und Freiheit des Denkens zu würdigen, ebenso wie seine Entschlossenheit für das Gespräch mit dem Judentum: im intellektuellen Austausch als Hochschullehrer, aber auch durch ein geistig-religiöses Miteinander über Jahrzehnte hinweg. Mit Kardinal Lehmann wünschen wir uns, ‚dass wir uns gelassener kritische Dinge sagen lassen können, die bisher nicht in dieser Form möglich waren. Wir wünschen uns gegenüber wachsender Säkularisierung eine gemeinsame intensive Auseinandersetzung zur Gottesfrage’ (Vortrag von Kardinal Lehmann im Mainzer Landtag am 30.06.2005).“ 

Der Abraham Geiger-Preis wurde im Jahre 1999 anlässlich der Gründung des Abraham Geiger-Kollegs an der Universität Potsdam als erstem deutschen Rabbinerseminar nach der Schoa gestiftet. Im Jahr 2000 erhielt Susannah Heschel den Abraham Geiger-Preis für ihr Buch „Der jüdische Jesus und das Christentum“. Im Jahre 2002 wurde der jüdische Religionsphilosoph Emil Fackenheim der Abraham Geiger-Preis für sein philosophisches Lebenswerk verliehen. 2004 wurde Alfred Grosser als Verteidiger des Erbes der Aufklärung geehrt.  

Hinweis: Weitere Informationen im Internet unter http://www.abraham-geiger-kolleg.de/  

SDBK (MBN)

 

Frucht eines guten ökumenischen Klimas

Das Ökumenische Zentrum in Darmstadt-Kranichstein feierte sein 25-jähriges Bestehen

Darmstadt. „Das Ökumenische Zentrum in Darmstadt-Kranichstein ist als Frucht eines guten ökumenischen Klimas erwachsen, das es gab und gibt.“ Das sagte der Mainzer Weihbischof Dr. Werner Guballa anlässlich eines Gottesdienstes am Sonntag, 30. Oktober, in Darmstadt-Kranichstein, der zur Erinnerung an die Einweihung des ökumenischen Gemeindezentrums vor 25 Jahren stattfand. Guballa feierte den als Agapefeier gestalteten Gottesdienst gemeinsam mit der evangelischen Pröpstin Karin Held. Das Ökumenische Gemeindezentrum wird gemeinsam von der evangelischen Philippus-Gemeinde und der katholischen Pfarrgemeinde St. Jakobus genutzt.

Weiter sagte Guballa, dass die Kirchen unter den Folgen der Trennung litten, die sich in „Glaubwürdigkeitsverlusten der Kirchen“, in der „Distanzierung der Gläubigen“ und in der „Schwächung der emotionalen Bindung an die Kirche“ zeige. Aufgabe sei es, die Hoffnung auf die Einheit zu bewahren und „konkrete Schritte zu tun, um das Ziel der sichtbaren Einheit in den Kirchen und in der Eucharistiegemeinschaft zu erreichen“. Es sei wichtig, dass sich die Christinnen und Christen „der Vielfalt und Fülle der Verwirklichungsformen der Botschaft Christi in ihrer universalen Weite bewusst“ seien. „Diese Vielfalt gilt es zu fördern und nicht zu blockieren. Sie können uns aus ihren Erfahrungen in Kranichstein sicher einiges Gute benennen und weitergeben“, betonte Guballa.

Guballa unterstrich, dass es zwischen den Kirchen in den letzten Monaten manche Irritation gegeben habe: „Nicht dass wir uns die Wahrheit gesagt haben, sondern wie wir sie uns manchmal gesagt haben.“ Das Ziel der Ökumene bleibe aber die Gemeinschaft der Kirchen, sagte der Weihbischof: „Kirchen, die Kirchen eigener Prägung bleiben und doch eine Kirche sind.“

Charta Oecumenica für Kranichstein

Im Rahmen des Gottesdienstes wurde auch die „Charta Oecumenica des Ökumenischen Gemeindezentrums Kranichstein“ unterzeichnet. Dort heißt es unter anderem: „Wir verpflichten uns, in unseren beiden Gemeinden offen zu bleiben für den ökumenischen Geist, aus dem sie gebaut wurden. Wir wollen auf dem Weg zur Einheit weiter gehen und uns vom Geist Gottes zur Vollendung der Einheit führen lassen.“ Und weiter: „Wir verpflichten uns, das Ökumenische Gemeindezentrum Darmstadt-Kranichstein als ein besonderes Zeichen ökumenischer Gemeinsamkeit der Evangelischen Landeskirche von Hessen und Nassau und in der Diözese Mainz zu erhalten und nach außen deutlich zu machen.“

