Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 11, 23. März 2005
Bischöfliche Pressestelle Mainz, Leiter: Tobias Blum, Bischofsplatz 2, 55116 Mainz
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Berichte
Missa Chrismatis mit Kardinal Lehmann
Ökumenisches Projekt in der GFA Ingelheim
Bilanz der Rheinland-Pfalz-Ausstellung
Neuwahlen bei der DPSG
Diözesankonferenz der KJG
Aktion „Autofasten“ ist beendet
Gemeinden aus Mainz und Dijon tauschen Osterkerzen
Neuer Name für Mainzer Sozialstation
Vortrag zum Thema „Integration“
Fachtagung zum Thema „Geschlechtergerechtigkeit“
Vorschau
Alternativer Stadtgang am Karfreitag (25.3.)
Ostergottesdienste im Mainzer Dom
Personalien
Pater Wilfried Wanjek neuer Provinzial der Karmeliter
Stichwort
Berichte
„Leben kreuzen – durchkreuztes Leben“
Weihe der heiligen Öle im Mainzer Dom mit Kardinal Karl Lehmann
Mainz. „Die Krankensalbung zeigt uns, dass Jesus zu all den Orten gekommen ist, wo gelitten wird oder wo ein Lebensweg zu Ende geht. Dies schenkt uns neue Zuversicht.“ Das sagte der Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann, zu Beginn der Ölweihmesse („Missa Chrismatis“) am Montag der Karwoche, 21. März, im Mainzer Dom. Der Kardinal feierte den Gottesdienst, der unter dem Leitwort „Leben kreuzen – durchkreuztes Leben“ stand, mit mehreren Dekanen aus dem Bistum Mainz.
Bei der Missa Chrismatis stand in diesem Jahr thematisch die Krankensalbung im Mittelpunkt. Der Bischof weiht traditionsgemäß an diesem Tag das Katechumenenöl (mit dem der Täufling gesalbt wird), das Krankenöl (zur Spendung der Krankensalbung) und das Chrisam (das bei der Spendung des Firmsakramentes und der Priesterweihe Verwendung findet). An der Ölweihmesse nahmen rund 1.000 Gläubige aus dem ganzen Bistum teil, unter ihnen viele Jugendliche aus Firmgruppen. Am Ende des Gottesdienstes nahmen die Vertreter der Dekanate die heiligen Öle in Empfang, um sie in die Pfarrgemeinden mitzunehmen. Vor dem Gottesdienst hatten rund 250 Firmbewerber an einer Begegnung teilgenommen, in deren Verlauf sie sich mit dem Thema des Gottesdienstes auseinandersetzten.
In seiner Predigt betonte Kardinal Lehmann, dass jeder, der bei Taufe oder Firmung gesalbt werde, den Geist Gottes empfange und zu einem „königlichen Menschen“ werde. Dies bedeute, sich frei und unabhängig für die Botschaft Christi einzusetzen und sie an andere weiterzugeben. Die Krankensalbung gehe auf Jesus selbst zurück, sagte Lehmann, der die Christen aufgefordert habe, zu den Gefangenen zu gehen und die Kranken zu salben. Im Symbol des Öles komme Gottes Wort zu den Menschen, um sie zu stärken und zu heilen.
An der Messe nahmen auch die Weihbischöfe Werner Guballa und Ulrich Neymeyr sowie Generalvikar Prälat Dietmar Giebelmann sowie die Mitglieder des Domkapitels teil. Musikalisch wurde der Gottesdienst vom Mädchenchor am Dom und St. Quintin und der Offenbacher Band „Soul Saviours“ gestaltet.
Das Öl – Urelement der christlichen Liturgie
Öl, gewonnen aus der Frucht des Ölbaums, gehört zu den Urelementen der christlichen Liturgie – es versinnbildlicht den heiligen Geist Gottes. Chrisam, das aus einer Mischung aus Pflanzenöl und Duftstoffen besteht, ist das wichtigste und am meisten verwendete der heiligen Öle: Mit Chrisam werden die Scheitel der Neugetauften, die Stirn der Firmlinge, die Hände eines neugeweihten Priesters und das Haupt eines neugeweihten Bischofs gesalbt. Bei einer Kirch- oder Altarweihe salbt man auch die Wände der Kirche und den Altar mit Chrisam.
am (MBN)
Ökumenisches Projekt in der GFA Ingelheim
Caritas und Diakonie legen Bericht über zweieinhalbjähriges Engagement vor
Mainz. Bei der Vorstellung des Berichts „Zweieinhalb Jahre ökumenisches Projekt in der Abschiebungshaft in Ingelheim“ haben Vertreter des Caritasverbandes der Diözese Mainz und des Diakonischen Werkes Hessen-Nassau betont, dass man trotz angespannter Finanzlage die Arbeit in der Gewahrsamseinrichtung für Ausreisepflichtige (GFA) weiter fortsetzen wolle. Die Vorstellung des Berichtes fand am Donnerstag, 17. März, in den Räumen des Caritasverbandes des Bistums Mainz statt.
Die beiden kirchlichen Wohlfahrtsverbände bieten gemeinsam in der GFA neben der unabhängigen Beratung durch eine hauptamtliche Mitarbeiterin einmal wöchentlich eine kostenlose Rechtsberatung durch Rechtsanwälte an, die im Asyl- und Ausländerrecht erfahren sind. Darüber hinaus stellen Caritas und Diakonie einen Rechtshilfefonds bereit, damit auch inhaftierte Personen, die nicht über entsprechende Geldmittel verfügen, Haftbeschwerde einlegen können.
