Mainzer Bistumsnachrichten Nr. 9, 9. März 2005

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Berichte

Heinz Dreibus ist Vorsitzender des Mainzer Dombauvereins
Weltjugendtagskreuz an Bistum Speyer übergeben
Fastenpredigt von Weihbischof Neymeyr im Mainzer Dom
Das Weltjugendtagskreuz in der Dieburger Gnadenkapelle
Gau-Bischofsheimer Konzert mit Domorganist Schönberger
Generalvikar Giebelmann würdigte Dekan Schmitz

Vorschau

Bistum Mainz auf der RLP-Ausstellung (12.-20.3.)
Johannespassion im Dom (13.3.)
„Unternehmergeist für die Bürgergesellschaft“ (14.3.)

 

Berichte

Heinz Dreibus ist Vorsitzender des Mainzer Dombauvereins

Mitgliederversammlung wählte Anton Issel zum Ehrenvorsitzenden

Mainz. Heinz Dreibus ist für drei Jahre zum Vorsitzenden des Mainzer Dombauvereins gewählt worden. Er wurde bei der sechsten Mitgliederversammlung des Vereins am Dienstagabend, 8. März, im Erbacher Hof in Mainz von den rund 250 anwesenden Mitgliedern einstimmig gewählt. Dreibus, der vor seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2003 Geschäftsführender Direktor des Landkreistages Rheinland-Pfalz war, löst den bisherigen Vorsitzenden des Dombauvereins, Anton Issel, ab. Dieser hatte sich nicht zur Wiederwahl gestellt. Issel war seit Gründung im April 1999 Vorsitzender des Dombauvereins. Die Mitgliederversammlung wählte den scheidenden Vorsitzenden wegen seiner großen Verdienste um den Dombauverein einstimmig zu ihrem Ehrenvorsitzenden. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Rainer Laub, Geschäftsführer der Wohnbau Mainz GmbH, gewählt. Laub war bislang Schatzmeister des Dombauvereins. Die bisherige stellvertretende Vorsitzende, Staatssekretärin i.R. Erika Reischauer-Kirchner, hatte sich ebenfalls nicht zur Wiederwahl gestellt.

Neu im Vorstand des Dombauvereins ist Sabine Flegel, Ortsvorsteherin in Mainz-Gonsenheim. Sie löst Hermann Paul als Schriftführer ab. Die Aufgabe von Rainer Laub als Schatzmeister übernimmt künftig Karl-Heinz Hummel, Prokurist bei der Wohnbau Mainz GmbH. Hans-Josef Wucher wurde in seinem Amt als Geschäftsführer des Dombauvereins bestätigt. Ebenso bleibt Hermann Kurzke als Beisitzer Mitglied des Vorstandes. Der Mainzer Professor für neuere deutsche Literaturgeschichte ist verantwortlich für die „Domblätter“, die jährliche Publikation des Dombauvereins. Alle Vorstände wurden jeweils ohne Gegenstimmen gewählt. Außerdem gehören dem Vorstand als geborene Mitglieder an: Domdekan Heinz Heckwolf, Dompfarrer Dr. Franz-Rudolf Weinert sowie Dom- und Diözesankonservator Dr. Hans-Jürgen Kotzur. Auch die beiden Rechnungsprüfer Hans-Günther Mann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mainz, und Wilfried Mönch, Filialleiter der Pax-Bank in Mainz, wurden für drei weitere Jahre in ihren Ämtern bestätigt.

Nach seiner Wahl dankte Dreibus der Mitgliederversammlung für das entgegengebrachte Vertrauen: „Ich bin bereit, in die großen Fußstapfen von Anton Issel zu treten, obwohl ich weiß, dass es nicht leicht sein wird, sie auszufüllen.“ Gerade für einen geborenen Mainzer sei dieses Amt eine „schöne und ehrenvolle Aufgabe“. Als Ziele für die Arbeit des Vorstandes nannte Dreibus den Ausbau der Mitgliederzahl des Dombauvereins auf 2.000 und eine Ausweitung der Domführungen. Der Mitgliedsbeitrag von jährlich mindestens 25 Euro bzw. 38 Euro für Ehepaare soll bestehen bleiben. Außerdem solle die Einführung einer „Domtafel“, wie sie am Wormser Dom praktiziert werde, und die Möglichkeiten für kammermusikalische Konzerte geprüft werden.

