Dankwort der beiden neu geweihten Bischöfe
Dr. Werner Guballa und Dr. Ulrich Neymeyr

Verehrter Herr Kardinal,
liebe Mitbrüder im bischöflichen, priesterlichen und diakonischen Amt,
liebe Familie,
meine lieben Schwestern und Brüder!

Weihbischof Guballa:
Am Ende dieses bewegenden Gottesdienstes sagen wir beide von Herzen Danke. Jeder Gottesdienst ist ein Gottesgeschenk, eine Christusbegegnung, die sich am heutigen Ostermontag für Ulrich Neymeyr und mich - und ich hoffe für viele von Ihnen - in besonderer Weise verdichtet hat. Deswegen gilt unser erster und tiefster Dank Gott selbst, der uns so reich beschenkt in seinem Sohn, Jesus Christus.

Weihbischof Neymeyr:
Wir haben in den letzten Wochen sehr viel Herzlichkeit und Ermutigung erfahren und danken für das Vertrauen, das in uns gesetzt wird. Wir danken dem Heiligen Vater, der uns in das Bischofskollegium berufen hat und Ihnen, sehr verehrter Herr Kardinal Lehmann, der Sie uns heute die Bischofsweihe gespendet haben.
Das Leitwort, das ich über meinen Dienst als Weihbischof in Mainz gestellt habe, ist ein Teil meines Primizspruches. Mein priesterliches Wirken begleitet seit über 20 Jahren ein Wort des Apostels Paulus aus dem Römerbrief:
   „Nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat, zur Ehre Gottes“ (Röm 15,7)
   „Christus suscepit nos, - Christus hat uns angenommen“,
ist jetzt das Leitwort für meinen Dienst als Bischof.

Weihbischof Guballa:
So, wie Christus uns angenommen hat, haben uns viele Menschen angenommen und haben Ja gesagt in Liebe. So danken wir unseren Eltern, die uns das Leben geschenkt haben, unseren Familien, in denen wir aufgewachsen sind. Wir danken für Freundschaft, die uns im Laufe unseres Lebens von Menschen immer wieder geschenkt worden ist.

Weihbischof Neymeyr:
Ja, Menschen haben uns geprägt, unsere Lehrerinnen und Lehrer in der Schule, an der Universität, in unseren Ausbildungsjahren in Mainz und in Rom. Sie alle sind in den Dank dieser Stunde eingeschlossen.
Heute wird mir ganz besonders bewusst, dass Christus uns auch annimmt mit unserem ganzen Leben, mit unserem Beruf und seiner Berufung und mit all unseren Fähigkeiten. 1982 wurde ich hier im Dom von Weihbischof Rolly zum Diakon geweiht. Mein Mitbruder empfing die Diakonenweihe 1970 in Rom durch Kardinal Fürstenberg. Beide haben wir jeweils Ja gesagt, dass Christus uns ruft und annimmt. Wir haben Ja gesagt und haben es nicht bereut, auch und gerade als Gemeindepfarrer nicht.

Weihbischof Guballa:
Auch nicht als Generalvikar.
Wie bei der Priesterweihe haben wir heute noch einmal Ja gesagt im festen Vertrauen, dass dieses Ja von Christus getragen ist und von Menschen mitgetragen wird. Menschen, die auch bisher unseren Dienst geprägt haben, die Priester, mit denen wir zusammen in den Gemeinden gewirkt haben, die Diakone, die Pastoral-referentinnen und Pastoralreferenten, die Gemeindereferentinnen und Gemeindereferenten sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bischöflichen Ordinariat, nicht zu vergessen aber die vielen vielen ehrenamtlichen Frauen und Männer in den Pfarrgemeinden. Wir sagen Danke und bitten um weiteres Weggeleit.
Ein Weg wird im heutigen Evangelium einprägsam dargestellt. Weil ich mich im Emmaus-Geschehen so gut wiederfinde mit meinem eigenen Leben mit seinen schwierigen und hoffnungsvollen Seiten, habe ich in meinen Bischofsring die Emmaus-Begegnung eingravieren lassen. Das Evangelium, das mir aus dem Herzen spricht, ist mir auch ins Herz geschrieben. Ich will mich einholen lassen, wenn ich in der Gefahr bin wegzulaufen; ich will offen sein, um zu hören, wenn mir aus der Schrift mein Leben erschlossen wird, und ich will bei jedem Schritt, den ich in meinem Leben gehe, auch bitten:
   „Herr, bleibe bei uns.“

Weihbischof Neymeyr:
Mein Wunsch ist es, dass auch heute viele junge Menschen bereit sind, sich von Christus ansprechen zu lassen, dass sie ihm ihr brennendes Herz hinhalten, sich von ihm die Augen öffnen lassen und dass sie Ja sagen können zu einem Weg mit ihm.

Gemeinsam:
Christus braucht Euch, die Kirche braucht Euch, die Menschen brauchen Euch.