Diözesancaritasdirektor Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt und Pfarrer Wolfgang Gern, Vorstandsvorsitzender des Diakonischen Werks in Hessen und Nassau, nannten in diesem Zusammenhang besonders das Engagement der haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden, der Dolmetscherinnen und Dolmetscher und der Rechtsanwälte vorbildlich. Ohne dieses Engagement wäre vieles nicht leistbar.
Dass die Arbeit auch von staatlicher Seite geschätzt werde, zeige sich daran, dass das Land dem ökumenischen Projekt und den Ehrenamtlichen einen Beratungsraum sowie die nötige Infrastruktur kostenlos zur Verfügung stelle, sagten Eberhardt und Gern. Zugleich werde es künftig aber auch darum gehen müssen, weitere Partner zu finden, die diese Arbeit mitfinanzierten. Analog zur Praxis in Nordrhein-Westfalen, wo Rechtsberatung in den Abschiebungshaftanstalten mit Landesmitteln finanziert werde, sollten die entsprechenden Kosten auch in Rheinland-Pfalz durch das Land getragen werden, appellierten die Vertreter von Diakonie und Caritas: „Hier geht es um die glaubwürdige Umsetzung unseres Rechtsstaatsprinzips in einem hoch sensiblen Bereich, und dessen Schutz sollte auch durch öffentliche Gelder sichergestellt werden.“
Die Erfahrung in Ingelheim zeige, dass Abschiebungshaft häufig zu schnell und ohne ausreichende Begründung angeordnet werde. So seien im Jahr 2004 von 80 inhaftierten Personen, die durch den Rechtshilfefonds unterstützt und von Rechtsanwälten aus dem ökumenischen Projekt vertreten wurden, 33 Personen aus der Haft entlassen worden. Bei 13 Personen sei das Verfahren noch anhängig.
Die GFA in Ingelheim existiert seit Mai 2001. Sie hat 152 Haftplätze, zurzeit sind etwa 90 Männer dort inhaftiert. Wenn demnächst die zweite rheinland-pfälzische GFA in Zweibrücken-Birkhausen geschlossen wird, werden auch Frauen nach Ingelheim kommen. Caritas und Diakonie setzen sich seit Jahren dafür ein, dass Abschiebungshaft nur als ultima ratio angewandt wird und in der Dauer drei Monate nicht überschreiten soll. Sie plädieren entschieden dafür, weniger Abschiebungshaft anzuordnen.
Hinweis: Der Bericht „Zweieinhalb Jahre ökumenisches Projekt in der Abschiebungshaft in Ingelheim“ kann beim Caritasverband für die Diözese Mainz e.V., Holzhofstr. 8, 55116 Mainz, Telefon: 06131/2826280 oder beim Diakonischen Werk in Hessen und Nassau, Landesgeschäftsstelle, Ederstraße 12, 60486 Frankfurt am Main, Telefon: 069/7947300 angefordert werden.
am (MBN)
Den Weltjugendtag ins Gespräch gebracht
Stand des Bistums Mainz auf der Rheinland-Pfalz-Ausstellung
Mainz. Die Aufmerksamkeit für den Weltjugendtag 2005 in Deutschland hat durch die Rheinland-Pfalz-Ausstellung in Mainz (12.-20. März) einen kräftigen Schub erhalten. Der Dezernent für Jugendseelsorge, Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr, der am Samstagnachmittag, 19. März, Gesprächspartner am Bistumsstand war, erklärte, dass erstaunlich viele Besucher, Katholiken wie Nichtkatholiken, noch nichts von diesem kirchlichen Großereignis im August dieses Jahres in Deutschland gehört hatten. Deshalb habe er sich gefreut, dass bei der Rheinland-Pfalz-Ausstellung die Möglichkeit gegeben war, eine größere Öffentlichkeit darüber zu informieren.
Zwei Jugendliche teilten dem Weihbischof mit, dass sie sich bereits zum Weltjugendtag angemeldet haben. Sehr groß sei die Zahl derer gewesen, die mehr darüber wissen wollten, berichtete Neymeyr. Ähnliche Erfahrungen machten die Verantwortlichen für die Öffentlichkeitsarbeit im Bischöflichen Ordinariat Mainz, Thomas Klumb und Susanne Metzger-Rehn, die den Stand konzipiert hatten, und, unterstützt von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, an allen Ausstellungstagen präsent waren. Der Slogan „Die Welt zu Gast im Bistum Mainz“ machte plakativ darauf aufmerksam, dass unmittelbar vor der zentralen Weltjugendtagsveranstaltung in Köln (16.-21. August) mehrtägige Begegnungen mit Jugendlichen aus aller Welt in den einzelnen Bistümern stattfinden.
Publikumsmagnet am Bistumsstand war ein Geschicklichkeitsspiel mit einem Globus, der unterhalb eines Magneten in eine frei schwebende Position gebracht werden musste. Es sei deutlich zu spüren gewesen, wie Klumb in einer Bilanz am Schlusstag feststellte, dass das Geschicklichkeitsspiel als „niederschwelliger Reiz“ die Besucher anlockte und ihr Interesse für nähere Informationen weckte. Dieses interaktive Konzept kam auch bei der Informationsreise zu zentralen Brennpunkten von Weltjugendtagen am Bistumsstand zum Tragen, berichtete Metzger-Rehn. Neben dem „großen Renner, die Weltkugel ins Gleichgewicht zu bringen“, konnten die Besucher bei einem Rundgang durch den weiträumigen Bistumsstand in einer Säule zum Beispiel das australische Symboltier Koala-Bär entdecken. Es wird spekuliert, dass Sydney als Ort für ein nächstes Weltjugendtagstreffen ausersehen ist. Weitere Entdeckungen der kleinen Weltreise waren unter anderem Weihrauchduft in Jerusalem, eine Ikone mit Klängen orthodoxer Liturgie in Kiew oder ein Kick-Fußballspiel in Brasilien. Für die Weltjugendtags-Lotterie wurden am Bistumsstand mehr als 250 Lose verkauft.
Weihbischof Dr. Werner Guballa erklärte auf die Frage, warum das Bistum diesen Stand eingerichtet habe: „Mir gefällt es, dass die Kirche auf dieser Messe präsent ist. Wir wollen da sein, wo die Menschen sind und offen auf sie zugehen.“ Diese Offenheit wurde dadurch deutlich, dass der Stand nach drei Seiten offen war, erläuterte Metzger-Rehn. Zugleich könne man hier sehen, „dass wir Kirche sind“, unterstrich sie und verwies auf das 2,50 mal 2,00 Meter große Acrylkreuz am Stand. „Kirche hat mit Glauben zu tun und Glaube mit dem Kreuz.“
Sk (MBN)
Neuwahlen bei der DPSG
Sabine Eberle ist neue Diözesanvorsitzende, Bernd Eichler neuer Diözesankurat
Gernsheim. Sabine Eberle (28), Langen, ist neue Diözesanvorsitzende der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG) im Bistum Mainz. Die Gemeindereferentin tritt die Nachfolge von Kerstin Fuchs an, die sechs Jahre lang Diözesanvorsitzende war. Als neuer DPSG-Diözesankurat wurde Pfarrer Bernd Eichler (50), Flörsheim-Dalsheim und Mölsheim, gewählt. Die Wahlen fanden bei der Diözesanversammlung der DPSG Ende Februar in Gernsheim statt. Neben Eberle arbeitet Roland Auer, Einhausen, weiterhin als zweiter Diözesanvorsitzender der DPSG.
Anlässlich der Diözesanversammlung wurde auch die Leiterausbildung neu geregelt. So wird in Zukunft das Modul „Leiter als Person“ mit den Themen „Identität“, „Teamarbeit“ oder „Spirituelle Kompetenz“ von den einzelnen Bezirken organisiert. Die Diözese ist für ein zweites Modul mit den Themen „Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen“ und „Geschlechtsbewusste Arbeit“ verantwortlich. Neu gestartet ist auch der neue Internetauftritt des Diözesanverbandes der DPSG Mainz www.dpsg-mainz.de. Die Homepage soll zukünftig das zentrale Kommunikations- und Informationsmedium sein. Hingewiesen wurde auch auf das internationale Zeltlager des Bundesverbandes der DPSG beim Weltjugendtag im August in Köln. Auf den Düsseldorfer Rheinwiesen werden rund 7.500 Pfadfinder aus der ganzen Welt erwartet.
am (MBN)
KJG-Diözesankonferenz
Kathrin Sonnabend und Michael Ziegler neu in die Leitung gewählt
Mainz. Kathrin Sonnabend, Bensheim, und Michael Ziegler, Bürstadt, heißen die neuen Mitglieder in der Diözesanleitung der Katholischen Jungen Gemeinde (KJG) im Bistum Mainz. Sie wurden mit Astrid Hofmann, Bensheim, und Pfarrer Thorsten Geiß, Klein-Winternheim, die beide in ihren Ämtern bestätigt wurden, auf der Diözesankonferenz Anfang März im Mainzer Jugendhaus Don Bosco in das Leitungsteam des Jugendverbandes gewählt.
Weiteres Thema der rund 45 Delegierten aus den Dekanaten und Bezirken des Bistums war die Neukonzeption von Großveranstaltungen, die zukünftig sowohl Kinder und Jugendliche als auch junge Erwachsene ansprechen sollen. Aus diesem Grund wählte die Diözesankonferenz ein Großveranstaltungsteam. Es steht unter der Leitung von Lena Altherr, Mainz, und soll Kontinuität in die Planung und Durchführung von Großveranstaltungen bringen. Zudem setzten sich die Delegierten mit dem Thema „Mitbestimmung und Mitwirkung“ auseinander. Dabei wurde in Kleingruppen über demokratisches Verhalteen in Gruppenstunden, Zeltlagern, Leitungsrunden und im Vorstand diskutiert.
am (MBN)
„Autofasten“ ist beendet
1.763 Frauen und Männer haben sich an der Aktion beteiligt
Mainz. Die Aktion „Autofasten“ ist beendet. Insgesamt beteiligten sich an der Aktion 1.763 Männer und Frauen aus Deutschland und Luxemburg. Im Bereich des Rhein-Nahe Verkehrsverbundes (RNN), der den rheinland-pfälzischen Teil des Bistums Mainz abdeckt, nahmen 239 Personen am Autofasten teil. Dies wurde am Dienstag, 15. März, bei einem Auswertungstreffen in Mainz vor Journalisten bekannt gegeben. Zu der Aktion aufgerufen hatten die Bistümer Trier, Mainz und Limburg sowie die Evangelischen Kirchen im Rheinland, in Hessen-Nassau und in der Pfalz; erstmals beteiligten sich auch die katholische und evangelische Kirche in Luxemburg.
