Nachrichtenübersicht der Bischöflichen Pressestelle
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05.10.2009
Weihbischof Neymeyr verlieh Kardinal Volk-Preis
Erster Platz an Dieburger Schülerinnen für Film über eine Gruppe behinderter Mädchen
Mainz. Julia Brückmann, Stefanie Gebert, Anika Herd und Anastasia Krjukow von der Alfred Delp-Schule aus Dieburg sind für ihren Film, der ihre Arbeit mit einer Gruppe behinderter Mädchen dokumentiert, mit dem ersten Platz des Kardinal Volk-Preises der Bistumsakademie Erbacher Hof ausgezeichnet worden.
Mainz, 3.10.2009: Weihbischof Dr. Ulrich Neymeyr (2.v.l.) mit den Preisträgern des Kardinal Volk-Preises der Jungen Akademie Erbacher Hof.
© Bistum Mainz
Der Mainzer Weihbischof, Dr. Ulrich Neymeyr, Bischofsvikar für Jugendseelsorge, überreichte die mit 500 Euro dotierte Auszeichnung am Samstag, 3. Oktober, im Ketteler-Saal des Erbacher Hofes in Mainz. Beim diesjährigen Wettbewerb hatten sich rund 120 Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe aus Rheinland-Pfalz und Hessen in ihren Beiträgen mit der Frage „Wofür bin ich verantwortlich?" auseinander gesetzt.
In der Begründung der Jury für den ersten Platz werden „die komplexe Herangehensweise" sowie die „inhaltliche und formelle Geschlossenheit des Beitrags" gelobt. Über den Wechsel zwischen Bild und Text „werde eine gute inhaltliche Spannung" aufgebaut, heißt es weiter. Gestiftet wurde der 1. Preis vom Mainzer Otto Schott Fonds; zudem unterstützte die Firma Boehringer Ingelheim die Durchführung der Tagung mit einer Spende. Auch der mit 250 Euro dotierte 2. Preis ging an eine Schülerin der Alfred Delp-Schule in Dieburg. Ruth Buchert gewann die Auszeichnung für ein Bild, das als „herausragendes Beispiel der Programmkunst" gelobt wurde.
Der 3. Preis, der mit einem Preisgeld von 125 Euro verbunden ist, wurde zweimal verliehen. Zum einen erhielten fünf Schüler des Stefan George-Gymnasiums, Bingen, einen 3. Preis für ihre zum Thema gestaltete Zeitung; die Schüler sind Tim Bernhardt, Johanna Blees, Marco Kisch, Jannik Nöldner und Maximilian Tharr. Zum anderen wurde Konstantin Korenchuk vom Gymnasium an der Stadtmauer in Bad Kreuznach für seinen Film mit einem 3. Preis ausgezeichnet. Die Preisträger auf den Plätzen vier bis zehn wurden mit Büchern ausgezeichnet. Die Preisverleihung wurde musikalisch gestaltet von Musikern des Bischöflichen Willigis-Gymnasiums unter Leitung von Hannelore Swartman.
In seiner Ansprache thematisierte Weihbischof Neymeyr den Begriff „Verantwortung" aus Sicht des christlichen Glaubens, der als „Verantwortung des Menschen vor Gott" verstanden werde. Verantwortung für Gott umfasse nicht nur „die Verantwortung für das, was der Mensch tut oder lässt, sondern auch für das, was er tun kann", sagte Neymeyr: „Er muss sein Können, seine Talente entfalten, um möglichst viel tun zu können." Der Weihbischof erläuterte seine Ausführungen unter anderem anhand der „Geschichte vom barmherzigen Samariter" sowie des Gleichnisses von den Talenten. Für Jesus Christus zähle nicht nur „die einzelne, konkrete Tat, mit der ein Mensch den Lauf der Dinge und das Schicksal der Menschen und die Zukunft der Schöpfung" präge, sagte Neymeyr. „Sondern für Jesus zählt auch, wie ein Mensch seine Begabungen und Möglichkeiten entwickelt und einsetzt, um den Lauf der Dinge zu prägen", betonte er.
Tagung mit Interviews und Zeitgeschichte
In Gesprächen mit Vertretern aus Wirtschaft, Medien, Soziales und Kirche hatten sich die Teilnehmer der Tagung „Junge Akademie" nochmals gemeinsam mit dem Thema Verantwortung beschäftigt. Gesprächspartner der Jugendlichen am Freitagnachmittag waren Sr. Theresia OSCICap, Äbtissin des Klosters der Ewigen Anbetung in Mainz, Domkapitular Prälat Hans-Jürgen Eberhardt, Diözesancaritasdirektor des Bistums Mainz, Tim Gemünden, Juniorchef der Bauunternehmung Karl Gemünden Ingelheim, Hans Günther Mann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Mainz, und Dr. Karin Tanz, Referentin der Hörfunkdirektion des Hessischen Rundfunks in Frankfurt/Main. Am Samstagvormittag erarbeitete Dr. Anne Barnert anhand von in der DDR gedrehten, zum Teil nie gesendeten Filmbeispielen, mit den Teilnehmern der Tagung am Tag der Deutschen Einheit die Frage nach Verantwortung für Geschichte. Barnert ist wissenschaftliche Mitarbeiterin des Forschungsprogramms „Aufbruch 1989" am Institut für Zeitgeschichte in Berlin. Begleitet wurden die Schülerinnen und Schüler während der Tagung von Studienleiterin Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke.