Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 31, 24. August 2005

Bischöfliche Pressestelle Mainz, Leiter: Tobias Blum, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz
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Berichte vom XX. Weltjugendtag in Köln (16.-21. August)

Bilanzpressekonferenz des Weltjugendtages 
Bonifatius-Statue für Benedikt XVI. 
Grußwort von Kardinal Lehmann beim Bischofstreffen 
Erste Reaktionen von Teilnehmern aus dem Bistum 
Pfarrer Schäfer kommt mit Fahrradpilgern nach Köln 
Mainzer betreuen Katechesezentrum in Wuppertal 
Grußwort von Kardinal Lehmann beim Ökumene-Treffen 
Stichwort: Katechese 
Katechese von Weihbischof Neymeyr in Neviges 
Lehmann würdigt Papstbesuch in der Kölner Synagoge 
Weihbischof Guballa zur Hochschulpastoral 
Erfahrungen mit der Beichte 
165 Nigerianer haben kein Visum für den WJT erhalten 
Begrüßung des Papstes durch Kardinal Lehmann 
Katechese von Weihbischof Neymeyr in Düsseldorf 
Probe von Thomas Gabriel für die „Missa Mundi“ 
Grußwort von Kardinal Lehmann beim BDKJ-Empfang 
Katechese von Kardinal Lehmann in Wuppertal 
Eröffnungsgottesdienst in der LTU-Arena in Düsseldorf 
Erklärung zum Tod von Frère Roger Schutz 
Auftaktpressekonferenz zum Weltjugendtag 
Weihbischof Neymeyr bei „Phoenix-Runde-Spezial“ 
Stichwort: Weltjugendtag

Berichte zu den "Tagen der Begegnung im Bistum Mainz" (11.-15. August)

Stadiongottesdienst mit Kardinal Lehmann in Mainz 
Stichwort: Mariä Himmelfahrt (15.8.) 
Abschluss der „Tage der Begegnung“ im Bistum Mainz 
Zehn ausländische Bischöfe zu Gast 
Jugendliche diskutierten mit Kardinal Lehmann 
„Tag des offenen Doms“ in Mainz 
Tag des sozialen Engagements“ 
Domdekan Heckwolf begrüßte ausländische Gäste 
„PilgerPoint“ am Frankfurter Flughafen

Berichte 

Kurz-Katechismus vorgestellt 
Aktion „Tische rund um den Dom“

Vorschau

Orgelkonzert im Mainzer Dom (26.8.) 
Ein Jahr „direkt am turm“ in Gießen (27.8.) 
Benefizkonzert mit „Opera Nova“ (27.8.)

 

Berichte vom XX. Weltjugendtag in Köln (16.-21. August)

Papst Benedikt XVI. hat viele Vorurteile abgebaut

Bilanzpressekonferenz des Weltjugendtages mit Kardinal Lehmann

Köln. Papst Benedikt XVI. habe bei seinem Deutschlandbesuch einen „hervorragenden Eindruck“ gemacht, sagte Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, am Sonntagabend, 21. August, bei der Bilanzpressekonferenz des XX. Weltjugendtages in der Kölnmesse. Es sei dem Papst dabei gelungen, Vorurteile gegen seine Person abzubauen, sagte Lehmann. Benedikt XVI. habe durch seine „herzliche Zuneigung, die er für Einzelne und bei den großen Veranstaltungen gezeigt hat“ und „durch die Tiefe seiner Worte“ beeindruckt. Wörtlich sagte Lehmann: „Er hat den Petrusdienst mit Würde ausgefüllt und hat durch sein bescheidenes Auftreten einen sehr glaubwürdigen Eindruck gemacht.“

Selten habe er eine „so bewegende Feierstunde“ erlebt wie beim Besuch des Papstes in der Kölner Synagoge, sagte Lehmann. Das ökumenische Treffen sei in einer „guten Atmosphäre“ verlaufen. Er sei auch sehr froh darüber, dass Papst Benedikt XVI. dem Treffen mit den Muslimen zugestimmt habe, dass „von beiden Seiten her sehr substantiell“ gewesen sei. Insgesamt sei es gut gewesen, dem Weltjugendtag durch die verschiedenen Begegnungen von Papst Benedikt XVI. Inhalte zu geben, „damit nicht der Eindruck entsteht, der Weltjugendtag geht über die Nöte der Welt hinweg“.

Beim Weltjugendtag habe ihn die „unbändige Freude der Jugendlichen“ fasziniert, sagte Lehmann. Bei den Gottesdiensten habe teilweise „überschäumende Fröhlichkeit geherrscht, die beinahe rauschhaft war“. Trotzdem sei bei den Höhepunkten der Gottesdienste „eine unglaubliche Ruhe und Stille“ eingekehrt. „Das kam aus den Jugendlichen selbst.“ Er habe das in Köln viel stärker ausgeprägt empfunden als bei den drei vorangegangenen Weltjugendtagen, die er besucht habe, in Paris, Toronto und Rom.

Arbeitsgruppe zur Nachhaltigkeit eingesetzt

Lehmann kündigte an, dass die Deutsche Bischofskonferenz eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Pfarrer Georg Austen eingesetzt hat, „damit der Weltjugendtag keine Eintagsfliege bleibt“. Austen war bisher Sekretär des Weltjugendtages der Deutschen Bischofskonferenz. Weiter sagte Lehmann: „Wir müssen uns fragen, wo im Weltjugendtag für die Jugendseelsorge Impulse stecken, die wir für den Alltag nutzbar machen können.“

Kardinal Meisner: Weltjugendtag ist ein unverdientes Geschenk

Der Verlauf des Weltjugendtages komme einem unverdienten Geschenk gleich, sagte der Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner. „Mein Herz ist voller Freude.“ Köln sei von einem „sympathischen Chaos“ geprägt gewesen. Bei der Größe der Veranstaltung habe ihn eigentlich gewundert, dass es nicht noch mehr Pannen gegeben habe. Meisner kündigte an, dass zum Jahrestag des Weltjugendtages im nächsten Jahr Jugendliche in den Städten des Erzbistums eine Straßenmisson durchführen werden.

Bischof Bode: Kirche gewinnt Raum bei der Jugend

Der Weltjugendtag und die vorangegangenen „Tage der Begegnung“ dürften bei fast 100.000 beteiligten deutschen Jugendlichen „nicht unwirksam“ bleiben, sagte der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Der Weltjugendtag habe klar gemacht: „Jugend gewinnt Raum in der Kirche und Kirche gewinnt Raum bei der Jugend.“

1,1 Millionen Teilnehmer beim Abschlussgottesdienst

Am Abschlussgottesdienst mit Papst Benedikt XVI. hätten rund 1,1 Millionen Menschen teilgenommen, sagte Prälat Heiner Koch, Generalsekretär des Weltjugendtages. Er verwies auf den hervorragenden Verlauf der Katechesen und der Domwallfahrt. Auf das Jugendfestival beim Weltjugendtag habe es eine sehr gute Resonanz gegeben. Die anfänglichen Probleme bei der Essensausgabe seien im Verlaufe der Veranstaltung abgestellt worden.

Nächster Weltjugendtag 2008 in Sydney

Der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, unterstrich den Erfolg des Weltjugendtages in Köln. Er hoffe darauf, dass der nächste Weltjugendtag, der im Juli oder August 2008 in Sydney stattfinden wird, ebenso den Glauben stärken werde wie die Tage in Köln. Die australische Tourismusministerin, Sandra Nori, sagte den Organisatoren des Weltjugendtages in Sydney staatliche Unterstützung zu.

tob (MBN)

 

Bonifatius-Statue für Benedikt XVI.

Deutsche Bischöfe schenken dem Papst zum Abschied eine Plastik von Karlheinz Oswald

Mainz im August 2005: Die Bonifatius-Statue an ihrem neuen Standort im Eingangsbereich der Gotthard-Kapelle im Mainzer Dom.

Köln. Die deutschen Bischöfe haben Papst Benedikt XVI. am Ende seines Deutschlandbesuches eine Bonifatius-Statue des Mainzer Künstlers Karlheinz Oswald geschenkt. Die kolorierte Bronzeskulptur misst mit Sockel rund 65 Zentimeter und stellt den heiligen Bonifatius im Mönchsgewand als Benediktiner dar. Das Treffen mit allen deutschen Bischöfen fand zum Abschluss des Weltjugendtages am Sonntag, 21. August, im Erzbischöflichen Priesterseminar in Köln statt. Bei der Statue handelt es sich um eine Kopie der rund 1,90 Meter hohen Bonifatius-Statue, die im Bonifatius-Jahr, am 7. Juli 2004, im Mainzer Dom aufgestellt wurde. Nachdem die Statue zunächst vor der Memorie des Mainzer Doms stand, hat sie seit einiger Zeit im Eingangsbereich der Gotthard-Kapelle ihren endgültigen Standort im Mainzer Dom gefunden.

In seinem Grußwort bei dem Treffen mit Papst Benedikt XVI. sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann: „Als Zeichen unserer Verbundenheit möchten wir Ihnen eine Statue des Heiligen Bonifatius für Ihren Wohnbereich mit auf den Weg geben. Wir sind dankbar zu wissen, dass Ihnen der ‚Apostel der Deutschen’, der auch ein so großer und kluger Missionar war, noch fehlt. Es ist ein besonders tiefes Symbol der Einheit zwischen dem Nachfolger Petri und dem Heiligen Bonifatius, der gerade die Gemeinschaft mit dem Papst zur obersten Richtschnur seines kirchlichen Handelns machte. Wir wollen ihm dabei gerne folgen. Die Figur, die Sie etwas später in einem Bronzeguss erhalten, stammt von dem Mainzer Bildhauer Karlheinz Oswald.“

tob (MBN)

 

DOKUMENTATION

Dank an Papst Benedikt XVI.

Bonifatius-Statue von Karlheinz Oswald überreicht

Köln. Zum Abschluss des Deutschlandbesuches von Papst Benedikt XVI. fand am Sonntag, 21. August, im Erzbischöflichen Priesterseminar in Köln eine Begegnung des Papstes mit allen deutschen Bischöfen statt. Wir dokumentieren im Folgenden das Grußwort von Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz:

Heiliger Vater!

Im Namen aller Mitbrüder im Bischofsamt, der jetzt in Verantwortung stehenden und der im hochverdienten Ruhestand lebenden, darf ich Sie gegen Ende Ihres Pastoral-Besuches anlässlich des XX. Weltjugendtages in unserem Land von ganzem Herzen begrüßen. Seitdem ich Sie bald nach Ihrer Ankunft am Donnerstag auf dem Schiff willkommen heißen durfte, haben Sie durch Ihre persönliche Teilnahme und durch Ihren unermüdlichen Einsatz diese vier Tage zu einem unvergesslichen Ereignis werden lassen. Auf Ihrer ersten Reise außerhalb Italiens sind Sie mit großer Herzlichkeit, besonders auch von den Jugendlichen aus der ganzen Welt, empfangen worden. Sie haben die Herzen der jungen, aber auch der älteren Menschen regelrecht erobert. Dies verdanken wir nicht zuletzt Ihrer Fähigkeit zu aufrichtiger Zuneigung, Ihren tiefen Worten und bei aller Würde des Petrusamtes Ihrer Bescheidenheit im persönlichen Auftreten.

Sie hatten zunächst einmal eine schwere Mission. Schon Johannes Paul II. hatte beim letzten Weltjugendtag 2002 in Toronto im Blick auf die Aufgaben der Jugend im 21. Jahrhundert die jungen Menschen aufgerufen, als „Bauleute einer Zivilisation der Liebe in der Stadt der Menschen die Stadt Gottes zu errichten und sich mit allen Kräften für eine Zukunft im Zeichen der Freiheit und des Friedens einzusetzen“. Sie selbst haben diesen Appell an die Jugendlichen erneuert und ihnen - auf Ihre Weise, aber ganz im Sinne unseres verstorbenen Papst Johannes Paul II. - Mut zugesprochen, im Vertrauen auf den Beistand des Herrn sich in der Verantwortung für eine menschenwürdige Gestaltung der Zukunft zu stellen. Zugleich haben Sie ihnen immer wieder das Leitwort ans Herz gelegt, das nicht nur den Weg zum Weltjugendtag nach Köln und die Tage hier markiert hat, sondern auch die Richtung für den Aufbruch in die Zukunft weist: „Wir sind gekommen, IHN anzubeten.“

Die Bereitschaft sich für diesen Aufruf zu öffnen, hat schon die Vorbereitung des Weltjugendtages in den deutschen Diözesen geprägt. Der Weg des Weltjugendtagskreuzes und der Marien-Ikone durch unsere Städte und unser Land hat bei vielen, die mit uns daran teilgenommen haben, eine Vertiefung des eigenen Glaubens, eine Besinnung auf ihre kirchliche Zugehörigkeit und eine neue Bereitschaft geweckt, in einer zunehmend säkularen Umgebung und in einem Klima religiöser Indifferenz Zeugnis zu geben. Am Tag des „Sozialen Engagement“ haben mehr als 120.000 junge Menschen durch ihr konkretes Handeln in 4.300 Projekten eindrucksvoll bewiesen, dass der christliche Glaube nicht zum Rückzug aus der Welt, sondern zur aktiven Verantwortung für den Nächsten und zu einer solidarischen Gestaltung der sozialen Wirklichkeit motiviert. In dem Programm des Weltjugendtages sind diese Impulse an vielen Orten bei Katechesen und Gottesdiensten, auf der Wallfahrt zum Kölner Dom und bei vielen einzelnen Gelegenheiten, - nicht zuletzt auch bei Beichtgesprächen, Meditationen und Anbetungsstunden, - vertieft worden.

Die Intensität der spirituellen Begegnung, die Freude am Glauben und die unerschütterliche Hoffnung haben das Grundklima dieses weltweiten Treffens der Jugend bestimmt. Sie hat auch diejenigen nicht unberührt gelassen, die - innerhalb und außerhalb der Kirche –, mit kritischen Augen auf dieses Ereignis blickten. Der Weltjugendtag ist - was mit uns viele Gläubige gewünscht, erhofft und im Gebet vor Gott getragen haben - ein großes Fest des Glaubens geworden.

Wir wissen, dass sich ein solches Ereignis nicht einfach künstlich festhalten, verlängern oder kopieren lässt. Wir haben aber von Anfang an der Frage eine große Aufmerksamkeit geschenkt, wie wir die Intensität dieses Glaubensfestes mit den wichtigsten Anstößen und Ermutigungen auch künftig fruchtbar machen können. Wir wollen das, was hier an Kraft des Glaubens sichtbar wurde, als dauerhafte Erneuerung des christlichen Lebens in den Familien und Gemeinden, in den kirchlichen Gemeinschaften, Verbänden und Vereinigungen positiv und lebendig wirksam werden lassen.

Wir wollen uns mit allen Kräften darum ständig in den einzelnen deutschen Diözesen und in der Deutschen Bischofskonferenz kümmern. Wir wissen uns darin von Ihnen nachdrücklich unterstützt, brüderlich aufgefordert und im Gebet begleitet.

Heiliger Vater!

Sie haben die Gelegenheit Ihres ersten Besuches als Papst in Ihrer Heimat genutzt, um mit den Repräsentanten des Staates, sowie der christlichen Kirchen und Gemeinschaften zusammenzutreffen. Der Besuch der Synagoge in Köln, der Ihnen ein besonderes Anliegen war, hat nicht nur die gemeinsamen Wurzeln ins Bewusstsein gerufen, die uns mit dem jüdischen Volk als ältere Brüder im Glauben an den einen Gott verbinden. Er ist auch als Zeichen der Sensibilität für die Leiden der Juden in den vergangenen Jahrhunderten bis hin zum Holocaust des 20. Jahrhunderts und zu den Bedrohungen unserer Tage wahrgenommen worden.

Beim ökumenischen Treffen haben Sie das Gespräch mit Vertretern der Orthodoxen Kirche, der Evangelischen Kirche in Deutschland und anderen kirchlichen Gemeinschaften fortgeführt, das Ihr kirchliches Wirken schon immer begleitet hat. Wir wollen, wiederum durch Sie ermutigt, den einmal begonnen Weg im festen Blick auf das Ziel fortsetzen, das uns der Herr selbst mit seinem Wort aus den johanneischen Abschiedsreden vor Augen gestellt hat: Ut unum sint (Joh 17, 21).

Zugleich haben Sie durch die Begegnung mit Vertretern muslimischer Gemeinden das friedliche Zusammenleben in unserem Land gestärkt und sehr eindeutige Worte zum gegenwärtigen Terrorismus gefunden.

Eine Ermutigung und große Freude haben Sie auch allen vermittelt, die als katholische Gläubige an verschiedenen Orten in der Kirche mitwirken und Verantwortung tragen. Dies gilt für die Priesterkandidaten wie für die Ordensleute und alle, die nach den evangelischen Räten leben. Es gilt auch für die katholischen Laien im großen Spektrum ihrer ehrenamtlichen und hauptamtlichen Tätigkeit, nicht zuletzt auch für uns, die wir uns im bischöflichen Dienst mit Ihnen verbunden wissen. Das Wort des Herrn an Petrus und über ihn auch an Sie: „Stärke deine Brüder“ (Lk 22, 32) stand über allen Gesprächen, die Sie in großer Offenheit, in der Zuwendung zu den einzelnen Personen mit Orientierungskraft und Mut zur Zuversicht geführt haben. Die Gemeinschaft deutscher Katholiken mit dem Nachfolger Petri ist hierdurch nachhaltig gefestigt worden.

Heiliger Vater!

Vor wenigen Stunden haben wir den Abschluss dieses XX. Weltjugendtages durch einen großen Gottesdienst gefeiert, der über eine Millionen Menschen zusammengeführt hat. Nochmals sagen wir Ihnen für dieses Geschenk ein herzliches Vergelt`s Gott. Gerne denken wir auch an die Vigil am gestrigen Abend.

Wir danken, gerade auch in Ihrer Gegenwart, unserem verehrten Mitbruder, dem Erzbischof von Köln, Joachim Kardinal Meisner, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ganz besonders dem Generalsekretär Herrn Domkapitular Prälat Dr. Heiner Koch, sowie allen Schwestern und Brüdern aus unseren Bistümern und der Deutschen Bischofskonferenz für dieses große Wagnis, für dessen Gelingen wir mit Ihnen von Herzen danken. Dabei möchte ich, Heiliger Vater, mit großer Dankbarkeit den Hochwürdigsten Herrn Apostolischen Nuntius, Erzbischof Dr. Erwin Josef Ender, und seinen Mitarbeiter nennen.

Als Zeichen unserer Verbundenheit möchten wir Ihnen eine Statue des Heiligen Bonifatius für Ihren Wohnbereich mit auf den Weg geben. Wir sind dankbar zu wissen, dass Ihnen der „Apostel der Deutschen“, der auch ein so großer und kluger Missionar war, noch fehlt. Es ist ein besonders tiefes Symbol der Einheit zwischen dem Nachfolger Petri und dem Heiligen Bonifatius, der gerade die Gemeinschaft mit dem Papst zur obersten Richtschnur seines kirchlichen Handelns machte. Wir wollen ihm dabei gerne folgen. Die Figur, die Sie etwas später in einem Bronzeguss erhalten, stammt von dem Mainzer Bildhauer Karlheinz Oswald.

Heiliger Vater!

Die Zuneigung und Dankbarkeit der Menschen, die Sie während des Weltjugendtages in Köln erfahren haben, werden auch über dieses Ereignis hinaus lebendig bleiben. Mit allen Gläubigen begleiten wir Sie im Gebet bei Ihrem verantwortungsvollen Dienst in der ganzen Kirche und wissen uns Ihnen als unserem Mitbruder aus Deutschland besonders dankbar und herzlich in Jesus Christus verbunden. Bevor wir Sie jedoch ziehen lassen, wollen wir Sie von ganzem Herzen einladen, unabhängig von den Pflichten eines Weltjugendtages bald wieder unser Land und ganz besonders auch Ihre Heimat zu besuchen. Wir möchten Sie gemeinsam heute schon dazu einladen.