2005 fand die Aktion zum achten Mal statt; bisher beteiligten sich insgesamt 7.135 Frauen und Männer. Im Laufe der Aktion waren die Teilnehmer aufgerufen, ihr Auto möglichst oft stehen zu lassen und stattdessen die Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs zu nutzen, öfter zu Fuß zu gehen, das Fahrrad zu nehmen oder ihre Autofahrten spritsparend zu organisieren.
am (MBN)
Zeichen der Verbundenheit
Austausch von Osterkerzen zwischen Gemeinden aus Mainz und Dijon
Mainz. Auch in diesem Jahr haben die beiden Pfarreien St. Bernhard in Mainz-Bretzenheim und Saint Bernard in Dijon (Burgund) in einem feierlichen Gottesdienst Mitte März Osterkerzen ausgetauscht. Außerdem wurden als weiteres Zeichen der Verbundenheit an alle Gottesdienstteilnehmer in der Pfarrei Saint Bernard kleine Kerzen verteilt. Die Tradition des Osterkerzentausches besteht zwischen den Gemeinden bereits seit über zehn Jahren. Auch in das über 900 Jahre alte Zisterzienserkloster Cîteaux brachten Vertreter der Mainzer Pfarrei eine Kerze. Seit 1992 verbindet die Pfarrei St. Bernhard eine enge Freundschaft mit dem französischen Kloster; die Kerze wurde an die Äbte des Klosters, Dom Olivier und Dom Loys, übergeben.
Zudem traf sich die Mainzer Gruppe mit dem Erzbischof von Dijon, Roland Minnerath. Minnerath hatte anlässlich eines Gottesdienstes am 27. Februar im Mainzer Dom mit dem Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann, Osterkerzen getauscht. Die Partnerschaft zwischen dem Bistum Dijon und Mainz entstand im Zuge der Partnerschaft zwischen Rheinland-Pfalz und Burgund, die seit 1962 besteht.
am (MBN)
Neuer Name für Sozialstation
„St. Martin“ heißt das neue Domizil des Caritasverbands Mainz
Mainz. Die Sozialstation „Am Dom“ des Caritasverbandes Mainz trägt seit kurzem den Namen „St. Martin“. Dies wurde am Donnerstag, 17. März, in Mainz vor Journalisten bekannt gegeben. Ursprünglich unmittelbar am Mainzer Dom angesiedelt, ist die Sozialstation nach zwei Umzügen nun unter der neuen Adresse Jägerstraße 37 zu finden. Jetzt stehe sie unter dem Namen des Schutzpatrons des Mainzer Doms, erläuterte Diakon Hans Bollemann, Vorsitzender des Kuratoriums der Sozialstation.
Der Mainzer Caritasdirektor, Paul Rupp, betonte, dass der Standort Jägerstraße verkehrsmäßig mitten im Einzugsgebiet Altstadt – Oberstadt – Hechtsheim – Weisenau liege, was kürzere Wege zu den Patienten garantiere. Ein barrierefreier Zugang mache es Rollstuhlfahrern und Menschen mit Gehhilfen zudem einfacher, die Sozialstation aufzusuchen.
Die Jägerstraße 37 diente zuvor 70 Schwestern als Wohnheim. Nach dem Einzug der Sozialstation waren die Anwohner besorgt, dass es zu Lärmbelästigungen und Parkplatznot kommen könnte. Paul Rupp bezeichnete die derzeitige Verkehrsbelastung allerdings als überschaubar. Die Station verfügt über sechs Parkplätze für die in der Station tätigen Mitarbeiter. In einem Brief wurde den Nachbarn die neue Situation erläutert und das Mitarbeiterteam vorgestellt.
as/am (MBN)
„Toleranz meint inhaltliche Auseinandersetzung“
Vortrag zum Thema „Integration ausländischer Mitbürger“ von Bernhard Nacke
Mainz. „Aktive Toleranz meint eine inhaltliche Auseinandersetzung mit anderen Kulturen und Religionen. Sie beinhaltet aber auch, sich seiner eigenen Position bewusst zu sein.“ Das sagte Ordinariatsdirektor Bernhard Nacke, Leiter des Katholischen Büros in Mainz, anlässlich eines Vortrags beim CDU-Kreisparteitag in Mainz-Weisenau am Samstag, 12. März. Nacke sprach zum Thema „Integration der ausländischen Mitbürger – wie schaffen wir es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken?“.