Heinz Dreibus wurde im Januar 1938 in Mainz geboren. Nach dem Abitur in Mainz studierte er Jura. Nach dem Staatsexamen 1962 war er als wissenschaftlicher Assistent an der Mainzer Universität tätig. Ab 1966 arbeitete er als Referent im rheinland-pfälzischen Innenministerium. Weitere berufliche Stationen führten ihn als Dezernent zur Kreisverwaltung Mainz-Bingen sowie als stellvertretenden Geschäftsführer zum Landkreistag Rheinland-Pfalz, wo er schließlich Geschäftsführender Direktor wurde. Seit 1970 hatte er einen Lehrauftrag an der Hochschule für Verwaltungswissenschaften in Speyer. Von 1979 bis 2002 war er für die CDU Stadtratsmitglied in Mainz, davon 14 Jahre als Fraktionsvorsitzender. Dreibus ist vielfältig ehrenamtlich engagiert, unter anderem bei der Musica Sacra am Mainzer Dom und als Kuratoriumsmitglied beim Mainzer Bachchor. Darüber hinaus ist er in der internationalen Gutenberg-Gesellschaft, dem Peter Cornelius-Konservatorium, dem Mainzer Altertumsverein und dem Verein der Freunde der Mainzer Universität aktiv.

Stehende Ovationen für Anton Issel

Nach seiner Wahl zum Ehrenvorsitzenden würdigten die Mitglieder des Dombauvereins Anton Issel mit stehenden Ovationen. Issel habe „einen hervorragenden Job gemacht“, sagte Rainer Laub. „Er hat in Mainz für eine Identität mit dem Dom gesorgt, wie sie bisher nicht bekannt war. Wenn es jemand gelingt, die Liebe zum Dom in bare Münze umzusetzen, gehört viel Grips dazu und man muss auch Menschen richtig einschätzen können.“ Laub sagte, er bedauere sehr, dass Issel sein Amt aufgibt, habe aber auch Verständnis für diese Entscheidung. Domdekan Heckwolf dankte Issel für die Idee zur Wiederbelebung des Dombauvereins und sein großes Engagement während seiner Zeit als Vorsitzender: „Ohne den Dombauverein hätten wir die Sanierung des Domes nicht so schnell begonnen und es wäre nicht so einfach gewesen, die Sanierung fortzuführen.“

Rund 88.000 Euro an Spenden habe der Dombauverein im Jahr 2004 eingenommen, sagte Laub in seinem Bericht als Schatzmeister. Insgesamt habe der Verein Einnahmen in Höhe von rund 223.000 Euro zu verzeichnen bei Ausgaben von rund 70.000 Euro. Der Bankbestand betrage derzeit 1,231 Millionen Euro. Vor allem durch das große ehrenamtliche Engagement der Mitglieder seien nur sehr geringe Verwaltungskosten angefallen.

Issel bezeichnete die Wahl zum Ehrenvorsitzenden als „hohe Auszeichnung und besondere Ehre, die mich sehr bewegt. Dieser Titel wird mich auch weiterhin verpflichten, mich für den Dombauverein einzusetzen.“ Er verwies in seinem Jahresbericht darauf, dass die Mitgliederzahl des Vereins im vergangenen Jahr leicht gestiegen sei, von 1.790 in Jahr 2003 auf 1.860 im Jahr 2004. Insgesamt seien seit der Gründung des Dombauvereins rund 1,753 Millionen Euro für den Mainzer Dom gesammelt und die Sanierungsarbeiten mit rund 400.000 Euro unterstützt worden.

Heckwolf: Ausblick zur Domsanierung

Domdekan Heckwolf gab einen Ausblick zu den Sanierungsarbeiten am Mainzer Dom. Mit der Ostgruppe werde in diesem Jahr der erste Bauabschnitt beendet, für den Kosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro veranschlagt waren. Der nördliche Obergaden und ein Teil des Querbaus seien bereits eingerüstet. In diesem zweiten Bauabschnitt gehe es vor allem um Malerarbeiten, die von den Mitarbeitern der Dombauhütte geleistet werden. Er hoffe, dass diese Arbeiten noch in diesem Jahr fertig werden, sagte Heckwolf. In einem dritten Bauabschnitt werde man sich dem südlichen Obergaden zuwenden. Im Rahmen der Innensanierung sollen die Windfänge des Domes umgestaltet werden. Bevor im Innenraum allerdings größere Arbeiten vorgenommen werden, gelte es, die „Orgelfrage“ zu klären und die Planungen für eine neue Lautsprecheranlage abzuschließen. Beides solle noch in diesem Jahr festgelegt werden. Zum Abschluss der Mitgliederversammlung sprach Professor Friedhelm Jürgensmeier, Leiter des Instituts für Mainzer Kirchengeschichte, zum Thema „Der Dom zu Mainz und seine Reliquien“.