Heiliger Vater!

Nochmals sage ich Ihnen für alles und im Namen aller ein herzliches Vergelt´s Gott, wir wünschen Ihnen Gottes Segen zunächst für den Flug nach Rom sowie auch ein wenig Erholung von den Mühen dieser Tage. Bitte grüßen Sie Ihren auch uns teuren Bruder Georg. Wir wünschen ihm weiterhin eine gute Genesung.

Und nun bitten wir um Ihr Wort und Ihren Apostolischen Segen für die Menschen in unserem Land, für unsere Kirche und auch für uns selbst.

(MBN)

 

Keine Jubelfeier, sondern intensive Auseinandersetzung mit dem Glauben

Erste Reaktionen auf den Weltjugendtag von Teilnehmern aus dem Bistum Mainz

Marienfeld, 21. August 2005: Blick auf den Papsthügel.

Köln. Erste Reaktionen und Einschätzungen von Teilnehmern aus dem Bistum Mainz nach dem Abschlussgottesdienst des Weltjugendtages auf dem Marienfeld, den Papst Benedikt XVI. am Sonntag, 21. August, mit rund einer Millionen Menschen gefeiert hat:

Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr:

„Ich bin tief beeindruckt“, erklärte der Mainzer Weihbischof, Dr. Ulrich Neymeyr, direkt nach dem Abschlussgottesdienst. Neymeyr, der Bischofsvikar für die Jugend ist, sagte wörtlich: „Die Begeisterung der jungen Menschen mitzuerleben und auf der anderen Seite diese gesammelte Atmosphäre und Stille auf einem Platz mit so vielen Menschen, das hat mich sehr beeindruckt.“ Er wies darauf hin, dass es sich um den größten Gottesdienst gehandelt habe, der je in Deutschland gefeiert worden ist. Während des gesamten Weltjugendtages habe er „eine große Freude und Begeisterung, aber auch große Aufgeschlossenheit für den Glauben“ erlebt. Zwar habe es beim Transport und der Essensausgabe einige Widrigkeiten für die Jugendlichen gegeben, „aber davon haben sie sich die gute Laune nicht verderben lassen“.

„Besonders imponiert hat mir die große Aufmerksamkeit bei den Katechesen und bei den anschließenden Eucharistiefeiern“, sagte Neymeyr. Er hoffe, dass die deutschen Gemeinden und Jugendverbände das Element der Katechesen, das beim Weltjugendtag eine große Rolle gespielt hat, in der Jugendseelsorge künftig verstärkt aufgreifen werden. Damit könne erreicht werden, dass in der Jugendpastoral nicht nur Glaubenserfahrung miteinander geteilt werde, sondern auch Glaubenswissen.

Weihbischof Dr. Werner Guballa:

Er habe den Eindruck gewonnen, dass viele Jugendliche „sich jetzt wieder zu sagen trauen, dass sie Christen sind, und ihre beim Weltjugendtag gewonnenen Erfahrungen an andere weitergeben“. Wörtlich sagte er: „Die Jugendlichen werden das Erlebte nachklingen lassen und die Impulse für sich aufnehmen, die sie von den Jugendlichen aus der ganzen Welt bekommen haben.“ Er habe die Jugendlichen eigentlich immer im Gespräch miteinander erlebt. So wie auch er selbst den Austausch mit den zahlreichen ausländischen Bischöfen als Bereicherung empfunden habe, „wird der Kontakt der Jugendlichen untereinander ihren Blick weiten, vielleicht noch viel unmittelbarer“. Die Jugendseelsorge solle sich das Wort von Papst Benedikt XVI. zu eigen machen, „dass die Jugendseelsorge auch Hirten braucht, die vorangehen“. Keinesfalls dürfe der Glaube versteckt werden.

Marienfeld, 21. August 2005: Auf den zahlreichen Leinwänden konnten die Pilger den Gottesdienst verfolgen.

Bei der Abschlussmesse habe er eine „ausgelassene Freude“ erlebt, die sich in Benedetto-Rufen und der La Ola-Welle ausgedrückt habe, „aber es war auch eine große Sammlung da“. „Die Art des Papstes ist gut angekommen und hatte einen großen Einfluss darauf“, sagte Guballa. Papst Benedikt XVI. begegne den Menschen „nicht mit einer zupackenden Freundlichkeit, sondern mit einer leisen Freundlichkeit“. Auch Guballa wies darauf hin, dass es für die Teilnehmer gerade im Bereich des Nahverkehrs und der Essensausgabe beim Weltjugendtag besondere Herausforderungen gegeben habe.

Diözesanjugendseelsorger Markus W. Konrad:

Der Weltjugendtag sei „eine sehr große Ermutigung für die deutschen Jugendlichen, denn er hat ihnen das Gefühl vermittelt, dass sie Teil einer sehr großen Gemeinschaft sind“, sagte Pfarrer Markus W. Konrad, Diözesanjugendseelsorger im Bistum Mainz. Die Tage in Köln seien für die Jugendlichen „eine Ermutigung, den Glauben mit ihrem eigenen Leben zu verbinden“. Insgesamt werde der Weltjugendtag der Jugendarbeit „Impulse über diese Tage hinaus geben“, sagte Konrad. Viele Jugendliche würden sich mit dem Erlebten auch noch persönlich auseinander setzen. In der Jugendarbeit gelte es jetzt einen „Neustart“ anzugehen und den Jugendlichen neue Möglichkeiten zu eröffnen, sich einzubringen.

Zwar seien viele Jugendliche vor dem Weltjugendtag der Veranstaltung skeptisch gegenübergestanden, „aber ich habe den Eindruck, dass viele einen Impuls mitgenommen haben“. Und weiter: „Das war keine Jubelfeier für den Papst, sondern hier hat eine intensive Auseinandersetzung mit dem Glauben stattgefunden.“ Die Begegnung mit dem Papst rege in den Jugendlichen etwas an, sagte Konrad. Nach dem ersten Besuchstag von Papst Benedikt XVI. am Donnerstag habe er viele Diskussionen und Gespräche erlebt, „die in die Tiefe gingen“. Bei vielen Jugendlichen gebe es jetzt schon die Euphorie: „2008 fahren wir nach Sydney.“ Die Atmosphäre auf dem Marienfeld bei der Vigilfeier am Samstagabend bezeichnete er als „atemberaubend“. Die Predigt von Papst Benedikt XVI. bei der Abschlussmesse sei „sehr ansprechend“ gewesen. Besonders gut habe ihm gefallen, dass der Papst „den Mut zum Glauben“ thematisiert habe.

tob (MBN)

 

„Eigentlich bin ich gar kein leidenschaftlicher Radfahrer“

Eine Gruppe um Pfarrer Schäfer hat sich mit dem Fahrrad auf den Weg nach Köln gemacht

Frechen, 20. August 2005: Routenplanung vor der Abfahrt zum Marienfeld.

Frechen. Während die meisten Jugendlichen aus dem Bistum Mainz mit Bus und Bahn in zwei oder drei Stunden zum Weltjugendtag nach Köln gelangt sind, war die Pilgerfahrt einer kleinen Gruppe um Pfarrer Tobias Schäfer aufwändiger. Mit dem Fahrrad haben die sechs Pilger die 265 Kilometer lange Strecke bis nach Köln zurückgelegt. „Ich wollte ein alternatives Angebot machen, denn es war schwer die Jugendlichen für den Weltjugendtag zu begeistern“, sagt Pfarrer Tobias Schäfer beim Frühstück in der Turnhalle des Gymnasiums in Frechen. „Eigentlich bin ich gar kein leidenschaftlicher Radfahrer“, erklärt Schäfer, der Dekan des Dekanates Alzey-Gau-Bickelheim ist, „aber es ist einfach etwas Anderes, wenn man sich so gemeinsam auf den Weg macht“.

Direkt nach dem Abschlussgottesdienst der „Tage der Begegnung“ im Mainzer Bruchwegstadion haben sich die sechs Radler zusammen mit Pfarrer Alexander Vogl im Begleitbus aufgemacht. Erste Station war der Rochusberg in Bingen. In Koblenz und Bad Honnef wurde in Jugendherbergen übernachtet. Nach fünf Tagen im Sattel ist die Gruppe am Freitag vor dem Kölner Dom angekommen. Dann ging es in die Unterkunft in Frechen, im Westen von Köln, nur wenige Kilometer vom Marienfeld entfernt. Übernachtet wurde zusammen mit einer amerikanischen Gruppe in einem Zelt auf dem Gelände einer Druckerei.

Nicht einen platten Reifen gab es auf der Fahrt zu reparieren. Nur einmal musste wegen eines Sattels ein Fahrradladen angesteuert werden. Unterwegs hat die Mainzer Gruppe immer wieder andere Pilgergruppen getroffen, die sich auch mit dem Fahrrad auf den Weg nach Köln gemacht haben, unter anderem Fahrradpilger, die in Rom gestartet waren. Nach der Papstmesse auf dem Marienfeld werden die Pilger ihre Fahrräder in Köln abstellen und mit dem Bus zurückfahren. Die Räder werden dann später mit einem Anhänger abgeholt.

„Ich möchte es einfach mal erleben“

„Ich kann mir zwar nicht vorstellen, wie das wird auf dem Marienfeld, aber ich möchte es einfach mal erleben“, sagt Carolin Asitsch aus Worms. Es werde mit Sicherheit ein beeindruckendes Erlebnis sein, wenn auf dem Marienfeld bei der Abschlussmesse so viele Menschen gemeinsam das Zentrum ihres Glaubens feiern. Erfahrungen mit dem Fahrradpilgern hat sie bereits auf einer Fahrt nach Santiago de Compostela gesammelt. „Natürlich hätte ich auch gerne die Katechesen in Köln erlebt, aber wir haben fast jeden Tag eine Eucharistiefeier gehabt.“ Es sei faszinierend, welche Freude und Begeisterung der Papst bei den Menschen auslöse. „Jeder weiß, dass man den Papst nur aus der Ferne sieht, und trotzdem hat er diese große Ausstrahlung.“

tob (MBN)

 

„Ich bin nicht schräg, wenn ich gläubig bin“

Mainzer betreuen Wuppertaler Katechesezentrum / Jugendliche bei Papstbegrüßung dabei

Wuppertal, 18.8.2005: Pfarrer Markus W. Konrad und Barbara Wolf-Gröninger (vorne) mit der Band 'Crescendo' in der Histoischen Stadthalle Wupertal.

Wuppertal/Bonn/Köln. Bayern ist heute in Wuppertal. Das ist jedenfalls der Eindruck, wenn man die Historische Stadthalle in Wuppertal betritt. Da hängen blau-weiße Fahnen an den Emporen, da werden beim Mottolied des Weltjugendtages bayerische Banner geschwenkt. Denn viele der jugendlichen Pilger, die an diesem Mittwochmorgen in die Historische Stadthalle gekommen sind, stammen aus der Diözese Augsburg, um gemeinsam an einer Katechese mit Kardinal Karl Lehmann teilzunehmen.

Doch der Kardinal ist nicht der einzige Mainzer hier. Diözesanjugendseelsorger Markus W. Konrad und Barbara Wolf-Gröninger, die beim Bischöflichen Jugendamt in Mainz für religiöse Bildung verantwortlich ist, betreuen hier gemeinsam das Wuppertaler Katechesezentrum. Ganz allein sind sie aber nicht: Auch eine Jugendgruppe aus Dieburg ist in Wuppertal untergebracht, und die Band „Crescendo“ aus der Gemeinde St. Bartholomäus in Klein-Zimmern sorgt während der Katechesen für die Musik. Die Katechesen halten neben Kardinal Lehmann Weihbischof Thomas Maria Renz aus der Diözese Rottenburg-Stuttgart und der Erzbischof der Erzdiözese Bamberg, Ludwig Schick.

Für Konrad ist es der zweite Weltjugendtag, er war schon 2002 in Toronto mit dabei. Konrad findet das Gruppenerlebnis für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen ganz entscheidend. „Viele Jugendliche, die sich in einer Pfarrgemeinde engagieren, fühlen sich in ihrem Alltag manchmal als Außenseiter. Hier erleben sie, dass es viele gibt, die so denken, fühlen und glauben wie sie selbst. Hier machen sie die Erfahrung: Ich bin nicht schräg, wenn ich gläubig bin“, sagt er. Natürlich erlebten die Jugendlichen auch, dass man seinen Glauben in ganz unterschiedlichen Formen leben kann. „Auch das ist eine sehr bereichernde Erfahrung für viele“, sagt Konrad.

Wolf-Gröninger und Konrad sind für insgesamt drei Katechesen verantwortlich. 3.500 Jugendliche sind ihrem Katechesezentrum zugeteilt. Sie kümmern sich um das Vorprogramm, haben Gebete und Fürbitten zusammengestellt, moderieren die Katechesen. „Eine richtige Vorbereitung ist bisweilen schwierig. Man muss sich jeden Tag neu auf die Jugendlichen einstellen, lernt aus den Erfahrungen des Vortages“, sagt Wolf-Gröninger. Ganz unterschiedlich seien die Katechesen ausgefallen, erzählt Konrad. Bei der Katechese mit Kardinal Lehmann seien fast 2.500 Jugendliche da gewesen, bei Weihbischof Renz nur 600. „Das hing sicher damit zusammen, dass viele Jugendliche auf Domwallfahrt waren, bzw. schon auf dem Weg zu den Poller Rheinwiesen, um den Papst zu begrüßen“, meint Wolf-Gröninger.

„So eine Katechese ist anstrengend für die Jugendlichen“, meint Konrad. Erst eine Stunde Einstimmung, dann eine Dreiviertelstunde Vortrag, dem sich Gespräch und noch eine Eucharistiefeier anschließen. Fast vier Stunden seien die jungen Menschen gefordert. Das sei ungewohnt für viele. Gut hätte Konrad es auch gefunden, wenn mehrsprachige Katechesen angeboten worden wären. Das sei von den Veranstaltern aber nicht vorgesehen gewesen. Konrad findet das schade. „Die Jugendlichen hätten so noch andere Formen der Glaubensvermittlung kennen lernen können“, sagt er.

Natürlich gibt es in Wuppertal auch die Möglichkeit zur Beichte. Viele Jugendlichen sind es allerdings nicht, die ein Beichtgespräch oder ein seelsorgliches Gespräch mit einem der Priester suchen, die im Wintergarten der Historischen Stadthalle sitzen. „Ich denke, wenn bei uns ein Jugendlicher zur Beichte geht, dann ist das eine sehr bewusste Entscheidung“, ist Wolf-Gröninger überzeugt. „Oft haben die jungen Menschen schon lange ein Problem, das sie hier zwanglos und ohne sich rechtfertigen zu müssen mit einem Priester besprechen können.“

Keine drei Meter vom Papst entfernt

Bonn, 19.8.2005: Rebecca und Isabell Henschel waren bei der Begrüßung des Papstes am Flughafen dabei.

Ganz nah am Papst waren Rebecca und Isabel Hentschel. Die beiden Schwestern aus der Gemeinde St. Nikolaus in Klein-Krotzenburg waren mit dabei, als der Papst am Köln-Bonner-Flughafen ankam. Schon morgens um halb zehn Uhr haben sie mit rund 200 Jugendlichen aus aller Welt auf den Heiligen Vater gewartet. „Es war eine super Stimmung. Wir haben zwei Stunden gesungen. Und es hat einen riesigen Spaß gemacht“, erzählt Isabel. Zu ihnen sei der Papst leider nicht gekommen. Aber er habe keine drei Meter von ihnen entfernt gestanden und hätte anderen Jugendlichen die Hand geschüttelt. „Dann sind schon gleich die Sicherheitsbeamten gekommen.“

Wie sie zu dieser Ehre kamen? „Es war wohl ein bisschen Entschädigung“, erzählt Rebecca. Beide Schwestern hatten sich in ihrer Gemeinde sehr bei der Vorbereitung der „Tage der Begegnung“ engagiert. Hatten sich darum gekümmert, dass in der Gemeinde 120 Gästebetten zur Verfügung stehen. Dann sollten 40 Gäste aus Italien kommen, dann niemand. „Da waren wir alle natürlich ziemlich enttäuscht“, gesteht Rebecca. Am Ende kamen dann doch noch 40 junge Pilger aus der Ukraine nach Klein-Krotzenburg. Pfarrer Hubert Hilsbos hatte sich dafür eingesetzt.

Vom Weltjugendtag sind beide ganz beeindruckt. „Als ich im Fernsehen die begeisterten Menschen gesehen habe, konnte ich mir nicht vorstellen, das mir das auch so geht. Aber man wird hier einfach mitgerissen“, erzählt Rebecca. Vor allem die Begrüßung des Papstes auf den Poller Rheinwiesen hatte es ihnen angetan. „So viele Jugendliche, so viel Jubel und Begeisterung. Es war einfach unglaublich“, berichten sie. Und am Samstag machen sie sich mit ihrer Gruppe natürlich auf zum Marienfeld, bevor es am Sonntag mit dem Bus zurück nach Hause geht.

am (MBN)

 

DOKUMENTATION

Ökumenischer Akzent des Papstbesuches

Grußwort von Kardinal Lehmann beim Treffen von Vertretern der christlichen Kirchen

Köln. Am Freitag, 19. August, hat anlässlich des Weltjugendtages in Köln zwischen Papst Benedikt XVI. und Vertretern der christlichen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften im Erzbischöflichen Haus in Köln ein Treffen stattgefunden. Im Folgenden dokumentieren wir die Begrüßung von Kardinal Karl Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz:

Heiliger Vater!

Ich darf Sie hier im Erzbischöflichen Haus, wo Sie in diesen Tagen wohnen, sehr herzlich zum Ökumenischen Treffen begrüßen. Sie wollten bewusst einen kräftigen Akzent in diesen Tagen auf unsere gemeinsame Aufgabe setzen, in Jesus Christus mehr und mehr zusammenzuwachsen zu einer sichtbaren Kirche. Sie haben unmittelbar nach Ihrer Wahl zum Nachfolger Petri und bis heute immer wieder Ihren unablässigen Willen bekräftigt, auf dem Weg zu einer größeren Einheit mit allen Kräften voranzuschreiten. Wir wollen dabei von Anfang an nicht vergessen, dass es heute bei aller theologischen Leidenschaft auf einen spirituellen Ökumenismus ankommt, den Frère Roger Schutz in so vorbildlicher Weise unter uns gelebt und gelehrt hat.

Aber diese Einstellung haben Sie nicht erst, seitdem Sie den Petrusdienst übernommen haben, sondern sie reicht weit in Ihre Anfänge als akademischer Lehrer zurück. Dies gilt nicht nur für Ihre Studien und Aussagen zur Bedeutung der Kirchenväter und der Ekklesiologie des ersten Jahrtausends sowie der Einrichtung der Konzilien und Synoden im Blick auf die orthodoxen Kirchen, sondern Sie haben auch im Blick auf das Gespräch mit den reformatorischen Kirchen vor und nach dem II. Vatikanischen Konzil maßgebliche Anstöße gegeben, z. B. zum gemeinsamen Gespräch über eine mögliche katholische Anerkennung des Augsburgischen Bekenntnisses (Confessio Augustana). Heute noch darf ich dankbar vermerken, dass Sie nach dem ersten Papstbesuch Ihres verehrten Vorgängers Johannes Paul II. das im November 1980 in Mainz vereinbarte Programm der Aufarbeitung der gegenseitigen Lehrverurteilung zwischen der katholischen Kirche und den reformatorischen Kirchen in höchstem Maß gegen Einwände beschützt und verteidigt haben. Sie waren zuerst mit Bischof Eduard Lohse - später war es von unserer Seite Paul-Werner Scheele - verantwortlich für die Begleitung dieses Projektes.