Weiter sagte Nacke, dass das Bewusstsein über die eigene Position zwar Unterschiede deutlich mache, gleichzeitig aber auch Verbindendes. „In einem intensiven Ringen um Toleranz und die Grenzen der Toleranz zeigen sich Spielräume, die eine Gemeinschaft benötigt, wenn sie den gesellschaftlichen Zusammenhang stärken will“, hob er hervor. Man dürfe Toleranz gegenüber anderen Religionen und Kulturen allerdings nicht verwechseln mit einer „oberflächlichen Akzeptanz anderer Vorstellungen, Verhaltensweisen und Überzeugungen“, betonte Nacke.
am (MBN)
Frauen in Leitungsfunktionen fördern
Fachtagung der Deutschen Bischofskonferenz in München
München. Immer mehr Frauen arbeiten innerhalb der katholischen Kirche in verantwortlichen Positionen. Wie kann die Beteiligung von Frauen an Spitzenpositionen weiter gestärkt werden? Welche Rolle spielt dabei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf? Welchen Einfluss hat der Wandel im Selbstverständnis der Geschlechter auf Theologie und Kirche und wie berühren Gender-Theorien das christliche Menschenbild? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der zweitägigen Fachtagung „Geschlechtergerechtigkeit in Beruf und Familie für Frauen in verantwortlichen Positionen in der Kirche“, zu der die Unterkommission „Frauen in Kirche und Gesellschaft“ der Pastoralkommission der Deutschen Bischofskonferenz am 17. und 18. März nach München eingeladen hatte.
Professorin Hanna Barbara Gerl-Falkovitz (Dresden) und Professorin Saskia Wendel (Tilburg) setzten sich unter philosophischen und anthropologischen Gesichtspunkten kritisch mit der so genannten Gender-Theorie auseinander. Beide teilten die Kritik an einem einseitigen und extremen Gebrauch des Gender-Begriffs in radikalkonstruktivistischen Ansätzen. Besonders problematisiert wurden unter anderem Tendenzen der „Leibvergessenheit“ und der Vernachlässigung von Einmaligkeit und Freiheit des einzelnen Ichs in solchen Theorien. Gleichzeitig betonten beide, dass zwischen Gender-Theorie und dem Instrument des gender-mainstreaming unterschieden werden müsse. Wendel wies zudem ausdrücklich auf die Chancen eines kritisch-konstruktiven Gebrauchs des Begriffs „gender“ und des „gender-mainstreaming“ auch für die Praxis in der Kirche hin.
Elisabeth Rathgeb (Innsbruck) berichtete von ihren Erfahrungen als erste Seelsorgeamtsleiterin in einer österreichischen Diözese. Sie ermutigte Frauen, selbstbewusst ihre Potenziale auch in Führungspositionen in der Kirche einzubringen. An die Bischöfe appellierte sie, die Kompetenzen von Frauen offensiver für Leitungsaufgaben zu nutzen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stand im Mittelpunkt des Referats von Eva-Maria Welskop-Deffaa, Leiterin des Referats „Wirtschaft und Gesellschaft“ des Zentralkomitees der deutschen Katholiken. Die partnerschaftliche Aufteilung von Fürsorge und Erwerbsarbeit zwischen Männern und Frauen werde sowohl durch Strukturen im Sozial- und Familienrecht als auch durch Bedingungen in den Betrieben erschwert. An die Kirche appellierte Welskop-Deffaa, ihre Lobbyistenfunktion für Familie im eigenen Handeln als Arbeitgeber glaubwürdig zu untermauern.
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, beschäftigte sich in seinem Referat „Theologie und Genderfragen“ mit den Voraussetzungen und Konsequenzen der Gender-Theorien. Er versuchte den Gender-Begriff zu klären und zeigte vor allem bei zwei namhafteren Vertreterinnen (Judith Butler, Luce Irigaray) die verschiedene Verhältnisbestimmung zwischen dem so genannten biologischen und dem „sozialen“ Geschlecht auf. Bei aller Gemeinsamkeit im Ansatz komme es doch zu sehr verschiedenen Positionen im Blick auf die Existenz eines naturhaft-biologischen Geschlechts. Hier setze die philosophische und anthropologische Kritik an diesen Theorien an.
Diese Positionen, die auch innerhalb des Feminismus zu harter Kritik führten, würden sich selbst keinen Gefallen tun, wenn sie eine Realität jenseits der Sprache und die Existenz eines autonomen handlungsfähigen Subjekts abstreiten. Auch im neueren Feminismus sei eine kritische Aufwertung der Leiblichkeit zu beobachten, die davon überzeugt ist, dass sich Natur nicht einfach in Kultur, Biologie nicht einfach in Soziologie auflöse. Zudem habe die Egalitarismuskritik zu Anfragen an das Modell einer abstrakten Gleichheit der Geschlechter geführt und deutlich gemacht, dass Verschiedenheit keine Negativität bedeute. Lehmann führte frühere Studien fort und stellte als Grundmodell der Verhältnisbestimmung der Geschlechter Gleichwertigkeit und Verschiedenheit auf. Trotz einzelner Bedenken gegenüber dem Modell der Polarität von Mann und Frau plädierte Kardinal Lehmann dafür, dieses Modell differenziert weiterzudenken und in ein neues Gesamtbild zu integrieren.
Nach den biblischen Grundaussagen gehört die Zweigeschlechtlichkeit zur Erschaffung des Menschen. Die Verschiedenartigkeit sei von der Absicht des Schöpfers her gewollt. Die Gottebenbildlichkeit von Mann und Frau führe zu einer Gleichwertigkeit ohne jeden Abstrich, die jedoch etwas anderes sei als Gleichheit in jeder Hinsicht. Er regte an, dieses Grundmodell der christlichen Anthropologie produktiv für die Weiterentwicklung der theoretischen Frauenforschung zu nutzen. Dennoch wertete Kardinal Lehmann es als Gewinn, wenn durch die Gender-Perspektive deutlich werde, dass Gleichstellung immer eine Aufgabe beider Geschlechter zugleich sei.