Ökumenisches Gemeindezentrum Kranichstein

Das Ökumenische Gemeindezentrum Darmstadt-Kranichstein ist bis heute das einzige dieser Art im Bereich des Bistums Mainz und der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau. Im Jahr 1978 wurde im Beisein der damaligen Pfarrer Helmuth Beth (evangelisch) und Lothar Landvogt (katholisch) der Grundstein für das Ökumenische Gemeindezentrum gelegt. Im November 1980 erfolgte die Einweihung des Gemeindezentrums – nach der Weihe der katholischen Kirche St. Jakobus und der evangelischen Philippus-Kirche. Zum Gemeindezentrum gehören noch ein Kinder- und Jugendhaus und die Kindertagesstätte „Arche Noah“. Neben regelmäßigen Gottesdiensten gestalten die beiden Gemeinden unter anderem die Jugend- und Seniorenarbeit gemeinsam.

Jubiläumsprogramm

Zu den Jubiläumsfeierlichkeiten bietet das Zentrum ein umfangreiches Programm an: Am Montag, 31. Oktober (Reformationstag), wird in der evangelischen Philippus-Kirche um 18.00 Uhr ein Reformationsgottesdienst gefeiert. Anschließend lädt das evangelische Dekanat Darmstadt zu einem Empfang ein, in dessen Rahmen die Präsentation „Ökumenisches Miteinander zum Wohle der Stadt – Kranichsteiner Beispiele“ gezeigt wird. Ein Konzert mit dem Ökumenischen Chor, dem Singkreis Kranichstein und dem Bläserchor des Evangelischen Dekanates steht am Donnerstag, 3. November, um 20.00 Uhr in der St. Jakobus-Kirche auf dem Programm.

Ein Basar und ein „Tag der offenen Tür“ finden am Samstag, 5. November, von 14.00 bis 18.00 Uhr, und am Sonntag, 6. November, von 10.30 bis 15.00 Uhr statt. An diesen Tagen werden Führungen durch das Gemeindezentrum angeboten – am Samstag um 15.00 und 17.00 Uhr und am Sonntag um 13.00 und 15.00 Uhr. Am 6. November wird außerdem um 10.30 Uhr in der St. Jakobuskirche ein musikalischer Gottesdienst gefeiert, den die Musikgruppen des Gemeindezentrums gestalten. Zum Abschluss der Festwochen wird der Mainzer Kabarettist Thomas Klumb am Freitag, 18. November, um 20.00 Uhr in der evangelischen Philippus-Kirche mit seinem Programm „Heiliger Bimbam“ zu sehen sein.

Hinweis: Weitere Informationen zum Jubiläumsprogramm und zur Arbeit des Ökumenischen Gemeindezentrums Kranichstein im Internet unter: http://www.oegz.de/.

am (MBN)

 

Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Israel und der Kirche

Kardinal Karl Lehmann würdigte in Aachen die Konzilserklärung „Nostra Aetate“ 

Aachen/Mainz. Auf der Jubiläumstagung „Nostra Aetate - Ein folgenreicher Konzilstext. Die Haltung der Kirche zum Judentum 40 Jahre danach“ in Aachen hat der Bischof von Mainz und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, am Freitag, 28. Oktober, die bleibende Bedeutung der „Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nicht­christlichen Religionen“ („Nostra Aetate“) gewürdigt. Das Konzil habe anerkannt, dass es in anderen Religionen „Antworten gibt, die auch die katholische Kirche bejaht“ und damit eine neue Epoche insbesondere im Verhältnis zum Judentum eingeleitet.

Am 40. Jahrestag des Konziltextes, der am 28. Oktober 1965 vom Zweiten Vatikanischen Konzil in Rom verabschiedet wurde, unterstrich Lehmann im Beisein des israelischen Botschafters Shimon Stein das einzigartige Verhältnis der Kirche zu den Juden: „Die Kirche hat ihre Wurzeln im Judentum und ist mit dem Judentum bleibend innerlich verbunden wie mit keiner anderen Religion.“ Den mit „Nostra Aetate“ beschrittenen Weg sei die Kirche in den vergangenen 40 Jahren entschieden weitergegangen. Zahlreiche Initiativen hätten sich bemüht, Vorurteile gegenüber Jüdinnen und Juden abzubauen und die Kenntnis der jüdischen Tradition sowie direkte Begegnungen zwischen Christen und Juden zu fördern. Dies habe auch zu einer selbstkritischen Reflexion in der christlichen Theologie und in der kirchlichen Praxis sowie zu einer neuen Lesart der beiden Teile der christlichen Bibel geführt. „Hierin gründet das Faktum, dass es heute keine judenmissionarischen Aktivitäten der katholischen Kirche mehr gibt“, unterstrich der Kardinal.

