Die bischöfliche Visitation

Alle vier bis fünf Jahre findet in jedem Dekanat und in allen Pfarreien und kirchlichen Einrichtungen eine so genannte „Bischöfliche Visitation“ statt. Der Bischof oder ein von ihm beauftragter Vertreter - in der Regel sind das die Weihbischöfe - besucht alle Pfarrgemeinden und spricht mit vielen der haupt-, neben- und ehrenamtlichen MitarbeiterInnen. Mit der Visitation ist meist auch die Firmspendung verbunden. Es werden alle kath. Kindergärten, die kath. Schulen, Einrichtungen der Caritas, die Seelsorge an den sog. kategorialen Stellen (z.B. Klinikseelsorge, Gefängnisseelsorge) und die Dekanatsjugendstelle/ Jugendzentralen besucht. Dort finden jeweils Gespräche mit den örtlichen Verantwortlichen statt. Auch eine Begegnung mit katholischen Religionslehrern ist vorgesehen. Geplant ist auch im Rahmen des „Tages der Berufs- und Arbeitswelt“ ein Besuch in einem Betrieb oder Unternehmen der Region.

Visitationen sind der kath. Kirche ein normaler Vorgang. Ziel einer Visitation ist es nicht zuerst, alles und jeden zu kontrollieren und „auf Linie zu bringen“, es geht vielmehr um Begegnung und Ermutigung, um Zuhören und voneinander lernen. Die Gespräche dienen der Kontaktpflege und der Verbindung zwischen Bistumsleitung und den Gläubigen in den Gemeinden. Die Visitatoren wollen einen Einblick in die Gemeinden und Einrichtungen bekommen und die lokalen Gegebenheiten und Probleme kennen lernen. Bei den Besuchen stehen vorwiegend Gespräche auf dem Programm. So sind persönliche Gespräche mit den hauptberuflichen Mitarbeitern und Gespräche mit den Verantwortlichen der Räte vorgesehen. Oft gibt es auch eine Begegnung mit Ehrenamtlichen und eine Sitzung mit den Räten. Der Visitator feiert auch einen Gottesdienst mit der Gemeinde.

Vor der Visitation sind die Gemeinden gebeten, in einem Visitationsbericht ausführlich die Situation ihrer Gemeinden zu beschreiben und ihre Ziele und Herausforderungen zu benennen. Mit dem Bericht will sich der Bischof vorab ein Bild machen. Der Bericht dient so der Vorbereitung des Visitators, ebenso aber auch der Mitarbeiter und Gremien der Gemeinde. Der Visitationsbericht kann eine Gelegenheit zur grundlegenden Reflektion der Pastoral seit dem letzten Bischofsbesuch sein. Deshalb sollen auch möglichst viele Mitarbeiter/innen an der Erstellung beteiligt sein. So wird eher das ganze Spektrum des Gemeindelebens deutlich.