Da ich selbst einer der wissenschaftlichen Leiter war, weiß ich, welche Unterstützung ich damals von Ihnen bekam und jeder Kundige weiß auch, dass es ohne Sie im Jahr 1999 nicht zur Unterzeichnung der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ gekommen wäre zwischen dem Päpstlichen Rat für die Förderung der Einheit der Christen und dem Lutherischen Weltbund. Wer Sie kennt, konnte auch bisher schon wissen, dass Sie wie wir alle in der Erkenntnis der Wahrheit wachsen können, dass Sie aber auch sorgfältig erarbeiteten Einsichten treu bleiben, soweit Ihnen dies nur möglich ist. Wir möchten Ihnen für diesen vielfältigen ökumenischen Einsatz nach Ost und West von Herzen Dank sagen und sind gewiss, dass Sie mit voller Kraft sich auch dem ökumenischen Zusammenwachsen widmen werden. Freilich - und darin stimmen wir überein - nicht auf Kosten der Wahrheit und auch nicht ohne Rücksicht aufeinander. Insofern gibt es bei allen Unterschieden eine große Ähnlichkeit mit dem, was Sie heute um die Mittagszeit beim Besuch unserer jüdischen Schwestern und Brüder in der Kölner Synagoge gesagt haben.

Verehrte Schwestern und Brüder aus den christlichen Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften in unserem Land!

Es ist mir eine große Freude, dass Sie für den heutigen Abend diese Einladung zur Begegnung mit dem Heiligen Vater angenommen haben. Ich darf Sie deshalb alle gemeinsam sehr herzlich begrüßen, namentlich und ganz besonders den Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herrn Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber, mit dem Sie, Heiliger Vater, vor einiger Zeit in Rom ein gemeinsames Gespräch geführt haben. Ich heiße nicht weniger herzlich willkommen die Mitglieder des Rates der EKD, darunter ganz besonders die Präsidentin der Synode Frau Oberbürgermeisterin Barbara Rinke, und auch den Leitenden Bischof der VELKD, Herrn Bischof Dr. Hans Christian Knuth, mit besonderer Freude auch Herrn Präses Nikolaus Schneider von der Rheinischen Kirche. Lassen Sie mich damit alle Brüder und Schwestern aus dem Bereich der reformatorischen Kirche willkommen heißen. Erwähnen möchte ich noch Herrn Bischof Dr. Hartmut Löwe, der mit mir den Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen leitet, dessen Mitglied Sie, Heiliger Vater, seit vielen Jahrzehnten bis heute sind.

Mit großer Freude heiße ich auch willkommen Herrn Metropolit S.E. Augoustinos, Griechische Orthodoxe Kirche, und Metropolit Erzbischof Feofan von der Russischen Orthodoxen Kirche. Ebenso heiße ich herzlich willkommen die Mitbrüder der Rumänisch-Orthodoxen Kirche sowie der Ägyptischen und der Äthiopischen Kirchen, ganz besonders aber von den Kirchen der Aramäer und der Armenier.

Es freut mich ganz besonders, dass unter uns der Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen Herr Kardinal Walter Kasper ist. Mit dem früheren Vorsitzenden, Bischof Dr. Paul-Werner Scheele, und dem heutigen Vorsitzenden der Ökumenischen Kommission, Herrn Bischof Dr. Gerhard Müller, zusammen mit Bischof Dr. Gerhard Feige (vertritt besonders die Unterkommission Ostkirchen) sowie unseren Mitarbeitern aus dem Bereich der Ökumene heiße ich Sie alle sehr herzlich willkommen. Wir freuen uns, Heiliger Vater, auf Ihr Wort. Zuvor wird jedoch Herr Bischof Huber zu uns sprechen.

(MBN)

 

Stichwort: Katechese

Eine Katechese ist eine Glaubensunterweisung, bei der die elementaren Inhalte der christlichen Lehre und Lebensweise vermittelt werden. Die Katechese erfolgt im persönlichen Kontakt und hat im Gegensatz zur Predigt eine dialogische Struktur. Sie soll zur Mitfeier des Glaubens und Mitgestaltung des Lebens in der Kirche befähigen. Katechesen spielen beispielsweise in der Vorbereitung auf die Sakramente bei Kindern und Jugendlichen, wie etwa Kommunion und Firmung, eine wichtige Rolle, ebenso in der Erstverkündigung des Glaubens. Bereits ab dem zweiten Jahrhundert sind in der Kirche Katechesen zur Taufvorbereitung von Erwachsenen in Form eines dreijährigen Taufkatechumenats belegt. Das Wort Katechese kommt vom Griechischen „katechein“ - mitteilen, mündlich unterweisen.

tob (MBN)

 

Der Dienst am Nächsten ist zugleich Gottesdienst

Katechese von Weihbischof Neymeyr im Mariendom von Neviges

Velbert-Neviges. Die wahre Anbetung Gottes drücke sich nicht nur im Gottesdienst aus, sondern auch im Dienst am Nächsten. Das sagte der Mainzer Weihbischof, Dr. Ulrich Neymeyr, am Freitag, 19. August, bei einer Katechese in der Kirche Maria Königin des Friedens in Velbert-Neviges. Wesentlich sei für ihn persönlich deshalb „die ständige Weihe meines Lebens an Jesus Christus. Daraus erwächst die Sorge um die Menschen, die mir anvertraut sind.“ Die Katechese im Rahmen des Weltjugendtages stand unter der Überschrift „In der Welt als wahre Anbeter Gottes leben“.

Ganz gleich in welcher Funktion er seit seiner Priesterweihe vor 23 Jahren Menschen begegne, komme es ihm zunächst darauf an, „ihren Glauben zu wecken oder zu stärken“. Und weiter: „Seitdem lebe ich dieses fruchtbare Miteinander von Gottesdienst und Nächstendienst und erlebe, wie sich als Priester und jetzt auch als Weihbischof beides gegenseitig befruchtet. In die Begegnung mit Jesus Christus nehme ich im Gebet die Sorgen der Menschen mit, und den Menschen kann ich in der Begegnung die Stärke und Tröstung des Glaubens vermitteln.“

Der Zusammenhang von der Anbetung Gottes und dem Dienst am Nächsten drücke sich zunächst im wachen Blick für die Mitmenschen aus. Der Dienst am Nächsten sei jedoch „nicht die Aufforderung zur unmöglichen Aufgabe, alles Leid der Welt abzuschaffen. Es geht vielmehr darum, die Not der Menschen, die uns unmittelbar begegnen, wahrzunehmen und entsprechend den eigenen Möglichkeiten zu helfen.“ Als weitere Formen des Dienstes am Nächsten nannte er unter anderem das lebenslange Engagement von Eltern für ihre Kinder, ehrenamtliche Tätigkeiten, soziale und pflegerische Berufe sowie Erzieher und Lehrer. Darüber hinaus erlebe die Gesellschaft zurzeit, „wie nötig sie auf Politikerinnen und Politiker angewiesen ist, die nicht nur nach Posten oder Macht streben, sondern deren oberstes Interesse das Gemeinwohl ist“.

„Die höchste Form der Nächstenliebe ist das Ja-Wort für ein ganzes Leben“

Große Bedeutung habe die Ehe als Ort des Dienstes am Nächsten: „Die höchste Form der Nächstenliebe ist das Ja-Wort für ein ganzes Leben“, sagte Neymeyr. Die Eheleute müssten sich aber immer wieder ihrer geistlichen Wurzeln vergewissern. Es sei eine wichtige geistliche Grundhaltung, sich selbst immer wieder als Geschöpf Gottes zu erfahren, dem Gott mit jedem Atemzug das Leben schenke, gerade auch in der Sexualität, sagte der Weihbischof.

Wörtlich sagte er: „Durch die geschlechtliche Begegnung wirken Mann und Frau mit am Schöpfungshandeln Gottes. Das gibt dem Akt eine hohe Würde und verträgt sich nicht damit, dass der Geschlechtsakt von der Fortpflanzungsmöglichkeit getrennt wird. Wenn so die geschlechtliche Begegnung offen ist für das Schöpfungshandeln Gottes und für die Zeugung eines Menschen, dann benötigt sie auch den Rahmen, in dem ein Mensch aufwachsen kann. Sie benötigt den Rahmen verbindlicher Liebe und Treue von Mann und Frau, die in unserem katholischen Verständnis gestärkt und gefestigt wird durch das Sakramant der Ehe.“

Öffentlich Zeugnis geben vom eigenen Glauben

Zeugnis zu geben vom eigenen Glauben sei neben Gottesdienst und Nächstenliebe die dritte Aufgabe eines Christen. Neymeyr verwies auf die große Aufmerksamkeit für Glaubensfragen, die der Pontifikatswechsel im April mit sich gebracht habe. Viele Menschen hätten sich plötzlich getraut über ihren Glauben zu sprechen: „Es bedurfte erst des großen öffentlichen Themas, um auch im kleinen Kreis über den Glauben und die Kirche zu sprechen. Dabei ist das Zeugnis des Wortes so wichtig. Sonst glaubt am Ende jeder, es gäbe überhaupt keine Christen mehr, die ihren Glauben ernst nehmen, weil diese davon nichts erzählen.“ Christen sollten deutlich machen, dass sie aus der Kraft des Glaubens leben. Dann werde es auch gegenüber Bekannten und Kollegen möglich sein, „über die inneren Beweggründe zu sprechen, weshalb uns der Glaube wichtig ist, und welche Bedeutung die Kirche in unserem Leben hat“. Nach der Katechese feierten die Jugendlichen zusammen mit Neymeyr die Eucharistie.

tob (MBN)

 

„Eine Sternstunde in diesen Tagen“

Kardinal Karl Lehmann würdigt Papstbesuch in der Kölner Synagoge

Köln, 19.8.2005: Paul Spiegel (l.), Vorsitzender des Zentralrats der Juden, und Kardinal Karl Lehmann bei der Pressekonferenz, die anlässlich des Papstbesuches in der Kölner Synagoge stattfand.

Köln. „Der Besuch des Papstes in der Kölner Synagoge gehört zu den Höhepunkten des Weltjugendtages. Er ist eine Sternstunde in diesen Tagen.“ Das sagte der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, am Freitag, 19. August, bei einer Pressekonferenz in Köln, die anlässlich des Besuches des Papstes in der Kölner Synagoge stattfand. Der Besuch in der Synagoge war Teil des päpstlichen Besuchsprogramms während des Kölner Weltjugendtages. Der Besuch sei eine Ermutigung für den jüdisch-christlichen Dialog, sagte der Kardinal weiter. Es sei aber wichtig, den Dialog in eine breite Öffentlichkeit zu tragen. „Sonst ändern wir keine Mentalitäten“, unterstrich Lehmann.

Auch der Vorsitzende des Zentralrates der Juden in Deutschland, Paul Spiegel, zeigte sich tief bewegt vom Besuch des Papstes in der Kölner Synagoge. „Mein Herz ist voll von den Eindrücken von heute Morgen“, sagte Spiegel. Und: „Ich bin tief beeindruckt vom Oberhaupt der katholischen Kirche“. Spiegel bezeichnete den Besuch als „historisches Ereignis“ und die Rede des Papstes als „sehr überzeugend“ und „authentisch“. Diese Begegnung habe Signalwirkung für die Beziehung zwischen Christen und Juden. „Wir sind auf dem Weg des gegenseitigen Respekts und Verstehens sehr weit“, betonte Spiegel. Weiter sagte Spiegel, dass er als Nichtkatholik gebannt von der Atmosphäre des Weltjugendtages sei. „Ich habe so etwas noch nicht erlebt“, sagte er.

Papstbesuch in Kölner Synagoge

Papst Benedikt XVI. hatte im Rahmen seines rund einstündigen Besuches bei der Jüdischen Gemeinde in Köln der von den Nationalsozialisten ermordeten Juden gedacht. In seiner Ansprache sagte er unter anderem: „Es war mir ein tiefes Anliegen, anlässlich meines ersten Besuches in Deutschland nach der Wahl zum Nachfolger Petri der Jüdischen Gemeinde von Köln und den Vertretern des deutschen Judentums zu begegnen.“ Der Heilige Vater versicherte, dass er „den Weg zur Verbesserung der Beziehungen und der Freundschaft mit dem jüdischen Volk“, auf dem Papst Johannes Paul II. entscheidende Schritte getan habe, weiterführen werde.

Köln, 19.8.2005: Papst Benedikt XVI. (m.) beim Besuch der Kölner Synagoge. Rechts von ihm Rabbi Netanel Teitelbaumm, links Abraham Lehrer, Vorstandsmitglied der Synagogengemeinde.

Der Papst bedauerte nachdrücklich, dass heute „erneut Zeichen des Antisemitismus und Formen allgemeiner Fremdenfeindlichkeit“ auftauchten. Sie seien Grund zur Sorge und zur Wachsamkeit. In diesem Zusammenhang betonte er: „Die katholische Kirche tritt ein für Toleranz, Respekt, Freundschaft und Frieden unter allen Völkern, Kulturen und Religionen.“

Trotz der Erfolge im jüdisch-christlichen Dialog, gebe es noch vieles zu tun, sagte Benedikt XVI. weiter. „Wir müssen uns noch viel mehr und viel besser gegenseitig kennenlernen. Deshalb ermutige ich zu einem aufrichtigen und vertrauensvollen Dialog zwischen Juden und Christen“, hob er hervor. Nur so sei es möglich, „zu einer beiderseits akzeptierten Interpretation noch strittiger historischer Fragen zu gelangen und vor allem Fortschritte in der theologischen Einschätzung der Beziehungen zwischen Judentum und Christentum zu machen“.

Das gemeinsame Erbe sowie die „an wachsendem Vertrauen orientierten geschwisterlichen Beziehungen“ verpflichteten, „gemeinsam ein noch einhelligeres Zeugnis zu geben und praktisch zusammenzuarbeiten in der Verteidigung und Förderung der Menschenrechte und der Heiligkeit des menschlichen Lebens, für die Werte der Familie, für soziale Gerechtigkeit und für den Frieden in der Welt“, betonte Papst Benedikt XVI.

am (MBN)

 

Guballa: Hochschulseelsorge ist unverzichtbar

Pressekonferenz mit dem Mainzer Weihbischof zur Hochschulpastoral

Köln, 19. August 2005: Weihbischof Dr. Werner Guballa und Pfarrer Jürgen Janik (rechts) bei der Pressekonferenz in der Katholischen Hochschulgemeinde in Köln.

Köln. „Wir müssen sicherlich auch im Bereich der Hochschulpastoral sparen, aber dass wir uns als Kirche ganz aus der Hochschulseelsorge zurückziehen ist unmöglich. Wir würden damit ein wichtiges Feld unserer Pastoral nicht mehr wahrnehmen.“ Das sagte der Mainzer Weihbischof, Dr. Werner Guballa, der in der Kommission Wissenschaft und Kultur der Deutschen Bischofskonferenz für den Bereich Hochschulpastoral zuständig ist, am Freitag, 19. August, vor Journalisten in der Katholischen Hochschulgemeinde in Köln. Die Pressekonferenz zum Thema „Die Präsenz von Kirche an der Hochschule“ fand direkt vor dem Internationalen Treffen zur Hochschulpastoral im Rahmen des Weltjugendtages statt.

Es sei selbstverständlich, dass die Hochschulseelsorge in der Kirche auch ein Raum ist, in dem die Kirche missionarisch tätig ist, sagte der Weihbischof. „Die Hochschulseelsorge ist ein besonders sensibler, katechumenaler Raum, der in der säkularisierten Welt an Gewicht gewinnen wird.“ Sie brauche zum einen eigene Räumlichkeiten und zum anderen ein qualifiziertes personelles Angebot, um ihre Aufgaben zu erfüllen. Wörtlich sagte Guballa: „Wenn jemand fragt - Kannst Du mir den Weg zeigen, wie ich mit Christus im Gespräch bleibe? - dann reicht es nicht mehr aus, ihm ein Buch in die Hand zu drücken. Deshalb ist Hochschulseelsorge ein ganz notwendiges, persönliches Angebot, das zeugnisgebende Hauptamtliche und Studierende braucht.“

Ein Ziel des Internationalen Treffens zur Hochschulpastoral sei es, „die Kollegen aus den verschiedenen Erfahrungsfeldern und Ländern miteinander ins Gespräch zu bringen“, sagte Pfarrer Jürgen Janik, Vorsitzender der Konferenz für die Katholische Hochschulseelsorge, in der sich die hauptamtlichen Mitarbeiter zusammen geschlossen haben, und Hochschulpfarrer in Darmstadt. Außerdem wolle man damit die Hochschulpastoral als vielfältiges Arbeitsfeld präsentieren. In seinem Referat bei dem Treffen wies er darauf hin, dass die Hochschulgemeinden viele internationale Kontakte hätten. „Wir lernen voneinander und erfahren so ganz direkt die Lerngemeinschaft Weltkirche.“ Grundsätzlich wolle die Hochschulseelsorge „in säkularisierter Umgebung und in ökumenischer Offenheit“ zu einem erfolgreichen Studium und zu einer menschenwürdigen Forschung beitragen. „Dabei setzen wir eigene Akzente, denn wir wollen Horizonte erweitern und Erfahrungen ermöglichen über die reine Wissensvermittlung hinaus.“

Pater Friedrich Bechina von der Vatikanischen Glaubenskongregation bezeichnete die Hochschulpastoral als den Ort, „an dem die leidenschaftliche Suche des Menschen nach Wahrheit stattfindet“. Die Hochschulpastoral solle die Menschen dazu ermutigen „von Christus Zeugnis zu geben“. Er verwies darauf, dass die Kirche mit rund 1.300 katholischen Universitäten weltweit „sehr präsent“ sei.

tob (MBN)

 

Ein Sakrament, das entdeckt werden muss

Pfarrer Becker und Pfarrer Catta berichten über ihre Erfahrungen mit der Beichte

Köln, 17. August 2005: Pfarrer Matthias Becker (links) und Pfarrer Thomas Catta im Gespräch, nach ihrem Dienst im Beichtzentrum des Weltjugendtages.

Köln. „Die Beichte ist eine Kostbarkeit für Menschen, die sich etwas von der Seele reden müssen. Sie ist aber nicht unbedingt für die breite Masse geeignet.“ Pfarrer Thomas Catta aus Steinheim geht es wie vielen Pfarrern in Deutschland. Er bietet zwar regelmäßig das Sakrament der Beichte an, doch genutzt wird das Angebot nur vereinzelt, meistens von älteren Gemeindemitgliedern. Gerade hat er zusammen mit Pfarrer Matthias Becker aus Klein-Krotzenburg beim Weltjugendtag im „Zentrum der Versöhnung“ auf der Kölnmesse drei Stunden lang Beichte gehört. Während sich vor den Tischen italienisch oder französisch sprechender Priester lange Schlangen bilden, hält sich die - durchaus vorhandene - Nachfrage von deutschen Jugendlichen vergleichsweise in Grenzen. „Auch wenn es bei uns nur eine Handvoll gibt, die die Beichte schätzen, ist sie ein wertvolles Angebot. Die Beichte ist ein Sakrament, das entdeckt werden muss“, sagt Catta.

Becker bietet in seiner Gemeinde regelmäßig vor Weihnachten und Ostern Bußgottesdienste an, bei denen er auf die Beichte hinweist. „Wenn jemand schwer an etwas trägt, dann soll er zu einem Gespräch kommen, zum einen, um einfach darüber zu reden, zum anderen aber auch, um Vergebung zu erfahren.“ Mit den Gemeindemitgliedern, die dieses Angebot wahrnehmen, komme es dann meistens zu „sehr intensiven Gesprächen“. Die Überwindung, sich zu seinen Sünden zu bekennen, stelle für die Menschen eine große Hürde dar, erzählt Becker von seinen Erfahrungen. „Aber das ist gerade die große Chance. Man muss versuchen, sein Tun ins Wort zu bringen. Dabei ist schon die Vorbereitung auf die Beichte ein ganz entscheidender Schritt.“ Beim Bußgottesdienst komme dieses Element zu kurz.