Lehmann erinnerte an das Engagement der Päpste für eine Erneuerung des Verhältnisses der Kirche zum Judentum, angefangen von Johannes XXIII. bis zu Benedikt XVI. Insbesondere für Johannes Paul II., der den Antisemitismus als eine Sünde gegen Gott und die Menschheit bezeichnet hat, sei dieses Engagement „zu einer zentralen Aufgabe seines Pontifikats“ geworden. Die Deutsche Bischofskonferenz habe in zahlreichen Erklärungen und Stellungnahmen „der schweren Last der Geschichte unseres Landes und der Kirche“ im Blick auf das Verhältnis zum Judentum gedacht. „Das Versagen und die Schuld der damaligen Zeit betrifft die Kirche als Institution und ist nicht nur das oft betonte und beklagte Versagen einzelner Christen“, sagte der Kardinal.

Zu den wichtigen Zukunftsaufgaben gehört für Lehmann, allen Tendenzen „antijüdischer Ideologien, Propaganda und Ausschreitungen“ entgegenzuwirken. Neben gemeinsamen Anstrengungen auf sozialem, ethischem und politischem Feld sei die gegenwärtig wohl wichtigste Aufgabe von Christen und Juden, „von der Wahrheit des einen Gottes Zeugnis zu geben“. 

Referat von Kardinal Lehmann zu „Nostra Aetate“

In seinem Referat zum Abschluss der dreitägigen Jubiläumstagung in Aachen zeichnete Lehmann die Entstehungs- und Wirkungsgeschichte der „Erklärung über das Verhältnis der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen“ („Nostra Aetate“) nach.

Er wies darauf hin, dass „Nostra Aetate“ als kürzester Konzilstext „die stärkste Debatte und vielleicht auch eine besondere Stärke in der Wirkungsgeschichte gezeigt habe“. Da „Nostra Aetate“ viele Hintergrundkämpfe auch in der Kirche und Spannungen unter den Konzilsvätern ausgelöst habe, sei die Geschichte dieser Erklärung „manchmal geradezu wie ein Kriminalroman“. Der Kardinal betonte, dass das Dokument „einmalig ist und wohl die bedeutendste kirchliche Verlautbarung über die christliche Haltung den Juden und dem Judentum gegenüber“ darstelle. Darüber hinaus bezeichne es einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Israel und der Kirche.

Mit „Nostra Aetate“ sei eine „Kehrtwendung im Blick auf die bisherigen Äußerungen“ vorgenommen und ein „Startschuss“ gegeben worden, „der nach vorne weist und nicht in sich selbst abschließend beurteilt werden sollte“. Das Dokument bleibe „die entscheidende Richtschnur, so etwas wie eine Magna Charta des Verhältnisses zwischen Kirche und Judentum“. Der Bischof von Mainz würdigte den besonderen Einsatz von Papst Johannes Paul II., dessen „persönliches, geradezu leidenschaftliches Anliegen“ es gewesen sei, die Beziehungen der Kirche zum Judentum zu verbessern.

Abschließend zeigte Lehmann auf, wie sich Papst Benedikt XVI. bereits als Theologieprofessor und als Präfekt der Glaubenskongregation, aber auch in den ersten Monaten seines Pontifikates für den christlich-jüdischen Dialog eingesetzt hat. Papst Benedikt habe deutliche gemacht, dass es seine Absicht sei, auf dem vom Papst Paul VI. und Papst Johannes Paul II. eingeschlagenen Weg weiterzugehen, um das Verhältnis zum jüdischen Volk zu verbessern. „Jetzt muss die Kirche in allen Gliedern dem Konzil und den Päpsten der letzten 50 Jahre nur folgen“, betonte Lehmann.

Hinweis: Die Wortlaute der Erklärung und des Referates von Kardinal Karl Lehmann im Internet unter http://www.dbk.de/ 

SDBK (MBN)

 

St. Josef-Krankenhaus Viernheim kooperiert mit Klinikverbund

Vollständige Eingliederung in Katholischen Klinkverbund Südhessen vorgesehen

Bensheim. Seit dem 1. November wird das St. Josef-Krankenhaus Viernheim von dem neuen Katholischen Klinikverbund Südhessen mit Sitz in Bensheim geleitet. Das Kuratorium der kirchlichen Stiftung der Viernheimer Klinik hat am Donnerstag, 27. Oktober, dem Abschluss eines Betriebsführungsvertrages zugestimmt, wie aus einer Pressemitteilung des Klinikverbundes hervorgeht. Dem katholischen Klinikverbund gehören das Bensheimer Heilig-Geist-Hospital, das Offenbacher Ketteler-Krankenhaus und das Lampertheimer St. Marienkrankenhaus an.

Der mit Viernheim abgeschlossene Vertrag hat eine Laufzeit bis Ende 2006 und dient der Vorbereitung für eine vollständige Eingliederung des Krankenhauses in den Klinikverbund. Konkret verläuft die Zusammenarbeit im Bereich der Verwaltung, in der gemeinsamen Nutzung der EDV-Systeme und im logistischen Bereich. Auch die gemeinsame Nutzung teurer medizinisch-technischer Geräte ist vorgesehen. Der Geschäftsführer des Klinikverbundes, Bernhard Franzreb, setzt aber auch auf einen Wissenstransfer von Klinik zu Klinik. Soweit möglich sollen zudem medizinische Leistungen aufeinander abgestimmt werden. Wie Bernhard Franzreb betont, sollen weitere Belegärzte aus der Region für das Viernheimer Krankenhaus gefunden werden.

Das Krankenhaus in Viernheim ist außerdem Ausbildungsort für die praktische Ausbildung für Krankenpflegeschüler der Akademie, die der Klinikverbund bereits in Kooperation mit dem Zentrum für soziale Psychiatrie in Heppenheim betreibt.

ms (MBN)

 

„Ein wichtiges Signal für den gesamten Klinikverbund“

Ketteler-Krankenhaus in Offenbach mit Qualitätszertifikat ausgezeichnet

Offenbach/Bensheim. Das Offenbacher Ketteler-Krankenhaus ist die erste Klinik im neuen Katholischen Klinkverbund Südhessen, die mit dem Qualitätszertifikat „proCum Cert inklusive KTQ“ - der Kooperation für Transparenz und Qualität im Krankenhaus - ausgezeichnet wurde. „Das ist ein wichtiges Signal für unseren Klinikverbund und Motivation für die Krankenhäuser in Bensheim und Lampertheim, die diese Auszeichnung ebenso anstreben“, sagte der Geschäftsführer des Verbundes, Bernhard Franzreb, am Mittwoch, 26. Oktober, in Offenbach bei einer Feierstunde, bei der das Zertifikat überreicht wurde. Der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, gratulierte persönlich zu der Auszeichnung und sprach anschließend vor mehr als 150 Gästen und Mitarbeitern über „Christliche Werte im christlichen Krankenhaus“.

„Dass wir dieses Zertifikat erhalten haben, ist ein großer Erfolg für uns“, sagte Franzreb. Der Geschäftsführer betonte, dass die anderen Krankenhäuser in dem Verbund zwar bereits nach der DIN ISO zertifiziert sind, trotzdem gelte es, das „proCum Cert inkl. KTQ“ anzustreben. Dabei werden die Krankenhäuser von den wertvollen Erfahrungen der Offenbacher Klinik für dieses speziell für Krankenhäuser entwickelte Verfahren profitieren. Anfang des kommenden Jahres wollen auch das Bensheimer Heilig-Geist-Hospital und das Lampertheimer St. Marienkrankenhaus mit dem Zertifizierungsprozess nach „proCum Cert“ beginnen, kündigte Franzreb an.

ms (MBN)

 

Vorschau

Das Mainzer Priesterseminar feiert den 200. Jahrestag seiner Gründung (5./6.11.)

Festkonzert mit der Domkantorei in der Seminarkirche / Pontifikalamt mit Kardinal Lehmann

Mainz. Das Mainzer Priesterseminar feiert den 200. Jahrestag seiner Gründung durch den ersten Bischof des neuen Bistums Mainz, Bischof Joseph Ludwig Colmar. Aus diesem Anlass findet am Samstag, 5. November, um 20.00 Uhr, in der Seminarkirche in der Augustinerstraße ein Festkonzert mit der Domkantorei St. Martin unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Mathias Breitschaft statt. Auf dem Programm steht zum einen die „Missa Solemnis in g für Solostimmen, Chor und Orchester“ von P. Alexius Molitor (1730-1778), der bis zu seinem Tode als „Direktor Chori Musici“ an der Augustinerkirche wirkte. Zum anderen bringt die Domkantorei ein „Te Deum für Solostimmen, Chor und Orchester“ von Johann Michael Breunich (1699-1755) zu Gehör.

Am Sonntag, 6. November, feiert der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, um 10.00 Uhr ein Pontifikalamt in der Seminarkirche. Konzelebranten sind Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr und Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann. Nach dem Pontifikalamt findet ein Empfang im Erbacher Hof statt. Um 14.00 Uhr hält Professorin Eva-Maria Faber, Chur, dort einen Vortrag zum Thema „Gott ist es, der wachsen lässt (1 Kor 3,7) – Priesterausbildung zwischen Seminar und Gemeinde“. Dem Vortrag schließt sich ein Podiumsgespräch mit Kardinal Lehmann, Professorin Faber, Dr. Peter Birkhofer (Zentrum für Berufungspastoral), Freiburg i.Br., und Professor Michael Sievernich SJ, Mainz/Frankfurt a.M., an. Das Gespräch wird von Professor Hubertus Brantzen, Mainz, moderiert. Der Festtag endet um 17.30 Uhr mit einer Pontifikalvesper in der Seminarkirche.