In den Diskussionen wurden zahlreiche Vorschläge zu einer besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und zur Förderung von Frauen in Leitungspositionen innerhalb der Kirche vorgetragen. Dabei wurde besonders auf die Potenziale und Erfahrungen von Frauen in Verbänden, im Ehrenamt sowie in den Frauenorden hingewiesen. Im Blick auf die von vielen Teilnehmerinnen geäußerte Erwartung nach einer verbindlichen Umsetzung der Ergebnisse und Forderungen wiesen die Bischöfe auf die begrenzten Möglichkeiten der Bischofskonferenz in diesem Bereich hin. Die Bischofskonferenz könne zwar werben und mit gutem Beispiel vorangehen, aber keine Vorgaben für die Bistümer machen. Dennoch sei in den letzten Jahren bereits viel erreicht worden, wie Kardinal Lehmann an konkreten Beispielen für die Ebene der Deutschen Bischofskonferenz und ihrer Einrichtungen darlegte.
In seinem Schlusswort betonte der Vorsitzende der Pastoralkommission, Bischof Joachim Wanke, dass die Bischöfe das Thema Geschlechtergerechtigkeit mutig und offensiv angehen wollen. Die Fachtagung habe zu einer Weitung, Vertiefung und Profilierung der Thematik geführt, auch wenn nicht alle Erwartungen erfüllt werden konnten. Er kündigte eine Dokumentation und Auswertung der Tagung an. Zudem werde sich die Bischofskonferenz weiterhin aktiv an einem Erfahrungsaustausch beteiligen und das Gespräch fortsetzen. Er appellierte an die Teilnehmerinnen mit „heißer und bewegter Geduld“ an dem Thema zu bleiben.
Die Fachtagung setzte ein Gespräch über und mit Frauen in verantwortlichen Positionen in der Kirche fort, das auf Initiative der Deutschen Bischofskonferenz im Oktober 2002 in Schmerlenbach begonnen wurde. Über 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter Theologieprofessorinnen, Seelsorgeamtsleiterinnen, Verbandsvorsitzende, Ordensfrauen, Mitarbeiterinnen in katholischen Akademien und im pastoralen Dienst, waren der Einladung gefolgt. Neben dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann (Mainz), dem Vorsitzenden der Unterkommission Frauen in Kirche und Gesellschaft, Kardinal Georg Sterzinsky (Berlin), dem Vorsitzenden der Pastoralkommission, Bischof Joachim Wanke (Erfurt) und dem Erzbischof vom Bamberg, Ludwig Schick, nahmen auch die Weihbischöfe Franz Dietl (München), Heinrich Janssen (Münster), Werner Radspieler (Bamberg), Franz-Peter Tebartz-van Elst (Münster) und Norbert Trelle (Köln) an der Fachtagung teil.
Hinweis: Weitere Informationen über die Fachtagung und die Texte der Referate finden Sie im Internet unter http://www.dbk.de/.
SDBK (MBN)
Vorschau
Durchquerte Wege (25.3.)
Alternativer Stadtgang am Karfreitag
Mainz. Die katholische Cityseelsorge Mainz und die evangelische Stadtkirchenarbeit laden am Karfreitag, 25. März, zu einem alternativen Stadtgang mit Musik und Texten ein. Er wird zu unterschiedlichen Stationen in der Mainzer Altstadt führen, die zu Fuß erreichbar sind. Dabei wird Nachdenkliches und Spirituelles, Texte und Musik, Geschichte und aktuelles Geschehen thematisiert und in Beziehung zur Botschaft des Kreuzes gesetzt. Treffpunkt ist das Marktportal des Mainzer Domes am Karfreitag um 12.00 Uhr. Der Rundgang endet gegen 14.00 Uhr vor der Kirche St. Ignaz.
am (MBN)
Gottesdienste im Mainzer Dom
Kardinal Lehmann zelebriert an Gründonnerstag, Karfreitag und am Ostersonntag
Mainz. Den Gottesdienst am Gründonnerstag, 24. März, um 19.00 Uhr, zelebriert der Bischof von Mainz, Kardinal Karl Lehmann. Konzelebranten sind die Weihbischöfe Werner Guballa und Ulrich Neymeyr, Generalvikar Dietmar Giebelmann sowie die Mitglieder des Mainzer Domkapitels. Der Gottesdienst wird musikalisch gestaltet von der Mainzer Domkantorei unter Leitung von Domkapellmeister Mathias Breitschaft. An der Orgel spielt Domorganist Albert Schönberger.
Kardinal Lehmann steht ebenfalls der Karfreitagsliturgie am 25. März um 15.00 Uhr vor, es assistieren Generalvikar Giebelmann und Domdekan Heinz Heckwolf. An der Liturgie nehmen auch die Mainzer Weihbischöfe sowie das Domkapitel teil. Musikalisch wird die Karfreitagsliturgie von der Mainzer Domkantorei unter Leitung von Domkapellmeister Breitschaft gestaltet.
Die Feier der Osternacht am Samstag, 26. März, um 21.30 Uhr, zelebriert Weihbischof Ulrich Neymeyr, Konzelebranten sind Generalvikar Giebelmann und Dompräbendat Martin Berker. Der Bischof von Mainz, Weihbischof Guballa sowie die Mitglieder des Domkapitels nehmen an dem Gottesdienst teil. Für die musikalische Gestaltung ist der Mädchenchor am Dom und St. Quintin unter der Leitung des neuen Domkantors Karsten Storck verantwortlich. Die Orgel spielt Domorganist Schönberger.