Köln, 17. August 2005: Pfarrer Thomas Catta bei einem Beichtgespräch im 'Zentrum der Versöhnung' auf dem Weltjugendtag.

Bisher habe er bei Kommunionkindern vor der ersten Beichte immer eine große Unsicherheit wahrgenommen. „Aber nach der Beichte sind viele total begeistert. Doch sie kommen trotzdem nicht mehr. In den meisten Familien gibt es kein Vorbild, dem sie folgen können“, sagt Becker. Ein weiterer Grund für das geringe Interesse sei psychologischer Natur: „Wenn nur wenige Menschen eine bestimmte Sache machen, dann sagen sich viele: Da gehe ich auch nicht hin.“

Grundsätzlich würde er sich eine größere Sensibilität dafür wünschen, „dass wir als Menschen Sünder sind und Dinge falsch machen“, sagt Catta. Pfarrer Becker ergänzt: „Gerade bei Kindern stelle ich fest, dass sie ganz schnell eine Entschuldigung parat haben. Da vermisse ich oft die notwendige Selbstkritik.“

Neue Erfahrungen mit der Beichte bei den „Tagen der Begegnung“

Der Kontakt mit den 130 französischen Gästen bei den „Tagen der Begegnung“ sei für die ganze Pfarrei eine „wichtige Erfahrung“ gewesen, sagt Catta. Schon während einer Zeit der Anbetung in der Kirche habe der französische Pfarrer mit Beichtgesprächen begonnen. Die jungen Leute seien in keinster Weise bigott oder verklemmt gewesen, sondern hätten einfach konzentriert Anbetung gehalten „und haben sich dann mit großer Geduld in die Schlange gestellt und gebeichtet“. Der französische Pfarrer hat an diesem Abend von 18.00 Uhr bis Mitternacht ununterbrochen Beichte gehört. „Das ist für uns eine ganz neue Erfahrung gewesen“, sagt Catta.

Ähnliche Erfahrungen berichtet auch Pfarrer Becker von seinen ukrainischen Gästen, bei denen zwei Priester vor und nach der Heiligen Messe das Sakrament gespendet haben. „Die Ukrainer haben sich einfach in den Altarraum gesetzt und gebeichtet. Da haben unsere Jugendlichen große Augen gemacht. Ich finde daran sehr positiv, dass alle anderen sehen, dass da jemand beichtet. Das kann auf andere einladend wirken.“

Der Weltjugendtag hat mehr als ein Katholikentag

Das „Zentrum der Versöhnung“ biete auf dem Weltjugendtag einen wertvollen Dienst an, sagt Catta, der mit einer Gruppe von 36 Jugendlichen in Düsseldorf untergebracht ist. „Ich bin froh, dass ich mit dem Beichte hören einen Beitrag dazu leisten konnte.“ Der Weltjugendtag sei insgesamt „eine tolle Sache, fern von jedem bigotten Glauben“. Durch die Mischung von ernsthafter religiöser Erfahrung und Glaubensfest „hat der Weltjugendtag mehr als ein Katholikentag“. Auch Pfarrer Becker, der mit 33 Jugendlichen Quartier in Wachtberg bei Bonn bezogen hat, ist vom Weltjugendtag begeistert: „Die Jugendlichen strahlen eine unglaubliche Freude aus.“ Das habe man schon beim Abschlussgottesdienst der „Tage der Begegnung“ im Mainzer Bruchwegstadion spüren konnen.

tob (MBN)

 

„Wir ruhen nicht, bevor sie da sind“

165 Nigerianer haben kein Visum für den WJT erhalten / Enttäuschung in Obertshausen

Köln, 17. August 2005: 'Wir warten, Herr Fischer' - Pfarrer Norbert Hofmann appelliert mit Jugendlichen aus Obertshausen vor dem Kölner Dom an Außenminister Fischer. Die 165 eingeladenen Gäste aus Nigeria hatten keine Visa für den Weltjugendtag erhalten.

Köln/Obertshausen. Es ist ein stiller Protest vor dem Kölner Dom. Umgeben von tausenden fröhlichen Jugendlichen aus aller Welt entrollen 34 Jugendliche aus den beiden Obertshäuser Pfarreien Herz Jesu und St. Thomas Morus zusammen mit Pfarrer Norbert Hofmann ihr Transparent: „Wir warten, Herr Fischer“ steht da in großen Buchstaben. Der deutsche Außenminister ist gemeint. Die Enttäuschung darüber, dass 165 Nigerianer, die bereits zu den „Tagen der Begegnung“ nach Obertshausen kommen sollten, keine Einreise-Visa zum Weltjugendtag in Deutschland erhalten haben, sitzt tief. Das Unverständnis über die Entscheidung der deutschen Botschaft in Lagos werden die Obertshausener auch noch in einem Brief an Fischer zum Ausdruck bringen. Doch es ist bereits ein neues Ziel in Sicht, erklärt Pfarrer Hofmann. Wenn der Papst im nächsten Jahr nach Regensburg komme, würden die Pfarreien einen neuen Anlauf unternehmen, die Nigerianer aus der Partnergemeinde nach Obertshausen einzuladen. „Wir ruhen nicht, bevor sie da sind.“

Drei Jahre hatten die beiden Gemeinden geplant, vorbereitet und gehofft - vergebens. Am Donnerstag, 11. August, war nach einem Anruf bei Pater Joseph Ejimofor in Owerri klar, dass auch die letzte Chance zunichte war, doch noch Visa zu erhalten. „Überlastung“ lautet die offizielle Begründung. Dabei hatte Hofmann der Botschaft sogar angeboten, anfallende Überstunden zu bezahlen. Pater Joseph Ejimofor, zu dem die Gemeinden seit 1990 Kontakt haben, hatte sich in Lagos vor vier Monaten zum ersten Mal um Visa für die Gruppe bemüht. In Obertshausen habe sich inzwischen „ein dickes Bündel“ an Fax-Korrespondenz angesammelt, unter anderem mit der Botschaft in Lagos, dem deutschen Außenministerium, dem Bundeskanzleramt und Bundestagsabgeordneten, sagt Hofmann.

Der wirtschaftliche Schaden liegt jetzt vor allem bei den Nigerianern. Rund 30.000 Euro an Stornierungsgebühren für die Flugtickets sind verloren. Nach dem Weltjugendtag werde das WJT-Komitee in Obertshausen beraten, wie man den Nigerianern in dieser Situation helfen könne. Die Anreise war der einzige Kostenpunkt, den die Obertshausener nicht übernehmen konnten. Für alle weiteren Kosten in Deutschland wären die deutschen Gemeinden aufgekommen. „Die Hilfsbereitschaft bei uns ist grandios“, schwärmt Hofmann. Viele Gruppen in den Gemeinden hätten unaufgefordert Initiativen zur Finanzierung des Großprojektes gestartet. Zum Beispiel habe die Obertshausener Band „Laetitia“ den Erlös ihrer aktuellen CD „Venimus“ zur Verfügung gestellt. Seit Weihnachten seien zudem bei vielen Jubiläen und Geburtstagen Spenden gesammelt worden. „Die Menschen waren sehr motiviert. Insgesamt hat die Aktion die Pfarreien, trotz der Enttäuschung, noch mehr zusammengeführt“, erzählt Pfarrer Hofmann. Ein wichtiger Grund dafür sei die große Verbundenheit mit Pater Joseph. „Wäre die frühere Unterstützung für die Partnergemeinde nicht so gut angekommen, dann wäre die Hilfe nicht so groß gewesen.“ Mit Geld aus Obertshausen sind in Owerri unter anderem bereits Dach und Bänke der Kirche und der Kindergarten finanziert worden.

„Ich war am Boden zerstört“

„Ich war am Boden zerstört, als die Absage kam“, berichtet Alexander Rudolf. „Aber das geht wahrscheinlich jedem so, der sich ein Jahr lang auf ein Ereignis vorbereitet, das dann nicht stattfindet“, sagt der 21-Jährige. Als Pfarrjugendleiter war er maßgeblich an den Vorbereitungen zu den „Tagen der Begegnung“ beteiligt. „Wir hatten ein Riesenprogramm auf die Beine gestellt.“ Allein 15 Projekte waren für den „Tag des sozialen Engagements“ organisiert worden. Doch die „Tage der Begegnung“ fanden in Obertshausen ganz ohne ausländische Gäste statt. Die Gemeinden blieben bei den Begegnungstagen unter sich. Vier soziale Projekte wurden umgesetzt, die geplanten Gottesdienste wurden gefeiert und schließlich enstand unter dem Eindruck der großen Enttäuschung das Transparent. Die Obertshausener lassen sich nicht entmutigen: „Wir warten, Herr Fischer.“

„Der Weltjugendtag ist ein Vorgeschmack auf den Himmel“

„Es war ein erhebender Moment, als beim Eröffnungsgottesdienst in Köln das Weltjugendtagskreuz hereingetragen wurde, das ja auch bei uns in Obertshausen war“, sagt Rudolf. In Köln herrsche eine „tolle und unvergessliche Atmosphäre“. „Am Hauptbahnhof haben wir ganz spontan mit einer Gruppe aus Südafrika gesungen und gefeiert. So etwas vergisst man nicht“, berichtet Rudolf. Auch Pfarrer Hofmann ist begeistert vom Weltjugendtag. „Hier herrscht ein großes Miteinander. Überall kann man Hilfsbereitschaft und Solidarität erfahren. Für mich ist der Weltjugendtag ein Vorgeschmack auf den Himmel.“

tob (MBN)

 

DOKUMENTATION

„Machen Sie uns Mut zu einem gemeinsamen, vertieften christlichen Zeugnis“

Begrüßung von Papst Benedikt XVI. durch Kardinal Karl Lehmann auf dem Rhein

Köln. Kardinal Karl Lehmann, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat bei der Willkommensfeier Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch begrüßt. Das Grußwort wurde am Donnerstag, 18. August, bei der Schifffahrt auf dem Rhein in Höhe der Poller Rheinwiesen gehalten. Im Folgenden dokumentieren wir den Wortlaut:

Heiliger Vater!

Am Flughafen hat Sie der Herr Bundespräsident im Namen des ganzen Landes willkommen geheißen. Ich habe die Ehre, Sie für die Kirche in unserem Land, aber auch für die Mitbrüder und die Teilnehmer am Weltjugendtag, die aus fast 200 Nationen hier versammelt sind, herzlich zu begrüßen.

Wir danken Ihnen und freuen uns, dass Sie da sind. Eines Ihrer ersten Worte nach Ihrer Wahl zum Nachfolger Petri zu Herrn Kardinal Meisner und zu mir war Ihre Zusage, für Ihren verstorbenen Vorgänger Papst Johannes Paul II., der uns nach Köln eingeladen hat, zu kommen. So möchte ich Ihnen mit allen hier herzlich und dankbar zurufen: Heiliger Vater: Willkommen!

Wir haben den Weltjugendtag seit langem mit vielen Schwestern und Brüdern vorbereitet. Die „Tage der Begegnung“ in fast allen Bistümern haben unsere Gäste aus aller Welt gut in das tägliche, auch religiöse Leben unseres Landes eingeführt und den Weg nach Köln bereitet. Wir haben seit dem Dienstag schon trotz der unterschiedlichen Herkunft und Situation so vieler die weltumfassende, große katholische Gemeinsamkeit erfahren. Jetzt sind Sie aber das sichtbare Zeichen und das lebendige Band der Einheit für uns alle.

Heiliger Vater!

Wir sind gewiss, dass Sie durch Ihre Anwesenheit und durch Ihr Wirken das Hauptziel des Weltjugendtages maßgeblich fördern, nämlich die Freude und die Begeisterung am Glauben zu stärken, die Hoffnung auf Wohl und Heil für alle Menschen sichtbar zu machen und so auch für eine gerechtere und friedlichere Welt einzutreten, nicht zuletzt durch unsere Liebe zu den Armen, Ausgegrenzten und Leidenden.

Dies soll - so hoffen wir - zu einem neuen Erstarken des christlichen Glaubens in unserem Land und auch in Europa werden, wobei wir uns vieler Gemeinsamkeiten mit den Schwestern und Brüdern anderer christlicher Kirchen und Glaubensgemeinschaften erfreuen dürfen. Vieles haben wir auch als Gabe und Aufgabe mit Angehörigen anderer Religionen und allen Menschen guten Willens gemeinsam.

Als Nachfolger Petri gehören Sie der ganzen Kirche. Wir freuen uns, dass Ihnen in Köln auch unsere Schwestern und Brüder im Glauben fast aus der ganzen Welt begegnen. Aber es ist natürlich eine ganz besondere Freude, dass Sie als Papst nicht nur aus unserem Land kommen, sondern in diesen Tagen zum ersten Mal seit Ihrer Wahl Ihre Heimat besuchen. In unserer Region liegen die großen Anfänge Ihres öffentlichen Wirkens in unserem Land: als Professor der Theologie an der Universität Bonn und als maßgeblicher Berater des hochverehrten damaligen Erzbischofs von Köln beim II. Vatikanischen Konzil, Josef Kardinal Frings.

Wir freuen uns, dass Sie da sind. Machen Sie uns Mut zu einem gemeinsamen, vertieften christlichen Zeugnis. Wir versprechen Ihnen nicht nur unsere treue Begleitung in diesen Tagen, sondern wir sind mit Ihnen im Gebet und in den Gottesdiensten, in der Anbetung und in der Fürbitte für die ganze Welt tief vereint und versprechen Ihnen unsere Hilfe. Wir bitten um Ihren Segen.

(MBN)

 

Offen dafür sein, dass die Begegnung mit Jesus Christus Folgen hat

Katechese von Weihbischof Neymeyr zur Bedeutung der Eucharistie in Düsseldorf

Düsseldorf, 18. August 2005: Weihbischof Neymeyr bei seiner Katechese vor rund 500 Jugendlichen in Düsseldorf-St. Andreas.

Düsseldorf. „Wer sich auf die Gegenwart Jesu Christi im Sakrament der Eucharistie einlässt, der muss offen dafür sein, dass die Begegnung mit Jesus Christus Folgen haben wird in seinem Leben. Es werden Folgen sein, die sein Leben zum Besseren wenden und ihm helfen, mit seinen Mitmenschen in Frieden zu leben.“ Das sagte der Mainzer Weihbischof, Dr. Ulrich Neymeyr, am Donnerstag, 18. August, bei einer Katechese in Düsseldorf-St. Andreas. Die Katechese im Rahmen des Weltjugendtages stand unter der Überschrift „Christus in der Eucharistie begegnen“. Wenn sich der Mensch in der Begegnung mit Jesus Christus von dessen Weisungen ansprechen lasse, „dann kann daraus die innere Kraft der Reue über falsche Wege oder Irrwege erwachsen, eine Kraft, die es uns ermöglicht, unser Leben zu korrigieren und an den Weisungen Jesu Christi auszurichten“.

Die Riten der katholischen Liturgie seien eine Hilfe, „das innere faszinierende Geheimnis der Eucharistie zu entdecken“, ebenso wie eine ansprechende Predigt, die musikalische Gestaltung oder ein schöner Kirchenraum. „Aber auch die schönste Liturgie kann allein durch die äußere Würde der Feier nicht erreichen, dass der Gottesdienst ein fester Bestandteil des Lebens wird, dass die Mitfeier der Eucharistie am Sonntag zur guten Gewohnheit wird.“ Damit die Mitfeier der Eucharistie am Sonntag „zur guten Gewohnheit wird“, die auch den Alltag prägt und damit „zur Mitte des Lebens“, „dazu muss sich das Faszinosum der Liturgie erschließen“, sagte der Weihbischof. „Die innere Wirklichkeit des Sakramentes der Eucharistie ist so vielfältig und faszinierend, dass ich immer wieder neue Aspekte entdecke.“

„Die Feier der Heiligen Messe versetzt uns in den Abendmahlssaal“, sagte Neymeyr. In der Eucharistie werde Jesus Christus gegenwärtig. „Wie beim letzten Abendmahl ist er bei uns und hält mit uns Mahlgemeinschaft.“ Das Bewusstsein vor Jesus Christus selbst zu stehen drücke sich in den einfachen Sätzen aus: „Ich bin da, du bist da.“ Aus dieser Haltung erwachse eine tiefe innere Tröstung und Stärkung.

Die Begegnung mit Jesus Christus mündet in die Anbetung

Wörtlich sagte Neymeyr: „Die Begegnung mit Jesus Christus gibt uns die grundlegende Wegweisung für unser Leben. Sie kann uns aber auch zutiefst in Frage stellen und korrigieren, denn die Begegnung mit Jesus Christus ist mehr als die Begegnung mit einem Freund. (...) Die Begegnung mit Jesus Christus mündet in die Anbetung. Wer Christus begegnet, erspürt seine göttliche Kraft. Die Tröstung, die von der Begegnung mit ihm ausgeht, ist mehr als nur der plumpe Satz: ‚Es wird alles gut.’ Es ist die Gewissheit, dass Christus gerade in dunklen Stunden uns mit seiner göttlichen Kraft zur Seite steht.“ In der Anbetung erfahre der Mensch, „dass die Wirklichkeit Gottes unser Begreifen übersteigt und dass die einzige Antwort auf das Geheimnis Gottes sein kann, dass wir uns ihm im Glauben anvertrauen“.

Jesus Christus sei in der Eucharistie jedoch nicht nur „statisch“ gegenwärtig. Bei der Einsetzung der Eucharistie habe er auch seinen Tod gedeutet. Er habe den Aposteln und allen Menschen vergewissert, „dass sein Tod nicht nur ein harter Schicksalsschlag ist, sondern dass er sich in seinem Tod ganz hingibt für das Leben der Welt.“ In jeder Heiligen Messe werde der Gläubige erneut hineingenommen in das Erlösungswerk des Herrn. Und weiter: „In seiner Auferstehung hat Jesus Christus eine Brücke zwischen Gott und der Welt geschlagen, eine Brücke, auf der wir zum Leben gehen können.“

Die Eucharistie macht die Gemeinschaft der Kirche erfahrbar

Die Eucharistie schenke auch eine tiefe Erfahrung der Gemeinschaft der Kirche. Diese Gemeinschaft umfasse zunächst jene Menschen, die Eucharistie miteinander feiern. Deutlich werde dies im Friedensgruß. „Der Friedensgruß ist ein Ausdruck der Bereitschaft, mit allen Mitfeiernden in versöhnter Gemeinschaft zu leben.“ Darüber hinaus stifte die Eucharistie auch Gemeinschaft mit der ganzen Kirche. „Es ist nicht nur eine nette Geste, dass in der Heiligen Messe für den Papst und den Bischof gebetet wird, vielmehr erinnert sich die Gottesdienstgemeinde daran, dass sie eingebunden ist in die Gemeinschaft der ganzen Kirche.“ Nach der Katechese feierten die Jugendlichen zusammen mit Neymeyr die Eucharistie.

tob (MBN)

 

„Wir haben es bestmöglich vorbereitet“

Thomas Gabriel probt in der Kölner Musikhochschule seine „Missa Mundi“

Köln, 17.8.2005: Thomas Gabriel, Regionalkantor aus Seligenstadt, während der Probe seiner 'Missa Mundi' in der Aula der Kölner Musikhochschule.

