Der Bischof wird in Mainz vom Domkapitel gewählt, vom Papst ernannt und in der Bischofsweihe zum Leiter der Ortskirche (Bistum) bestellt. Innerhalb des allgemeinen kirchlichen Rechts hat der Bischof die Leitungsvollmacht in seinem Bistum als "Hirte" (Seelsorger), Lehrer, Gesetzgeber und Richter.
Die Symbole im Wappen von Bischof Lehmann stellen das Rad für das Bistum Mainz und den Schlüssel für das Bistum Worms dar; das aufgeschlagene Buch mit den Buchstaben Alpha und Omega steht zum einen für die biblische Botschaft von Jesus Christus, zum anderen für Bischof Lehmanns persönliche Begeisterung für die Bücher, erinnert aber auch an die Bedeutung Gutenbergs für die Stadt Mainz. Sein Wahlspruch als Bischof lautet: "State in fide" - Steht fest im Glauben! (1 Kor. 16,13)
Karl Lehmann wurde am 16. Mai 1936 in Sigmaringen als Sohn des Volksschullehrers Karl Lehmann und seiner Frau Margarete geboren. Nach seiner Schulzeit studierte er zwischen 1956 und 1964 Philosophie und Theologie in Freiburg und Rom. Am 10. Oktober 1963 wurde er in Rom von Julius Kardinal Döpfner zum Priester geweiht. 1962 und 1967 erwarb sich Karl Lehmann die Doktorentitel in Philosophie und Theologie mit Arbeiten über den Philosophen Martin Heidegger und über das Thema "Auferweckt am dritten Tage nach der Schrift". Als Assistent von Karl Rahner zwischen 1964 und 1967 arbeitete er an den Universitäten von München und Münster, erlebte aber auch das Zweite Vatikanische Konzil in Rom aus nächster Nähe mit. Mit 32 Jahren (1968) schon wurde er auf den Lehrstuhl für katholische Dogmatik und Theologische Propädeutik in Mainz berufen; drei Jahre später übernahm er in Freiburg/Breisgau die Professur für Dogmatik und Ökumenische Theologie.
1983 wurde Prof. Dr. Dr. Karl Lehmann zum Bischof von Mainz gewählt und ernannt. Am 2. Oktober 1983 empfing er die Bischofsweihe im Mainzer Dom. Er ist der 87. Nachfolger des heiligen Bonifatius auf dem Mainzer Bischofsstuhl. 1987 wurde er zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt, 1993, 1999 und 2005 in diesem Amt für jeweils weitere sechs Jahre durch Wahl bestätigt. Zum 18. Februar 2008 trat Kardinal Lehmann vom Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz zurück, bleibt als Bischof von Mainz aber weiter Mitglied der Konferenz. Dort ist er u.a. Vorsitzender der Glaubenskommission.
Neben seinen Hauptämtern früher als Theologieprofessor und jetzt als Bischof hat sich Karl Lehmann in vielen anderen Institutionen und Gremien engagiert und tut das weiterhin: 1971 - 1975 bei der Gemeinsamen Synode der Bistümer in Deutschland, 1969 - 1983 im Zentralkomitee der Deutschen Katholiken, seit 1969 bis heute im Ökumenischen Arbeitskreis evangelischer und katholischer Theologen, 1974 - 1984 in der Internationalen Theologenkommission beim Heiligen Stuhl in Rom, seit 1969 in der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz und von 1986 bis 1998 in der römischen Glaubenskongregation. Seit 1998 ist er Mitglied in der Kongregation für die Bischöfe, seit 2002 Mitglied des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Kardinal Lehmann ist Mitglied in der Kongregation für die Ostkirchen, der Vermögensverwaltung des Apostolischen Stuhls (Apsa) sowie des Päpstlichen Rates für die Sozialen Kommunikationsmittel. Lehmann ist zudem Mitglied der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz, der Europäischen Akademie der Wissenschaften in Salzburg sowie seit 2005 Ehrenmitglied der Akademie der gemeinnützigen Wissenschaften zu Erfurt.
1991 erhielt er den Ehrendoktortitel der Universität Innsbruck und der Katholischen Universität in Washington D.C., 1994 auch der Katholischen Universität Maynooth/Irland, 1997 der Katholisch-Theologischen Akademie Warschau, 2000 an der Theologischen Fakultät der Karl-Franzens-Universität in Graz, 2002 an der Universität Oppeln und 2004 an der Universität in Iasi in Rumänien. 2000 wurde Bischof Lehmann das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband verliehen, 2001 die Ehrenbürgerschaft der Landeshauptstadt Mainz und 2002 der Ehrenring der Görres Gesellschaft. 2004 wurde ihm als erster die "Karl-Rahner-Plakette" der Deutschen Jesuiten und der Karl-Rahner-Stiftung in München verliehen. Kardinal Lehmann wurde 2005 mit dem "Orden wider den tierischen Ernst" des Aachener Karnevalsvereins ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt er den Eugen-Biser-Preis und 2006 den Abraham-Geiger-Preis sowie die Ehrenbürgerwürde der Universität Mainz und wurde zum Kommandeur der französischen Ehrenlegion (Légion d'Honneur) ernannt.
Am 28. Januar 2001 hat Papst Johannes Paul II. Bischof Lehmann zum Kardinal ernannt. In dieser Funktion nahm er am Konklave im April 2005 teil, aus dem Papst Benedikt XVI. (Joseph Ratzinger) hervorging.

Karl Kardinal Lehmann

Das Bischofswappen
LINKS
Einen tabellarischen Lebenslauf finden Sie hier.
Wie spricht man einen Kardinal an? Dies und weitere FAQ's zum Thema Kardinal gibt es hier
Porträt zum 65. Geburtstag am 16.5.2001
Grundgedanken im Leben und Wirken von Kardinal Lehmann (zum 16.5.2006)
Hier geht es zu den Veröffentlichungen des Kardinals
Bücher des Kardinals können Sie auch im Infoladen des Bistums bestellen
Prunk, Talar und Krummstab? - oder: Wie ein Kardinal heute lebt.
Hier geht es zur Sonderseite: Wiederwahl zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz 2005