200 Jahre Priesterseminar im Bistum Mainz

Bereits am 14. Januar 1804 hatte der damalige Bischof von Mainz, Joseph Ludwig Colmar (1760-1818), die Errichtung eines Priesterseminars verfügt. Mit dem Einzug von zehn Alumnen (Priesteramtskandidaten) in das ehemalige Augustinerkloster in Mainz nahm die Einrichtung am 30. Oktober 1805 ihren Betrieb auf. Erster Regens des Seminars wurde Bruno Franz Leopold Liebermann (1759-1844). Unter der Leitung von Regens Christoph Moufang (1817-1890), der das Seminar von 1854 bis zu seinem Tode leitete, erlebte das Priesterseminar in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine Blütezeit. Das Haus genoss aufgrund der wissenschaftlichen Qualifikation der Professorenschaft großes Ansehen und übte Anziehungskraft auch auf auswärtige Studenten aus.

Die prägende Gestalt des Mainzer Priesterseminars im 20. Jahrhundert war Regens Josef Maria Reuß (1906-1985, seit 1954 auch Weihbischof), der dem Haus von 1945 bis 1968 vorstand. In seiner Amtszeit wurde die theologische Fakultät des Priesterseminars in die Mainzer Johannes Gutenberg-Universität eingegliedert. Auch erreichte im Jahr l958 die Zahl der Seminaristen mit 179 den bisher höchsten Stand. Bahnbrechend war Reuß’ Konzept der Priesterausbildung, das auf Selbstständigkeit und Eigenverantwortung zielte und auf ein hohes Maß an gegenseitigem Vertrauen zwischen Regens und Alumnen setzte. Reuß’ Konzept erregte damals Aufmerksamkeit bis weit über die Diözese Mainz hinaus.

Reuß´ Nachfolger im Amt des Regens waren Nikolaus Reinhardt (Regens von 1969 bis 1984) und Rainer Borig (Regens von 1984 bis 1997). Seit dem 1. August 1997 leitet Domkapitular Monsignore Horst Schneider das Mainzer Priesterseminar. Er wird unterstützt von Subregens Henning Priesel und Spiritual P. Clemens Löcher SJ.

am (MBN)

 

„Erbaut aus lebendigen Steinen“ (ab 7.11.)

Seminarreihe mit Führungen zu Bauwerk und Bildwerken im Mainzer Dom

Mainz. Unter der Überschrift „Zur Baugeschichte des Domes. Ausgewählte Bauphasen“ findet am Montag, 7. November um 18.00 Uhr im „Haus am Dom“ in Mainz ein Vortrag von Dr. Felicitas Janson, Mainz, statt. Die Veranstaltung bildet den Auftakt zu einer vierteiligen Seminarreihe mit Führungen, die unter dem Motto „Erbaut aus lebendigen Steinen – Bauwerk und Bildwerke im Mainzer Dom“ steht. Veranstalter ist das Bischöfliche Domkapitel in Kooperation mit der Akademie des Bistums Mainz Erbacher Hof. Die Gesamtleitung liegt bei Felicitas Janson. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 18.00 Uhr.

Thema des folgenden Termins am Montag, 21. November, sind die Grabdenkmäler und Grabmäler im Mainzer Dom. Die Führung am Montag, 6. März 2006, steht unter der Überschrift „Christliche Bilder als Zeugnisse der Frömmigkeit“. Eine Orgelführung mit Domorganist Albert Schönberger am Montag, 20. März 2006, bildet den Abschluss der Seminarreihe.

Hinweise:

  • Weitere Informationen und Anmeldung bei der Akademie des Bistums Mainz Erbacher Hof, Grebenstraße 24-26, 55116 Mainz, Tel.: 06131/257-521 und -550, E-Mail: ebh.akademie@bistum-mainz.de  
  • Treffpunkt zu den Führungen ist in der Dominformation, Markt 10, in Mainz.

am (MBN)

 

„Investieren Sie in Menschlichkeit“

Caritas-Wintersammlung in Hessen vom 7. bis 13. November

Hessen. „Investieren Sie in Menschlichkeit“ lautet das Motto der diesjährigen Wintersammlung der Caritas in Hessen, die von Montag, 7., bis Sonntag, 13. November, stattfindet. Im Bereich der Diözese Mainz verbleibt die Hälfte der Spenden in den Kirchengemeinden zur unbürokratischen Hilfe in Härtefällen vor Ort und zur Organisation der örtlichen Caritasarbeit. Die andere Hälfte wird zur Stützung der sozialen Arbeit des Verbandes verwandt.  