Hinweis: Dombauverein Mainz e.V., Domstraße 10, 55116 Mainz, Tel.: 06131/253413, Fax: 06131/223797, Internet: http://www.dombauverein-mainz.de/ - Spendenkonto: Dombauverein Mainz e.V., Konto-Nummer 1100 510 00, Landesbank Rheinland-Pfalz, BLZ 550 500 00.

tob (MBN)

 

Abschied vom Kreuz

Weltjugendtagskreuz an das Bistum Speyer übergeben / Gottesdienst im Wormser Dom

Worms. Die Reise des Weltjugendtagskreuzes durch das Bistum Mainz ist zu Ende. In einem Gottesdienst im Wormser Dom am Montagabend, 7. März, wurde es von Jugendlichen aus dem Bistum Speyer in Empfang genommen. Das Weltjugendtagskreuz war seit dem 21. Februar im Bistum Mainz unterwegs und machte Station in allen 20 Dekanaten der Diözese. Rund 20.000 Gläubige haben in dieser Zeit das Kreuz begleitet oder an einer der über 150 Veranstaltungen mit dem Weltjugendtagskreuz teilgenommen.

Das Weltjugendtagskreuz war am Morgen im Dekanat Worms angekommen. Nach einem Morgengebet in der Osthofener Pfarrkirche St. Remigius wurde es in die KZ-Gedenkstätte Osthofen gebracht. Im KZ Osthofen waren von 1933 bis 1934 vor allem politische Gegner des nationalsozialistischen Regimes inhaftiert. In den 15 Monaten, während derer das KZ bestand, sperrten die Nationalsozialisten annähernd 3.000 Menschen ein. Mit Fürbitten und Gebeten gedachten die Gläubigen im ehemaligen Schlafsaal des KZs der Opfer und der Täter. Im Anschluss wurde das Kreuz in einer Prozession nach Herrnsheim getragen. Weitere Stationen des Tages waren das Bildungszentrum Worms, das Luther-Denkmal in der Wormser Innenstadt, die Jugendarrestanstalt sowie das Dominikanerkloster St. Paulus, wo eine Begegnung mit Jugendlichen aus dem Bistum Speyer stattfand. Den Abschluss des Tages bildete schließlich eine Lichterprozession zum Wormser Dom sowie eine Eucharistiefeier mit den Weihbischöfen Otto Georgens (Speyer), Ulrich Neymeyr und Werner Guballa (beide Bistum Mainz).

Bewegende Tage für das Bistum Mainz

Die letzten zwei Wochen seien bewegende Tage für das Bistum Mainz gewesen, sagte Weihbischof Guballa in seiner Predigt im Wormser Dom. „Viele junge Menschen sind mitgegangen. Sie reihen sich ein in eine Kette, gebildet mit Millionen Jugendlicher aus aller Welt, die dieses Zeichen der liebenden Nähe Christi in diese Welt hineintragen“, betonte er. Weiter sagte Guballa, dass Christus das Kreuz als Zeichen für die Menschen festgelegt habe, „damit wir uns nicht mehr den Tod bereiten, sondern gemeinsam dem Leben dienen“.

Der Weihbischof wies auch darauf hin, dass junge Menschen auf ihrem Lebensweg vielen Einflüssen und Entscheidungen ausgesetzt seien. Manchmal komme man im Leben auch „an Kreuzungen, an denen es knüppeldick kommt – es kann das Zerbrechen einer Beziehung, eine Enttäuschung in der Schule, in der Ausbildung oder im Beruf sein“. Das könne aber auch die Sinnfrage angesichts bestimmter Ereignisse in der Welt sein. Guballa wies in diesem Zusammenhang auf den vor 60 Jahren in Berlin-Plötzensee ermordeten Priester und Jesuiten Alfred Delp hin. „Er hat in seiner Haft die ganze Einsamkeit, Verlassenheit und Verzweiflung durchgemacht. Er hätte sein Leben retten können, wenn er seine Ideale verraten hätte. Es wuchs ihm aber eine Kraft zu durch den Blick auf den, der am Kreuz hing“, sagte der Weihbischof. Gnade nenne man diese Kraft, die all denen geschenkt werde, die sich für Christus entscheiden. „Unzählige Glaubenszeugen bestätigen es: Wer sich an Christus hält, hat einen Halt. Wer den Weg mit ihm geht, geht nicht in die Irre“, betonte Guballa.