Köln. „Johehihohu – Mamemimomu – Sasesisosu.“ Seltsame Laute klingen aus der Aula der Kölner Musikhochschule. Ein unbekannter südamerikanischer Dialekt vielleicht? Es wäre nichts Ungewöhnliches angesichts des babylonischen Sprachgewirrs beim Kölner Weltjugendtag. Der Grund allerdings ist sehr viel nüchterner: Oliver Sperling, seines Zeichens Domkantor am Kölner Dom, singt die Mitglieder des Gemeindechores ein. Die rund 150 jungen Frauen und Männer, die auf den gelben Sitzpolstern der Aula Platz genommen haben, werden die mehreren hunderttausend Gläubigen, die beim Abschlussgottesdienst mit Papst Benedikt XVI. am kommenden Sonntag auf dem Marienfeld bei Frechen erwartet werden, gesanglich anführen.

Doch der Gemeindechor ist nicht der einzige musikalische Akteur auf dem Papsthügel. Auch ein Chor aus dem Bistum Würzburg sowie mehrere Instrumentalisten wirken mit. Und aus dem Bistum Mainz ist die Seligenstädter Choralschola dabei. Am Flügel, ganz links außen auf der Bühne, sitzt noch ein Mann aus der Mainzer Diözese: Thomas Gabriel, Regionalkantor aus Seligenstadt. Aus seiner Feder ist die „Missa Mundi“, die am Sonntag bei der Abschlussmesse uraufgeführt und heute zum letzten Mal in Köln geprobt wird. Nach der Probe geht es mit Bussen auf das Marienfeld. Dort wird bis Sonntag jeden Tag intensiv geprobt, bereits am Samstag ist das Fernsehen mit dabei.

Köln, 17.8.2005: Die Ensembles des Abschlussgottesdienstes bei der Probe in der Aula der Kölner Musikhochschule.

Gabriel sitzt auf dem Marienfeld nur am Klavier. Dirigieren wird die Uraufführung seiner Messe der Würzburger Domkapellmeister Martin Berger. Das sei schon von Anfang an so abgesprochen gewesen, erzählt Gabriel, der mit Berger freundschaftlich verbunden ist. „Ich bin froh, dass ich nicht selber dirigieren muss“, gesteht Gabriel. Es sei schon so alles anstrengend genug. „Kurz vor einer so wichtigen Aufführung sind alle natürlich nervös und ziemlich angespannt. Und wenn dann durch äußere Widrigkeiten etwas schief geht, wird jeder hier zum Pulverfass“, sagt er. Jetzt hofft Gabriel, dass am Sonntag der Funke auf die Gläubigen überspringen wird: „Wir haben es auf alle Fälle bestmöglich vorbereitet.“

Musik zwischen Event und Meditation

Es sei eine Musik, die nicht nur zum „Abhotten“ sei, sondern auch meditative Teile habe. Sie bewege sich an der Grenze zwischen Event und Meditation, beschreibt Gabriel die Musik seiner „Missa Mundi“. Und er findet, dass die Idee, „die Welt zum Klingen zu bringen“, gelungen sei. Wie schon viele Komponisten vor ihm hat Gabriel das so genannte „Ordinarium Missae“ vertont. Das „Ordinarium Missae“ ist die feststehende Messordnung in der katholischen Kirche. Die Messordnung umfasst fünf Teile: Kyrie, Gloria, Credo, Sanctus und Agnus Dei. Für sein neues Stück hat Gabriel versucht, die fünf Teile eines Gottesdienstes mit den fünf Erdteilen in Korrespondenz zu bringen. Das europäische Kyrie ist ein verjazztes Bach, eine südamerikanische Musikgruppe ist beim Gloria dabei, eine indische Sitar steht im Credo für Indien, afrikanische Trommelrhythmen prägen das Sanctus und ein australisches Didgeridoo erklingt beim Agnus Dei.

Zusammengehalten werde die Messe durch die Gregorianik, erklärt Gabriel. Die Hauptmelodie eines jeden Teils ist der gregorianischen „Missa Mundi“ entnommen. Einfach sei der Kompositionsprozess allerdings nicht gewesen, erinnert er sich: „Es war schwierig, die Jahrhunderte alte Gregorianik mit den unterschiedlichen Musikstilen in Einklang zu bringen.“ Neun Monate hat das Komponieren schließlich gedauert. Erstmals vorgestellt hatte Gabriel Teile der Messe beim Presseempfang der Bistümer Mainz und Limburg Anfang Mai dieses Jahres. Allerdings nur in kleiner Besetzung und ohne Orchester. In Köln sind jetzt neben einem Schlagzeug unter anderem ein Streichquartett, Holzbläser sowie Posaune, Saxophon und Trompete dabei.

Ein Traum sei es für ihn gewesen, diesen Kompositionsauftrag zu bekommen, sagt der Seligenstädter Regionalkantor. Trotzdem freue er sich jetzt auch darauf, wieder einmal in kleinerem Rahmen Musik zu machen.

am (MBN)

 

DOKUMENTATION

Lehmann würdigte Arbeit der Jugendverbände

Grußwort beim Empfang des BDKJ-Bundesvorstandes

Köln. Kardinal Karl Lehmann hat als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz beim Empfang des BDKJ-Bundesvorstandes aus Anlass des XX. Weltjugendtages am Mittwoch, 17. August, ein Grußwort gehalten, das wir im Folgenden dokumentieren. Der Empfang fand im BDKJ-Begegnungszentrum „Fair Point“ in St. Heribert/Köln-Deutz statt:

Wir feiern den XX. Weltjugendtag hier in Köln, zu dem uns noch der vor kurzem verstorbene Johannes Paul II. eingeladen hat. Mit besonderer Freude erwarten wir seinen Nachfolger, Papst Benedikt XVI., der bei diesem Besuch der Jugend der Welt begegnet und gleichzeitig auch das erste Mal als Papst sein Heimatland besucht. Das ist für uns alle ein besonderer und bewegender Moment. Wir sind dankbar, dass gerade die katholische Jugend in Deutschland ihn beim XX. Weltjugendtag begrüßen kann.

Als Johannes Paul II. die Einladung an die Jugend der Welt zum ersten Mal aussprach und mit seinen Worten auf offene Ohren und Herzen traf, entwickelte sich dieses spirituelle Fest in einer Größenordnung und weltumspannenden Bedeutung, wie es wohl niemand vorher hatte erahnen können. Der Weltjugendtag ist wirklich ein Geschenk des Heiligen Geistes, das uns immer wieder in der kirchlichen Weltgemeinschaft zusammenführt.

Waren es zunächst junge Christen aus den kirchlichen Bewegungen, die den Impuls der Weltjugendtage aufnahmen und mit großem Engagement weiterentwickelten, so zeigte sich sehr bald, dass auch zunehmend junge Menschen aus den katholischen Jugendverbänden diese Initiative des Papstes aufgriffen. So war es auch bei uns in Deutschland.

Der XX. Weltjugendtag findet im Rheinland, in der Erzdiözese Köln, statt. Rheinländer sind überzeugt, dass alles, was mindestens zweimal stattgefunden hat, zur Tradition wird. So haben Sie, die BDKJ-Bundesleitung, nach dem Treffen in Toronto wiederum zu einer Begegnung beim Weltjugendtag eingeladen. Dafür danke ich Ihnen, mehr noch, ich danke Ihnen besonders dafür, dass es gelungen ist, die Mitglieder der katholischen Jugendverbände, die im BDKJ zusammengeschlossen sind, für das innere Anliegen des Weltjugendtages zu öffnen. Ich erinnere mich noch gerne an unsere Begegnung in Toronto, wo Sie im Blick auf den XX. Weltjugendtag deutlich zum Ausdruck gebracht haben, dass der Bund der Deutschen Katholischen Jugend sich nach Kräften in der Vorbereitung und Durchführung des Weltjugendtages engagieren wird. Sie haben das auf sehr unterschiedliche Weise getan, sowohl in ihrer Mitarbeit im Lokalen Organisationskomitee als auch in den vielfachen Initiativen der einzelnen Verbände, schließlich aber auch in den Bistümern und Ordensgemeinschaften.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass der Weltjugendtag in Köln gewissermaßen einen „Introitus“ hatte - nämlich die Tage der Begegnung und des sozialen Engagements in den Diözesen. Wir haben die Jugendlichen der Welt eingeladen, schon einige Tage vorher in unseren Diözesen unsere Gastfreundschaft anzunehmen, um von den Freuden unseres Lebens zu erzählen und dabei unsere Probleme nicht zu verschweigen. Es hat mich berührt, dass wir von über 4.000 sozialen Initiativen wissen, die am Tag des sozialen Engagements in den Diözesen unseres Landes dargestellt wurden. Es zeigt, wie sehr junge Menschen bereit sind, sich ernsthaft und aus christlicher Grundhaltung solidarisch für andere einzusetzen. Gerade in diesem Bereich haben viele Jugendverbände vor Ort einen besonderen Beitrag geleistet. Wenn über 120.000 junge Gäste aus dem Ausland in den Tagen vor dem Treffen in Köln bereits in unseren Diözesen waren, dann bedeutet dies, dass wir weltweit auch ein freundliches und gutes Gesicht der kirchlichen Jugendarbeit in Deutschland zeigen durften. Diese Tage, besonders auch im Blick auf den Tag des sozialen Engagements, sollen ohnehin eine Ermutigung werden für eine gerechtere und friedlichere Welt.

Wir sind mitten im Weltjugendtag und werden in den nächsten Tagen noch bewegende Erfahrungen machen dürfen. Die Begegnung mit dem Hl. Vater und die Erfahrung der Weltkirche, die bei einem so großen Welttreffen zustande kommt, geben Hoffnung für die Jugendpastoral in der Zeit danach - in unserem Land und weltweit.

Die biblische Erzählung, die uns von der Reise der Sterndeuter aus dem Morgenland nach Bethlehem berichtet, lädt dazu ein, die „Weg-Geschichte“ des Glaubens mit unserem Leben zu verbinden. Die Sterndeuter wissen die Zeichen der Zeit zu deuten und machen sich auf den Weg nach Bethlehem, um dort den, den sie suchten, anzubeten. Von dieser Begegnung wird im Matthäus-Evangelium erzählt: „Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt. Sie gingen in das Haus, sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.“ (Mt 2,10-11) Diese wenigen Worte im Matthäus-Evangelium können auch uns für die Zeit nach dem Weltjugendtag helfen, in unserer Jugendpastoral die Impulse dieser Tage aufzunehmen. Ähnlich den Sterndeutern braucht es Menschen, die die Zeichen der Zeit verstehen, die uns auf dem Weg zu Christus führen. Wir müssen jungen Menschen helfen, dass sie die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums deuten lernen. Die Freude, den gefunden zu haben, den sie suchten, wird sie auf ihrem Weg in ihre Heimat begleiten. Wir dürfen sicher die Hoffnung haben, dass viele Jugendliche durch Gebet, Gespräch und vielfältige Begegnung auf diesem XX. Weltjugendtag Orientierungen für die Fragen ihres Lebens gefunden haben. Dies wird nicht nur sie, die Jugendlichen, sondern auch ihr Umfeld verändern, in das sie nach diesen Tagen zurückkehren.

Sehr geehrte, liebe Verantwortliche des Bundes der Katholischen Jugend. Es ist mir als Vorsitzendem der Deutschen Bischofskonferenz ein Anliegen, ihren besonderen Beitrag zu würdigen, den Sie dadurch geleistet haben, dass Sie viele Jugendliche in den katholischen Verbänden unseres Landes zu diesem Pilgerweg des Glaubens ermutigt und zur Mobilisierung für den Weltjugendtag in Kirche und Gesellschaft beigetragen haben.

So hoffen wir mit Ihnen auf eine Vitalisierung von Glaube und Kirche in unserem Land und auch in Europa. Wir wollen auch zusammen über diese Tage hinaus fragen, was wir gemeinsam von den Erfahrungen des Weltjugendtages für die künftige Jugendarbeit und Jugendpastoral mitnehmen können.

(MBN)

 

Die falschen Sterne entlarven

Katechese mit Kardinal Lehmann beim Weltjugendtag / Gedenken an Roger Schutz

Wuppertal, 17.8.2005: 2.500 Jugendliche und junge Erwachsene kamen zur Katechese mit Kardinal Lehmann in die Historische Stadthalle in Wuppertal.

Wuppertal. „Es ist eine Frage des Menschseins, ob wir unsere Würde, dass wir die endlichen Dinge überschreiten können und uns nicht von ihnen versklaven lassen, wahrnehmen, und ob wir wirklich zur ganzen Wirklichkeit des Lebens offen sind.“ Das sagte der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, bei einer Katechese, die am Mittwoch, 17. August, in der Historischen Stadthalle in Wuppertal stattfand. Zu der Katechese im Rahmen des Weltjugendtages waren rund 2.500 Jugendliche und junge Erwachsene gekommen. Weiter fragte der Kardinal: „Haben wir den Mut, unsere falschen Idole und Götzen, die falschen Sterne zu entlarven? Sind wir bereit, wirklich zu suchen, bis wir den gefunden haben, der uns eine endgültige, nie täuschende Antwort gibt in unserem Leben: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“

Das Thema der Katechese lautete: „Die Wahrheit als tiefen Sinn menschlicher Existenz suchen. – Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen.“ (Mt 2,2). Sie wurde moderiert von Pfarrer Markus W. Konrad, Diözesanjugendseelsorger des Bistums Mainz, und von Barbara Wolf-Gröninger, Referentin für Religiöse Bildung im Bischöflichen Jugendamt Mainz.

Gedenken an Roger Schutz

Zu Beginn seiner Katechese gedachte Lehmann des ermordeten Frère Roger Schutz. Der Begründer der ökumenischen Gemeinschaft von Taizé war am Dienstagabend, 16. August, in der Versöhnungskirche von Taizé umgebracht worden. Der Kardinal sagte, dass Frère Roger einer der großen spirituellen und religiösen Gestalten des 20. Jahrhunderts gewesen sei. „Es gibt nicht viele Menschen in der Welt, die so viel für Jugendliche getan haben wie er“, sagte Lehmann. Roger Schutz sei ein „Pionier der gelebten Ökumene“ gewesen und seine Gemeinschaft erfüllt von tiefer Spiritualität. Es sei eine „furchtbare Tragik, das gerade solche Menschen Opfer von Gewalt werden, die sich jahrzehntelang für Gewaltlosigkeit eingesetzt haben.“

Die Magier waren suchende Menschen

In seiner Katechese sagte der Kardinal, dass die Geschichte der Magier aus dem Osten „zu den eigenartigsten Erzählungen bei Matthäus, ja vielleicht im ganzen Neuen Testament überhaupt“ zähle. Die Magier, die auch als Heilige Drei Könige bekannt sind, seien „suchende Menschen“, sagte Lehmann. Sie seien zutiefst davon überzeugt gewesen, dass es eine „wirkliche Wahrheit“ gebe, betonte er. Und weiter fragte der Kardinal: „Begnügen wir uns nicht oft mit dem, was wir besitzen? Suchen wir überhaupt? Oder streben wir nur nach Vermehrung und Sicherung dessen, was wir haben? Geht es uns wirklich um Wahrheit oder doch nur um materiellen Nutzen, Macht, Prestige und Ansehen?“

Wuppertal, 17.8.2005: 2.500 Jugendliche und junge Erwachsene kamen zur Katechese mit Kardinal Lehmann in die Historische Stadthalle in Wuppertal.

Der Kardinal kritisierte, dass sich manche Menschen zu schnell mit Alltagswissen und mit praktischen Kenntnissen begnügten. „Es fehlt uns oft ein Lebenswissen, das uns wirklich auch in den Fragen und Nöten stützt und weiterhilft“, betonte Lehmann. Und weiter: „Wir sind grundlegend Skeptiker geworden. Manchmal ist es sogar noch weniger: Wir sind träge im Geist und denkfaul, orientieren uns an platter Nützlichkeit. Demgegenüber sind diese Magier unglaublich souverän. Sie lassen alles liegen und geben alles auf, um den größten Schatz suchen und finden zu können: die unverrückbare Wahrheit.“

Lehmann thematisierte auch die Beliebigkeit mancher Religionsausübung. Es geschehe heute vielfach, dass „wir uns unsere Religion selbst basteln“. Sie werde nach unterschiedlichen Bedürfnissen und Geschmäckern aus verschiedenen Versatzstücken der Religionsgeschichte zusammengesetzt. „Was uns nicht schmeckt, und wo wir vielleicht unbequem gefordert sind, lassen wir dann eher weg, klammern es aus, erklären es für überholt und unverständlich“, sagte der Kardinal wörtlich.

Kritik an moderner Schnelllebigkeit

Lehmann übte auch Kritik an der modernen Schnelllebigkeit. „Wir rennen oft allen Neuigkeiten nach – ob es Nachrichten oder Moden sind. Sie ändern sich jeden Tag“, sagte er. Oft hätten die Menschen keine Lebensperspektive, würden immer hektischer, da sie immer schneller Neues, Interessantes, Spannendes und Nützliches erwarteten. „Wir glauben, dass wir glücklich werden könnten, wenn wir immer mehr haben könnten, immer schneller fahren könnten, immer höher fliegen könnten. Aber dabei verbleiben wir in derselben Ebene, die endlos strebt, aber eigentlich nie an ein Ziel kommt“, hob Lehmann hervor. Wo aber sei die verlässliche Orientierung für die Menschen, wo „der Stern unseres Lebens“? Das Kind in der Krippe, „der Herr der ganzen Welt“, sei der Stern, den Menschen suchten, betonte Lehmann zum Ende seiner Katechese. Im Anschluss an die Katechese feierte der Kardinal mit den Jugendlichen und jungen Erwachsenen Eucharistie.

am (MBN)

 

Dem Ruf Gottes folgen und verwandelt heimkehren

Eröffnungsgottesdienst des Weltjugendtages mit Kardinal Lehmann in Düsseldorf

Düsseldorf, 16.8.2005: Kaum ein Platz blieb frei in der 51.500 Menschen fassenden LTU-Arena.

Düsseldorf. „Der Weltjugendtag schafft nicht eine anonyme Masse, sondern er möchte jedem und jeder von uns seine Sendung und seinen Ort in der Kirche aufzeigen. Auf den Weltjugendtagen haben darum immer auch junge Menschen ihre Berufung zu einem geistlichen Dienst entdeckt: Frauen und Männer!“ Das sagte der Mainzer Bischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, am Dienstagabend, 16. August, in seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst des XX. Weltjugendtages in der LTU-Arena in Düsseldorf.

Lehmanns Predigt stand unter der Überschrift „‚Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen’ (Mt 2,2b), ER hat uns gerufen“. Dieses Suchen nach der eigenen Sendung in der Welt gehöre zum Menschen. „wenn er sich nicht selbst verbiegt“. Als besonderes Beispiel für diese Suche nannte der Kardinal die Heiligen Drei Könige, die den Ruf Gottes in einem Stern wahrgenommen haben. Wörtlich sagte Lehmann: „Darauf kommt es an: unablässig und leidenschaftlich auf einen Stern zu zu gehen. Jesus ist der Stern unseres Lebens, der Morgenstern und der Abendstern, am Anfang und am Ende. Gehen auch wir mit diesem Stern heute und morgen zu unseren vielen Schwestern und Brüdern nach Köln und von dort aus dann nach diesen Tagen verwandelt in unsere Heimat.“

Natürlich seien „große Sehnsüchte nach Frieden, Bekämpfung von Armut und einer ‚Kultur der Liebe’ (Papst Johannes Paul II.)“ ein Grund für das weltweite, große Interesse an den Weltjugendtagen, sagte Lehmann, denn diese Sehnsüchte brauche der Mensch für den Bau der Zukunft in der Welt. „Aber dies reicht nicht als Erklärung.“ Gerade große Aufbrüche von Menschen bräuchten einen tieferen Grund, der nicht einfach vom Menschen selbst komme. Dabei sei es nicht leicht herauszufinden, „ob eine Stimme von Gott kommt oder bloß ein Reflex unserer Gewohnheiten, ein Echo heimlicher und raffinierter Verführer, zum Beispiel in Werbung oder Propaganda, oder am Ende nur ein Ausdruck unserer eigenen Wünsche ist“.