In Folge der zunehmenden Verarmung von immer mehr Menschen werden die Beratungsstellen der Caritas zunehmend um Unterstützung angefragt. Um ihr Beratungsangebot halten zu können, sind die Beratungsstellen auf Spenden aus der Bevölkerung angewiesen. Der Grund: Die Folgen der drastischen Sozialkürzungen der hessischen Landesregierung von vor zwei Jahren sind noch nicht verkraftet. Auf lokaler Ebene wird beispielsweise für arme und bedürftige Menschen die Ausgabe preisgünstiger Lebensmittel organisiert. Dafür sowie für Individualhilfen in Härtefällen und zur Organisation der ehrenamtlichen Caritasarbeit werden immer mehr Spenden benötigt. 

„Arme Menschen brauchen Hilfe und Unterstützung. Helfen Sie mit durch eine großzügige Spende für die Arbeit der Caritas. Investieren Sie in Menschlichkeit“, lautet der Appell von Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt, der Dezernent für die Caritas im Bistum Mainz ist, und Diözesancaritasdirektor Peter Deinhart, Vorstand des Caritasverbandes für die Diözese Mainz.

Die Sammlungen der Caritas finden zweimal im Jahr statt

Zweimal im Jahr findet eine Caritas-Sammlung statt, im Sommer und im Winter. Im vergangenen Jahr sind in der Diözese Mainz über 835.000 Euro gespendet worden. In Rheinland-Pfalz findet die Caritas-Wintersammlung vom 22. November bis 1. Dezember statt.

jow (MBN)

 

Romanische Baukunst und Skulptur in Burgund (ab 8.11.)

Vortragsreihe im Erbacher Hof in Kooperation mit dem Haus Burgund

Mainz. Eine vierteilige Vortragsreihe über die Entwicklung der romanischen Baukunst und Skulptur in Burgund beginnt am Dienstag, 8. November, um 19.30 Uhr in der Akademie des Bistums Mainz Erbacher Hof. Referent ist Professor Dethard von Winterfeld, Mainz. Die Themen der Vorträge lauten „Zeugnisse der karolingischen und frühromanischen Baukunst in der Franche-Comté und im Herzogtum Burgund“ (8.11.), „Die dritte Abteikirche von Cluny und ihre Nachfolger“ (17.11.), „Die Abteikirche von Vézelay und die burgundische Skulptur“ (22.11.) sowie „Die Kirchen der Zisterzienser und ihr Verhältnis zu Cluny“ (29.11.). Alle Vorträge beginnen um 19.30 Uhr. Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Haus Burgund statt.

Hinweis: Weitere Informationen bei der Akademie des Bistums Mainz Erbacher Hof, Grebenstraße 24-26, 55116 Mainz, Tel.: 06131/257-551, -521 und -554, E-Mail: ebh.akademie@bistum-mainz.de  

am (MBN)

 

50 Jahre Deutsch-Italienischer Anwerbevertrag (12.11.)

Festveranstaltung und Gottesdienst in Mainz mit den Kardinälen Tettamanzi und Lehmann 

Mainz. Vor 50 Jahren, am 20. Dezember 1955, wurde in Rom der Deutsch-Italienische Anwerbevertrag unterzeichnet. Er regelte die Einwanderung von zunächst 100.000 italienischen Arbeiterinnen und Arbeitern nach Deutschland. Dieser Vertrag, dem weitere Verträge mit anderen Ländern folgten, bildete den Beginn der modernen Arbeitsmigration nach Deutschland. Von Anfang an hat sich die katholische Kirche in Deutschland in besonderer Weise um die Betreuung der Einwanderer bemüht, angefangen von karitativen Hilfen über Beratungen zum deutschen Arbeitsrecht bis hin zur Einrichtung muttersprachlicher Gemeinden mit Seelsorgeangeboten.

Aus Anlass des 50. Jahrestages der Vertragsunterzeichnung findet in Mainz am Samstag, 12. November, um 15.00 Uhr im Erbacher Hof ein Festakt mit zahlreichen kirchlichen und politischen Vertretern aus Italien und Deutschland statt. Neben dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, dem Vorsitzenden der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Josef Voß (Münster), und dem Erzbischof von Mailand, Dionigi Kardinal Tettamanzi, als Vertreter der Italienischen Bischofskonferenz, werden unter anderem der italienische Minister für Auslandsitaliener, Mirko Tremaglia, der italienische Botschafter in Deutschland, Dr. Antonio Puri Purini, der Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, und der Präsident des Deutschen Caritasverbandes, Monsignore Dr. Peter Neher, zu dem Thema sprechen.

Im Anschluss an den Festakt findet um 18.00 Uhr ein Festgottesdienst im Mainzer Dom unter Leitung von Kardinal Lehmann statt. Ab 20.00 Uhr ist ein festlicher Begegnungsabend im Gemeindezentrum der Italienischen und Kroatischen Katholischen Mission in Mainz (Emmeranstraße 15) vorgesehen. 

