Der Mainzer DomInteraktive Innenansichten
Blick durch das LanghausDie Einstellung veranschaulicht die charakteristische Doppelchor-Anlage des Mainzer Doms. Vom verhältnismäßig dunklen Ostchor steigert sich der Raumeindruck über Mittelschiff zum helleren Westchor mit der monumentalen Vierungskuppel und umgekehrt.
Die eigentliche Gründung des Mainzer Doms geht auf Erzbischof Willigis im Jahre 975 zurück. Doch nach den Zerstörungen durch mehrere Brände wurde ab 1100 das Gotteshaus neu errichtet. In der Ära von Erzbischof Adalbert I. (+ 1137) entstanden der Ostchor und das Langhaus mit einem steinernen Gewölbe. Unter Erzbischof Konrad I. (+ 1200) begann der Neubau der westlichen Bauteile mit dem Westchor und dem Vierungsturm, die 1239 geweiht werden konnten. Im Zentrum des Ostchors (Stephanschor) steht ein schlichter Altar unter einem Baldachin. Der Hauptaltar gegenüber unter der westlichen Vierungskuppel wurde 1960 aufgestellt. Das Bronzekreuz konnte zur Tausend-Jahr-Feier des Doms (1975) geweiht werden. Besondere kunsthistorische Bedeutung hat das Mittelschiff des Mainzer Doms durch die zahlreichen Grabdenkmäler vom frühen Mittelalter bis zum 19. Jahrhundert. Die im Kern alte Domkanzel im Mittelschiff wurde im wesentlichen 1834 im gotischen Stil erneuert. Im linken Seitenschiff (bei Blickrichtung Westen) ist das gotische Memorienportal (1420) mit vielen Heiligenfiguren im Spitzbogen zu erkennen. Blick in den WestchorDer romanische Westchor (Martinschor) hinter dem Hauptaltar war ursprünglich durch den sog. Lettner baulich abgetrennt. Nach dessen Abbruch ist der Blick offen in das Chorgestühl der Mainzer Domkapitels. Die Rokoko-Sitzgruppe wurde 1760-1767 vom Wiener Hofschreiner Franz Anton Hermann gefertigt. Im Zentrum des hufeisenförmigen Chorgestühls steht etwas erhöht der Bischofssitz (Cathedra) unter einem Baldachin, den eine monumentale Statue des Mainzer Bistumspatrons Sankt Martin krönt. Über den Chorstühlen sind die Grabmäler der beiden Kurfürst-Erzbischöfe aus dem fränkischen Hause Schönborn zu erkennen: Johann Philipp (+ 1673) und Lothar Franz (+ 1729). Beide Gedenkplatten wurden um 1745 nach Entwürfen von Balthasar Neumann errichtet. Die Glasfenster sind Nachkriegsschöpfungen (1954).
Blick in die WestkryptaUnter der westlichen Vierung wurde in den Jahren 1927/28 die Lulluskrypta als Bischofsgruft neu angelegt und 1971/72 umgestaltet. Der Name der Krypta erinnert an Erzbischof Lullus (+ 786), den Nachfolger des heiligen Bonifatius auf dem Mainzer Bischofsstuhl. In der Rückwand der Krypta sind die zuletzt verstorbenen Bischöfe von Mainz beigesetzt: Hermann Kardinal Volk (+ 1988), Albert Stohr (+ 1961) und Ludwig Maria Hugo (+ 1935) sowie Weihbischof Josef Maria Reuß (+ 1985).
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