Gottes Ruf reißt uns aus der Masse heraus

Düsseldorf, 16.8.2005: Blick auf die Tribüne der LTU-Arena.

Weiter sagte Lehmann: „Den Ruf Gottes und auch den Ruf Jesu kann man daran erkennen, dass er uns aus der Masse, wo wir uns eher verstecken können, und den Gewohnheiten unseres Leben, für die wir uns nicht so verantwortlich fühlen, herausreißt. (...) Gott packt uns in der letzten Tiefe unseres Lebens, wenn er ruft.“ Dieser Ruf Gottes verlange vom Menschen immer auch Mut, denn zu Gottes Ruf gehöre es, „dass er uns zunächst in die Fremde und in eine unbekannte Zukunft führt“. Zwar ergehe der Ruf immer an einen Einzelnen, „aber diese Unverwechselbarkeit des Rufes bezieht sich auch auf einen Auftrag, auf die Zugehörigkeit dieses Einzelnen zu einer Gemeinschaft und besonders auf den Dienst am Evangelium in aller Welt“. Der Ruf und die Sendung zu einem bestimmten Auftrag gehörten zusammen, sagte Lehmann. Dabei stelle der Einzelne seine Fähigkeiten und Charismen (Geistesgaben) in den Dienst der Gemeinschaft, besonders der Kirche. Und weiter: „Die Gaben des Geistes sind nur echt, wenn sie sich nicht aufblähen und aufspreizen, sondern wenn sie in den alltäglichen Dingen der Kirche als der Gemeinschaft der Glaubenden nützlich sind und dienen.“ Wer Gottes Ruf folge, müsse stets auch in sich hineinhören und auf das Wort Gottes achten, „ob wir den Ruf Gottes auch wirklich vernommen haben oder nur auf einzelnen vorläufigen Stufen stehen geblieben sind. Vielleicht führt uns der Ruf Gottes noch tiefer.“

Zeitgleich fanden in Köln und Bonn Eröffnungsgottesdienste statt: im Kölner Rhein-Energie-Stadion mit dem Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner, dessen Erzdiözese zusammen mit der Deutschen Bischofskonferenz Gastgeber des Weltjugendtages ist, und im Bonner Hofgarten mit dem Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, der Vorsitzender der Jugendkommision der Deutschen Bischofskonferenz ist.

tob (MBN)

 

DOKUMENTATION

Bestürzung über den Tod von Frère Roger Schutz

Erklärung von Kardinal Lehmann für die Deutschen Bischofskonferenz

Köln. In einer Erklärung hat sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, am Dienstag, 16. August, zum gewaltsamen Tod von Frére Roger Schutz geäußert. Im Folgenden dokumentieren wir den Wortlaut:

Die Deutsche Bischofskonferenz ist tief bestürzt über die Ermordung des 90-jährigen Gründers der Ökumenischen Gemeinschaft von Taizé am Dienstag-Abend, 16. August.

Sie verurteilt diese unbegreifliche Tat auf das schärfste. Ein Mann, der sein Leben der Botschaft Jesu von der Versöhnung aller Menschen und des Friedens besonders auch zwischen den Kirchen, Konfessionen und Religionen widmete, hat ein Schicksal erlitten, das uns an das gewaltsame Geschick Jesu und andere Zeugen für ein gewaltfreies Leben der Menschen, wie Martin Luther King und Dag Hammerskjöld erinnert. Sein Leben wurde brutal ausgelöscht. In dieser tief tragischen Situation stellen wir uns an die Seite der Gemeinschaft von Taizé, sprechen den Brüdern unser tiefes Beileid aus und versprechen unser Gebet für Roger Schutz. Wir wissen uns seinem Erbe tief verpflichtet. Ich bin gewiss, dass der Weltjugendtag 2005 in Köln in allen Gottesdiensten für unseren großen Freund und Pionier einer geistlichen Ökumene beten wird. Sein gewaltsamer Tod zeigt uns noch mehr als bisher die äußerste Dringlichkeit seines Lebens und seines Werkes und seiner Botschaft, die er hinterlassen hat.

Köln / Bonn 16. August 2005

Karl Kardinal Lehmann

(MBN)

 

Weltjugendtag ist elementare Ergänzung der Jugendarbeit

Auftaktpressekonferenz mit Kardinal Lehmann in der Kölnmesse

Köln, 16.8.2005: Auftaktpressekonferenz zum Weltjugendtag (v.l.n.r.): Bischof Franz-Josef Bode, Kardinal Karl Lehmann und Kardinal Joachim Meisner.

Köln. „Der Weltjugendtag ist eine elementare Ergänzung der alltäglichen Jugendarbeit in der Kirche.“ Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, am Dienstag, 16. August, zum Auftakt des Weltjugendtages vor Journalisten in der Kölnmesse. Ein umfassendes öffentliches Zeugnis des Glaubens sei von Zeit zu Zeit notwendig. „Wir brauchen auch solche Großereignisse, um deutlich zu machen, dass wir von einer Hoffnung Zeugnis geben, für uns und die Welt.“

Die anstehenden Tage in Köln seien bereits sein vierter Weltjugendtag, sagte Lehmann. „Ich habe auf diesen Treffen sehr viel gelernt.“ Es sei immer wieder faszinierend, die „unglaubliche Glaubensfreude“ von Menschen aus aller Welt zu erleben. „Wir werden viel von unseren Gästen empfangen.“ Der Abschlussgottesdienst der „Tage der Begegnung“ im Bistum Mainz sei „großartig“ gewesen. Ihn habe besonders die Disziplin der Jugendlichen beeindruckt: „Auf der einen Seite gab es spontane Begeisterung und auf der anderen bei den Höhepunkten der Eucharistie große Ruhe und Ernsthaftigkeit.“

„Wir wollen, dass der Weltjugendtag zu einem tiefen geistlichen Ereignis wird, in unserem Land, in Europa und in der Welt.“ Das sagte der Kölner Erzbischof, Kardinal Joachim Meisner. Der Weltjugendtag solle Freude am Glauben wecken und zeigen, dass der Glaube in einer Gesellschaft einen lebenswichtigen Platz hat. „Ich bin fest davon überzeugt, dass unsere Gesellschaft solche Zeichen braucht“, sagte Meisner. Bisher hätten sich 405.000 Pilger aus fast 200 Ländern der Erde angemeldet, mehr als bei den vorangegangenen Weltjugendtagen. Hinzu kämen 9.800 Priester, 759 Bischöfe und 7.720 akkreditierte Journalisten.

Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz, verwies auf das große Interesse an den „Tagen der Begegnung“ (11. bis 15. August). Mit rund 120.000 Teilnehmern aus 170 Ländern seien doppelt so viele Gäste zu den Tagen vor dem Weltjugendtag gekommen wie bei den vorangegangenen Weltjugendtagen. „Die Gastfreundschaft war enorm. Das hat intensive Begegnungen mit Land und Kultur ermöglicht.“

„Der Laienrat soll bei der Vorbereitung des Weltjugendtages garantieren, dass das ‚Markenzeichen Weltjugendtag‘ erhalten bleibt“, sagte Bischof Josef Clemens, Sekretär des Päpstlichen Laienrates. „Wir wollen das erhalten, was Papst Johannes Paul II. damit verbunden hat.“ Der Weltjugendtag sei ein Event mit klaren Konturen, wie beispielsweise Katechesen, Feier des Sakramentes der Versöhnung, Kreuzweg, Vigil und Abschlussmesse, aber auch dem Jugendfestival.

tob (MBN)

 

Jugendliche brauchen Glaubenszeugen

Weihbischof Neymeyr zu Gast bei „Phoenix-Runde Spezial“ zum Weltjugendtag

Köln, 16.8.2005: Weihbischof Ulrich Neymeyr 'in der Maske'.

Mainz. Es brauche heute glaubwürdige Glaubenszeugen, um junge Menschen für den Glauben und die Kirche zu interessieren. Das sagte der Mainzer Weihbischof, Dr. Ulrich Neymeyr, am Dienstagabend, 16. August, bei einer live ausgestrahlten Fernsehdiskussion des Senders Phoenix in Köln. „Es ist ein kleiner Schritt von einer religiösen Grundhaltung, die viele Jugendliche haben, bis zur religiösen Erfahrung.“ Um diesen Schritt zu vollziehen, sei besonders das glaubwürdige Zeugnis von Menschen in Gemeinde, Schule oder Jugendverband notwendig, sagte der Weihbischof. Die 45-minütige Sendung mit dem Titel „Kirche, Kult und Charisma - Der Weltjugendtag in Köln“ wurde um 21.00 Uhr live aus dem Weltjugendtags-Studio von Phoenix am Kölner Messeturm gesendet. Weitere Gesprächsteilnehmer waren Stefanie Orth, BDKJ-Diözesanleiterin im Erzbistum Freiburg, und der ehemalige Viva-Moderator Mola Adebisi. Moderiert wurde die Sendung von Alexander Kähler.

„Der Zeitgeist kann gewaltig irren“

Um Jugendliche zu erreichen, sei für die Kirche eine Anpassung an den Zeitgeist nicht der richtige Weg, sagte Neymeyr. „Es gibt keinen Anpassungsdruck für die Kirche.“ Und weiter: „Der Zeitgeist kann gewaltig irren. Religion ist immer ein Korrektiv zum Zeitgeist gewesen und zwar aus der Grunderfahrung des Glaubens heraus.“ Außerdem habe er den Eindruck, „dass auch viele Jugendliche den Zeitgeist kritisch beäugen“. Angesprochen auf die Morallehre der Kirche sagte der Weihbischof: „Das Christentum ist keine Ansammlung von Verboten. Es ist wichtig, mit den Jugendlichen ins Gespräch darüber zu kommen, welche Bedeutung Sexualität für ihr Leben hat, bevor man mit Regeln kommt, die ihnen fremd sind.“

Thematisiert wurde auch das große öffentliche Interesse am Tod von Papst Johannes Paul II. und der Wahl von Benedikt XVI. „Die vielen Gespräche, die es daraufhin über den Glauben gegeben hat, halte ich für den größten Gewinn.“ Viele Menschen hätten sich damals dazu bekannt, dass Papst und Kirche eine Bedeutung für sie hätten und öffentlich über ihren Glauben gesprochen.

tob (MBN)

 

Stichwort: Weltjugendtag

Der Weltjugendtag (WJT) ist eine Veranstaltung der römisch-katholischen Kirche und wird vom Päpstlichen Rat für die Laien und von der katholischen Kirche des jeweiligen Gastgeberlandes organisiert. Er richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 30 Jahren. Der WJT geht auf eine Initiative des im April verstorbenen Papstes Johannes Paul II. zurück: Im Jahr 1984 lud er zu einem „Internationalen Jubiläum der Jugend“ nach Rom ein. Die zunächst als einmaliges Ereignis geplante Veranstaltung wurde so begeistert aufgenommen, dass Johannes Paul II. 1985 das von den Vereinten Nationen ausgerufene „Jahr der Jugend“ zum Anlass nahm, den Weltjugendtag zur festen Einrichtung zu erklären.

Seitdem lud das Kirchenoberhaupt jedes Jahr junge Christen aus aller Welt zu einem Treffen ein. Dabei findet der Weltjugendtag im Wechsel in kleinerem Rahmen in den Bistümern und dann wieder als weltweites Großtreffen statt. Die Orte der internationalen Weltjugendtage waren: Rom (1984 und 1985), Buenos Aires (1987), Santiago de Compostela (1989), Tschenstochau (1991), Denver (1993), Manila (1995) Paris (1997), Rom (2000), Toronto (2002).

Vom 11. bis zum 21. August 2005 fand erstmals ein internationaler Weltjugendtag in Deutschland statt. Nach den Tagen der Begegnung in den deutschen Diözesen (11. bis 15. August) versammelten sich die internationalen Gäste mit ihren Gastgebern zu den zentralen Veranstaltungen im Erzbistum Köln. Am Ende des WJT wurden über 420.000 registrierte Pilger aus 197 Nationen gezählt sowie über 780 Bischöfe, darunter 60 Kardinäle, und über 10.000 Priester aus aller Welt. Zudem haben sich 8.152 Journalisten akkreditiert, mehr als beim Kölner Weltwirtschaftsgipfel 1999. Zentraler Programmpunkt der ersten drei Tage waren die Katechesen der Bischöfe, dazu gab es ein vielfältiges Programm mit Gebeten, Workshops und Diskussionsangeboten. Daneben gab es ein Kulturprogramm sowie Beichtzentren und so genannte „Geistliche Zentren“. Am Donnerstag, 18. August, wurde Papst Benedikt XVI. in Köln erwartet. Am Samstag, 20. August, machten sich die Teilnehmer zum Marienfeld bei Frechen östlich von Köln auf. Dort fand am Samstagabend die Vigilfeier mit dem Papst statt. Anschließend war die Übernachtung der Jugendlichen auf dem Gelände vorgesehen, um am Sonntag, 21. August, die Abschlussmesse mit dem Heiligen Vater zu feiern. Rund 1,1 Millionen Menschen haben an der Abschlussmesse teilgenommen.

Jeder Weltjugendtag steht unter einem Motto. Der Papst veröffentlicht jeweils vorher eine Botschaft an die Jugendlichen, in der er unter anderem das Motto des WJT auslegt. Das Motto des XX. Weltjugendtages 2005 in Köln ist dem Matthäusevangelium entnommen: „Wir sind gekommen, um ihn anzubeten“ (Mt 2,2). Im Jahr 2004 schrieb Papst Johannes Paul II. in einer Botschaft an die Jugendlichen über dieses Motto: „Seid Anbeter des einzigen und wahren Gottes, indem Ihr ihm den ersten Platz in Eurem Leben zuerkennt! Der Götzendienst ist eine ständige Versuchung des Menschen. Leider gibt es Menschen, die die Lösung der Probleme in religiösen, mit dem christlichen Glauben unvereinbaren Andachtsübungen suchen. (...) Liebe Jugendliche, gebt nicht lügenhaften Illusionen und kurzlebigen Moden nach, die nicht selten eine tragische seelische Leere zurücklassen! Weist zurück die Versuchungen des Geldes, des Konsumverhaltens und der hinterlistigen Gewalt, die zuweilen die Massenmedien ausüben. Die Anbetung des wahren Gottes stellt einen wahren Akt des Widerstandes gegen jegliche Form des Götzendienstes dar. Betet Christus an: Er ist der Fels, auf dem Ihr Eure Zukunft und eine gerechtere und solidarischere Welt aufbaut.“

am (MBN)

 

Berichte zu den "Tagen der Begegnung im Bistum Mainz" (11.-15. August)

Rund 18.000 Gläubige beim Abschlussgottesdienst

Die „Tage der Begegnung“ im Bistum Mainz sind zu Ende / Messe im Bruchweg-Stadion

Mainz, 15.8.2005: Während des Abschlussgottesdienstes im Mainzer Bruchwegstadion: (v.r.) Kardinal Karl Lehmann, Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr und Weihbischof Dr. Werner Guballa.

Mainz. Rund 18.000 ausländische und deutsche Gläubige haben am Montag, 15. August, mit einem Gottesdienst im Mainzer Bruchwegstadion den Abschluss der „Tage der Begegnung“ im Bistum Mainz gefeiert. Während des Gottesdienstes, dessen Hauptzelebrant und Prediger der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann war, füllten sich zudem nach und nach sämtliche Ränge des Bruchwegstadions. Im Laufe des Tages werden die rund 8.000 ausländischen Jugendlichen die sich während der „Tage der Begegnung“ im Bistum Mainz aufhielten, sowie rund 2.000 Jugendliche aus der Diözese zum Weltjugendtag nach Köln aufbrechen.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst von Thomas Gabriel, Regionalkantor aus Seligenstadt, und der Band „Soul Saviours“ aus Offenbach. Außerdem sang ein von Thomas Gabriel eigens für den Gottesdienst zusammengestellter Chor von 70 Jugendlichen aus dem Bistum Mainz. Im Gottesdienst fand außerdem die an Mariä Himmelfahrt traditionelle Kräuterweihe statt. Im Anschluss an den Gottesdienst konnte jeder Teilnehmer einen gesegneten Zweig an den Ausgängen mit nach Hause nehmen.

In seiner Predigt sagte Kardinal Lehmann, dass Maria von der Erfüllung ihres Lebens her „in unserer oft so verzweifelten und tödlichen Welt ein untrügliches Zeichen der Hoffnung und des Trostes“ sei. Das Leben Mariens sei ein Beispiel dafür, dass die Menschen auf ihrem Lebensweg zwar nicht vor Schmerz und Leid verschont blieben, dass sie dieses Leid am Ende jedoch besiegen können. Die Aufnahme Mariens mit Leib und Seele zeige, dass Gott den ganzen Menschen liebe und am Ende rette.

Mainz, 15.8.2005: Begeisterung im Bruchwegstadion.

Weiter sagte der Kardinal, dass die Volksfrömmigkeit der Kräuterweihe am Fest Mariä Himmelfahrt vor allem die Schönheit der nicht-menschlichen Schöpfung im Blick habe. Es sei wichtig, mit der Schöpfung schonend und sensibel umzugehen. Lehmann nahm in seiner Predigt auch Bezug auf die Heiligen Drei Könige. Die Drei Könige und Maria gehörten zusammen, betonte der Kardinal. Wörtlich sagte er: „Die Könige suchen aufrichtig nach einem letzten Sinn und tragenden Halt des menschlichen Lebens in allen Situationen. Gott lässt sie nicht in die Irre gehen, obgleich es Heiden sind. Im Zeichen eines Sterns, dem sie unbeirrt folgen, führt er sie, ähnlich wie er Maria durch die Botschaft an sie geführt hat, ohne dass sie immer wusste, wohin der Weg geht.“

Vor dem Gottesdienst fand ein rund zweistündiges Vorprogramm mit Gebeten, Gesprächen und Musik statt. Moderiert wurde das Vorprogramm von Stadionsprecher Klaus Hafner. Hafner sprach vor Beginn des Gottesdienstes auch mit Kardinal Lehmann. Er hoffe, dass die jungen Christen aus aller Welt während des Weltjugendtages spürten: „Wir können die Welt verändern“, sagte der Kardinal. Lehmann zeigte sich davon überzeugt, dass Papst Benedikt XVI. die Freude und die Überzeugungskraft des Glaubens mit nach Deutschland bringen werde.

Während des Gottesdienstes herrschte große Begeisterung im Bruchwegstadion: Mehrmals brandete eine La Ola-Welle durchs Stadion. Am Ende des Gottesdienstes verabschiedete Kardinal Lehmann die Jugendlichen und jungen Erwachsenen nach Köln. „Ich wünsche Euch einen guten Weg nach Köln und dort ein freudiges Wiedersehen“, sagte Lehmann. Der Kardinal dankte dem Weltjugendtagsbeauftragten des Bistums, Pfarrer Hubert Hilsbos, und dem Diözesanjugendseelsorger der Diözese, Pfarrer Markus W. Konrad, für die Vorbereitung der „Tage der Begegnung“. Lehmann dankte auch allen, die den Abschlussgottesdienst im Bruchwegstadion organisiert und durchgeführt hatten.

am (MBN)

 

Stichwort: Mariä Himmelfahrt (15.8.)

Das „Hochfest der Aufnahme Mariens in den Himmel“ - kurz Mariä Himmelfahrt - am 15. August ist eines von drei Hochfesten zu Ehren Mariens. Daneben gibt es das „Hochfest der Gottesmutter Maria“ am 1. Januar und das „Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria“ am 8. Dezember. Die Aussage des Festes, dass Maria am Ende ihres Lebens mit Leib und Seele in die Herrlichkeit Gottes aufgenommen wurde, ist eine der vier Grundaussagen des katholischen Marienbildes. Die anderen drei betreffen Maria als Gottesmutter, als Jungfrau und als unbefleckt Empfangene. Im Sinne von „Entschlafung“ (lat.: dormitio) kennt die Ostkirche das Fest seit dem sechsten Jahrhundert. Seit dem achten Jahrhundert wird es in der Westkirche als Fest der Aufnahme in den Himmel gefeiert.