Am Ende des Gottesdienstes dankte Weihbischof Neymeyr all denjenigen, die den Weg des Weltjugendtagskreuzes durch das Bistum Mainz vorbereitet und mitgestaltet hatten. „Ich bin tief bewegt von den vergangenen zwei Wochen und war immer wieder erfreut darüber, wie viele Menschen zu den Gottesdiensten, Gebeten und Meditationen gekommen sind“, sagte er. Der Speyrer Weihbischof Georgens zitierte bei der Übergabe des Kreuzes einen Satz des verstorbenen Mainzer Bischofs Hermann Kardinal Volk: „Ein Mensch, der glaubt, ist staunenswerter als Sonne, Mond und Sterne.“ Die Gläubigen im Bistum Speyer freuten sich jetzt auf das Weltjugendtagskreuz. „Auch wir wollen uns bewegen lassen“, sagte er.

14 Tage in der Diözese unterwegs

Am 21. Februar war das Weltjugendtagskreuz in Bingen vom Bistum Aachen an Jugendliche aus dem Bistum Mainz übergeben worden. In den folgenden zwei Wochen besuchte das Kreuz die zwanzig Dekanate der Diözese – Stationen waren neben zahlreichen Gemeinden und Schulen unter anderem die Jugendjustizvollzugsanstalt Rockenberg, das Kloster Engelthal und der Frankfurter Flughafen. Am 26. und 27. Februar war das Weltjugendtagskreuz Gast im Dekanat Mainz-Stadt und stand am 27. Februar im Mittelpunkt eines Pontifikalamtes mit dem Mainzer Bischof, Kardinal Karl Lehmann.

am (MBN)

 

„Chance, Kirche positiv zu erleben“

Weihbischof Ulrich Neymeyr beendete die Reihe der Fastenpredigten im Mainzer Dom

Mainz. „Das Weltjugendtreffen gibt Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Chance, Kirche positiv zu erleben.“ Das sagte Weihbischof Ulrich Neymeyr am Sonntag, 6. März, im Mainzer Dom. Als Gäste des Weltjugendtags in Köln könnten sie andere Jugendliche und junge Erwachsene erleben, „die auch zu umstrittenen Positionen der katholischen Kirche stehen und sie nicht gleich als unzeitgemäß abtun, sondern bereit sind, sich damit auseinander zu setzen“. Neymeyr äußerte sich zum Abschluss der Fastenpredigten, die an den vergangenen vier Sonntagen der österlichen Bußzeit im Mainzer Dom zu hören waren. Sie standen unter dem Leitwort „Wir sind gekommen, ihn anzubeten“, dem Motto des diesjährigen Weltjugendtages.

Weiter sagte Neymeyr, dass beim Weltjugendtag in Köln 800.000 bis 1.000.000 junge Menschen erwartet würden. Diese große Glaubensgemeinschaft stärke auch „die Christusbeziehung des Einzelnen“. Den Katechesen mit den Bischöfen maß Neymeyr dabei eine besondere Bedeutung zu, da viele Jugendliche mit ihrer Hilfe zu einem anderen Kirchenbild kämen: „Wenn die Bischöfe, so wie der Heilige Vater selbst, ihre persönliche Religiosität und Gläubigkeit den Jugendlichen vermitteln, verbröselt die Trennung zwischen dem Abstraktum Kirche und der persönlichen Religiosität junger Menschen.“ Neymeyr bezeichnete die Katechesen als ganz neue Erfahrung für viele Jugendliche, „die sie hoffentlich sensibilisiert für Glaubensfragen; die ihnen deutlich macht, dass die Fragen des Glaubens viele junge Menschen bewegen, und dass die Jugendkultur ohne Gott ein Zerrbild der tatsächlichen Lebenswirklichkeit der Jugendlichen ist“. Die Weltjugendtreffen könnten Jugendlichen und jungen Erwachsenen helfen, „ihre Religiosität in der katholischen Kirche zu leben“, sagte der Weihbischof. Denn sie erlebten mit, dass „für viele Gleichaltrige die große spirituelle und liturgische Tradition der Kirche eine Selbstverständlichkeit ist“.

