Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 27, 13. Juli 2005
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Berichte
Katechese mit Kardinal Lehmann in Darmstadt
Wachsendes Interesse am "Missionar auf Zeit"
Rekordergebnis beim Dreikönigssingen
Projekt "Gehversuche - Friedensschritte"
Vorschau
"Tausend Kraniche für den Frieden" (13.-20.7.)
Personalien
Pater Heinz-Theo Stens OMI verstorben
Berichte
Die eiserne Ration für den Glauben
Katechese mit Kardinal Lehmann in Darmstadt-Liebfrauen
Darmstadt. Das „Vater unser“ ist die „eiserne Ration“ für den Glauben. Das sagte der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, am Sonntagabend, 10. Juli, bei einer Katechese im Pfarrzentrum von Darmstadt-Liebfrauen. Seit September 2004 hatte es unter der Überschrift „Gebet der Jugend“ in der Pfarrei Darmstadt-Liebfrauen insgesamt elf Katechesen zur Vorbereitung auf den Weltjugendtag gegeben. Im Mittelpunkt der Reihe stand die Auslegung des „Vater unser“. Kardinal Lehmann hatte die Anrede des Gebets („Vater unser“) und das abschließende „Amen“ in den Mittelpunkt seiner Katechese gestellt. Unter anderen waren auch die Weihbischöfe Dr. Werner Guballa und Dr. Ulrich Neymeyr zu Katechesen nach Darmstadt gekommen.
Lehmann wies darauf hin, dass die Gläubigen neben detailreichen theologischen Fragen stets auch nach vereinfachenden, tiefgreifenden Zusammenfassungen des Glaubens gesucht hätten, wie beispielsweise die Zehn Gebote. Das „Vater unser“ habe eine „ungeheure Bedeutung“, da es das einzige vollständige Gebet sei, dass von Jesus erhalten sei. „Es gibt in der Kirche kein Stundengebet und keine Eucharistiefeier in der das ‚Vater unser’ nicht seinen Platz hat.“ Für die frühe Kirche des zweiten Jahrhunderts gebe es Zeugnisse, dass das Gebet von den Gläubigen dreimal am Tag gebetet worden sei.
Im Alten Testament sei es „nicht selbstverständlich, dass Gott als Vater bezeichnet wird“. Gott werde vor allem in seiner Funktion als Schöpfergott Vater genannt. Gott trage aber auch mütterliche Züge im Alten Testament. Besonders sein Mitleid und seine Barmherzigkeit würden betont. „Wenn man Gott Vater nennt, muss man auch diese mütterlichen Züge sehen, gerade wenn das Vaterbild in eine falsch verstandene Autorität abgleiten könnte.“ Der Kardinal wies darauf hin, dass schlechte Erfahrungen mit dem eigenen Vater dazu führen können, dass das Bild von Gott als Vater nur schwer zugänglich sei. Diese negativen Erfahrungen könnten jedoch aufgearbeitet werden, wenn Menschen im Glauben erfahren, dass sie in Gott einen Vater finden, „bei dem sie keine Ängste haben müssen“.