Zelebrant des Pontifikalamtes am Ostersonntag, 27. März, um 10.00 Uhr ist Kardinal Lehmann. Es konzelebrieren die Weihbischöfe Guballa und Neymeyr, Generalvikar Giebelmann sowie das Mainzer Domkapitel. Der Gottesdienst wird musikalisch gestaltet von den Mainzer Dombläsern und vom Mainzer Domchor unter Leitung von Domkapellmeister Breitschaft. Es erklingt die Missa Brevis in C-Dur KV 258 von Wolfgang Amadeus Mozart sowie das „Halleluja“ aus Georg Friedrich Händels Oratorium „Messiah“. An der Orgel spielt Domorganist Schönberger.
Am Ostermontag, 28. März, zelebriert Generalvikar Giebelmann das Stiftsamt um 10.00 Uhr, Konzelebranten sind Domkapitular Hans-Jürgen Eberhardt und Dompräpendat David Becker. Der Bischof von Mainz, Kardinal Lehmann, nimmt an dem Gottesdienst teil. Das Stiftsamt wird musikalisch gestaltet von der Mainzer Domkantorei unter Leitung von Domkapellmeister Breitschaft. An der Orgel: Domorganist Schönberger.
am (MBN)
Personalien
Provinzkapitel der Karmeliter in Mainz
Pater Wilfried Wanjek zum neuen Provinzial gewählt
Mainz. Pater Wilfried Wanjek O.Carm ist neuer Provinzial der Niederdeutschen Provinz der Karmeliter. Er wurde am Donnerstag, 17. März, von den Mitgliedern des Niederdeutschen Provinzkapitels im Mainzer Karmeliterkloster gewählt. Pater Wilfried wurde 1964 in Erkelenz bei Mönchengladbach geboren, trat 1984 in den Karmeliterorden ein und studierte von 1985 bis 1991 Theologie in Mainz. 1992 wurde er in Duisburg zum Priester geweiht und wirkte von 1992 bis 1994 im Mainzer Karmeliterkloster und als Kaplan in Mainz, St. Peter. Seit 1994 leitete er das Bildungshaus der Karmeliter in Duisburg. Heute ist Pater Winfried im Bistum Münster in der Jugendseelsorge tätig. Als Provinzial der Niederdeutschen Provinz trägt Pater Winfried Verantwortung für 36 deutsche Mitbrüder sowie für 20 Mitbrüder in Kamerun.
Weitere Themen des Provinzkapitels waren unter anderem die Nachwuchsfrage sowie die mögliche Zusammenlegung der Nieder- und Oberdeutschen Ordensprovinz der Karmeliter. Das Mainzer Karmeliterkloster ist seit Oktober 2004 zentraler Ausbildungskonvent in Deutschland für die beiden Ordensprovinzen. Seit Januar haben die Karmeliter auch die Seelsorge für die Mainzer Pfarrgemeinde St. Peter/St. Emmeran übernommen.
Karmeliter
Im Unterschied zu vielen anderen Ordensgemeinschaften haben die Karmeliter keinen Ordensgründer. Der Orden hat seinen Ursprung im Einsiedlerleben zur Zeit der Kreuzzüge auf dem Berg Karmel im Heiligen Land. Nachdem die Einsiedler am Berg Karmel zunächst nur eine lose Gemeinschaft gebildet hatten, baten sie den Patriarchen Albertus von Jerusalem, ihre Lebensweise in einer Regel festzulegen, die Papst Honorius III. 1226 bestätigte.
Als die Karmeliter das Heilige Land verlassen mussten, versuchten sie zunächst ihr Einsiedlerleben in Europa fortzuführen, glichen ihre Lebensweise aber sehr bald den gerade entstandenen Bettelorden, wie der Franziskaner und Dominikaner, an. Der Orden breitete sich rasch in Europa aus. Mitte des 15. Jahrhunderts wurden unter dem Generalprior Johannes Soreth die ersten Karmelitinnenklöster gegründet. Die Reformen von Theresia von Avila (1515-1582) und Johannes vom Kreuz (1541-1591) führten zur Gründung eines neuen Ordenszweiges, – bei den Männern „Unbeschuhter Karmel“ und bei den Frauen „Theresianischer Karmel“ genannt.
Die Kontemplation (Betrachtung) ist die Grundlage für den inneren Weg der Karmeliter. Der alttestamentliche Prophet Elija, dessen Geschichte eng mit dem Berg Karmel verbunden ist, gilt als „Vater und Leiter“ des Ordens. Sein Wort „So wahr Jahwe, Israels Gott, lebt, vor dessen Angesicht ich stehe...“ (1 Kön 17,1) ist Leitsatz für das Wirken der Karmeliter. Dieses „Stehen vor Gott“ als Geisteshaltung prägt bis heute die karmelitische Spiritualität. Neben Elija verehren die Karmeliter in besonderer Weise Maria als zweites Vorbild des Ordens. Der offizielle Name der Ordensgemeinschaft lautet auch heute noch „Brüder der seligsten Jungfrau Maria vom Berg Karmel“.