Gleichzeitig weite der Weltjugendtag den persönlichen Horizont jedes Teilnehmers, betonte Neymeyr. In Köln lernten die jungen Menschen Gleichaltrige aus aller Welt kennen, mit denen sie „den Glauben und die Sehnsucht nach Jesus Christus gemeinsam haben“. Manch einer werde die Erfahrung machen, dass er mit Gleichaltrigen aus Litauen mehr gemeinsam habe als mit gleichaltrigen deutschen Jugendlichen. Dies mache „unmittelbar erlebbar, was es heißt, katholisch zu sein, Mitglied einer weltumspannenden Menschheitsfamilie, die die Grenzen der Nationen und Sprachen überwindet“. Der Weihbischof äußerte die Hoffnung, dass die Teilnehmer beim Weltjugendtag in Köln als veränderte Menschen nach Hause gingen, „die nicht nur von einem großartigen Event schwärmen, sondern in ihrer Lebenseinstellung durch dieses Ereignis geprägt worden sind“.

Neymeyr erinnerte daran, dass der Weltjugendtag auch zum Engagement ermutigen wolle. Beispiel dafür sei der „Tag des sozialen Engagements“, der für den 12. August während der „Tage der Begegnung“ in den deutschen Bistümern geplant sei. Der Weihbischof wies in diesem Zusammenhang auch auf die Aktion „Magnifikat“ hin. „Magnifikat“ ist die gemeinsame Vorbereitungsaktion auf dem Weg zum Weltjugendtag der katholischen Jugendverbände mit dem Hilfswerk Misereor. Mit dessen Hilfe solle eine Brücke geschlagen werden „vom geistlichen Fest des Glaubens hin zum sozialen Engagement aus christlichem Geist“. Christ-Sein und Verantwortung für die anderen Menschen gehörten zusammen, unterstrich der Weihbischof.

am (MBN)

 

„Das Kreuz verbindet uns mit Gott“

Das Weltjugendtagskreuz machte Station in der Dieburger Gnadenkapelle

Dieburg. Bei seinem Weg durch das Bistum Mainz hat das Weltjugendtagskreuz Station im Dekanat Dieburg gemacht. Es wurde am Dienstagabend, 1. März, mit einem Gottesdienst in der Dieburger Gnadenkapelle von rund 350 Gläubigen empfangen. Vorbereitet wurde der Gottesdienst, zu dem auch die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG), Diözesanverband Mainz, eingeladen hatte, vom Jugendliturgiekreis St. Bartholomäus aus Groß-Zimmern. Zelebranten waren unter anderen Diözesanjugendseelsorger Pfarrer Markus W. Konrad, Pfarrer Erhard Weilbächer, Dekan des Dekanates Dieburg, sowie Geistlicher Rat Pfarrer Lorenz Eckstein von der Gemeinde St. Peter und Paul aus Dieburg. Der Gottesdienst wurde musikalisch gestaltet von der Band „Crescendo“ aus der Pfarrgemeinde St. Bartholomäus, Klein-Zimmern.

In seiner Predigt hob Pfarrer Konrad hervor, dass auch junge Menschen in ihrem Leben oft ein Kreuz zu tragen hätten: bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz, bei Problemen in der Schule, bei der Suche nach einem Partner. Gleichzeitig schaffe das Kreuz Gemeinschaft, wenn man feststelle, dass andere Menschen ähnliche Probleme haben wie man selbst. „Das Kreuz lässt uns spüren, dass wir nicht allein sind mit unseren Nöten, wir sind verbunden mit Menschen um uns herum. Das Zeichen des Kreuzes schließt zusammen, es will nicht trennen. Es lädt uns ein, uns dem Nächsten und seiner Situation zu öffnen – auch über die Grenzen von Konfessionen, Religionen und Kulturen hinweg“, sagte Konrad.