„Wir wissen, dass die Jünger nicht in selber Weise wie Jesus Gott als Vater angeredet haben.“ Jesus habe das Wort „Abba“ benutzt, ein Wort aus der Kindersprache, ähnlich dem deutschen „Papa“. Wörtlich sagte Lehmann: „Jesus setzt damit eine ungeheure Nähe zu Gott voraus, die es sonst eigentlich nicht gibt. Wir Christen werden durch den Geist ermächtigt, dass wir auch so beten. Jesus hat uns hineingenommen in sein einzigartiges Verhältnis mit seinem Vater.“
Das „Amen“ am Ende des „Vater unser“ habe sich nicht nur im Griechischen und Lateinischen erhalten, sondern auch in den modernen Sprachen, sagte Lehmann. Zum einen habe es die Bedeutung „so sei es“ als Bestätigung des Gesagten. Damit bezeuge es die Zuverlässigkeit und Treue Gottes. Zum anderen sei es auch ein Name für Jesus. In der Offenbarung werde es in dieser Bedeutung gebraucht. Dort heißt es: „So spricht er, der ‚Amen’ heißt, der treue und zuverlässige Zeuge, der Anfang der Schöpfung Gottes.“ (Offb 3,14) Jesus sei damit „das Ja Gottes zur Welt“. In ihm zeige sich, wie Gott sich dem Menschen zuwende und ihn rette. „Es ist ein schöner Zug, dass das ‚Vater unser’ am Ende zu einer Person zurückkehrt. Was uns Zuversicht gibt, ist in der Person von Jesus veranschaulicht.“
tob (MBN)
Wachsendes Interesse am „Missionar auf Zeit“
Treffen von Missionaren aus dem Bistum Mainz mit Weihbischof Guballa
Mainz. Im Bistum Mainz ist ein wachsendes Interesse bei den „Missionaren auf Zeit“ zu verzeichnen. Das sagte Udo Mechlinski, Missionsdirektor im Bistum Mainz, am Dienstagabend, 12. Juli, bei einem Treffen von sieben Missionaren aus dem Bistum Mainz mit Weihbischof Dr. Werner Guballa im Erbacher Hof in Mainz. In diesem Jahr werden sieben „Missionare auf Zeit“ ihren Dienst antreten. Fünf weitere absolvieren einen Dienst in der Mission, der als Zivildienst anerkannt wird. Weltweit sind derzeit insgesamt 55 Missionare aus dem Bistum Mainz tätig. An der Begegnung nahmen unter anderen auch Domdekan Heinz Heckwolf, Leiter des Seelsorgeamtes im Bischöflichen Ordinariat, und Prälat Hermann Mayer, Bischöflicher Beauftragter für die Missionare, teil.
Insgesamt hätten bereits etwa 60 junge Leute aus dem Bistum ein Jahr als „Missionar auf Zeit“ oder als Zivildienstersatz geleistet, sagte Mechlinski. „Junge Menschen, die Erfahrungen in der Mission gesammelt haben und dann zurück in Deutschland über ihre Arbeit berichten, sind inzwischen ein wichtiger positiver Faktor geworden. Ich bin sehr froh, dass uns die Ordensgemeinschaften dabei so gut unterstützen.“
Pfarrer Günther Lendbradl berichtete von seiner Arbeit in Rondonopolis/Brasilien, wo er seit 1967 tätig ist. In dieser Zeit ist die Bevölkerung dort von etwa 25.000 Einwohnern auf 170.000 gewachsen. Arbeit bieten die teilweise sehr großen Farmen, auf denen vor allem Soja-, Baumwolle- und Zuckerrohranbau betrieben werde, außerdem Rinder- und Geflügelzucht. In der Stadt gebe es sieben Pfarreien. Zusammen mit einem „guten Laienteam“ betreut Pfarrer Lendbradl rund 20.000 Katholiken. „Ich versuche zu erreichen, dass die Gemeinde möglichst selbständig ist.“ Große Probleme bereite der Kirche der fehlende Priesternachwuchs. „Seit zehn Jahren hatten wir keine Priesterweihe mehr.“ Ein neues Projekt in der Pfarrei sei ein Haus für Obdachlose, das 60 Männern Platz bietet. Lendbradl wirkt in Rondonopolis nicht nur als Pfarrer, sondern unter anderem auch als Generalvikar, Offizial und in der Bildungsarbeit.
Schwester Hildegard Nagel von den Missionsschwestern Unserer Lieben Frau von Afrika arbeitet seit 41 Jahren in Sambia. Sie war bis vor kurzem in der Hauptstadt Lusaka in der Heim- und Krankenpflege für HIV-Infizierte tätig. „1991 haben wir mit rund 30 ehrenamtlichen Frauen aus den Kleinen Christlichen Gemeinschaften begonnen. Im Oktober 2004 habe ich das Projekt in die Hände der inzwischen 120 Ehrenamtlichen gelegt.“ Bei ihrer Arbeit habe sie vor allem gelernt, „was es heißt, Glaube und Leben zusammenzubringen“. In der Diözese gebe es inzwischen 60 Projekte für die Heim- und Krankenpflege von HIV-Infizierten. 1996 wurde auf Diözesanebene ein Koordinierungsbüro für diesen Bereich gegründet. Hildegard Nagel bedankte sich beim Bistum und vor allem ihrer Heimatgemeinde in Lampertheim für die jahrzehntelange Unterstützung ihrer Arbeit. „Das war eine große Stütze.“ Derzeit sei noch offen, welche Aufgabe sie künftig übernehmen werde.