Hinweis für die Redaktionen: Medienvertreter, die am Festgottesdienst teilnehmen möchten, werden gebeten, sich bis Mittwoch, 9. November, bei der Bischöflichen Pressestelle des Bistums Mainz anzumelden unter Tel.: 06131/253-129, Fax: 06131/253-402 oder E-Mail: pressestelle@bistum-mainz.de

SDBK (MBN)

 

Publikationen

Neuerscheinung: „Das Seminar“

200 Jahre Mainzer Priesterseminar / Rückblick und Perspektiven

Mainz. Zur 200-Jahr-Feier des Mainzer Priesterseminars am 5. und 6. November erscheint der Band „Das Seminar. 200 Jahre Mainzer Priesterseminar in der Augustinerstraße und Perspektiven der Priesterausbildung heute“. Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat zwei Beiträge zu diesem Buch verfasst: Ausführlich schreibt er über seine Erwartungen als Bischof an das Priesterseminar seiner Diözese und in dem Artikel „Priester für das 21. Jahrhundert“ unternimmt der Kardinal einen Ausblick auf die Anforderungen an künftige Priester. Der Band wird im Auftrag des Priesterseminars von Dr. Helmut Hinkel, Direktor der Mainzer Martinus-Bibliothek, herausgegeben und am Sonntag, 6. November, im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten vorgestellt. Das Mainzer Priesterseminar war am 30. Oktober 1805, drei Jahre nach Wiedererrichtung der Diözese Mainz, von Bischof Joseph Ludwig Colmar in der Räumen des ehemaligen Augustinereremitenklosters in der Augustinerstraße eröffnet worden.

Helmut Hinkel widmet sich der rund 450-jährigen Geschichte Mainzer Priesterseminare und stellt in einem eigenen Beitrag die Bibliothek der Bischöflichen Priesterseminars vor. Der Kirchenhistoriker Dr. Thomas Berger beschreibt in seinem Beitrag anhand von Originalquellen die Predigtausbildung des Mainzer Priesterseminars aus den Anfangsjahren (1805-1818). Einblick in die aktuelle Situation des Seminars geben Regens Horst Schneider, der die „Grundlinien Mainzer Priesterausbildung“ skizziert, und Spiritual Clemens Löcher SJ mit seinem Beitrag über die Hinführung zu einem geistlichen Leben. Der Pastoraltheologe Professor Hubertus Brantzen beleuchtet die Pastoralausbildung im Bistum Mainz. Illustriert wird die Geschichte des Seminars durch eine Auswahl von Fotografien aus den vergangenen 60 Jahren.

Lehmann: Der Priester muss „Lesemeister der Spuren Gottes in unserer Welt werden“

In seinem Artikel „Priester für das 21. Jahrhundert“ schreibt der Mainzer Bischof über das Profil, das einen Priester auszeichnen sollte: „Eine ganz zentrale Aufgabe und Fähigkeit des Priesters heute und morgen geht dahin, mit den Menschen und für sie die Spuren Gottes in unserer Welt zu suchen, gerade wenn sie verborgen sind, zu entdecken und zur Sprache zu bringen. Diese Spuren sind selten eindeutig. Darum bedürfen sie der Deutung und der Entfaltung ihrer Bedeutung. Dies geschieht stets im Licht des Evangeliums, zu dem auch die Lehre der Kirche und ihre reiche Tradition gehört. Der Priester muss darin besonders erfahren sein und zu einem Lesemeister der Spuren Gottes in unserer Welt werden. Dazu ist in besonderer Weise auch die Kenntnis der ‚Unterscheidung der Geister’ notwendig und ein eigener geistlicher Umgang mit ihr unersetzlich. Er muss darum ein Mann des Wortes sein. Darin liegt auch die Bedeutung des theologischen Studiums.“

Abnehmendes Interesse an Theologie als Wissenschaft ist „bedenkliches Phänomen“

In seinem Beitrag „Erwartungen des Bischofs an die Priesterausbildung“ schreibt Lehmann: „Was mich jedoch als Bischof im Augenblick noch stärker bedrängt, ist nicht nur das Nachlassen der Studierenden-Zahl - und dies nicht nur im Blick auf den Priestermangel, sondern auch hinsichtlich der anderen pastoralen Berufe. Vielmehr ist es, wie auch die Entwicklung in der evangelischen Theologie und an ihren großen Fakultäten zeigt, ein Schwinden des Interesses für Theologie als Wissenschaft. Dies ist ein sehr bedenkliches Phänomen, das viel zu wenig beachtet wird. Wir müssen die Theologie als eigene Herausforderung und als hochinteressantes Fach, das seine eigene Spannung und Leidenschaft entfalten kann, wieder schmackhafter machen. Dafür ist noch viel zu tun.“

Hinweise:

  • Helmut Hinkel (Hg.): „Das Seminar. 200 Jahre Mainzer Priesterseminar in der Augustinerstraße und Perspektiven der Priesterausbildung heute“. Publikationen Bistum Mainz 2005. 160 Seiten, sechs Euro.
    ISBN 3-934450-23-7.
  • Der Band ist im Infoladen des Bistums Mainz (Heiliggrabgasse 8) erhältlich (Internet: www.bistum-mainz.de/infoladen).

tob (MBN)

 

Personalien

Dienerin am liturgischen Gesang

Kardinal Lehmann würdigt die verstorbene Dichterin Maria Luise Thurmair 

Bonn/Mainz. Die Kirchenlied-Dichterin Maria Luise Thurmair ist am Montag, 24. Oktober, im Alter von 93 Jahren in Germering bei München verstorben. „Das deutsche Kirchenlied der nachkonziliaren liturgischen Erneuerung (hätte) ohne die maßgeblichen Impulse Maria Luise Thurmairs nicht jene identitätsstiftende Bedeutung erlangt, die sich in der Herausgabe des katholischen Gebet- und Gesangbuches ‚Gotteslob’ nachhaltig kristallisiert hat“, würdigte Karl Kardinal Lehmann die Verstorbene in einem persönlichen Kondulenzschreiben an die Familie. Sie habe vielen Menschen mit ihren Liedern, Vorträgen und Publikationen „einen geistlichen Nährboden“ bereitet.  

Als „Dienerin am liturgischen Gesang“ sei sie stets hinter ihrem Werk zurückgetreten, hob Lehmann hervor. „Gerade diese gläubige Demut ist es, die ihren geistlichen Dichtungen überzeitliche Größe verleiht.“ Die tief gehende Sprache ihrer Liedtexte offenbare nicht nur eine theologisch und philosophisch gebildete Frau, sondern auch eine glaubwürdige Dichterpersönlichkeit, welche die Botschaften ihrer Lieder selbst existenziell durchlebt habe. In seinem Schreiben an die Familie erinnerte Kardinal Lehmann auch an den Ehemann von Maria Luise Thurmair, den Dichter Georg Thurmair, „der uns ebenfalls unvergessen ist“. 

Maria Luise Thurmair wurde am 27. September 1912 in Bozen (Südtirol) geboren. Ihr Philosophiestudium führte sie nach Innsbruck, wo sie mit einer Arbeit über Irene von Byzanz promovierte. Über die Liturgische Bewegung lernte sie den Münchener Dichter Georg Thurmair kennen, 1941 heiratete das Paar. Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor. Nach dem Krieg zog die Familie nach München. Bereits während des Krieges hatte Maria Luise Thurmair am Innsbrucker Gotteslob mitgearbeitet. Darüber hinaus schuf sie mehrere hundert Kirchen- und Patronatslieder, arbeitete an verschiedenen deutschen Diözesangebetbüchern mit und war maßgeblich an der Erstellung des neuen katholischen Gebet- und Gesangbuches „Gotteslob“ beteiligt. Für die Arbeit am Gotteslob erhielt Maria Luise Thurmair vom Papst den Orden „Pro Ecclesia et Pontifice“.

SDBK (MBN)

 

Stichwort

Stichwort: Allerheiligen (1.11.) / Allerseelen (2.11.)

An Allerheiligen (1. November) ehrt die Kirche nicht nur alle offiziell heilig gesprochenen Menschen, sondern auch die Menschen, die ein christliches Leben geführt haben, ohne dass ihre Lebensführung einer größeren Öffentlichkeit bekannt geworden ist. Allerheiligen ist zunächst kein Tag des Totengedächtnisses, sondern feiert das neue Leben, das die Heiligen führen und das allen Christen verheißen ist. Vielfach ist der Tag durch den Gang zu den Gräbern von Angehörigen geprägt. Der Allerseelentag am 2. November gilt dem Gedächtnis der Verstorbenen.

Bereits im vierten Jahrhundert ist bei Johannes Chrysostomos von Antiochien ein „Herrentag aller Heiligen“ bezeugt. Seit dem neunten Jahrhundert wird Allerheiligen am 1. November gefeiert. Allerseelen geht auf Abt Odilo von Cluny zurück, der 998 einen Gedenktag anordnete für alle verstorbenen Gläubigen von Klöstern, die Cluny unterstellt waren. Zusammen mit dem staatlichen Volkstrauertag zum Gedächtnis der Toten der Weltkriege und dem Totensonntag (auch: Ewigkeitssonntag), mit dem das evangelische Kirchenjahr am Sonntag vor dem ersten Advent endet, machen Allerheiligen und Allerseelen den Monat November zum Monat des Totengedenkens. Allerheiligen ist gesetzlicher Feiertag in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

tob (MBN)