Das Christentum habe das Kreuz in seine Mitte gestellt, sagte Konrad weiter. Gott selber kenne das Kreuz, sei mit ihm vertraut. „Dieses Kreuz will uns zurufen: Gott lässt dich nicht allein in den Untiefen deines Lebens, er ist mittendrin, selbst dann, wenn es um dich herum dunkel wird“, betonte Konrad. Das Kreuz verbinde die Menschen mit Gott. Viele ältere Menschen hätten dies bereits erfahren können. Es sei gut, wenn ältere Menschen der Jugend davon erzählten. „Denn wir alle brauchen die Erfahrung: Gott ist bei uns“, sagte Konrad.

am (MBN)

 

Marienlob in bildender Kunst und Musik

Gau-Bischofsheimer Orgelkonzert mit Domorganist Albert Schönberger

Gau-Bischofsheim. Ein vielgestaltiges und in seiner Form einzigartiges Marienlob war am Sonntagabend, 6. März, in der Gau-Bischofsheimer Pfarrkirche St. Petrus zu erleben. Der Mainzer Domorganist Albert Schönberger und die Sopranistin Ursula Ott, Nierstein, boten in der Reihe der Gau-Bischofsheimer Orgelkonzerte Werke aus vier Jahrhunderten dar. Sie stellten dabei musikalisch interessante Querverbindungen und Bezüge zu den vier Gau-Bischofsheimer Madonnen her, die durch eine Videopräsentation für die Konzertbesucher sichtbar wurden. Die künstlerisch bedeutendste dieser Skulpturen, eine gotische Steinmadonna aus dem 14. Jahrhundert, war ihnen dabei direkt vor Augen.

So entstand eine wunderbare Verbindung von bildender Kunst und Musik, die Schönberger mit meditativen Texten erläuterte. Er hob hervor, dass er seine Musik vor allem als Gebet verstanden wissen will, an diesem Abend besonders auch als Huldigung für die „bedeutendste Frauengestalt der vergangenen 2000 Jahre“, wie Karl-Ludwig Göth, Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer der Geissel-Orgel in der Einführung hervorhob. Göth hatte für diesen Abend ein farbiges Faltblatt herausgegeben, in dem er die Gau-Bischofsheimer Madonnen in Bild und Wort vorstellt: neben der gotischen Madonna eine frühbarocke rustikale Steinmadonna, eine spätbarocke holzgeschnitzte Pieta und eine Madonna aus dem 19. Jahrhundert. Anlass für das „Magnificat-Konzert“ war das 300-jährige Jubiläum der frühbarocken „Maria Hilf“-Madonna am Ortseingang des Dorfes an der Rheinhessenstraße. Der Bildstock wurde 1705 errichtet und später zunächst durch eine hölzerne und 1890 durch eine steinerne Kapelle geschützt. 1984 wurde die Anlage mit ihrer hohen steilen Steintreppe, die auch in der Videoeinspielung (technische Leitung Norbert Ritter) immer wieder zu sehen war, grundlegend renoviert und gesichert.

Die Gau-Bischofsheimer Madonnen zeigen, dass die Gottesmutter im Lauf der Jahrhunderte in den verschiedensten Bildern gesehen und verehrt wurde. Den unerschöpflichen Reichtum der Marienverehrung spiegeln auch die Werke der Musikgeschichte aus den verschiedenen Epochen, in denen das Leben Mariens von der Verkündigung des Engels über ihr Leiden bei der Passion Jesu bis zu ihrer Krönung im Himmel besungen und gefeiert wird. Diesem Lebensfaden folgte auch der Aufbau des Konzerts in Gau-Bischofsheim. Höhepunkte waren ein von Schönberger für diesen Abend komponiertes „Gau-Bischofsheimer Magnificat“ für Sopran und Orgel und seine Orgelimprovisation „Mater dolorosa“ (Schmerzensmutter) mit lyrischen Passagen auf der wohlklingenden Orgel, die als die älteste in Rheinland-Pfalz gilt, und schrillen Dissonanzen des Leidens. Das Programm umfasste u.a. Werke von Felix Mendelssohn-Bartholdy, J. S. Bach und W. A. Mozart, wobei die Sängerin für die besonders anspruchsvolle Mozart-Darbietung („Tu virginum corona“) von Schönberger mit einem Sonderlob bedacht wurde.