Pater Eberhard Fuhge SJ arbeitet seit 38 Jahren in der Kutama Mission in Norton/Zimbabwe. „Es ist aufgrund der politischen Situation in Zimbabwe inzwischen äußerst schwierig in Zimbabwe zu arbeiten. Wir benötigen vor allem moralische Unterstützung.“ Als schwierig erweise sich für ihn und seine vier Mitbrüder beispielsweise die katechetische Arbeit, weil es kaum Unterrichtsmaterial gebe. Ein großes Problem sei auch die hohe Zahl der HIV-Infizierten. Etwa 24 Prozent der Bevölkerung seien betroffen. Der Priesternachwuchs in der Region sei gut.
Schwester Monika Mrosek von den Schwestern der Göttlichen Vorsehung betreut seit zwölf Jahren ein Kinderzentrum in einem Armenviertel in Santo Domingo, der Hauptstadt der Dominikanischen Republik. Dort werden Kinder ab dem dritten Lebensjahr schulisch und gesundheitlich betreut. Die Einrichtung ist inzwischen zu einer Grundschule ausgebaut worden, in der die 290 Kinder auch Mittagessen erhalten. Ein neues Projekt der Pfarrei widme sich der rasant wachsenden Drogenproblematik. Dabei werden Kindern Angebote zur Sport- und Freizeitgestaltung gemacht, um sie von Drogen fernzuhalten.
Schwester Anne-Margret Kohl von den Schwestern der Göttlichen Vorsehung ist seit 30 Jahren in Abancay/Peru, wo sie als Krankenschwester tätig war. Außerdem hat ihre Gemeinschaft dort ein Noviziat gegründet, mit derzeit rund 70 peruanischen Schwestern. Auch beim Priesternachwuchs gebe es in ihrer Region keine Probleme. Etwa 70 Seminaristen bereiteten sich auf die Weihe vor. Seit ihrer Pensionierung vor drei Jahren engagiert sich Schwester Anne-Margret Kohl vor allem in der Arbeit mit Körperbehinderten. Ziel der Werkstatt und des Rehabilitationszentrums seien vor allem Hilfe zur Selbsthilfe.
Schwester Ulrika Fettel von den Schwestern der Göttlichen Vorsehung hat vor einem Jahr ihre neue Aufgabe in Olesno/Polen angetreten. „Wir leben derzeit noch aus dem Koffer, weil unser Haus noch nicht fertig ist.“ Die genaue Aufgabe ihrer Gemeinschaft in der Gemeinde der Diözese Oppeln stehe deswegen bislang noch nicht fest, möglicherweise werde ein Schwerpunkt im Jugendbereich und der Hospizarbeit liegen. Bruder Alois Blatz von den Weißen Vätern wird im September eine neue Aufgabe in der Demokratischen Republik Kongo in Afrika übernehmen. Zuvor war er unter anderem in Mali, im Tschad und in Tansania tätig.
tob (MBN)
Sternsinger sammelten 47,5 Millionen Euro für Kinder in Not
Rekordergebnis mit über 1,5 Millionen Euro auch im Bistum Mainz
Aachen/Düsseldorf/Mainz. Mit 47,5 Millionen Euro haben die Sternsinger bei der diesjährigen Aktion Dreikönigssingen erneut ein Rekordergebnis erzielt. Im letzten Jahr waren 34,3 Millionen Euro für Kinder in Not zusammen gekommen. Auch im Bistum Mainz ist das Spendenergebnis in diesem Jahr wieder gestiegen: Die 352 Sternsingergruppen des Bistums haben insgesamt über 1,5 Millionen Euro gesammelt. Im Jahr 2004 lag das Ergebnis im Bistum Mainz bei rund 1,1 Millionen Euro.
Die Steigerung wird von den Verantwortlichen der Aktion Dreikönigssingen, das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ), auf das besonders große Engagement der Sternsinger und die Spendenbereitschaft im Zusammenhang mit der Flutkatastrophe in Südasien zurückgeführt. Unter dem Motto: „Kinder haben eine Stimme“ waren in ganz Deutschland rund 500.000 Sternsinger in ihren Gemeinden unterwegs, um für Kinder in Afrika, Lateinamerika, Asien, Ozeanien und Osteuropa zu sammeln. Mit dem Erlös werden weit über 3.000 Projekte für Kinder in Not unterstützt.
tob (MBN)
Projekt „Gehversuche-Friedensschritte“
Dreiwöchiger Einsatz von Zivildienstleistenden in zwei serbischen Flüchtlingslagern
Mainz. In diesem Jahr werden vierzehn derzeitige und ehemalige Zivildienstleistende zu einem knapp dreiwöchigen Einsatz in zwei Flüchtlingslagern in Serbien aufbrechen. Die Zivis werden am Sonntag, 31. Juli, im Rahmen des Projektes „Gehversuche Friedensschritte“ in die Flüchtlingslager Cardak und Petrovac, 90 Kilometer bzw. 120 Kilometer von Belgrad entfernt, reisen. Die Teilnehmer kommen aus den Diözesen Mainz, Limburg und Trier sowie aus Hameln, Esslingen, Marktheidenfeld. Die Gruppe wird am 20. August wieder in Mainz zurück erwartet. Zur Finanzierung ist das Projekt auf Spenden angewiesen.
Organisiert wird das Projekt „Gehversuche Friedensschritte“ seit 1994 von den Zivildienstseelsorgern der Diözesen Limburg, Mainz und Trier mit Einsätzen von Zivildienstleistenden in kroatischen (1994 und 1996), bosnischen (1997-1999) und serbischen (2001, 2003 und 2004) Flüchtlingslagern. Als Kooperationspartner arbeiten die Zivildienstseelsorgestellen der Bistümer mit der katholischen Friedensbewegung Pax Christi und der serbischen Nicht-Regierungsorganisation „Zdravo da ste“ („dass es Dir gut gehe“) zusammen, um eine gute Einbindung der Einsätze in eine fundierte und bewährte Arbeit vor Ort zu gewährleisten.
Die Verantwortlichen verstehen den Einsatz der Zivildienstleistenden als ein Zeichen der Aussöhnung: aus dem gleichen Land, das den Zweiten Weltkrieg begann, der auch im ehemaligen Jugoslawien Hunderttausende Menschenleben forderte, kommen junge Helfer, um das Leben der Ärmsten in der serbischen Gesellschaft für eine gewisse Zeit zu teilen. Sie möchten auch deutlich machen, dass nach den Kriegen in Ex-Jugoslawien, in denen Hunderttausende Menschen ihre Heimat verloren, die Opfer nicht vergessen sind. Allein in Serbien leben noch immer 540.000 Flüchtlinge aus Slawonien, der Krajina, Bosnien und dem Kosovo.
Fünf Tage intensiver Vorbereitung auf den Einsatz haben die Zivis über Christi Himmelfahrt absolviert. Im Selbstverpflegerhaus „Mühle Regenbogen“ in Ober-Ramstadt wurden sie intensiv mit ihren Aufgaben vertraut gemacht. Sie lernten die historischen und politischen Hintergründe der Konflikte auf dem Balkan kennen, bekamen eine erste Unterweisung in serbischer Sprache und beschäftigten sich intensiv mit ihrer Rolle als Freiwillige in einem heiklen und spannungsreichen Umfeld. In intensiven Rollenspielen wurden für den Alltag typische und oft belastende Situationen durchgearbeitet. Die Freiwilligen haben dabei außerdem ihre Aktionen mit den Kindern und Jugendlichen in den serbischen Flüchtlingslagern geplant, unter anderem Ballspiele, Malen, Ausflüge, Lagerolympiade, Sprachunterricht (englisch), Instrumentenbau. Geleitet wurde das Seminar von fünf ehemaligen Zivis, die nun als Leiter des neuen Einsatzes tätig sein werden.