Das Karmeliterkloster in Mainz
Um 1270 kamen die ersten Karmeliter nach Mainz. Die erste erhaltene urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1285. Das eigentliche Kloster wurde zusammen mit der Kirche in der ersten Hälfe des 14. Jahrhunderts gebaut. Eine Blütezeit erlebte das Kloster in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts und zu Beginn des 16. Jahrhunderts. Im Zuge der Säkularisation wurde das Kloster 1802 aufgehoben. Im Jahr 1924 kehrten niederländische Karmeliter nach Mainz zurück. Bei den Verhandlungen mit dem Bistum Mainz hat der niederländischen Karmeliter, Pater Titus Brandsma, eine wichtige Rolle gespielt. Er wurde 1942 im Konzentrationslager Dachau ermordet und 1985 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Der Mainzer Bischof Ludwig Maria Hugo konsekrierte die Karmeliterkirche, die zuvor als Magazin und Lager benutzt worden war, am 15. Dezember 1924.
Mit dem Bau des heutigen Klosters wurde 1963 begonnen. Im Mainzer Konvent leben insgesamt 15 Karmeliter. Sie wirken als Seelsorger in der Karmeliterkirche und in der Pfarrei St. Peter/St. Emmeran, in der Cityseelsorge Nr. 10 - Kirche am Markt sowie im Altenheim an der Adenauergasse. Auch für Glaubens- und Beichtgespräche im Besucherzimmer des Klosters stehen die Brüder zur Verfügung.
Hinweis: Karmeliterkloster Mainz, Karmeliterstraße 7, 55116 Mainz, Tel.: 06131/288570, Fax: 06131/2885721, E-Mail: karmelmainz@t-online.de, Internet: http://www.karmelmainz.de/
am/tob (MBN)
Stichwort
Stichwort: Ostern
An Ostern feiern die Christen die Auferstehung Jesu. Das Osterfest gilt als der Höhepunkt des Kirchenjahres und ist das ritenreichste aller christlichen Feste. Die Botschaft von der Auferstehung ist das Fundament des christlichen Glaubens. Im Erwachsenen-Katechismus heißt es dazu: „Der Glaube an die Auferweckung Jesu ist kein Zusatz zum Glauben, sondern der Inbegriff des Glaubens an Gott, die alles umfassende Macht des Lebens. In der Entscheidung für oder gegen den Osterglauben geht es letztlich darum, ob man meint, aus seinen Möglichkeiten und denen der Welt leben zu können, oder ob man es wagt, sich im Leben und Sterben ganz auf Gott einzulassen, ganz von Gott her und auf ihn hin zu leben.“
In den Evangelien des Neuen Testamentes wird der Akt der Auferstehung nicht beschrieben. Beobachtet hat sie niemand. In der Bibel gibt es jedoch Berichte über das leere Grab, die Verkündigung der Auferstehung durch einen Engel oder darüber, dass der Auferstandene seinen Jüngern und anderen erschienen ist. So heißt es beispielsweise im Evangelium nach Lukas (Lk 25,1-8): „Am ersten Tag der Woche gingen die Frauen mit den wohlriechenden Salben, die sie zubereitet hatten, in aller Frühe zum Grab. Da sahen sie, dass der Stein vom Grab weggewälzt war; sie gingen hinein, aber den Leichnam Jesu, des Herrn, fanden sie nicht. Während sie ratlos dastanden, traten zwei Männer in leuchtenden Gewändern zu ihnen. Die Frauen erschraken und blickten zu Boden. Die Männer aber sagten zu ihnen: Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden. Erinnert euch an das, was er euch gesagt hat, als er noch in Galiäa war: Der Menschensohn muss den Sündern ausgeliefert und gekreuzigt werden und am dritten Tag auferstehen. Da erinnerten sie sich an seine Worte.“
Seit dem Konzil von Nizäa im Jahre 325 n. Chr. wird das älteste Fest der Christenheit am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Gemäß den liturgischen Vorschriften soll die Feier der Osternacht nach der Abenddämmerung und vor dem Morgengrauen beginnen. Der Gottesdienst wird dabei außerhalb des Kirchenraumes eröffnet: Auf dem Platz vor der Kirche segnet der Priester ein Feuer, an dem die Osterkerze entzündet wird. Mit dem dreimaligen Ruf „Lumen Christi“ oder „Christus, das Licht“ wird die Osterkerze in die Kirche getragen. Daraufhin werden von der Osterkerze ausgehend die Kerzen aller Gottesdienstteilnehmer entzündet. Vor der Osterkerze singt der Priester oder der Diakon dann das so genannte „Exsultet“ („Frohlocket“), das große Osterlob. Dem „Exsultet“ folgen Lesungen aus dem Alten Testament und schließlich das Gloria, in das auch die seit Gründonnerstag verstummten Glocken und die Orgel miteinstimmen. In vielen katholischen Pfarrgemeinden finden im Rahmen dieses Gottesdienstes Taufen statt, denn Ostern war der Tauftag bei den frühen Christen. Mit dem Ostersegen am Ende des Gottesdienstes finden die drei österlichen Tage Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern ihren Abschluss. Mit der Osternacht beginnt die 50 Tage umfassende Osterzeit, die mit dem Pfingstsonntag endet.
Zentrale Rolle im Brauchtum um das Osterfest spielen die Ostereier. Der bekannteste Brauch ist, bemalte Eier zu verschenken. Das Ei gilt in vielen Kulturen als Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben. Der Osterhase als Eierbringer taucht erst seit dem 17. Jahrhundert auf und stammt wohl aus evangelisch-bürgerlicher Erzähltradition.
am (MBN)