„Meine Seele preist die Größe des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter“, heißt es zu Beginn des Magnificats. Mit diesem von Freude erfüllten Jubel endete auch das Konzert, das mit einer Improvisation über „Nun Brüder/Schwestern, sind wir frohgemut“ und dem gesungenen „Magnificat“ abschloss. In ihm fließen die Würde und das Geheimnis Mariens zusammen, wie Schönberger erklärte.

Sk (MBN)

 

Wechsel im Dekanat Mainz

Generalvikar Giebelmann würdigte Dekan Schmitz und seinen Stellvertreter Swiatek

Mainz. Bei einem Empfang im Erbacher Hof in Mainz wurden am Dienstag, 1. März, Pfarrer Heinz Schmitz als Dekan des Dekanates Mainz-Stadt und Pfarrer Dr. Jörg Swiatek als sein Stellvertreter von Generalvikar Dietmar Giebelmann verabschiedet. Gleichzeitig wurden Pfarrer Markus Kölzer als neuer Dekan und sein Stellvertreter, Pfarrer Michael Baunacke, in ihre Ämter eingeführt. Kölzer und Baunacke waren am 10. Februar gewählt und von Kardinal Lehmann ernannt worden. Zum Auftakt der Feier wurde im Mainzer Dom die Vesper gebetet.

Giebelmann dankte Schmitz und Swiatek für ihren Einsatz im Dekanat Mainz. Er erinnerte daran, dass Schmitz seit 25 Jahren Mitglied der Dekanekonferenz war: „Nie bequem, unbestechlich, unnachgiebig, die großen Worte, die Phrasen demaskiert er, Oberflächlichkeiten, platte Lösungen verwirft er, wir werden Dich in diesem Kreis vermissen.“ Schmitz habe das pastorale Tun der Kirche nicht verwaltet, sondern immer auch neue Wege gesucht. Giebelmann wies darauf hin, dass Schmitz weiterhin als Moderator des Seelsorgerates und der Seelsorge in der Mainzer Innenstadt tätig sein wird.

Heinz Schmitz wurde am 14. Oktober 1935 in Mainz geboren. 1961 wurde er von Weihbischof Josef Maria Reuß zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren in Bad Vilbel und Darmstadt wurde er 1966 Religionslehrer im Gymnasium am Kurfürstlichen Schloss in Mainz. 1969 übernahm er die Pfarrei Heilig Geist in Mainz-Mombach. Ab 1977 war er als Leiter der Abteilung Gemeindearbeit im Bischöflichen Ordinariat tätig. Als Pfarrer von St. Stephan in Mainz-Gonsenheim war er ab 1984 auch Stellvertreter des Mainzer Dekans im Dekanatsbezirk III. Im Mai 1985 wurde Schmitz zum stellvertretenden Dekan gewählt. 1990 erfolgte die Wahl zum Dekan des Dekanates Mainz-Stadt. Schmitz hat in seiner Mainzer Zeit mehrfach als Pfarradministrator an verschiedenen Mainzer Pfarreien gewirkt.

Jörg Swiatek wurde am 21. April 1959 in Rembrücken geboren. 1984 wurde er von Bischof Karl Lehmann zum Priester geweiht. Er war zunächst als Kaplan in Mainz-Drais und Mainz-Lerchenberg tätig, bevor er ab 1986 Bischofskaplan wurde. 1989 übernahm er die Leitung der Diözesanstelle für Kirchliche Berufe in Mainz. Im Jahr 1996 wurde er Pfarrer in Mainz-Amöneburg und Mainz-Kastel. Im gleichen Jahr wurde er auch zum Dr. theol. promoviert. Swiatek war seit 2000 stellvertretender Dekan.

tob (MBN)

 

Vorschau

RLP-Ausstellung: „Die Welt zu Gast im Bistum Mainz“ (12.-20.3.)

Das Bistum Mainz informiert mit eigenem Stand in Halle 2 zum Weltjugendtag

Mainz. Der Stand des Bistums Mainz bei der Rheinland-Pfalz-Ausstellung von Samstag, 12. März, bis Sonntag, 20. März, ist in diesem Jahr dem anstehenden Weltjugendtag (11. bis 21. August) gewidmet. Unter der Überschrift „Die Welt zu Gast im Bistum Mainz“ sind die Besucher zu interaktiven Entdeckungsreisen für alle Sinne rund um die Weltjugendtage eingeladen. Zu den „Tagen der Begegnung“ (11. bis 15. August) werden im Bistum Mainz rund 15.000 Jugendliche aus aller Welt erwartet. Der 45 Quadratmeter große Bistumsstand steht in Halle 2 (Stand 218). Am Samstag, 19. März, werden die beiden Mainzer Weihbischöfe Dr. Werner Guballa und Dr. Ulrich Neymeyr am Bistumsstand anwesend sein. Die 34. Rheinland-Pfalz-Ausstellung findet erstmals auf dem neuen Messegelände in Mainz-Hechtsheim statt.

Vor einer großen Weltkarte sind am Bistumsstand „Info-Terminals“ aufgestellt, welche die bisherigen Weltjugendtagsstädte lebendig machen. So gibt es unter anderem „Hör- und Tast-Stationen“, ein Quiz, ein Mini-Tipp-Kick-Spiel und eine Riech-Station mit Weihrauchduft. Am Stand wird auch Informationsmaterial zum Weltjugendtag im Bistum Mainz bereit gehalten. Außerdem kann bei einem Geschicklichkeitswettbewerb ein Globus in einem Magnetfeld zum Schweben gebracht werden.

Zur Rheinland-Pfalz-Ausstellung haben sich 710 Aussteller angesagt. Die Ausstellungsfläche hat sich von rund 40.000 Quadratmetern auf dem alten Ausstellungsgelände im Volkspark auf rund 94.000 Quadratmeter vergrößert. Schwerpunkt des Informations- und Verkaufsangebots der Rheinland-Pfalz-Ausstellung bleibt der Baubereich, für den vier Hallen reserviert sind. Aber auch Mode, Gesundheit, Garten und Ausbildung finden ihren Platz in den insgesamt 13 Ausstellungshallen.

Hinweis: Die Rheinland-Pfalz-Ausstellung ist von Samstag, 12. März, bis Sonntag, 20. März, von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Eintrittskarten kosten 7,50 Euro (Erwachsene) und 5,50 Euro (ermäßigt). Weitere Informationen unter http://www.rheinland-pfalz-ausstellung.de/

tob (MBN)

 

Johannespassion im Dom (13.3.)

Mainzer Domkonzert zur Passionszeit mit dem Domchor

Mainz. Johann Sebastian Bachs „Johannespassion“ wird am Sonntag, 13. März, um 17.00 Uhr im Mainzer Dom aufgeführt. Solisten sind Claudia von Tilzer (Sopran), Manuela Mach (Alt), Daniel Sans (Tenor), Thomas Möller (Bass) sowie Florian Rosskopp, Christusworte (Bass). Es musizieren der Mainzer Domchor und das Mainzer Kammerorchester unter der Leitung von Domkapellmeister Professor Mathias Breitschaft.

am (MBN)

 

„Unternehmergeist für die Bürgergesellschaft“ (14.3.)

Auftaktveranstaltung des Bundes Katholischer Unternehmer im Rhein-Main-Gebiet

Mainz. Das Jahresmotto des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) für 2005 lautet „Unternehmergeist für die Bürgergesellschaft“. Aus diesem Anlass findet am Montag, 14. März, um 18.30 Uhr, eine regionale Auftaktveranstaltung im Kurfürstlichen Schloss in Mainz statt. Der BKU Rhein-Main veranstaltet den Abend gemeinsam mit der Konrad Adenauer-Stiftung (KAS) im Rahmen der „Schlossgespräche“ der KAS. Unterstützt wird die Veranstaltung vom Referat „Berufs- und Arbeitswelt“ des Bistums Mainz und vom Bundesverband der Katholiken in Wirtschaft und Verwaltung (KKV) der Diözese Mainz.

Der Abend beginnt mit einem Impulsreferat von Professor André Habisch von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt; Habisch ist Leiter des „Center of Corporate Citizen-ship“ sowie Mitglied der Bundestagsenquetekommission „Bürgerengagement“. Dem Vortrag folgen Kurzstatements von Mark Hagmann, Mitglied der Geschäftsführung der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH, Gernot Mittler, Finanzminister Rheinland-Pfalz und Mitglied im Präsidium des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (Zdk), Michael Finkler, Alleinvorstand der Alpha Business Solutions AG, Kaiserslautern, und Prof. Habisch. Den Statements schließt sich eine Podiumsdiskussion an. Es moderiert Martin J. Wilde, Geschäftsführer des BKU.

am (MBN)