Neben dem Wunsch, ein Zeichen der Solidarität zu geben, stellt der Einsatz die Entscheidung der Zivildienstleistenden, den Kriegsdienst verweigert zu haben, auf den Prüfstand. Bis zur Abreise stehen noch intensives Sprachtraining, vor allem aber Öffentlichkeitsarbeit und Spendenwerbung an, denn die Reise, der Einsatz und die Hilfe vor Ort müssen auch aus Spendengeldern finanziert werden. Die Zivildienstleistenden wollen in erster Linie jedoch nicht als materielle Helfer auftreten, sondern als Menschen, die den Flüchtlingen ihre Zeit schenken und sich auf die Begegnung mit ihnen freuen.
Das Lager Petrovac ist eine ehemalige Armeekaserne am Rande der rund 12.000 Einwohner zählenden Stadt Petrovac an der Mlava. Hier leben etwa 290 Flüchtlinge, davon 45 Kinder bis 15 Jahre. Im Lager leben sehr viele alte Menschen. Die meisten Flüchtlinge sind 1995 aus Kroatien geflohen, als die kroatische Armee rund 200.000 serbische Frauen und Männer vertrieben hatte. Die Gebäude sind in sehr schlechtem Zustand. Durch die Organisation CARE wurden Gärten angelegt, die durch die Flüchtlinge bepflanzt werden. Außerdem gibt es eine kleine Hühner- und Schweinezucht. Im Lager gibt es einen Asphalt-Platz mit einem Fussball-, einem Basketball und einem Volleyballfeld. Ein- bis zweimal pro Woche wird Kinderbetreuung angeboten. Die Isolation ist geringer als in Cardak, da die Leute in die Stadt gehen können. Es haben sich Freundschaften zwischen Kindern aus der Stadt und dem Lager ergeben.
Das Lager Cardak liegt einsam in einem großen Waldgebiet, sieben Kilometer von der nächsten Ortschaft und 20 Kilometer von der nächsten Busanbindung in Kovin entfernt. Die sieben Steinhäuser und drei Holzhausreihen bildeten vor dem Krieg eine Feriensiedlung für Jugendliche, wo Sport- und Naturbeobachtungskurse durchgeführt wurden. Jetzt leben hier 462 Flüchtlinge, alles geflohene Serben, von denen die meisten 1991 und 1995 aus Kroatien vertrieben wurden. Hinzu kamen Mitte der 1990er Jahre etwa 40 bosnische Serben, und 1999 kamen schließlich etwa 60 aus dem Kosovo geflohene Serben hinzu. Die isolierte Lage führt dazu, dass so gut wie kein Flüchtling Arbeit und damit wenigstens eine geringe Einkommensquelle hat. Verpflegt werden die Flüchtlinge durch die Großküche der Siedlung: dreimal täglich steht ein Mitglied jeder Familie an, um Brot und andere Grundnahrungsmittel entgegenzunehmen.
Hinweise:
- Weitere Informationen bei Wolfgang Rieke, Referat Zivildienstseelsorge, Tel.: 06131/253-592, E-mail: zivildienstseelsorge@bistum-mainz.de oder Alois Bauer, Referat Gerechtigkeit und Frieden, Tel.: 06131/253-263, E-mail: frieden@bistum-mainz.de
- Spenden werden erbeten auf folgendes Konto: Stichwort „Zivis für Serbien“, Empfänger Pax Christi, Bad Vilbel, Pax Bank Mainz, Konto 4000 569 017, BLZ 551 601 95 (Spendenbescheinigung wird erteilt)
wr (MBN)
Vorschau
Tausend Kraniche für den Frieden (13.-20.7.)