Papst Pius XII. hat die Glaubensüberzeugung von der Aufnahme Mariens in den Himmel am 1. November 1950 in der Apostolischen Konstitution „Munificentissimus Deus“ als Dogma verkündet. Dort heißt es: „Es ist von Gott geoffenbarte Glaubenslehre, dass die Unbefleckte Gottesmutter und immerwährende Jungfrau Maria nach Vollendung des irdischen Lebenslaufes mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen wurde.“ Bereits im 19. Jahrhundert hatten sich die Petitionen von Gläubigen an den Papst gehäuft, den Glauben an Marias vollkommene Vollendung zu dogmatisieren. Am 1. Mai 1946 hatte Pius XII. alle Bischöfe um ihr Votum dazu gebeten.

Das Fest will den Gläubigen Maria als Zeichen der Hoffnung und des Trostes vor Augen führen, wie es in der Kirchenkonstitution „Lumen Gentium“ des Zweiten Vatikanischen Konzils aus dem Jahr 1964 zum Ausdruck kommt: „Wie die Mutter Jesu, im Himmel schon mit Leib und Seele verherrlicht, Bild und Anbeginn der in der kommenden Weltzeit zu vollendenden Kirche ist, so leuchtet sie auch hier auf Erden in der Zwischenzeit bis zur Ankunft des Tages des Herrn als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes dem wandernden Gottesvolk voran.“ (Lumen Gentium 68) Im Katechismus der Katholischen Kirche (966) heißt es zu dem Dogma: „Die Aufnahme der heiligen Jungfrau ist eine einzigartige Teilhabe an der Auferstehung ihres Sohnes und eine Vorwegnahme der Auferstehung der anderen Christen.“

Für das Verständnis des Festes ist es wichtig, sich die Intention von Papst Pius XII. zu vergegenwärtigen, wonach der Definitionsakt „zur Ehre des allmächtigen Gottes“, „zur Ehre seines Sohnes“, „zur Vermehrung der Herrlichkeiten seiner erhabenen Mutter und zur Freude und Begeisterung der ganzen Kirche“ beitragen solle. Außerdem ist mit der Verkündigung dieses Dogmas keine strittige Glaubensfrage - wie sonst bei fast allen Dogmen - entschieden worden.

In vielen Gegenden finden an Mariä Himmelfahrt Prozessionen und Wallfahrten statt, im Bistum Mainz unter anderem in Dieburg, Klein-Krotzenburg, Lichtenklingen und Pfaffen-Schwabenheim. Ein auch im Bistum Mainz häufiger Brauch ist die Kräuterweihe, die etwa seit dem zehnten Jahrhundert mit dem Fest verbunden ist. Dabei werden Kräuter und Feldblumen gesammelt, die dann als Zeichen für die durch Gott geschenkte Heilkraft und Schönheit der Natur gesegnet werden. Mariä Himmelfahrt ist nur im Saarland sowie in Bayern in Gemeinden mit überwiegend katholischer Bevölkerung gesetzlicher Feiertag.

tob (MBN)

 

Abschluss der „Tage der Begegnung“ im Bistum Mainz

Stadiongottesdienst mit Kardinal Lehmann / Zehn ausländische Bischöfe zu Gast

Mainz. Der Gottesdienst im Mainzer Bruchwegstadion am Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel (15. August) ist die zentrale Abschlussveranstaltung der „Tage der Begegnung“ im Bistum Mainz (11. bis 15. August) im Vorfeld des Weltjugendtages (WJT) vom 16. bis 21. August. Hauptzelebrant und Prediger ist der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann. Unter anderem werden die rund 8.000 ausländischen Jugendlichen erwartet, die seit Donnerstag, 11. August, in den Gemeinden des Bistums zu Gast waren. Nach dem Gottesdienst werden die Jugendlichen zum WJT nach Köln reisen.

Musikalisch gestaltet wird der Gottesdienst von Thomas Gabriel, Regionalkantor aus Seligenstadt, und der Band „Soul Saviors“ aus Offenbach. Außerdem singt ein von Thomas Gabriel eigens für den Gottesdienst zusammengestellter Chor von 70 Jugendlichen aus dem Bistum Mainz. Im Gottesdienst findet die an Mariä Himmelfahrt traditionelle Kräuterweihe statt. Danach kann jeder Teilnehmer einen gesegneten Zweig an den Ausgängen mit nach Hause nehmen.

Zehn ausländische Bischöfe zu Gast

Insgesamt zehn ausländische Bischöfe werden den Gottesdienst im Bruchwegstadion mitfeiern. Sie haben die Jugendlichen aus ihren Diözesen nach Deutschland begleitet. Im Bistum Mainz waren folgende Bischöfe zu Gast: Erzbischof Benvenuto Italo Castellani, Diözese Lucca in Italien; Bischof Flavio Roberto Carraio OFM Cap, Diözese Verona in Italien; Bischof Adriano Caprioli, Diözese Emilie-Guastalla in Italien; Bischof Eric Aumonier, Diözese Versailles in Frankreich; Weihbischof Christian Kratz, Diözese Straßburg in Frankreich; Bischof Lucien Fischer, Apostolisches Vikariat Iles Saint-Pierre et Miquelon (Frankreich); Bischof Gennaro Pascarelle, Diözese Pozzuoli in Italien; Erzbischof Héctor Miguel Cabrejos Vidarte, Diözese Trujillo in Peru; Bischof Christolpher Henry Toohey, Diözese Willannia-Forbes in Australien; Bischof Guy-Paul Noujaim aus dem Libanon. Die Bischöfe aus den Gastländern sind am Sonntagabend, 14. August, von Kardinal Lehmann zusammen mit den Weihbischöfen Guballa und Neymeyr sowie Generalvikar Dietmar Giebelmann im Mainzer Restaurant „Zum Römerschiff“ in der Holzstraße zu einem gemeinsamen Abendessen empfangen worden.

8.000 Gäste aus 55 Nationen waren im Bistum Mainz

Insgesamt ist das Interesse an den „Tagen der Begegnung“ beim WJT in Deutschland mit 120.000 ausländischen Gästen größer als bei allen vorangegangenen Weltjugendtagen. Die 8.000 Gäste im Bistum Mainz kommen aus 55 verschiedenen Ländern, unter anderem aus Argentinien, Australien, China, Israel, Kenia, und Sambia. Die größten Gruppen kommen aus Frankreich (2.100), Italien (1.800) und der Ukraine (1.000).

Aufgrund der Schätzungen durch die ausländischen Bischofskonferenzen war für das Bistum Mainz zunächst eine Gästezahl von rund 15.000 angenommen worden. In den Pfarrgemeinden des Bistums Mainz hatten die Katholiken rund 12.000 Privatquartiere für die Pilger bereit gestellt. Von den 270 Gemeinden, die sich im Bistum Mainz bereit erklärt hatten, Gäste aufzunehmen, sind 25 leer ausgegangen. Insgesamt gibt es 345 Pfarreien im Bistum Mainz. Kardinal Lehmann hatte bei einer Pressekonferenz am Freitag, 12. August, in Mainz darauf hingewiesen, dass es schmerzhaft für die betroffenen Gemeinden sei, nun keine Gäste empfangen zu können. Schließlich hätten sie sich jahrelang und mit großem Einsatz auf den Weltjugendtag vorbereitet.

2.000 Jugendliche aus dem Bistum Mainz reisen zum WJT nach Köln

Aus dem Bistum Mainz werden rund 2.000 Jugendliche am Weltjugendtag in Köln teilnehmen. Neben rund 1.400 Jugendlichen, die sich über das Bistum angemeldet haben, gibt es etwa 330 direkte Anmeldungen in Köln sowie 310 Jugendliche, die sich im Freiwilligenprogramm beim WJT engagieren. Kardinal Lehmann sowie die Mainzer Weihbischöfe Dr. Werner Guballa und Dr. Ulrich Neymeyr werden während des gesamten Weltjugendtages in Köln sein. Außerdem wird das Katechesezentrum in der Historischen Stadthalle Wuppertal, dem rund 2.300 Jugendliche zugeteilt sind, vom Bistum Mainz betreut. Thomas Gabriel, Regionalkantor in Seligenstadt, ist musikalischer Leiter des Musik-Ensembles bei der Vigil mit Papst Benedikt XVI. am Samstagabend, 20. August, auf dem Marienfeld sowie an gleicher Stelle bei der Abschlussmesse mit Papst Benedikt XVI. am Sonntag, 21. August. Beim Schlussgottesdienst wird Gabriel die Uraufführung der von ihm komponierten „Missa Mundi“ leiten.

tob (MBN)

 

Zehn ausländische Bischöfe zu Gast im Bistum Mainz

Gemeinsames Treffen mit Kardinal Lehmann am Ende der „Tage der Begegnung“

Mainz, 14. August 2005: (v.l.n.r.) Erste Reihe: Bischof Flavio Roberto Carraio OFM Cap, Diözese Verona in Italien; Erzbischof Héctor Miguel Cabrejos Vidarte, Diözese Trujillo in Peru; Kardinal Karl Lehmann; Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr; Bischof Eric Aumonier, Diözese Versailles in Frankreich, und Bischof Christolpher Henry Toohey, Diözese Willannia-Forbes in Australien. Zweite Reihe: Bischof Gennaro Pascarelle, Diözese Pozzuoli in Italien; Erzbischof Benvenuto Italo Castellani, Diözese Lucca in Italien; Bischof Adriano Caprioli, Diözese Emilie-Guastalla in Italien; Weihbischof Christian Kratz, Diözese Straßburg in Frankreich, und Weihbischof Dr. Werner Guballa. Dritte Reihe: Bischof Guy-Paul Noujaim aus dem Libanon, eine Begleitperson und Bischof Lucien Fischer, Apostolisches Vikariat Iles Saint-Pierre et Miquelon (Frankreich).

Mainz. Der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, hat sich am Sonntagabend, 14. August, mit zehn ausländischen Bischöfen, die während der „Tage der Begegnung“ im Bistum Mainz zu Gast sind, im Rahmen eines Abendessens im Mainzer Restaurant „Zum Römerschiff“ getroffen. An dem Abendessen nahmen unter anderem auch die Mainzer Weihbischöfe Dr. Werner Guballa und Dr. Ulrich Neymeyr sowie Generalvikar Dietmar Giebelmann und Domkapitular Jürgen Nabbefeld teil. Die Bischöfe, die Jugendliche aus ihren Diözesen nach Deutschland begleitet haben, werden auch den Abschlussgottesdienst der „Tage der Begegnung“ am Montag, 15. August, im Mainzer Bruchwegstadion mitfeiern.

Im Bistum Mainz waren folgende Bischöfe zu Gast: Erzbischof Benvenuto Italo Castellani, Diözese Lucca in Italien; Bischof Flavio Roberto Carraio OFM Cap, Diözese Verona in Italien; Bischof Adriano Caprioli, Diözese Emilie-Guastalla in Italien; Bischof Eric Aumonier, Diözese Versailles in Frankreich; Weihbischof Christian Kratz, Diözese Straßburg in Frankreich; Bischof Lucien Fischer, Apostolisches Vikariat Iles Saint-Pierre et Miquelon (Frankreich); Bischof Gennaro Pascarelle, Diözese Pozzuoli in Italien; Erzbischof Héctor Miguel Cabrejos Vidarte, Diözese Trujillo in Peru; Bischof Christolpher Henry Toohey, Diözese Willannia-Forbes in Australien; Bischof Guy-Paul Noujaim aus dem Libanon.

Bildunterschrift: (v.l.n.r.): Erste Reihe: Bischof Flavio Roberto Carraio OFM Cap; Erzbischof Héctor Miguel Cabrejos Vidarte; Kardinal Karl Lehmann; Weihbischof Ulrich Neymeyr; Bischof Eric Aumonier, und Bischof Christolpher Henry Toohey. Zweite Reihe: Bischof Gennaro Pascarelle; Erzbischof Benvenuto Italo Castellani; Bischof Adriano Caprioli; Weihbischof Christian Kratz, und Weihbischof Dr. Werner Guballa. Dritte Reihe: Bischof Guy-Paul Noujaim, eine Begleitperson und Bischof Lucien Fischer.

tob (MBN)

 

„Ich bin in Mainz kirchlich verwurzelt“

Kardinal Karl Lehmann sprach mit Jugendlichen im Innenhof der Maria Ward-Schule

Mainz, 13.8.2005: Kardinal Karl Lehmann (l.) sprach mit ausländischen und deutschen Jugendlichen im Innenhof der Maria Ward-Schule in Mainz.

Mainz. „Im Bistum Mainz bin ich kirchlich verwurzelt. Und als Bischof von Mainz ist mir die Rückbindung an die kirchliche Basis sehr wichtig.“ Das sagte Kardinal Karl Lehmann am Samstag, 13. August, bei einem Gespräch mit deutschen und ausländischen Jugendlichen, das anlässlich der „Tage der Begegnung“ im Innenhof der Maria Ward-Schule in Mainz stattfand. Weiter sagte der Kardinal, dass es ihm als Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz wichtig sei, die Rolle der Kirche in Gesellschaft und Öffentlichkeit zu markieren. Daher spreche er viel mit Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur. Veranstalter des Gespräches in der Maria Ward-Schule war die Katholische Jugendzentrale des Dekanates Mainz-Stadt, die Moderation hatte Dr. Nick Jackob übernommen, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Publizistik an der Mainzer Johannes Gutenberg-Universität.

Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen befragten den Kardinal unter anderem zu den Themen Ökumene und Weltjugendtag. Zur Ökumene sagte Lehmann, dass man auf dem Weg der Ökumene nicht mehr zurück könne. „Da kann es nur noch nach vorne gehen“, sagte der Kardinal. Auch der jetzige Papst, Benedikt XVI., habe bereits als Theologe sowie als Erzbischof von München und Freising viel für die Ökumene getan. Er sei nun gespannt auf die ökumenische Begegnung während des Weltjugendtages in Köln. Gleichzeitig betonte der Kardinal, dass auch der Papst Partner brauche, die mit ihm den Weg der Ökumene gehen. „Er kann Ökumene nicht diktieren“, sagte Lehmann.

Auf die Frage eines jungen Erwachsenen, ob der Weltjugendtag nicht „überplant“ sei, antwortete der Kardinal: „Wir sind halt nun mal Deutsche. Da klappt es am besten, wenn wir uns gut vorbereiten. Ob wir auch bei spontanen Veränderungen noch gut sein werden, das wird sich zeigen.“ Lehmann betonte aber auch, dass aufgrund der riesigen Besucherzahlen beim Weltjugendtag in Köln große Vorbereitungen nötig seien. Dies gelte schon allein hinsichtlich der Sicherheitsmaßnahmen.

Beeindruckt vom Ernst junger Christen

Bei den Weltjugendtagen habe es ihn immer wieder beeindruckt, wie ernsthaft jungen Christinnen und Christen über existenzielle Fragen des Glaubens diskutierten. „Da gibt es eine große Glaubensfreude“, sagte der Kardinal. Ihn habe auch immer das Verhältnis zwischen dem verstorbenen Papst Johannes Paul II. und der Jugend fasziniert. Johannes Paul II. habe den kommenden Generationen ein unglaubliches Vertrauen bei der Lösung zukünftiger Probleme entgegengebracht, sagte Lehmann.

am (MBN)

 

Der Mainzer Dom als Ort des Gebetes

Tag der offenen Tür für die 8.000 ausländischen Gäste im Bistum

Mainz, 13. August 2005: Weihbischof Guballa beim Beichtgespräch am Tag des Offenen Domes in Mainz.

Mainz. Mit einem „Tag des offenen Doms“ in Mainz hat eine Arbeitsgruppe des Bischöflichen Ordinariates am Samstag, 13. August, den rund 8.000 ausländischen Gästen im Bistum Mainz ein besonderes Angebot gemacht. Der Tag sollte den Dom als Ort des Gebets erfahrbar machen. „Wir sind bisher sehr zufrieden mit dem Tag der offenen Tür“, sagte Johannes Brantzen vom Seelsorgeamt am späten Nachmittag. Nach dem großen Betrieb zur Mittagszeit sei er ganz froh, dass jetzt das Beichtangebot in einer ruhigeren Atmosphäre stattfinden könne. Insgesamt 20 geistliche Führungen für Weltjugendtagsgruppen hat Dr. Felicitas Janson von der Projektstelle Domführungen gezählt. Die meisten seien auf französisch und englisch gewesen. Auch eine Führung auf russisch gab es. „Der Aufwand hat sich auf jeden Fall gelohnt“, resümierte Rainer Stephan vom Seelsorgeamt.

In der Ostkrypta des Domes war die Möglichkeit zur Eucharistischen Anbetung gegeben. Im Ostchor bestand die Möglichkeit zu Psalmengebet und Bildbetrachtung. Weitere Gebetsorte waren die Memorie und die Gotthardkapelle, in der die Kreuzbetrachtung im Vordergrund stand. In der Bischofsgruft trugen sich zahlreiche Besucher in das Kondolenzbuch für den verstorbenen Papst Johannes Paul II. ein. Viel Betrieb war auch im Kreuzgang, wo die Besucher in zwei große Steinblöcke ihre Namen zur Erinnerung an den Weltjugendtag einritzen konnten. Diese „Steine der Erinnerung“ werden später in den Ostbau des Mainzer Doms eingelassen werden.

Die übliche Beichtzeit im Mainzer Dom um 16.00 Uhr eröffnete Domkapitular Dr. Peter Hilger, der Buß-Kanoniker des Mainzer Domes, mit einer kurzen Einführung in die Beichte. Durch die Vergebung im Bußsakrament werde die Taufgnade des Menschen erneuert, welche die Gemeinschaft des Menschen mit Gott grundgelegt habe, sagte Hilger. Durch Sünden des Menschen werde diese Taufgnade verdunkelt und der Mensch entferne sich von Gott. Im Namen von Jesus, der den Sündern nachgegangen sei, vergebe der Priester im Sakrament der Beichte die Schuld und versöhne den Menschen mit Gott und der Kirche. Wörtlich sagte er: „Im Bußsakrament erneuert Jesus mein Leben. Ich entdecke mein Getauft sein wieder, meine Gemeinschaft mit Gott.“ Zu Laudes, Sext und Vesper hatte es längere Gebetsimpulse gegeben, unter anderem mit Domdekan Heinz Heckwolf und Weihbischof Dr. Werner Guballa.

tob (MBN)

 

„Deutliches Zeichen der Solidarität mit benachteiligten Menschen“

Kardinal Lehmann zum „Tag des sozialen Engagements“ / Besuch bei Obdachlosenprojekt

Mainz, 12.8.2005: Kardinal Lehmann (2.v.l.) beim Projekt 'Mittagstisch für Wohnungslose und andere Arme' während des 'Tages des sozialen Engagements'. Rechts im Bild: Pfarrer Georg Austen.

Mainz. „Im Vorfeld des XX. Weltjugendtages setzen die Gäste und Gastgeber mit dem ,Tag des sozialen Engagements ein deutliches Zeichen der Solidarität mit benachteiligten Menschen zur Bewahrung der Schöpfung, für Gerechtigkeit und Frieden.“ Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, am Freitag, 12. August, vor Journalisten in Mainz anlässlich des „Tages des sozialen Engagements“. Weiter betonte der Bischof von Mainz, dass es den Jugendlichen durch die gemeinsame soziale Arbeit möglich sei, „über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg das vielfältige Engagement der katholischen Kirche im karitativ-sozialen Bereich kennen zu lernen.“ Am „Tag des sozialen Engagements“ werden in den deutschen Diözesen schätzungsweise 4.300 Sozialprojekte mit jungen Menschen aus über 160 Nationen durchgeführt. Kardinal Lehmann besuchte im Anschluss an die Pressekonferenz das Projekt „Mittagstisch für Wohnungslose und andere Arme“ in der Pfarrei St. Peter in Mainz.