Aktion vor der Ruine der Christofskirche in Mainz
Mainz. Im Rahmen der Ausstellung „Frieden braucht Fachleute“ werden kolumbianische Gäste des Weltladens Unterwegs in Mainz von Mittwoch, 13., bis Sonntag, 17. Juli, im Rahmen der Aktion „Tausend Kraniche für den Frieden - „Semba Zuru“ tausend Papierkraniche vor der Ruine der Christofskirche in Mainz falten. Sie unterstützen damit eine von dem kolumbianischen Pantomimekünstler Elkinmimo initiierte Aktion, der auf diese Weise seinen Protest gegen jede Art von Atomversuchen zum Ausdruck bringen will. Der Pantomimekünstler Elkinmimo wird von Sonntag, 17. Juli, bis Mittwoch, 20. Juli, jeweils um 19.00 Uhr mit einer Performance auftreten.
Drei Tage lang werden Kraniche gefaltet, morgens in einer Workshopatmosphäre, bei der jeder mitmachen kann. Nachmittags in einem Ritual der Stille. Die Workshops finden statt von 13. bis 15. Juli, jeweils von 9.00 bis 12.00 Uhr und vom 17. bis 20. Juli, jeweils von 17.00 bis 19.00 Uhr. Bei Interesse von größeren Gruppen wird um Anmeldung gebeten. Die tausend Kraniche werden am Samstag, 16. Juli, aufgehängt. Die Installation ist bis Montag, 20. Juli, zu sehen.
Hinweis: Veranstalter ist der Weltladen Unterwegs, Tel.: 06131/226943.
tob (MBN)
Personalien
Heinz-Theo Stens verstorben
Der Oblatenpater war von 1998 bis 2002 Missio-Referent im Bistum Mainz
Frankfurt/Bingen. Pater Heinz-Theo Stens OMI ist am Samstag, 9. Juli, in Frankfurt im Alter von 70 Jahren verstorben. Der Oblatenpater war unter anderem von 1998 bis 2002 Missio-Referent im Bistum Mainz. Das Sterbeamt für Pater Stens findet am Freitag, 15. Juli, um 10.00 Uhr am Außenaltar der Rochuskapelle in Bingen statt. Auf dem dortigen Klosterfriedhof wird er seine letzte Ruhestätte finden.
Heinz-Theo Stens wurde am 9. Februar 1935 in Grevenbrück im Sauerland als ältestes von sechs Kindern einer Landwirtsfamilie geboren. Nach dem Abitur in Borken studierte er Philosophie und Theologie in Münster in Westfalen und in der Ordenshochschule der Oblaten in Hünfeld, wo er 1964 zum Priester geweiht wurde. Zunächst war er als Kaplan der Pfarrgemeinde St. Hedwig in Kulmbach in Oberfranken tätig. Von 1970 bis 1985 wirkte Stens, der auch eine Weiterbildung in Jugendpsychologie absolviert hatte, als Religionslehrer am St. Bernhard-Gymnasium in Schiefbahn bei Düsseldorf. Daneben arbeitete er 13 Jahre lang als Campingseelsorger für das Erzbistum Köln (1972-1985). Anschließend leitete er zwei Jahre das Bildungshaus der Oblaten in Hünfeld.
Seine Ordensgemeinschaft wählte ihn 1987 zum Provinzial der Deutschen Ordensprovinz mit Sitz in Mainz (1987-1993). Im Oktober 1993 übernahm er eine Aufgabe in Namibia. Hier engagierte er sich beim Wiederaufbau einer Gemeinde in Windhoek, deren Mitglieder 1960 umgesiedelt worden waren. Daneben war er im Auftrag der namibischen Bischöfe Leiter der Zentralstelle für soziale Kommunikation und Information. Zusätzlich hielt er für den Theologennachwuchs verschiedener Ordensgemeinschaften in Windhoek Vorlesungen in Kirchengeschichte. Nach seiner Tätigkeit als Missio-Referent des Bistums Mainz wirkte er ab dem Jahr 2002 im Dekanat Bingen, vor allem in der Pfarrgemeinde Bingen-Büdesheim.
tob (MBN)