Der Kardinal hob hervor, dass die jungen Christen aus aller Welt an diesem Tag ihre Bereitschaft zeigten, mit „wachen Augen die Zeichen der Zeit zu entdecken, diese kritisch zu befragen, um Handlungsmodelle zu entwickeln, die eine gerechtere Zukunft als Ziel haben.“ Dabei blieben sie nicht bei der Analyse stehen, sondern legten selbst mit Hand an, „um im Sinne Jesu Christi und zum Wohl aller Menschen an einer Zivilisation der Liebe und Gerechtigkeit mitzubauen.“

Pfarrer Georg Austen, Sekretär des Weltjugendtages der Deutschen Bischofskonferenz, sagte, dass durch das gemeinsame Handeln der Jugendlichen und jungen Erwachsenen „das soziale Gesicht der Botschaft Jesu“ sichtbar gemacht werden solle. Durch den „Tag des sozialen Engagements“ bekomme das karitative Handeln, das neben Liturgie und Verkündigung ein Wesensvollzug kirchlichen Lebens sei, einen besonderen Stellenwert. „Wer Christus anbetet, kann nicht an der Not der Mensch vorbei leben. Wir haben den Auftrag, die Welt aus christlichem Geist zu gestalten. Dadurch werden die christlichen Werte sichtbar und erlebbar“, unterstrich Austen.

Eine Million Stunden ehrenamtliches Engagement

Der „Tag des sozialen Engagements“ findet während der „Tage der Begegnung“ in den deutschen Diözesen statt. Er steht unter dem Leitwort „under construction – bau mit an einer gerechten Welt“. Nach einer Umfrage des Kölner Weltjugendtagsbüros werden in den deutschen Diözesen rund 4.300 Sozialprojekte mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus über 160 Nationen durchgeführt. Diese finden dezentral und bundesweit in allen Bistümern – ausgenommen dem Erzbistum Köln – statt. An diesem Tag werden über eine Million Stunden ehrenamtliches Engagement von den ausländischen Gästen und den deutschen Gastgebern erbracht.

Darüber hinaus sind alle Aktionsgruppen aufgerufen, einen Ziegelstein mit nach Köln zu bringen. Diese werden auf dem Gelände der Jugendbildungsstätte Haus Altenberg (bei Bergisch Gladbach) zu einem begehbaren Labyrinth verbaut. Das Labyrinth soll den Weg des Menschen zu seiner Mitte hin - zu Christus - symbolisieren.

Das Projekt „Mittagstisch für Wohnungslose und andere Arme“

Der „Mittagstisch für Wohnungslose und andere Arme“ ist ein Projekt der katholischen Innenstadtgemeinden in Mainz. Im Rahmen des Projektes richtet jede beteiligte Gemeinde einmal im Monat einen „Mittagstisch“ aus. Die Initiative für dieses Projekt ging dabei von der Pfarrer-Landvogt-Hilfe aus, einer Einrichtung, in der sich vor allem ehrenamtliche Helferinnen und Helfer für Menschen ohne Wohnung engagieren. Das Projekt existiert seit Anfang 2005. Finanziert wird der „Mittagstisch“ durch Caritas-Gelder der Pfarreien, Spenden sowie durch einen Beitrag von 50 Cent, um den die Gäste gebeten werden. Das ideelle Ziel des Projektes ist es, nicht nur eine Armenspeisung anzubieten, sondern den Gästen in den Gemeinderäumen ein Essen in familiärer Atmosphäre zu ermöglichen. Gäste und Gastgeber sitzen gemeinsam am Tisch, um so miteinander ins Gespräch zu kommen.

Kardinal zu Visaproblemen

Während der Pressekonferenz äußerte sich der Kardinal auch zu den aktuellen Visaproblemen. Lehmann sagte, dass es schmerzhaft für die betroffenen Gemeinden sei, nun keine Gäste empfangen zu können. Schließlich hätten sie sich jahrelang und mit großem Einsatz auf den Weltjugendtag vorbereitet. Allerdings sei die Visavergabe ein Problem aller Weltjugendtage gewesen. Und nach den Anschlägen in London seien die deutschen Botschaften sehr sensibilisiert. Er könne aber „keine Tendenz zum Ausschluss vieler Leute“ erkennen, sagte der Kardinal.

am (MBN)

 

„Geh nicht achtlos an deinen Mitmenschen vorbei“

Domdekan Heinz Heckwolf begrüßte Gäste zum WJT in der Ostkrypta des Mainzer Domes

Mainz, 12.8.2005: Domdekan Heinz Heckwolf (l.) begrüßt Gäste und Gastgeber bei den 'Tagen der Begegnung' in der Ostkrypta des Mainzer Domes.

Mainz. Anlässlich des „Tages des sozialen Engagements“ am Freitag, 12. August, hat Domdekan Heinz Heckwolf rund 60 ausländische Gäste des Weltjugendtages und ihre deutschen Gastgeber aus den Mainzer Innenstadtgemeinden in der Ostkrypta des Mainzer Domes begrüßt. Anschließend feierten sie gemeinsam ein Morgenlob in deutscher und französischer Sprache.

In seiner Begrüßung sagte der Domdekan zum „Tag des sozialen Engagements“: „Unser Blick wird von uns weg auf unsere Mitmenschen gerichtet, auf die Kinder und die Jugendlichen, auf die alten Menschen, auf die Kranken, auf die Menschen in Not. Der ,Tag des sozialen Engagements’ sagt uns: Geh nicht achtlos an deinen Mitmenschen vorbei, sondern bleibe stehen, schaue ihn an, rede mit ihm und wenn er in Not ist, dann helfe ihm.“ Der „Tag des sozialen Engagements“ findet während der „Tage der Begegnung“ in allen deutschen Bistümern statt.

am (MBN)

 

Kamphaus und Neymeyr eröffnen „PilgerPoint“

Anlaufstelle für die Gäste aus aller Welt am Frankfurter Flughafen

Frankfurt, 10.8.05: Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr (3.v.l.) mit Freiwilligen aus dem Bistum Mainz bei der Eröffnung des 'PilgerPoints' am Frankfurter Flughafen.

Mainz. Der Bischof von Limburg, Franz Kamphaus, und der Mainzer Weihbischof Ulrich Neymeyr haben am Mittwoch, 10. August, den so genannten PilgerPoint am Frankfurter Flughafen eröffnet. Dort begrüßen freiwillige Helferinnen und Helfer aus den Bistümern Mainz und Limburg die zum Weltjugendtag anreisenden Gäste. Die Verantwortlichen erwarten, dass über den Frankfurter Flughafen rund 15.000 Gäste anreisen werden, um an den „Tagen der Begegnung“ in den deutschen Bistümern (11. bis 15. August) und am Weltjugendtag in Köln (16. bis 21. August) teilzunehmen. Der „PilgerPoint“, der gemeinsam von den Bistümern Mainz und Limburg sowie vom Weltjugendtagsbüro verantwortet wird, ist bis zum 24. August geöffnet.

Weihbischof Neymeyr erinnerte in seiner Ansprache an die Pilgerfahrt der Heiligen Drei Könige, deren Reliquien im Kölner Dom verehrt werden. „Es waren Menschen, die wie wir die Nähe Gottes gesucht haben“, sagte Neymeyr. Danach sprach der Weihbischof in Deutsch und Englisch ein Pilgergebet. Bischof Kamphaus kritisierte in seiner Begrüßung die Ablehnung von Visa für zahlreiche ausländische Gäste, die das Bistum Limburg für die „Tage der Begegnung“ erwartet hatte. Zwölf junge Leute aus Kamerun und 600 Gäste von den Philippinen hatten nach Angaben des Bistums kein Visum erhalten. Kamphaus nannte es einen „Skandal“, dass den jungen Menschen kein Visum ausgestellt worden sei. Die Kriterien für die Visa-Vergabe seien nicht nachvollziehbar, sagte Kamphaus. Wieder einmal träfe es die Ärmsten. Man dürfe aus Europa „keine Festung“ machen, unterstrich Kamphaus.

Infobereich und Willkommenscafé

Im „PilgerPoint“ gibt es einen Infobereich und ein Willkommenscafé. „Wir werden hier sehr gebraucht. Das hatten wir so nicht erwartet“, sagt Anja Kremper von der Katholischen Jugendzentrale in Mainz. Anderthalb Jahre haben die Vorbereitungen gedauert, jetzt ist sie froh, dass der Weltjugendtag endlich losgeht. Am heutigen Tag seien bereits Gruppen aus Kanada, Malaysia, den USA und der Türkei angereist. „Wir kümmern uns darum, dass die Gruppen weiter zu ihrem Zielort kommen, helfen, wenn Gäste nicht abgeholt werden und Gruppen getrennt werden“, beschreibt sie ihre Arbeit. Außerdem ständen in den Ankunftsbereichen des Frankfurter Flughafens Helfer in orange-farbenen T-Shirts als Ansprechpartner bereit. „Manche sind von den Dimensionen des Flughafens völlig überfordert“, sagte Kremper.

Die freiwilligen Helfer kümmern sich in mehreren Schichten um die WJT-Gäste. Der „PilgerPoint“ befindet sich im Airport Forum im Übergang zwischen Terminal 1 und Fernbahnhof (der Weg ist ausgeschildert) und ist täglich zwischen 7.00 und 20.00 Uhr geöffnet.

am (MBN)

 

Berichte

598 Fragen und Antworten zum Glauben

Kardinal Karl Lehmann stellte Kurz-Katechismus der Katholischen Kirche vor

Mainz, 10. August 2005: Bernhard Meuser (links) vom Pattloch Verlag und Kardinal Karl Lehmann stellen in Mainz den Kurz-Katechismus vor.

Mainz. „Die Deutsche Bischofskonferenz wünscht dem Kompendium eine gute und freundliche Aufnahme und wird es, zusammen mit dem Katechismus und unserem Katholischen Erwachsenenkatechismus, nach Kräften fördern.“ Das sagte der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, am Mittwoch, 10. August, vor Journalisten bei der Vorstellung der deutschen Ausgabe des Kurz-Katechismus der Katholischen Kirche im Mainzer Kolpinghaus. Es bestehe kein Zweifel, „dass das Kompendium einem großen Bedürfnis entgegenkommt“, sagte Kardinal Lehmann. Mit dem rechtzeitigen Erscheinen der deutschen Ausgabe vor dem Weltjugendtag sei der Kurz-Katechismus „ein erster Willkommensgruß und ein kleines Gastgeschenk für den Papst aus Deutschland“. Der „Katechismus der Katholischen Kirche – Kompendium“, so lautet der vollständige Titel, erscheint am Freitag, 12. August, auf Deutsch. Papst Benedikt XVI. hatte am 28. Juni die italienische Version des Kurz-Katechismus amtlich akzeptiert und zur Veröffentlichung freigegeben.

Das jetzt erscheinende Kompendium ist eine Kurzfassung des „Katechismus der Katholischen Kirche“, der 1992 und in einer leicht revidierten Fassung 1997 (deutsch 2003) erschienen ist. Das Werk enthält 598 Fragen und Antworten zu den Glaubensinhalten der katholischen Kirche. In Anlehnung an traditionelle Muster ist auch das Kompendium in vier Teile gegliedert: das Glaubensbekenntnis (Credo), Gottesdienst und Sakramente, das Leben in Christus (Ethos) und das christliche Gebet mit besonderer Betonung des „Vater unser“. Im Anhang sind außerdem allgemeine Gebete und Grundaussagen des Glaubens in lehrhafter Perspektive angefügt.

Lehmann betonte, dass die Kurzversion „ganz auf den Katechismus in seiner Vollform verweist und bewusst immer die einzelnen Bezugsnummern angibt, so dass bei den oft knappen Formulierungen bei Bedarf rasch eine umfänglichere Darstellung gefunden werden kann“. Das Kompendium enthalte „ausgezeichnet gelungene Antworten“, sagte Lehmann. Weiter sagte er: „Manchmal wird der Text bei komplizierten Fragen durch den direkten Rückgriff auf die theologische Fachsprache etwas schwierig und auch spröde. Aber dies ist eben der Preis für die Knappheit. Hier braucht es - was man ohnehin nicht vergessen darf - den erschließenden und deutenden Katecheten, der mit zum Prozess der Glaubensvermittlung gehört.“ Das Kompendium entspreche einem breiten Bedürfnis nach zuverlässiger Orientierung in Glaubensfragen.

„Ein ‚Leib-und-Magenbuch’ für alle katholischen Christen“

„Wir hoffen, dass das Kompendium in den kommenden Jahren zu einem ‚Leib und -Magenbuch’ für alle katholischen Christen im deutschsprachigen Raum wird“, sagte Bernhard Meuser, Leiter des Pattloch Verlages. Er wies auf die besonderen Umstände der Veröffentlichung hin. Mitte Juni habe sich die Deutsche Bischofskonferenz mit einer Ausschreibung zur Herausgabe des Kurz-Katechismus an ausgewählte Verlage in Deutschland gewandt, mit der Auflage, dass der Katechismus noch rechtzeitig vor dem Weltjugendtag (16. bis 21. August) erscheinen soll. Der Pattloch Verlag habe den Zuschlag erhalten, weil er trotz des engen Zeitrahmens das rechtzeitige Erscheinen habe garantieren können und sich bereit erklärt habe, eine kostenlose Teilauflage für Helfer und Mitarbeiter des Weltjugendtages bereitzustellen. Außerdem verfüge der Verlag, der zur Verlagsgruppe Droemer-Knaur gehört, über ein breites Vertriebsnetz.

Hinweis: Katechismus der Katholischen Kirche - Kompendium. Pattloch Verlag München 2005, 256 Seiten; broschierte Ausgabe, 6,90 Euro, ISBN 3-629-02120-9; gebundene Ausgabe mit 15 Farbabbildungen, 12,90 Euro, ISBN 3-629-02139-7.

tob (MBN)

 

347 Tische verkauft

Rund 3.000 Zuschauer bei der Aktion „Tische rund um den Dom“

Mainz, 10.8.2005: Kardinal Lehmann (m.) signiert einen Partytisch zu Gunsten der Aktion 'Tische rund um den Dom'. Mit dabei: Heinz Dreibus, Vorsitzender des Mainzer Dombauvereins, Obermeister Richard Försch, Tischlerinnung Rheinhessen, Domdekan Heinz Heckwolf und Sabine Flegel, Schriftführerin des Mainzer Dombauvereins (v.l.n.r.).

Mainz. „Mit dieser Aktion stellen die Tischler nicht nur die Leistungsfähigkeit ihres Handwerks und die eigene Kraft und Phantasie sichtbar dar, sondern sie unterstützen auf dankenswerte Weise die Renovierung des Mainzer Domes.“ Das sagte der Generalvikar des Bistums Mainz, Prälat Dietmar Giebelmann, anlässlich der Aktion „Tische rund um den Dom“, die am Sonntag, 21. August, in Mainz stattfand. Weiter sagte Giebelmann: „In einer Gesellschaft, in der der Konkurrenzdruck immer größer wird, wo einer den anderen unter- und überbietet, ist diese Aktion ein sichtbares Zeichen gemeinsamen Handelns.“

Im Rahmen der Aktion „Tische rund um den Dom“, zu der rund 3.000 Zuschauer kamen, wurden 390 Tische in einer 772 Meter langen Reihe rund um den Mainzer Dom aufgestellt. Veranstalter war die Tischlerinnung Rheinhessen, die vom Landesinnungsverband des Tischlerhandwerkes in Rheinland-Pfalz unterstützt wurde.

Angeboten wurden so genannte „Partytische“ und so genannte „Domtische“. Beide Tische wurden eigens für diese Aktion angefertigt. Der Preis für einen Partytisch beträgt 180 Euro, der Preis für einen Domtisch 1.600 Euro. Es wurden 340 der 360 Partytische und sieben der 30 Domtische verkauft. Zudem fand eine Versteigerung mit handsignierten Domtischen statt, deren Erlös in Höhe von 3.000 Euro dem Mainzer Dombauverein zugute kommt. Signiert wurden die Tische unter anderen von Kardinal Karl Lehmann, dem Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz, Kurt Beck, und der Mannschaft des FSV Mainz 05.

Hinweis: Die Party- oder Domtische sind weiterhin erhältlich bei der Tischlerinnung Rheinhessen, Kreuzstraße 20, 67583 Guntersblum, Tel.: 06249/8675. Weitere Informationen auch im Internet unter http://www.domtische.de/

am (MBN)

 

Vorschau

Orgelkonzert im Mainzer Dom (26.8.)

Professor Marco D’Avola spielt Werke von Vierne, Orff, Elgar und Alain

Mainz. Am Freitag, 26. August, findet um 19.30 Uhr im Mainzer Dom ein Orgelkonzert mit Professor Marco D’Avola statt. Professor D’Avola ist Domorganist der Kathedrale San Giovanni Battista in Ragusa (Sizilien). Auf dem Programm des Konzertes stehen Werke von Louis Vierne, Carl Orff, Edward Elgar und Jehan Alain. Darüber hinaus wird D’Avola eigene Werke sowie eine Komposition des Mainzer Domorganisten Albert Schönberger interpretieren.

am (MBN)

 

„direkt am turm“ (27.8.)

Der Gießener Kirchenladen feiert sein einjähriges Bestehen

Gießen. Vor einem Jahr ist in Gießen der ökumenische Kirchenladen „direkt am turm“ eröffnet worden. Aus diesem Anlass laden das katholische und evangelische Dekanat Gießen am Samstag, 27. August, zu einem Geburtstagsfest auf dem Gießener Kirchenplatz ein. Das Fest wird um 10.00 Uhr mit Essen, Trinken, Spielen und Musik eröffnet, um 12.00 Uhr folgt eine Diskussionsrunde „Talk am Turm“. Nach der Siegerehrung des Kindersuchspiels um 13.45 Uhr folgt um 14.00 Uhr ein ökumenischer Dankgottesdienst.

am (MBN)

 

Benefizkonzert mit „Opera Nova“ im Mainzer Dom (27.8.)

Zuvor „Fest der Begegnung“ auf dem Domplatz / Weihbischof Werner Guballa ist Schirmherr

Mainz. Zu der Benefizveranstaltung „Konzert und Fest der Begegnung“ laden am Samstag, 27. August, auf dem Domplatz und im Mainzer Dom der Caritasverband Mainz, „KultuhrZeit am Stein“, Bad Münster, und der Verein „Armut und Gesundheit in Deutschland“ ein. Schirmherr der Veranstaltung ist der Mainzer Weihbischof Dr. Werner Guballa. Der Erlös dieses Tages kommt der medizinischen Versorgung wohnsitzloser Menschen und der Tagesbetreuung Demenzkranker zugute.

Das „Fest der Begegnung“ auf dem Domplatz in Mainz beginnt um 16.00 Uhr. In dessen Rahmen findet unter anderem ein Kochduell zwischen dem Fernsehkoch Franz Xaver Bürkle, Bad Kreuznach, und dem Chefredakteur der Mainzer „Allgemeinen Zeitung“, Klaus Beck, statt. Um 19.00 Uhr beginnt im Mainzer Dom ein Konzert mit dem Ensemble „Opera Nova“. Die Darbietungen des Ensembles mit Werner Dannemann (Gitarre und Gesang), Daniela Epple (Mezzosopran), Katharina Schwarz (Sopran) und Elke Rogge (Drehleier und Flöte) sind inspiriert von Hildegard von Bingen und Thomas von Aquin.

am (MBN)